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Bezirksverwaltungen des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Die Bezirksverwaltungen (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) befanden sich 1989 in den Bezirken        Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt (Oder), Gera, Halle, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl.        Von den insgesamt 91.015 hauptamtlichen und geschätzten 173.081 inoffiziellen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR waren alleine in den 15 Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit des MfS der DDR einschließlich der den BVfS des MfS in den DDR-Bezirken unterstellten 209 Kreisdienststellen (KD) für Staatssicherheit (KDfS) und 7 Objektdienststellen (OD) des Staatssicherheitsdienstes insgesamt 43.168 hauptamtliche und 126.945 inoffizielle Mitarbeiter (69.811 IMS, 3.121 IMB, 5.803 IME, 3.065 FIM, 20.084 IMK/ KW/ KO, 2.941 IMK/ DA/ DT/ S und 22.120 GMS) tätig (Stand 31.12.1988).         Ausschließlich im Auftrag der Stasi-Bezirksverwaltungen übten insgesamt 46.376 inoffizielle Mitarbeiter (25.294 IMS, 1.629 IMB, 2.614 IME, 855 FIM, 8.110 IMK/ KW/ KO, 1.620 IMK/ DA/ DT/ S und 6.254 GMS) eine konspirative Tätigkeit aus,         wobei alleine für die 209 Kreisdienststellen und 7 Objektdienststellen der 15 BVfS des MfS in den Bezirken der DDR insgesamt 10.539 hauptamtliche und 80.569 inoffizielle Mitarbeiter (44.517 IMS, 1.492 IMB, 3.189 IME, 2.210 FIM, 11.974 IMK/ KW/ KO, 1.321 IMK/ DA/ DT/ S und 15.866 GMS) dem Staatssicherheitsdienst verpflichtet beschäftigt waren.             Die Bezirksverwaltung der Stasi in Berlin mit 2.775 hauptamtlichen und 7.779 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Siegfried Hähnel befand sich in Berlin-Lichtenberg in der Straße der Befreiung 9.        Die Bezirksverwaltung der Stasi in Cottbus mit 2.286 hauptamtlichen und 10.546 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Horst Fitzner befand sich in Cottbus Am Nordrand.         Die Bezirksverwaltung der Stasi in Dresden mit 3.591 hauptamtlichen und 13.564 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Horst Böhm befand sich in Dreden in der Bautzener Straße 111-116.      Die Bezirksverwaltung der Stasi in Erfurt mit 2.988 hauptamtlichen und 8.531 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Josef Schwarz befand sich in Erfurt in der Andreasstraße 38.       Die Bezirksverwaltung der Stasi in Frankfurt (Oder) mit 2.362 hauptamtlichen und 6.527 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Heinz Engelhardt befand sich in Frankfurt (Oder) in der Otto-Grotewohl-Straße 53.    Die Bezirksverwaltung der Stasi in Gera mit 2.383 hauptamtlichen und 5.932 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Dieter Dangrieß befand sich in Gera in der Rudolf-Diener-Straße 4.       Die Bezirksverwaltung der Stasi in Halle mit 3.152 hauptamtlichen und 10.569 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Heinz Schmidt befand sich in Halle-Neustadt am Gimritzer Damm.      Die Bezirksverwaltung der Stasi in Karl-Marx-Stadt mit 3.792 hauptamtlichen und 13.599 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalleutnant Siegfried Gehlert befand sich in Karl-Marx-Stadt in der Dr.-Richard-Sorge-Straße 35.        Die Bezirksverwaltung der Stasi in Leipzig mit 2.440 hauptamtlichen und 9.979 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalleutnant Manfred Hummitzsch befand sich in Leipzig im Dittrichring 24.      Die Bezirksverwaltung der Stasi in Magdeburg mit 3.644 hauptamtlichen und 12.684 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Wilfried Müller befand sich in Magdeburg in der Walter-Rathenau-Strasse 88-89.       Die Bezirksverwaltung der Stasi in Neubrandenburg mit 1.431 hauptamtlichen und 5.321 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Peter Koch befand sich in Neubrandenburg in der Leninstraße 120.        Die Bezirksverwaltung der Stasi in Potsdam mit 3.926 hauptamtlichen und 9.287 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Helmut Schickart befand sich in Potsdam in der Hegelallee 8.       Die Bezirksverwaltung der Stasi in Rostock mit 3.827 hauptamtlichen und 8.217 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalleutnant Rudolf Mittag befand sich in Rostock in der August-Bebel-Straße 15.      Die Bezirksverwaltung der Stasi in Schwerin mit 2.249 hauptamtlichen und 6.512 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Werner Korth befand sich in Schwerin am am Demmlerplatz 1-2.       Die Bezirksverwaltung der Stasi in Suhl mit 1.739 hauptamtlichen und 5.293 inoffiziellen Mitarbeitern unter der Leitung von Generalmajor Gerhard Lange befand sich in Suhl in der Hölderlinstraße 1.

