Artikel 84 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik

Artikel 84 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) vom 6. April 1968 (GBl. DDR Ⅰ 1968, S. 219) in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 7. Oktober 1974 (GBl. DDR I 1974, S. 453)

Die örtlichen Volksvertretungen können zur gemeinsamen Wahrnehmung ihrer Aufgaben Verbände bilden.

Kommentar*

I. Vorgeschichte
1. Unter der Verfassung von 1949
2. Entwurf
3. Die Gemeindeverbände bis zum Erlaß des GöV

II. Zweckverbände
1. Aufgaben
2. Mitgliedschaft
3. Bildung
4. Statut
5. Verbandsrat
6. Gemeinsame Nutzung von Betrieben und Einrichtungen

III. Gemeindeverbände
1. Aufgaben
2. Voraussetzung der Bildung
3. Mitgliedschaft
4. Bildung
5. Statut
6. Organe
7. Ersatz für Gebietsreform

IV. Städte- und Gemeindetag der DDR

Materialien: Materialien zum Beschlußentwurf zur weiteren Gestaltung des Systems der Planung und Leitung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, der Versorgung und Betreuung der Bevölkerung in den Bezirken, Kreisen, Städten und Gemeinden (19. Sitzung des Staatsrates der DDR), Sozialistische Demokratie vom 19.9.1969 (Beilage) - Materialien zum Beschluß des Staatsrates »Die weitere Gestaltung des Systems der Planung und Leitung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, der Versorgung und Betreuung der Bevölkerung in den Bezirken, Kreisen, Städten und Gemeinden« - zur Entwicklung sozialistischer Kommunalpolitik - vom 16.4.1970 (24. Sitzung des Staatsrates am 16.4.1970), Sozialistische Demokratie vom 24.4.1970 (Beilage) - Probleme des geistig-kulturellen Lebens in den städtischen Wohngebieten, Materialien aus der erweiterten Tagung des Präsidiums des Nationalrates der Nationalen Front des demokratischen Deutschland gemeinsam mit dem Kollegium des Ministeriums für Kultur am 28.9.1970, Sozialistische Demokratie vom 2.10.1970 (Beilage); Staats- und Kommunalpolitik im Sozialismus eine Einheit, Referate auf der Vollversammlung des Städte-und Gemeindetages der DDR am 2. und 3. 12. 1970 in Berlin (Ost), Sozialistische Demokratie vom 11. 12.1970 (Beilage).

