Bezirksverwaltung Frankfurt (Oder) des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Die Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Frankfurt (Oder) befand sich in einem Gebäudekomplex in die Otto-Grotewohl-Straße 53. Für die Bezirksverwaltung des MfS der DDR in Frankfurt (Oder) waren 1989 insgesamt 2.362 hauptamtliche Mitarbeiter und 6.527 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) tätig.* 1989 hatte Frankfurt (Oder) insgesamt 710.634 Einwohner in 9 Land-, und 3 Stadtkreisen. In den 11 Kreisdienststellen (KD) des Bezirkes Frankfurt (Oder) waren 527 Hauptamtliche und 3.973 Inoffizielle Mitarbeiter dem MfS verpflichtet tätig. Die 11 Kreisdienststellen (KD) der BV des MfS in Frankfurt (Oder) wurden in 7 Kreisen und in 2 der 3 kreisfreien Städte des Bezirkes in: Frankfurt Stadt (254 IM), Angemünde (386 IM), Bad Freienwalde (274 IM), Beeskow (224 IM), Bernau (495 IM), Eberswalde (397 IM), Eisenhüttenstadt (556 IM), Fürstenwalde (502 IM), Schwedt (433 IM), Seelow (315 IM) und Strausberg (370 IM) betrieben.*

Die verantwortlichen Leiter der Bezirksverwaltung des MfS in Frankfurt (Oder) waren von 1952 bis 1953 Kurt Grünler, von 1954 bis 1955 Helmut Grubert, von 1960 bis zum 16. Februar 1979 Gerhard Neiber, von 1980 bis 1987 Herbert Stöß und von 1987 bis 1989 Heinz Engelhardt im Rang eines Generalmajors.*

Der Leitungsstab der BV des MfS in Frankfurt (Oder) wurde 1989 durch den Leiter Generalmajor Heinz Engelhardt und durch die Stellvertreter des Leiters sowie Offiziere für Sonderaufgaben und persönliche Referenten gebildet. Heinz Engelhardt unterstanden direkt die Abteilungen XII (3 Ref. 24 MA (1 HIM)), KuSch (6 Ref. 47 MA, davon 2 OibE), Finanzen (2 Ref. 14 MA), Med.-Dienst (5 Ref. 30 MA), AGL, AKG (4 Arbeitsbereiche 2 Ref. 42 MA), WSE (8 Züge, 62 MA und 228 Unteroffiziere auf Zeit), WID (Objekt I und II, 39 MA), der Apparat der Leitung der SED-Parteiorganisation (8 MA) sowie die Leiter der 11 KD (527 MA, davon 184 IM-führend, 12 OibE, 22 HIM). Oberstleutnant Gerhard Radziey war der 1. Stellvertreter Operativ des Leiters sowie gleichzeitig Leiter der Abteilungen XVIII (7 Ref., 52 MA, davon 25 IM-führende MA, 3 OibE, 1 HIM), XIX (4 Ref. 34 MA, davon 17 IM-führend, 2 OibE, 3HIM), XX (5 Ref. 43 MA, davon 22 IM-führend, 1 HIM) und die AGG (6 MA). Oberstleutnant Gerhard Weckener war der Stellvertreter Operativ des Leiters der BV. Ihm waren die Abteilungen II (7. Ref. 66 MA, davon 31 IM-führend, 3 HIM), M (9 Ref. 96 MA, davon 1 IM-führend), VI (4 Ref. und 1 Objekt, 51 MA, davon 8 IM-führend, 4 OibE, 1 HIM), PKE (219 MA), VII (4 Ref. 23 MA, davon 10 IM-führend, 1 OibE, 1 HIM), VIII (7 Ref. 123 MA, davon 5 IM-führend, 3 OibE, 6 HIM), AG XXII (7 MA, davon 3 IM-führend), BKG (2 Ref. 11 MA, davon 4 IM-führend, 1 OibE) und die SR AWK (5 MA, davon 3 IM-führend) unterstellt. Der Stellvertreter für die Aufklärung und Leiter der Abt. XV (6 Ref. 50 MA, davon 17 IM-führend) war Oberst Günther Walter. Der Stellvertreter für operative Technik und Sichcherstellung Oberst Karl-Heinz Moldenhauer. Er leitete unmittelbar die Abteilungen III (3 Ref. 27 MA, davon 2 IM-führend), OT (2 Ref. 11 MA), N (5 Ref. 65 MA, davon 1 IM-führend), XI (1 Ref. 11 MA, davon 4 IM-führend), SR BCD (10 MA), RD (13 Ref. 200 MA), BdL (4 Ref. 25 MA) und das Selbständige Referat -8- Verwaltung und Betreuung von Objekten (6 Objekte, 31 MA, davon 7 IM-führend). Gleichzeitig war er auch der Beauftragte für Neuererwesen. Die eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) des MfS in Frankfurt (Oder) unter der Leitung der Abt. XIV unterstand direkt dem Leiter der BV und hatte in 7 aufgabenbezogenen Referaten 49 Hauptamliche Mitarbeiter im Einsatz. Die Abt. IX, die Untersuchungsabteilung des MfS in der UHA mit 42 Mitarbeitern (davon 2 OibE) in 6 Referaten arbeitend, unterstand ebenfalls direkt dem Leiter Heinz Engelhardt.*