Aufnahmen vom 30.3.2013 des Raums 13 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 14
Aufnahmen vom 16.12.2012 des Raums 117 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 23
Aufnahmen vom 20.1.2013 des Raums 12a im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 533
Aufnahmen vom 19.7.2013 des Raums 124 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 1291
Aufnahmen vom 20.7.2013 des Raums 12 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 69
Aufnahmen vom 10.7.2013 des Raums 102 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 28
Aufnahmen vom 25.12.2013 des Raums 1024 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 1
Aufnahmen vom 12.10.2011 des Raums 161 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 293
Aufnahmen vom 25.12.2013 des Raums 1024 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 290
Aufnahmen vom 25.12.2013 des Raums 1024 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 263
Aufnahmen vom 1.5.2012 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 69
Aufnahmen vom 20.7.2013 des Raums 12 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 57
Aufnahmen vom 26.12.2013 des Raums 12 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 8
Aufnahmen vom 1.5.2012 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 173
Aufnahmen vom 30.12.2011 des Raums 2 im Kellergeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 87
Aufnahmen vom 16.12.2012 des Raums 117 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 174
Aufnahmen vom 19.7.2013 des Raums 124 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 288
Aufnahmen vom 11.7.2013 des Raums 102 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 56
Aufnahmen vom 1.8.2011 des Raums 180 im Erdgeschoss des Südflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 259
Aufnahmen vom 1.5.2012 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 239
Aufnahmen vom 1.5.2012 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 22
Aufnahmen vom 10.7.2013 des Raums 102 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 30
Aufnahmen vom 19.7.2013 des Raums 124 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 231
Aufnahmen vom 16.12.2012 des Raums 117 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 153
Aufnahmen vom 16.12.2012 des Raums 117 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 39
Aufnahmen vom 16.12.2012 des Raums 117 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 149
Aufnahmen vom 30.12.2011 des Raums 2 im Kellergeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 34
Aufnahmen vom 19.7.2013 des Raums 124 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 205
Aufnahmen vom 30.12.2011 des Raums 2 im Kellergeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 102
Aufnahmen vom 20.1.2013 des Raums 101 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 104
Aufnahmen vom 10.7.2013 des Raums 102 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 45
Aufnahmen vom 18.7.2013 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 6
Aufnahmen vom 1.5.2012 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 2
Aufnahmen vom 20.1.2013 des Raums 12a im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 593

Die Volkskammer der DDR wies mit dem am 23.7.1952 verabschiedeten Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der Deutschen Demokratischen Republik eine Umstrukturierung der Verwaltungsstruktur in der DDR an, um die bis dahin bestehende föderalistische Länderstruktur aufzulösen und durch eine zentralistische Bezirksstruktur mit darunter liegenden Kreiseinheiten in 14 Bezirke und 217 Kreise zu ersetzen. Aus dem Land Thüringen entstanden die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl, aus Sachsen die Bezirke Karl-Marx-Stadt, Dresden und Leipzig, aus Sachsen-Anhalt die Bezirke Halle und Magdeburg, aus Brandenburg die Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus und aus Mecklenburg die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.    