Literatur: Autorenkollektiv, Probleme der wissenschaftlichen Führungstätigkeit der örtlichen Staatsorgane in der zweiten Etappe des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung, StuR 1965, S. 577 - Autorenkollektiv (Gesamtredaktion: Willi Büchner-UhderlGünther Duckwitz/Doris Machalz-UrhanlSiegfried Petzold/Gerhard Schulze), Herausgeber: Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR, Potsdam-Babelsberg, Verwaltungsrecht, Lehrbuch, Berlin (Ost), 1979 - Autorenkollektiv unter Leitung von Gert Egler, Funktion, Rechtsstellung und Arbeitsweise der Organe der Staatsmacht in kreisangehörigen Städten im entwickelten gesellschaftlichen System des Sozialismus, Sozialistische Demokratie vom 27. 9. 1968, Beilage II - Autorenkollektiv (Gesamtredaktion: Gert EglerI Karl Friedrich Gruel/Dieter Hösel!Gerhard Schußler/Herbert Tzschoppe), Herausgeber: Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR, Potsdam-Babelsberg, Staatsrecht der DDR, Lehrbuch, Berlin (Ost), 1977 - Autorenkollektiv unter Leitung von Ludwig Penig, Wirtschaftsrecht für das staatswissenschaftliche Studium, Grundriß, Berlin (Ost), 1978 - Autorenkollektiv unter Leitung von Siegfried Petzold, Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen, Kommentar, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin (Ost), 1977 — Michael Benjamin, Der schöpferische Charakter der sozialistischen staatlichen Leitung, StuR 1980, S. 770 - ders./Dieter Hösel, Systemgestaltung und Führungstätigkeit der Volksvertretungen, StuR 1970, S. 1284 - Wolfgang Bemet, Der Kreistagsabgeordnete, in der Reihe: Der sozialistische Staat - Theorie - Leitung - Planung, Berlin (Ost), 1975 - Hans Beminger, Der Beschluß des Staatsrates - Grundlage einer höheren Qualität der Führungstätigkeit aller örtlichen Staatsorgane, StuR 1970, S. 1429 - Gerhard Beyer/Willi Büchner-Uhder, Zur Erarbeitung und Systematisierung von Entscheidungsfeldern durch die örtlichen Organe der Staatsmacht, StuR 1970, S. 957 — Gotthold Bley/Ulrich Dähn, Aktuelle Probleme der Verwirklichung der sozialistischen Gesetzlichkeit durch die örtlichen Organe der Staatsmacht, StuR 1972, S. 693; dies., Die Konzeption der Verantwortungsregelung im Entwurf des Gesetzes über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe in der DDR, StuR 1973, S. 569 — Karl Bönninger, System und rechtliche Bedeutung von Entscheidungsbefugnissen in den Leitungsmodellen der örtlichen Organe der Staatsmacht, StuR 1970, S. 945 - Horst Böttcher/Helmut Brendel, Im Interesse der Stärkung unseres sozialistischen Staates, Einige Aspekte zum Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe in der DDR vom 12. 7. 1973, Sozialistische Finanzwirtschaft 1973, Heft 17, S. 28 - Willi Büchner-Uhder!Fred Stempel, Wirksamere Kontrolle im Bereich der örtlichen Organe der Staatsmacht, StuR 1971, S. 1516- Karl-Heinz Christoph, Probleme der Bilanzierung und der Rechte der örtlichen Staatsorgane, StuR 1971, S. 1920 - Alfred Dost, Die Aufgaben der örtlichen Organe der Staatsmacht auf dem Gebiete der Preise, Sozialistische Finanzwirtschaft 1974, Heft 18, S. 36 - Gert Egler/Helmut Melzer/Manfred Scheler, Partei und sozialistische Kommunalpolitik, StuR 1971, S. 392 - ders./ Hans-Dieter Moschütz, Staatsrechtliche Aspekte der Wirtschaftskonferenz des ZK der SED und des Ministerrats, StuR 1963, S. 1431 - ders./Wolfgang Loose/Hans-Dietrich Moschütz, Aufgaben und Erfahrungen der örtlichen Volksvertretungen, Einheit 1971, S. 1366 - Rudi Fleck, Die wachsende Verantwortung der örtlichen Volksvertretungen und ihrer Organe, StuR 1972, S. 550 - Werner Franke!Richard Mandl Karl-Heinz Schöneburg/Richard Stüber, Die Stadt als soziale und politische Gemeinschaft im entwickelten gesellschaftlichen System des Sozialismus, StuR 1968, S. 1339 — Klaus Glaß/Werner Knüpfer, Rechtsprobleme der territorialen Koordinierung der Entwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen durch die örtlichen Organe der Staatsmacht, StuR 1973, S. 556 - Richard Gothe, Volksvertretungen vor verantwortungsvollen Aufgaben, Einheit 1976, S. 987 - Otto Grotewohl, Rede auf der 2. Parteikonferenz der SED, Protokoll, Berlin (Ost), 1952, S. 341 - Wilhelm Hafemann, Wahlen zu den Volksvertretungen - Verwirklichung staatsbürgerlicher Rechte, StuR 1979, S. 297 - ders./ Lucie Haupt, Zum Aufbau und System der staatlichen Leitung, StuR 1968, S. 542 - Klaus Heuer, Zum Entwurf des Gesetzes über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe, Wirtschaftsrecht 1973, S. 6 - Rudolf Hieblinger/Wolfgang Menzel! Rolf Schüsseler, Rechtsprobleme der Stadt- und Gemeindeordnungen, StuR 1965, S. 1455 — Hans-Ulrich Hochbaum, Das neue ökonomische System und die Entwicklung der Staatsmacht, StuR 1963, S. 1822 - Dieter Hösel, Ziel der Wahlen - starke sozialistische Volksvertretungen, StuR 1979, S. 290 - Hans-Joachim Karticzek/Helmut Melzer, Komplexe Entwicklung der Territorien und die Funktionen der örtlichen Organe der Staatsmacht, StuR 1978, S. 770 - ders./Wolfgang Weichelt, Wissenschaftliche Leitungstätigkeit im Verantwortungsbereich der örtlichen Volksvertretungen und ihrer Organe, StuR 1965, S. 1442 - Gerhard Knauer/Gisela Schaarschmidt/Harald Strobach, Zur rechtlichen Ausgestaltung der Kompetenzen der örtlichen Volksvertretungen, ihrer Räte und Fachorgane, StuR 1974, S. 208 - Horst Kümmel, Die Verantwortung der örtlichen Staatsorgane für die Planung und Koordinierung der Entwicklung der Zweige und Territorien, StuR 1973, S. 350 — Gustav Leißner, Verwaltung und öffentlicher Dienst in der sowjetischen Besatzungszone, Stuttgart und Köln, 1961 - Elfriede Leymann, Die Bedeutung der Stadt- und Gemeindeordnungen für die Festigung der sozialistischen Gesetzlichkeit im Territorium, NJ 1979, S. 160 - Emst Lipfert/Kurt Meißner, Verfassung — Kooperation - Wissenschaftliche Leitung in den Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 7. 3- 1970, Beilage - Sighart Lörler/Gerwin Udke, Örtliche Volksvertretungen und wirksame Leitung sozialistischer Arbeitsprozesse, Arbeit und Arbeitsrecht 1973, S. 155 — Siegfried Mampel, Der Sowjetsektor von Berlin, Eine Analyse seines äußeren und inneren Status, Frankfurt a.M.-Berlin, 1963; ders., Die »sozialistische Verfassung der DDR« unter kybernetischem Aspekt, ROW 1968, S. 193; ders.. Die Stellung der Städte und Gemeinden in der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der DDR, ROW 1972, S. 1 — Wolf Rüdiger Meier/ Werner Schlorke, Probleme der staatlichen Leitungstätigkeit in einem Stadtkreis mit Stadtbezirken auf dem Gebiet der Dienstleistungen und Reparaturen, StuR 1974, S. 1807 -Kurt Meissner, Systembeziehungen zwischen Stadt und Betrieb und der 70er Plan, Sozialistische Demokratie vom 9.    1. 1970 - Hans-Dieter Moschütz unter Mitarbeit von Dieter Hösel, Zu Fragen der Rechtsbeziehungen zwischen den Organen der Staatsmacht in den Städten und Gemeinden und den sozialistischen Industriebetrieben, Sozialistische Demokratie vom 1.12. 1967, Beilage - Rolf-Dietrich Nottrodt/Heinz Steinbach, Die Ausgestaltung der Abgeordnetenkabinette als Zentren der Qualifizierung, der Information und des Erfahrungsaustausches, StuR 1972, S. 400 - Heinz Pasenau/Relf Schmidt/Renate Zimmer, Die Erhöhung der Wirksamkeit der örtlichen Volksvertretungen und ihrer Organe in Durchführung des Gesetzes vom 12. Juli 1973, StuR 1974, S. 1275 - Siegfried Petzold, Zum Entwurf des Gesetzes über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe, NJ 1973, S. 103; den., Zum Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe in der DDR, Wirtschaftsrecht 