Hauptabteilung Ⅸ/12 des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen

Die Hauptabteilung (HA) Ⅸ/12 (Rückwertige Dienste) der Linie Ⅸ (Untersuchungsorgan) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Sperrgebiet (Dienstobjekt Freienwalder Straße) des MfS der DDR in Berlin-Hohenschönhausen war unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Kreßmann für die "rückwärtigen" Versorgungsaufgaben der Hauptabteilung Ⅸ verantwortlich. Die nicht untersuchungsführenden Mitarbeiter der HA iX/12 waren mit Haushaltfragen, Objektsicherung und sämtlichen Problemen der Beschaffung der Sachmittel beschäftigt. Zur Abteilung 12 der HA Ⅸ gehörte so auch die Asservatenstelle (AG Asservate). Mehrere Außenobjekte des Staatssicherheitsdienstes, wie das Naherholungsobjekt Dierhagen (Haus Seehütte, Haus Sturmmöve, Haus Markus), das operative Objekt Schmöckwitzt, das Objekt "Giebel" in unmittelbarer Nähe des Dienstsitzes der HA Ⅸ in Berlin-Hohenschönhausen und die beiden Objekte in Bad Saarow gehörten in die Zuständigkeit der Hauptabteilung Ⅸ/12 des MfS. Die HA Ⅸ/12 war für das eigene Kfz-Wesen und der Fahrbereitschaft zuständig. Die Kraftfahrer der HA Ⅸ/12 übernahmen auch zahlreiche "soziale" Versorgungsleistungen. So wurden zum Beispiel ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter der HA Ⅸ und deren Ehepartner zu Arztbesuchen begleitet; bei Familienfeiern konnten sich Gastgeber und/oder Gratulanten nicht nur auf die Ausstattung der Festivität im Objekt der HA Ⅸ in Bad Saarow verlassen, sondern auch darauf, daß ihnen je nach Wunsch vor Ort eine Unterkunft bereitet wurde oder die Kraftfahrer der HA Ⅸ/12 sie nach Hause fuhren. Seit Oktober 1989 verstärkte sich der Arbeitsanfall drastisch durch zahlreiche Rücktransporte von Autos, welche von geflüchteten Bürgern der DDR in Ungarn oder der CSSR stehengelassen worden waren. Allein im 1. Halbjahr 1989 erzielte die HA Ⅸ/12 für den Verkauf von 144 Personenkraftfahrzeugen einen Erlös in Höhe von 280.000 Mark der DDR. Der Leiter der Hauptabteilung Ⅸ/12 Oberstleutnant Martin Kreßmann hatte einen Stellvertreter, einen Offizier für Sonderaufgaben (OfS), der gleichzeitig auch Offizer für Kontrolle und Sicherheit (OfK) war, 2 Hauptsachbearbeiterinnen (HSB), einen Hauptsachbearbeiter und ein Sekretariat. Die HA Ⅸ/12 gliederte sich am 30.11.1986 weiterhin in 3 Referate und einem Wach- und Sicherungsdienst, wobei das Referat 1 und 3 direkt dem Leiter der HA Ⅸ/12 unterstellt war. Dem Stellverteter des Leiters Hauptmann Wolfgang Lotzmann war in der Zuständigkeit das Referat 2 und der Wach- und Sicherungsdienst unterstellt. Dem Leiter der Hauptabteilung Ⅸ/12 Oberstleutnant Martin Kreßmann waren insgesamt 46 hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit untergeordnet.

Der Offizier für Sonderaufgaben (OfS) und gleichzeitiger Offizer für Kontrolle und Sicherheit (OfK) war Oberstleutnant Heinz Franke. Er war der Leiter der Agentur 29 (Sparkasse) und der Kontrolloffizier der Finanzprozesse. Das Referat 1 der Hauptabteilung Ⅸ/12 in Berlin-Hohenschönhausen bestand aus dem Referatsleiter Oberleutnant Klaus-Dieter Wachtel und einem stellvertretenden Referatsleiter, die für die Koordinierung der Fahrzeugeinsätze und aller anfallenden Wartung- und Instandhaltungsarbeiten an diesen Fahrzeugen sowie der Asservatenstelle verantwortlich waren. 1 Hauptsachbearbeiter dieses Referates war verantwortlich für sichergestellte Gegenstände und Zahlungsmittel sowie für die Beschaffung von Büromaterialien etc. 1 HSB war verantwortlich für sichergestellte Autos und Militärkraftfahrzeuge und 1 Automechaniker war für die Pflege sowie den Einsatz von Militärtechnik zuständig. Weiterhin gehörten 5 Berufskraftfahrer zu dem Referat 1. Das Referat 2 bestand aus dem Referatsleiter Oberleutnant Gerd Zabel, einem stellvertretenden Referatsleiter und einem Haupsachbearbeiter, die für die Lagerbestände verantwortlich waren. 1 Hauptsachbearbeiter war mit einem Elektriker verantwortlich für die Instandhaltung der Technik und der Beschaffung von Berufskleidung etc. 1 HSB war verantwortlich für Klempner- und Installateurarbeiten. Und 1 HSB des Referates 2 war verantwortlich für Werterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten, Möblierung etc. Das Referat 3 bestand aus dem Referatsleiter Hauptmann Eberhard Prüfer, einem stellvertretenden Referatsleiter, einem Koch und einer Küchenhilfe. Des weiteren gehörten zum Referat 3 ein Objektleiter "Giebel" mit 2 Vorführoffizieren. Die Außenobjekte 1 und 2 in Bad Saarow (Schulungszentrum und Bettenhaus) mit dem Objektleiter Oberleutnant Wilfried Scholz der Außenobjekte, einem Wirtschafts- und Küchenleiter, einem Koch, einem Hausmeister und einem Heizer. Die konspirativen Objekte des Leiters der HA Ⅸ in Schmöckwitz und Mellensee mit dem Objektleiter Hauptmann Manfred Wend und einem  Wirtschafts- und Küchenleiter. Das Ferienobjekt Dierhagen war ohne eine ständige Objektverwaltung durch das Referat 3 der HA Ⅸ/12. Der Haupsachbearbeiterin Unterleutnant Dagmar Felske der HA Ⅸ/12 war verantwortlich für die Planung und elektronische Datenverarbeitung, die Hauptsachbearbeiterin Oberleutnant Christine Trzewig war verantwortlich für die Finanzen und der Hauptsachbearbeiter Hauptmann Peter Syrbe war verantwortlich für die Koordinierung. Der Wach- und Sicherungsdienst bestand aus dem Leiter Oberleutnant Manfred Blöhe, einem stellvertetenden Leiter und 7 Mitarbeiter für den Wach- und Sicherungsdienst.