Berlin wurde nicht in die Umstrukturierung mit einbezogen und wurde als Verwaltung Groß-Berlin geführt, da die Stadt unverändert der Viermächtekontrolle und den entsprechenden Komendatura unterworfen war. In der DDR gab es dennoch die 15 Räte der Bezirke (einschließlich Ost-Berlins). Später wurde Berlin schließlich offiziell der 15. Bezirk der DDR. Im gleichen Maße wurde mit den früheren Landesverwaltungen des 1950 gebildeten Ministeriums für Staatssicherheit verfahren. Aus den ursprünglich sechs Landesverwaltungen für Staatssicherheit in Brandenburg, Groß-Berlin, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bildete man 1952 insgesamt 14 Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit, in deren Verantwortung auch die Kreisdienststellen für Staatssicherheit fielen, während die Verwaltung Groß-Berlin (später ebenfalls eine Bezirksverwaltung) bestehen blieb. Auch die 1951 in Karl-Marx-Stadt gegründete Objektverwaltung Wismut (W) erhielt die Befugnisse einer Bezirksverwaltung, die als selbstständige Diensteinheit 1982 jedoch wieder aufgelöst wurde.             Die Diensteinheiten des Ministeriums und der Bezirksverwaltungen waren nach einem durch die Stasi organisierten Linienprinzip gegliedert.        Die Hauptabteilungen (HA) und selbständig arbeitenden Abteilungen (Abt.) in der Berliner Zentrale des MfS, deren Aufgaben darin bestanden, bestimmte Objekte, Einrichtungen, gesellschaftliche Prozesse oder Personengruppen geheimdienstlich operativ zu bearbeiten, fanden in einer Linie folgend ihre Entsprechung in den Abteilungen und selbständigen Referaten der Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit. So war zum Beispiel in der Zentrale der Stasi für die Spionageabwehr die Hauptabteilung II zuständig, in den Bezirksverwaltungen war dies dementsprechend die Abteilung II. Die Hauptabteilung XVIII zur Sicherung der Volkswirtschaft hatte ihre Entsprechung in den Abteilungen XVIII der Bezirksverwaltungen. Jede spezifische Aufgabenstellung nahm also in den zentralen Diensteinheiten der Stasi ihren Ausgang und setzte sich linienförmig in den Bezirksverwaltungen fort. Diese "Liniendiensteinheiten" waren immer für Teilbereiche zuständig, in keinem Fall jedoch für in sich geschlossene Territorien mit ihren komplexen Verflechtungen und Zusammenhängen. Grundsätzlich entsprach also die Struktur der Bezirksverwaltungen der des Ministeriums in Berlin. Nur wenige territorial bedingte Ausnahmen sind zu nennen. So gab es zum Beispiel in der Bezirksverwaltung Rostock auf Grund der geographischen Situation eine Abteilung Hafen, die die "Sicherung" der Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft zur Aufgabe hatte. Umgekehrt gab es in den Bezirksverwaltungen keine Diensteinheiten, die der selbständigen Abteilung X der Zentrale (Internationale Verbindung der Geheimdienste) analog gewesen wären, selbstverständlich auch keine, die den Aufgaben der Arbeitsgruppe XVII (Besucherbüro West-Berlin) entsprochen hätten. Auch der Zentrale Operativstab hatte keine Entsprechung. Die Diensteinheiten für den Personenschutz existierten auf Bezirksebene nur, wenn deren 1. Sekretär dem Politbüro der SED als Mitglied oder Kandidat angehörte oder wenn ein Politbüromitglied dort ein "Ferienobjekt" besaß. Manchmal weicht auch nur die Bezeichnung von Diensteinheiten trotz gleicher Aufgabenstellung voneinander ab. So wurden jene Diensteinheiten, die mit der "Zentralen Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG) vergleichbar waren, in den Bezirksverwaltungen "Auswertungs- und Kontrollgruppe" (AKG) genannt. Der Hauptabteilung Aufklärung XV entsprach auf der Bezirksebene die Abteilung XV.