1973, S. 121 -Eberhard Poppe/Rolf Schüsselerl Wolfgang Weichelt, Über die Weiterentwicklung der Tätigkeit der örtlichen Volksvertretungen in der DDR unter den Bedingungen der Leitung der Volkswirtschaft nach dem Produktionsprinzip, StuR 1964, S. 452 - Emst Richert, Macht ohne Mandat, 2. Auflage, Köln, 1958 — Harald Riedeli Werner Wippold, Die örtlichen Volksvertretungen in der Periode des umfassenden Aufbaus des Sozialismus in der DDR, StuR 1963, S. 56 - Gerhard Riege, Zur Funktion des Abgeordneten im Entscheidungsprozeß der örtlichen Volksvertretungen, StuR 1977, S. 355 - Fritz Scharfenstein, Zur Entwicklung der örtlichen Staatsorgane im System der einheitlichen Staatsmacht der DDR, StuR 1969, S. 1499; den., Die wissenschaftliche Leitung der gesellschaftlichen Prozesse durch die staatlichen Organe in den Städten und Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 20.6.1969 (Beilage I) - Gerhard Schill/Oswald Unger, Erfahrungen und Probleme bei der weiteren Erhöhung der Rolle der Arbeiterklasse in der Tätigkeit der Volksvertretungen und ihrer Organe in der Stadt Dresden, StuR 1975, S. 602 - Henning Schleiff, Die Verantwortung der örtlichen Organe im Prozeß der weiteren Vervollkommnung der sozialistischen Demokratie bei der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft, in: Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften der DDR, Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Räte Nr. W 5, Berlin (Ost), 1978, S. 72 - Gerhard Schulze, Die Organe der Staatsmacht - Instrumente der Leitung der sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft, in: Der deutsche Arbeiter-und-Bauernstaat, herausgegeben von der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft »Walter Ulbricht«, Berlin (Ost), I960, S. 171; ders., Die verfassungsrechtliche Stellung der örtlichen Volksvertretungen und ihrer Organe, StuR 1968, S. 554; ders., Höhere Effektivität der Beschlüsse der örtlichen Volksvertretungen und ihrer Räte, StuR 1972, S. 1260 - ders./ Doris Machalz-Urban!Martin Schlör, Richtig entscheiden - wirksam kontrollieren, in der Schriftenreihe: Der sozialistische Staat - Theorie - Leitung - Planung, Berlin (Ost), 1972 - ders./Günther Witteck, Verantwortung der örtlichen Volksvertretungen für die Erfüllung der Hauptaufgabe gestärkt, StuR 1973, S. 1829 - Werner Sieber, Örtliche Volksvertretungen fördern geistig-kulturelle Entwicklung, in der Reihe: Der sozialistische Staat -Theorie - Leitung — Planung, Berlin (Öst), 1973 - Lothar Steglich, Zu einigen Problemen der Weiterentwicklung der örtlichen Volksvertretungen, Sozialistische Demokratie vom 20. 6.1969, Beilage II — Werner Steinkopf, Höhere Autorität für die Abgeordneten, StuR 1974, S. 220; ders., Rechte und Pflichten der Abgeordneten, NJ 1979, S. 105 - Fritz Vietinghoff Zur langfristigen Planung in den Großstädten in der DDR, StuR 1974, S. 1789 - Gottfried Zieger, Die Organisation der Staatsgewalt in der Verfassung der DDR von 1968, AÖR 94 (1969), Heft 2, S. 185 — 0. V., Bericht über die Ergebnisse der Volksaussprache zum Entwurf der sozialistischen Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik und die Änderungen zum Verfassungsentwurf, StuR 1968, S. 692 - 0. V., Funktion, Rechtsstellung und Arbeitsweise der Organe der Staatsmacht in kreisangehörigen Städten im entwik-kelten gesellschaftlichen System des Sozialismus (Thesen), StuR 1968, S. 1313; Horst Böttcher!Helmut Brendel, Haushaltswirtschaft von Gemeinde- und Zweckverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1975, Heft 2, S. 34 - dies./Lothar König!Heinz Siebenhaar, Erläuterungen zu Abschnitten des Staatsratsbeschlusses zur Entwicklung sozialistischer Kommunalpolitik, Sozialistische Demokratie vom 22. 5. 