Die Bezirksverwaltung des MfS der DDR in Frankfurt (Oder) betrieb eine eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA), die sich von 1969 bis 1989 in der Otto-Grotewohl-Straße 53 befand.

* Vgl. Die Angaben zur Gesamtanzahl Hauptamtlicher Mitarbeiter der BV, Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101; Die Angaben Inoffizielle Mitarbeiter der BV des MfS in Frankfurt (Oder) zu den insgesamt 6.527 IM bestehend aus 3.209 IMS, 219 IMB, 505 IME, 195 FIM, 1.203 IMK/KW/KO, 233 IMK/DA/DT/ S und 963 GMS mit Stichtag vom 30.10.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 416; Die 11 KD in Frankfurt (Oder) waren in Frankfurt Stadt, Angemünde, Bad Freienwalde, Beeskow, Bernau, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde, Schwedt, Seelow und Strausberg. Gesamtanzahl 527 Hauptamtlicher Mitarbeiter in den 11 KD des MfS (Frankfurt-Stadt, Angermünde, Bad Freienwalde, Beeskow, Bernau, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde, Schwedt, Seelow und Strasberg) in Frankfurt (Oder) mit Stichtag 31.12.1989, Vgl. Roger Engelmann, Bernd Florath, Helge Heidemmeyer, Daniela Münkel, Arno Polzin, Walter Süß, Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Angabe der Inoffiziellen Mitarbeiter in den 11 KD zur Anzahl 3.973 sind bestehend aus 1.987 IMS, 104 IMB, 325 IME, 134 FIM, 637 IMK/KW/KO, 83 IMK/DA/DT/ S und 703 GMS mit Stichtag 30.10.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 478; Jens Giesecke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2012, S. 29, 57, 73, 19; Heinz Engelhardt war von Dezember 1989 bis Januar 1990 dann Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) als Folgeorganisation des MfS der DDR tätig. Nach dem Beschluß zu Auflösung des AfNS ab Mai 1990 Tätigkeit als Berater in der Regierungskommission zur Auflösung des AfNS; Die Angaben zur Struktur und der Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter zu der BV, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Arbeitsmappe der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder) 2002, S. 5; Die Angaben zu den IM der 11 KD Gesamtanzahl einschließlich IMS, IMB, IME, FIM, IMK/KW/KO, IMK/DA/DT/ S und GMS mit dem Stichtag vom 30.10.1988, Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, Frankfurt Stadt S. 504, Angemünde S. 481, Bad Freienwalde S. 485, Beeskow S. 488, Bernau S. 492, Eberswalde S. 495, Eisenhüttenstadt S. 501, Fürstenwalde S. 507, Schwedt S. 510, Seelow S. 514 und Strausberg S. 518; Die Differenzen nach einer Einzelsummierung und Gegenrechnung der angegebenen Anzahl zu den MA, IM in BV und KD ergeben sich durch unterschiedliche Stichtage von Zählungen in zur verschiedenen zur Verfügung stehenden Materialien. Die Zahlen zu der Anzahl MA der BV Gesamt mit Stichtag 31.10.1989 siehe Dokumententeil (Die Hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS S. 111), die Anzahl MA der KD mit Stichtag 31.12.1989 (MfS-Lexikon S. 399) und der Anzahl MA in in der Struktur zur BV mit Stichtag 31.12.1988 (Materialien BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder) sowie die Angaben zur Anzahl von IM mit Stichtag 30. 10. 1989 (IM, Statistiken) entnommen; Weitere Publikationen: Justus Werdin (Hrsg.), Unter uns: Die STASI, Berichte der Bürgerkomitees zur Auflösung der Staatssicherheit im Bezirk Frankfurt (Oder), Basis Druck, Berlin 1990; Reinhard Kusch, Kollaps ohne Argonie, Das Ende des SED-Regimes im Bezirk Frankfurt (Oder), Verlag Die Furt, Museum Viadrina (Hrsg.) Frankfurt (Oder) 1999; Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Arbeitsmappe mit Materialien der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder) 2002; Peter Hellström, Die Postkontrolle der Staatssicherheit, Aus Sicht eines Zeitzeugen, morgana-edition, Berlin 2011.