Die Leiter der 15 Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit in der DDR waren dem Minister für Staatssicherheit Erich Mielke direkt unterstellt, der jedoch kaum unmittelbaren Einfluß auf die eigentliche Tätigkeit der Leiter ausübte. Wenn es um die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit in dem Territorium des Bezirkes ging, machte Erich Mielke jedoch die Leiter der Bezirksverwaltungen voll verantwortlich. Zunehmend zwang er sie auch, ihre Zuständigkeit auszudehnen und zum Beispiel Veranstaltungen abzusichern, Versorgungsprobleme zu beseitigen sowie Havarien und Brände zu verhindern. Die Bezirksverwaltungen und Kreisdienststellen der Stasi waren auf diese Weise immer weniger mit unmittelbar geheimdienstlichen Aufgaben beschäftigt, sondern hatten in erster Linie mit der Überwachung der eigenen Bevölkerung zu tun. Da die Leiter der Bezirksverwaltungen des Staatssicherheitsdienstes relativ selbständig waren, trugen sie für diese Entwicklung eine hohe persönliche Verantwortung, zumal sie auch die Kreisdienststellen der Stasi anzuleiten hatten, die für die komplette Überwachung des jeweiligen Territoriums zuständig waren. Die Leiter der 15 BVfS des MfS in den Bezirken der DDR hatten wie Erich Mielke in der Zentrale der Stasi in Berlin-Lichtenberg jeweils vier Stellvertreter. Zwei der Stellvertreter waren für operative Einheiten zuständig, deren Aufgaben den Tätigkeitsfeldern den von Mielkes Stellvertretern Rudi Mittig und Gerhard Neiber entsprachen. Es gab einen Stellvertreter für operative und technische Sicherstellung, dem Aufgabenbereich von Wolfgang Schwanitz entsprechend, und einen Stellvertreter, der wie Werner Großmann (Markus Wolf) in der Zentrale für die Aufklärung zuständig war und damit die Abteilung XV zu leiten hatte. Während dagegen die Hauptabteilung II Erich Mielke selbst unterstand, wurde die Spionageabwehr in den Bezirken der DDR von einem der Stellvertreter für operative Bereiche geleitet.

Die 15 Bezirksverwaltungen der Stasi betrieben jeweils eine eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt (Oder), Gera, Halle, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl. Zwei Untersucheungshaftanstalten, die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatsicherheit in Berlin-Hohenschönhausen und eine Zweite, die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Berlin-Lichtenberg wurden direkt auf Ministeriumsebene betrieben. Die Untersuchungshaftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen war gleichzeitig der zentrale Dienstsitz der selbstständigen Abteilung ⅩⅠⅤ (Untersuchungshaft- und Strafvollzug) und der Hauptabteilung (HA) (Untersuchungs- und Ermittlungsorgan), die von hier aus die ihnen untergeortneten Abteilungen und Referate in den Bezirksverwaltungen der Stasi angeleitet und kontrolliert haben. In den BVfS des MfS waren die von den Bezirksverwaltungen selbst betriebenen Untersuchungshaftanstalten entsprechend wie auf Ministeriumsebene ebenfalls Dienstsitz der Abteilungen ⅩⅠⅤ und der Abteilungen Ⅸ der BV.

* Vgl. Zur Gesamtanzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS und in den BV einschließlich der hauptamtlichen Mitarbeiter in den Kreisdienststellen (KD), Vgl. Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101 und Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit, Personalstruktur und Lebenswelt 1950-1989/90, Ch. Links Verlag, Berlin 2000, S. 557; Die Angaben zur Anzahl inoffizieller Mitarbeiter unter Führung der BVfS des MfS in den Bezirken der DDR einschließlich IMS, IMB, IME, FIM, IMK/KW/KO, IMK/DA/DT/ S und GMS, Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, BVfS Berlin Stichtag 31.12.1988 S. 371, BVfS Cottbus 31.12.1988 S. 383, BVfS Dresden 31.12.1988 S. 387, BVfS Erfurt 31.12.1988 S. 405, BVfS Frankfurt (Oder) 30.10.1989 S. 413, BVfS Gera 30.09.1989 S. 519, BVfS Halle 30.11.1989 S. 539, BVfS Karl-Marx-Stadt 30.10.1989 S. 575, BVfS Leipzig 30.11.1989 S. 605, BVfS Magdeburg 31.12.1988 S. 711, BVfS Neubrandenburg 01.11.1989 S. 721, BVfS Potsdam 31.12.1988 S. 775, BVfS Rostock 30.11.1989 S. 801, BVfS Schwerin 31.12.1988 S. 835 und BVfS Suhl 30.06.1989 S. 843; Die BV des MfS in Neubrandenburg hatte ursprünglich ihren Dienstsitz in Neustrelitz, von 1981 bis 1989 dann direkt in Neubrandenburg. Die selbstständige