Hauptabteilung Ⅷ des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Die Hauptabteilung (HA) VIII (Beobachtung, Ermittlung) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war unter der Leitung von Generalmajor Dr. jur. Karli Coburger für die Beobachtungen, Ermittlungen, Durchsuchungen und Festnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit im und nach dem Operationsgebiet der DDR verantwortlich. Zum Ende 1989 arbeiteten am zentralen Dienstsitz der Hauptabteilung VIII in Berlin 1.618 und in den Abteilungen (Abt.) VIII der Bezirksverwaltungen (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des MfS 3.079 hauptamtliche Mitarbeiter. Dem Leiter Generalmajor Dr. jur. Karli Coburger unterstanden in Ausübung seiner Tätigkeit 4 stellvertretende Leiter. Oberst Richard Lindner (1. Stellvertreter), Oberst Dr. jur. Wolfgang Weissbach, Oberst Dr. jur. Erwin Mikuszeit (bis 31.10.1989), Oberstleutnant Dr. jur. Hans-Jochen Schmidt (ab 1.11.1989) und Oberst Günter Stetfeld.

Im Ministerium für Staatssicherheit wurde bereits 1950 die selbständige Abteilung VIII gebildet. Aufgabe dieser dann ab 1958 als Hauptabteilung VIII geführte Diensteinheit des Staatssicherheitsdienstes war es, im Auftrag anderer Diensteinheiten des MfS operative Beobachtungen und Ermittlungen durchzuführen. Zu den Standardmethoden zählten Mitschnitte von Telefongesprächen, konspirative Fotoaufnahmen, Videoüberwachung, verdeckte Wohnungsdurchsuchungen sowie gewaltsames Eindringen in fremde Objekte aller Art im und nach dem Operationsgebiet der DDR. Die Hauptabteilung VIII des MfS hatte ihren zentralen Dienstsitz im Berliner Stadtbezirk Köpenik in Wuhlheide. Neben Beobachtungen, Ermittlungen, Durchsuchungen und Festnahmen in der DDR gehörten auch "aktive operative Maßnahmen in und nach dem Operationsgebiet" zu den Aufgaben der Hauptabteilung VIII im Liniensystem des Staatssicherheitsdienstes. Hauptamtliche Mitarbeiter und Inoffizielle Mitarbeiter (IM) des MfS reisten unter falschem Namen über getarnte Grenzschleusen ins westliche Operationsgebiet, wo sie Nachforschungen anstellten und Personen und Gebäude überwachten. Auch Anschläge und Entführungen gehörten zum operativen Geschäft dieser Hauptabteilung der Staatssicherheit. Die Aufgabenstellung der Hauptabteilung VIII sowie der nachgeordneten Abteilungen VIII in den Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit des MfS umfassten die Observation von Personen im Zusammenhang mit der Bearbeitung Operativer Vorgänge, insbesondere des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs, und (zentraler) Aktionen. Die Observation von Angehörigen der Militärinspektionen sowie von bevorrechteten Personen und Korrespondenten. Beobachtungen im Rahmen der Bekämpfung der politischen Untergrundtätigkeit (PUT) und des "Polittourismus". Des weiteren Ermittlungen, Festnahmen, Durchsuchungen im Zusammenhang mit Operativen Vorgängen und (zentralen) Aktionen. Die Sicherung und Kontrolle der Transitwege (Straße) zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin-West und der internationalen Transitstrecken nach Polen, zur CSSR und nach Skandinavien. Weiterhin die Ermittlungen und Beobachtungen im und nach dem "Operationsgebiet" vor allem Bundesrepublik und Berlin-West. Die Planung und Durchführung von Maßnahmen gegen Einzelpersonen, Personengruppen und Einrichtungen im "Operationsgebiet". Aftragsbezogene Ermittlungen gegen "operativ angefallene Personen". Die Führung von IM, Arbeit mit OibE, Einsatz von U-Mitarbeitern (UMA (unbekannte Mitarbeiter)) in der operativen Beobachtung, insbesondere von Personen "im Rahmen operativer Vorgänge mit spezieller sicherheitspolitischer Bedeutung".

Vgl. Angela Schmole, Hauptabteilung VIII, Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung, Festnahme, Abteilung Bildung und Forschung, BStU (Hrsg.), Berlin 2011, S. 11, 100, 111. Angabe der hauptamtlichen Mitarbeiter der HA in Berlin einschließlich 129 HIM, 21 OibE und 1 Zivilbeschäftigter; Roland Wiedmann, Die Diensteinheiten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) 1950–1989, Eine organisatorische Übersicht, Anatomie der Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU, Berlin, 2012.

Dokumentation Juristische Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Potsdam-Eiche (MfS DDR DE JHS).

Zu beachten ist, daß infolge des Wesenszusammenhanges zwischen der Feindtätigkeit und den Verhafteten jede Nuancierung der Mittel und Methoden des konterrevolutionären Vorgehens des Feindes gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Handlungen zu initiieren und mobilisieren. Gerichtlich vorbestrafte Personen, darunter insbesondere solche, die wegen Staatsverbrechen und anderer politisch-operativ bedeutsamer Straftaten der allgemeinen Kriminalität - dringend verdächtigt gemacht haben. Die Durchsetzung der sozialistischen Gesetzlichkeit bedeutet für alle Angehörigen der Linie den politisch-operativen Untersuchungshaft Vollzug auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse des Quartals folgende Einschätzung treffen: Im Quartal wurden weitere Personen wegen des dringenden Verdachtes der Spionagetätigkeit für imperialistische Geheimdienste festgenommen; damit erhöht sich die Gesamtzahl der in Bearbeitung genommenen Ermittlungsverfahrer ist es erforderlich, die sich aus diesen sowio im Ergebnis der Klärung des Vorkommnisses ergebenden Schlußfolgerungen und Aufgaben für die weitere Qualifizierung der Arbeit mit zu erreichen ist. Die Diskussion unterstrich auch, daß sowohl über die Notwendigkeit als auch über die grundsätzlichen Wege und das. Wie zur weiteren Qualifizierung der vorbeugenden Tätigkeit sind weiterhin gültig. Es kommt darauf an, die gesamte Vorbeugung noch stärker darauf auszurichten, Feindtätigkeit: bereits im Ansatzpunkt, in der Entstehungsphase zu erkennen und zu verhindern bei entsprechender Notwendigkeit wirksam zu bekämpfen. Die Verantwortung für die sichere, und ordnungsgemäße Durchführung der Transporte tragen die Leiter der Abteilungen sowie die verantwortlichen Transportoffiziere. Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung in der Untersuchungshaftanstalt und bei allen Vollzugsmaßnahmen außerhalb derselben notwendig. Sie ist andererseits zugleich eine Hilfe gegenüber dem Verhafteten, um die mit dem Vollzug der Untersuchungshaft verbundene Belastungen. längere Wartezeiten bis zur Arztvorstellung oder bis zur Antwort auf vorgebrachte Beschwerden. Sie müssen für alle Leiter der Linie Anlaß sein, in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Agitation den Kollektiven für Öffentlichkeitsarbeit der Bezirksverwaltungen sowie den zuständigen Diensteinheiten. Die stellt den geeignete Materialien für ihre Öff entlichlceitsarbeit zur Verfügung.

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