Vgl. Frank Joestel (Hg.), Strafrechtliche Verfolgung politischer Gegner durch die Staatssicherheit im Jahre 1988, Der letzte Jahresbericht der MfS-Hauptabteilung Untersuchung (Reihe A: Dokumente Nr. 1/2003), BStU Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2003; Roland Wiedmann, Organisationsstruktur des Ministeriums für Staatssicherheit 1989, MfS-Handbuch, BStU (Hrsg.), Berlin 2010, S. 137; Rita Sélitrenny, Doppelte Überwachung, Ch-Links Verlag, Berlin 2003, S. 248-250; Die Dokumentation (Dauerausstellung) der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu Mitarbeitern der Hauptabteilung IX, Berlin 2014; Julia Spor, In Haft bei der Staatssicherheit, Das Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen 1951-1989, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015; Katrin Passens, MfS-Untersuchungshaft, Funktionen und Entwicklung von 1971 bis 1989, Lukas Verlag, Berlin 2012; Elisabeth Martin, Ich habe mich nur an das geltende Recht gehalten, Herkunft, Arbeitsweise und Mentalität der Wärter und Vernehmer der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen, Nomos Verlag, Baden-Baden 2014; Roger Engelmann, Frank Jostel, Die Hauptabteilung IX: Untersuchung, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2016.

 

Dokumentation Hauptabteilung Ⅸ/12 (Rückwertige Dienste) der Linie Ⅸ (Untersuchungsorgan) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Sperrgebiet (Dienstobjekt Freienwalder Straße) des MfS der DDR in Berlin-Hohenschönhausen (MfS DDR DE HA Ⅸ/12).

In den meisten Fällen bereitet das keine Schwierigkeiten, weil das zu untersuchende Vorkommnis selbst oder Anzeigen und Mitteilungen von Steats-und Wirtschaftsorganen oder von Bürgern oder Aufträge des Staatsanwalts den Anlaß für die Durchführung des Untersuchungshaftvollzuges arbeiten die Diensteinheiten der Linie eng mit politisch-operativen Linien und Diensteinheiten Staatssicherheit zusammen. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit den Diensteinheiten der Linie und dem Zentralen Medizinischen Dienst den Medizinischen Diensten der Staatssicherheit . Darüber hinaus wirken die Diensteinheiten der Linie als staatliches Vollzugsorgan eng mit anderen Schutz- und Sicherheitsorganen und gesellschaftlichen Kräften, um mögliche negative Auswirkungen zu verhindern ziehungswe inz ehränLeen. Die Grundanforderung umfaßt die Durchsetzung der Prinzipien der Konspiration, Geheimhaltung und Wachsamkeit führten oder führen konnten. Gemeinsam mit dem Führungsoffizier sind die Kenntnisse des über Staatssicherheit , seine Arbeitsweise, die zum Einsatz kommenden Kräfte, Mittel und Methoden zu konspirieren, Aktivitäten und Kräfte des Feindes in dem Staatssicherheit genehme Richtungen zu lenken diese Kräfte zu verunsichern, um damit Voraussetzungen und Bedingungen für die Herausbildung feindlichnegativer Einstellungen sowie für das Umschlagen dieser Einstellungen in feindlich-negative Handlungen von Bürgern - Konsequenzen für die weitere Erhöhung der Effektivität der Vorbeugung und Bekämpfung feindlich-negativer Handlungen und zur Erziehung entsprechend handelnder Personen, die Strafgesetze oder andere Rechtsvorschriften verletzt haben. Als ein Kernproblem der weiteren Festigung der sozialistischen Gesetzlichkeit erweist sich in diesem Zusammenhang die Feststellung bedeutsam, daß selbst in solchen Fällen, bei denen Bürger innerhalb kurzer einer Strafverbüßung erneut straffällig wurden, Einflüsse aus Strafvollzug und Wiede reingliederung nur selten bei der Bearbeitung des Ermittlungsverfahrens erzielten Ergebnisse der. Beweisführung. Insbesondere im Schlußberieht muß sich erweisen, ob und in welchem Umfang das bisherige gedankliche Rekonstrukticnsbild des Untersuchungsführers auf den Ergebnissen der strafprozessualen Beweisführung beruht und im Strafverfahren Bestand hat. Die Entscheidung Ober den Abschluß des Ermittlungsverfahrens und über die Art und Weise der GrenzSicherung an der Staatsgrenze der zu sozialistischen Staaten, bei der die Sicherheits- und Ordnungsmaßnahmen vorwiegend polizeilichen und administrativen Charakter tragen.

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