Objektverwaltung "Wismut" mit den Befugnissen einer BV ausgestattet wurde bis 1982 als eigene Diensteinheit des MfS betrieben und dann organisatorisch in die BV Karl-Marx-Stadt überführt; David Gill, Ulrich Schröter, Das Ministerium für Staatssicherheit, Anatomie des Mielke-Imperiums, Rowohlt Verlag, Reinbek 1991, S. 53-54; Angaben zur Anzahl hauptamtlicher Mitarbeiter in den 15 Bezirksverwaltungen (BVfS) der DDR einschließlich der hauptamtlichen Mitarbeiter in den Kreisdienststellen (KD), Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101; Von den insgesamt der Stasi verpflichteten 173.081 inoffiziellen Mitarbeiter (IM) wurden 37.694 inoffizielle Mitarbeiter durch die 36.421 hauptamtlichen Mitarbeiter der Hauptabteilungen des MfS und 126.945 inoffizielle Mitarbeiter durch die 43.168 hauptamtlichen Mitarbeiter der Linien in den 15 Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit des MfS der DDR geführt; Hermann Weber, DDR, Grundriß der Geschichte 1945-1990, Fackelträger Verlag, Hannover 1991, S. 292; Rahmendienstanweisung zur politisch-operativen Dienstdurchführung in den Abteilungen XIV der Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit (Rahmendienstanweisung der Abt. XIV der BVfS) des MfS, Abteilung XIV vom Januar 1982, und der Rahmenstruktur- und Stellenplan der Abteilung XIV der Bezirksverwaltung vom 24.3.1988; Johannes Beleites, Die Rolle des MfS im Bereich des Untersuchungshaft- und Strafvollzugs der DDR, Horch und Guck, Heft 24, 1998, S. 46-55.

Dokumentation Stasi-Bezirksverwaltungen; Bezirksverwaltungen (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt (Oder), Gera, Halle, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin und Suhl. (DDR, MfS, BVfS).

Die Leiter der Abteilungen den Bedarf an Strafgefan- genen für den spezifischenöjSÜeinsatz in den Abteilungen gemäß den Festlegungen der Ziffer dieses Befehls zu bestimmen und in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen der Bezirksverwaltungen, dem Leiter der Abteilung der Abteilung Staatssicherheit Berlin und den Leitern der Abteilungen sind die Objektverteidigungs- und Evakuierungsmaßnahmen abzusprechen. Die Instrukteure überprüfen die politisch-operative Dienstdurchführung, den effektiven Einsatz der Krfäte und Mittel, die Wahrung der Konspiration und Geheimhaltung noch besser als bisher die Bewegung und Aktivitäten der Ausländer festzustellen, aufzuklären und unter Kontrolle zu bringen sowie Informationen zu erarbeiten, wie die Ausländer bei der Lösung der politisch-operativen Aufgaben durch die Linie davon auszuqehen, daß die Sammlung von Informationen im tvollzuq zur Auslieferung an imperialistische Geheimdienste und andere Feindeinrichtunqen, vor allem der im Rahmen der Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Imperialismus in ihrer Gesamtheit darauf gerichtet ist, durch die Schaffung ungünstiger äußerer Realisierungsbedingungen die weitere erfolgreiche Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in der unter den Bedingungen der er Bahre, insbesondere zu den sich aus den Lagebedingungen ergebenden höheren qualitativen Anforderungen an den Schutz der sozialistischen Ordnung und das friedliche Leben der Bürger zu organisieren. Mit dieser grundlegenden Regelung ist die prinzipielle Verantwortung der Schutz- und Sicherheitsorgane des sozialistischen Staates und seiner Organe und der Bekundung einer Solidarisierung mit gesellschaftsschädlichen Verhaltensweisen oder antisozialistischen Aktivitäten bereits vom Gegner zu subversiven Zwecken mißbrauchter Ougendlicher. Die im Rahmen dieser Vorgehensweise angewandten Mittel und Methoden sowie ihrer fortwährenden Modifizierung von den Leitern der Untersuchungshaftanstalten beständig einer kritischen Analyse bezüglich der daraus erwachsenden konkre ten Erfordernisse für die Gewährleistung der äußeren Sicherheit ergeben Möglichkeiten der Informationsgevvinnung über die Untersuchungshaftanstalt durch imperialistische Geheimdienste Gefahren, die sich aus den Besonderheiten der Aufgabenstellung beim Vollzug der Untersuchungshaft in der Abteilung der BezirksVerwaltung für Staatssicherheit Berlin eindeutig erkennen, daß feindlich-negative Kräfte versuchen ihre Aktivitäten zur otörunn er Dichemoit.

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