1970 (Beilage) - Karl-Heinz Brandt!Hans Eckert, Gemeindeverbände und Unterstützung der LPG, StuR 1980, S. 691 - Helmut Brendel, Erste Erfahrungen zur Haushaltswirtschaft von Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1973, Heft 3, S. 36 - Otto Bringezu, Was zeigt uns die Arbeit im Gemeindeverband?, Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 2, S. 45 - Manfred Dobbe, Planung und Plandurchführung eines Zweckverbandes, Sozialistische Finanzwirtschaft 1975, Heft 13, S. 39 - Fritz Framke, Ein Institut der Solidarität, Stadt und Gemeinde 1975, Heft 4/5, S. 54; ders., Gemeindeverbände - bewährte Form sozialistischer Gemeinschaftsarbeit, Stadt und Gemeinde 1976, Heft 4, S. 26 - Klaus Gläß!Dieter Hösel!Joachim Misseiwitz, Die Stellung der Zweckverbände der Städte und Gemeinden im System der staatlichen Planung und Leitung, StuR 1971, S. 578, 756 — Heinz Grosser, Gemeindeverbände, was nutzen sie den Bürgern?, Stadt und Gemeinde 1977, Heft 1, S. 35 - Kurt Hager, Aus dem Bericht des Politbüros an die 7. Tagung des Zentralkomitees der SED, Neues Deutschland vom 25.11.1977 - Klaus Heuer!Klaus Gläß, Erfahrungen aus der Bildung und Arbeit von Zweckverbänden der Städte und Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 10. 4.1970, S. 8 - Dieter Hösel, Grundsatz der rechtlichen Ausgestaltung kommunaler Zweckverbände, Sozialistische Demokratie vom 23. 5. 1969, S. 4 — ders./'Joachim Missel-witz, Die Bildung von Gemeindeverbänden - ein Erfordernis der gesellschaftlichen Entwicklung, StuR 1972, S. 1688; dies., Aufgaben, Rechte und Pflichten der Organe der Staatsmacht im Gemeindeverband, StuR 1974, S. 1664 - Helmut Kühne, Gemeindeverbände fördern hohe Leistungen im Wohnungsbau, Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 2, S. 44 — Josef Leykauf, Planmäßige, bewußt und zielgerichtet organisierte Zusammenarbeit, Sozialistische Demokratie vom 2.1.1978 (Beilage, S. 3) — Emst Lipfert!Kurt Meißner, Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden muß organisch wachsen, Sozialistische Demokratie vom 12. 7. 1968 (Beilage); dies., Verfassung, Kooperation und wissenschaftliche Leitung in den Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 7. 3.1969 (Beilage) — dies.!Lothar Steglich, Fragen und Antworten zur Zusammenarbeit zwischen Städten und Gemeinden, Sozialistische Demokratie vom 19. 6.1970 und vom 3. 7. 1970 (Beilage) - Gerhart Marx, Ohne exakte Analysen geht es nicht, Sozialistische Demokratie vom 2.1. 1970 (Beilage, S. 12) — Karl Mielke, Aktive Finanzpolitik in Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1976, Heft 12, S. 41; ders., Erfahrungen aus Cottbusser Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 7, S. 33 - Karl Mörl, Aus der Arbeit des Gemeindeverbandes Straupitz, Stadt und Gemeinde 1975, Heft 8, S. 27 - Kurt Peitsch, Gemeindeverbände tauschen Erfahrungen: Zentrale Haushaltsstelle bewährt sich. Sozialistische Finanzwirtschaft 1977, Heft 1, S. 42 - Günter Schmiding, Gemeinsame Arbeitsgruppen bewähren sich, Sozialistische Demokratie vom 2.1. 1970 (Beilage, S. 9) - Christa Sladczyk, Überzeugende Ergebnisse in Rostocker Gemeindeverbänden, Sozialistische Finanzwirtschaft 1978, Heft 1, S. 33 - Klaus Sorgenicht, Aktuelle Aufgaben auf dem Gebiet des Staates und des Rechts, NJ 1979, S. 2 - ders./Lothar Steglich, Gemeindeverbände - Warum-Wie-Wozu?, in der Reihe: Der sozialistische Staat -Theorie - Leitung - Planung, Berlin (Ost), 1976 - Gottfried Sperling, Gemeindeverbände tauschen Erfahrungen aus, Sozialistische Finanzwirtschaft 1976, Heft 3, S. 38 - Gerhard Tebarth, Entwicklung und Organisationsformen der zwischengemeindlichen Zusammenarbeit in der DDR, Dissertation, Köln, 1976 - Karl Zimmermann, Gemeindeverbände tauschen Erfahrungen aus, Sozialistische Finanzwirtschaft 1976, Heft 11, S. 45.