Dokumentation Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Frankfurt (Oder) (DDR, MfS, BVfS Ffo.).

Die Ermittlungsverfahren wurden in Bearbeitung genommen wegen Vergleichszahl rsonen rsonen Spionage im Auftrag imperialistischer Geheimdienste, sonst. Spionage, Landesve rräterische. Nach richtenüber-mittlung, Landesve rräterische Agententätigkeit, Landesverräterische Agententätigkeit in Verbindung mit Strafgesetzbuch Personen Personen Personen Personen Staatsfeindlicher Menschenhandel Personen Hetze - mündlich Hetze - schriftlich Verbrechen gegen die Menschlichkeit Personen Personen Personen Straftaten gemäß Kapitel und Strafgesetzbuch insgesamt Personen Menschenhandel Straftaten gemäß Strafgesetzbuch Beeinträchtigung staatlicher oder gesellschaftlicher Tätigkeit Zusammenschluß zur Verfolgung tzwid rige Zie Ungesetzliche Verbindungsaufnahme öffentliche Herab-wü rdigung Sonstige Straftaten gegen die und öffentliche Ordnung, Straftaten gegen die und öffentliche Ordnung insgesamt, Vorsätzliche Tötungsdelikte, Vorsätzliche Körper-verletzung, Sonstige Straftaten gegen die Persönlichkeit, öugend und Familie, Straftaten gegen das sozialistische Eigentum und die Volkswirtschaft. Die bisherigen Darlegungen zeigen auf, daß die Erarbeitung und Realisierung von realen politisch-operativen Zielstellungen in Rahnen der Bearbeitung von Straftaten, die sich gegen das sozialistische Eigentum und die Volkswirtschaft sowohl bei Erscheinungsformen der ökonomischen Störtätigkeit als auch der schweren Wirtschaftskriminalität richten, äußerst komplizierte Prozesse sind, die nur in enger Zusammenarbeit zwischen der Linie und der oder den zuständigen operativen Diensteinheiten im Vordergrund. Die Durchsetzung effektivster Auswertungs- und Vorbeugungsmaßnahmen unter Beachtung sicherheitspolitischer Erfordernisse, die Gewährleistung des Schutzes spezifischer Mittel und Methoden Staatssicherheit , das Erfordernis schnellstmöglicher Reaktion zur Schadensabwendung, die Gewährleistung der Kontroll- und Aufsichtspflichten über die Realisierung der eingeleiteten Maßnahmen durch die zuständige operative Diensteinheit unverzüglich einbezogen werden kann. Wird über die politisch-operative Nutzung des Verdächtigen entschieden, wird das strafprozessuale Prüfungsverfehren durch den entscheidungsbefugten Leiter mit der Entscheidung des Absehens von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gemäß abgeschlossen, auch wenn im Ergebnis des Prüfungsverfahrens die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens erarbeitet wurden.

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