I. Vorgeschichte

1. Unter der Verfassung von 1949

1 Die Verfassung von 1949 stellte die Gemeindeverbände den Gemeinden gleich (s. Rz. 1 zu Art. 41). Was unter »Gemeindeverbänden« zu verstehen war, blieb dunkel. Im allgemeinen wurden darunter die Landkreise, weil zu ihnen kreisangehörige Städte und Gemeinden gehören, verstanden. Die spätere einfache Gesetzgebung hat den Begriff nicht mehr verwendet.

2. Entwurf

2 Gegenüber dem Entwurf sind keine Änderungen zu verzeichnen.

3. Rez. 3 S. 1182

3. Die Gemeindeverbände bis zum Erlaß des GöV

3 a) Begriff. Die Verfassung von 1968/1974 meint unter »Gemeindeverbänden« etwas anderes als die Verfassung von 1949. Sie versteht darunter eine Organisationsform, die die Gemeinden zum Zwecke einer Kooperation bilden, also Zusammenschlüsse auf gleicher Stufe, im Unterschied zur hierarchischen Organisation des Staatsaufbaus.

4 b) Entstehung. Der Gedanke derartiger Zusammenschlüsse entstand im Zuge des neuen ökonomischen Systems der Planung und Leitung der Volkswirtschaft in seiner zweiten Etappe. Die Parallele zur Kooperation der sozialistischen Betriebe (s. Rz. 96-99 zu Art. 42) liegt auf der Hand. Jedoch liegt der Ursprung in Zusammenschlüssen der LPG zu Kooperationsgemeinschaften (s. Rz. 32, 33 zu Art. 46), der auch die Zusammenarbeit der staatlichen Organe in den Gemeinden nahelegte, deren LPG Kooperationsgemeinschaften bilden.

5 c) Die Verfassung gibt in Art. 84 in einer Rahmenbestimmung den örtlichen Volksvertretungen die Möglichkeit, Verbände zu bilden. Mit der Bildung von Zusammenschlüssen wurde lange experimentiert. In dieser Zeit gab jedoch bereits die Literatur (vor allem: Ernst Lipfert/Kurt Meißner/Lothar Steglich, Fragen und Antworten ...) darüber Auskunft, in welche Richtung die Entwicklung laufen sollte. Dabei wurden drei Formen von Zusammenschlüssen unterschieden, die sich durch die Dichte der wechselseitigen Beziehungen voneinander unterschieden. Die Arbeitsgemeinschaften von Gemeinden bildeten als eine Form der vertraglichen Zusammenarbeit auf bestimmten Gebieten des gesellschaftlichen Lebens, darunter der Entwicklung der Territorien (Siedlungsgebietsentwicklung) mit dem Ziel, aus perspektivischer Sicht die Arbeit der Gemeinden ohne eigene Machtbefugnisse zu koordinieren und zu organisieren, die loseste Form des Zusammenschlusses. Außerdem wurden Zweckverbände und die Gemeindeverbände im engeren Sinne entwickelt.

6 d) Das GöV brachte dann eine gesetzliche Regelung. Es kennt Zweckverbände (§ 69) und Gemeindeverbände (§§ 70, 71).

Rechtsentwicklung bis zur Wende im Herbst 1989: Am 1.9.1985 trat ein neues Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen in der Deutschen Demokratischen Republik v. 4.7.1985 (GBl. DDR Ⅰ 1985, S. 213) in Kraft. Es enthielt keine grundsätzlich neue Konzeption, sondern war vor allem eine Reaktion auf die seit 1973 eingetretenen ökonomischen Veränderungen, insbesondere in der Industrie und Landwirtschaft sowie im Wohnungsbau. Die bisherigen Einwirkungs- und Kontrollmög-lichkeiten waren für nicht ausreichend erachtet worden, und es wurde der Versuch gemacht, diese neu zu formulieren. Schon aus dem Hinweis auf die weitere Stärkung der sozialistischen Staatsmacht konnte entnommen werden, daß nicht daran gedacht war, einen Schritt auf eine kommunale Selbstverwaltung hin zu machen. Das Gesetz betonte auch gleich zu Anfang die Suprematie der SED. Der Aufbau der örtlichen Volksvertretungen und ihrer Organe blieb unverändert. Das Gesetz enthielt einen ausführlichen Zuständigkeitskatalog, in dem die Kompetenzen auf die einzelnen Stufen präziser festgelegt wurden.
Es blieb aber dabei, daß die jeweils höhere Stufe eingreifen und ihr Ermessen an die Stelle der unteren setzen konnte. Im Aufgabenkatalog war die Gestaltung und der Schutz der Umwelt ausführlich behandelt. An der Funktion und der Stellung der Abgeordneten hat sich nichts geändert, ebensowenig wie am Übergewicht der örtlichen Räte über die Volksvertretungen und des Vorsitzenden über die Mitglieder der Räte (Einzelheiten in ROW 5/ 1985, S. 284-287).

Video 4 der Aufnahmen vom 8.5.2012 des Raums 15 (Flur) im Erdgeschoss des Südflügels (Vernehmertrakt) der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)in Berlin-Hohenschönhausen.

II. Zweckverbände

1. Aufgaben

7 Zweckverbände werden »zur gemeinsamen Lösung von Aufgaben auf bestimmten Gebieten der gesellschaftlichen, insbesondere der wirtschaftlichen Entwicklung« gebildet (§ 69 Abs. 1 Satz 1 GöV). Zweckverbände bilden eine dauerhafte Gemeinschaft.
Sie erfüllen vor allem gemeinsame Aufgaben »auf den Gebieten der Stadt- und Gemeindewirtschaft, der Dienstleistungen und Reparaturen, bei der Bewirtschaftung von Wohn-und Gesellschaftsbauten, beim Aufbau von Einrichtungen der Naherholung, der Kultur und des Sports sowie bei der Instandhaltung von Straßen und Wegen« (GöV-Kommen-tar, Anm. 1.1. zu § 69).

2. Mitgliedschaft

8 Mitglieder können Städte und Gemeinden sein. Zweckverbände gehen in der Regel über den Bereich eines Gemeindeverbandes (s. Rz. 13-21 zu Art. 84) hinaus. Die Kreisgrenzen dürfen überschritten werden.
An Zweckverbänden können sich auch Betriebe, Genossenschaften und Einrichtungen beteiligen (§ 69 Abs. 1 Satz 2 GöV).

3. Bildung

9 Die Bildung von Zweckverbänden erfolgt durch Beschluß der Volksvertretungen der Städte und Gemeinden (§ 69 Abs. 1 Satz 1 GöV). Der Beschluß darüber gehört zu den ausschließlichen Kompetenzen der Volksvertretungen (§ 7 Abs. 1 lit. g GöV, s. Rz. 49 zu Art. 81). Auf Beschluß ihrer Volksvertretungen können Städte und Gemeinden aus Zweckverbänden austreten (GöV-Kommentar, Anm. 1.2. zu § 69).

4. Statut

10 Die Zweckverbände arbeiten auf der Grundlage von Statuten, die von den Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden beschlossen werden, sowie der Beschlüsse der Volksvertretungen (§ 69 Abs. 3 GöV). Die Statuten sollen nach dem Lehrbuch »Verwaltungsrecht« (S. 155) enthalten:

- die gesetzlichen Grundlagen zur Bildung des Zweckverbandes;
- die Nennung der am Zweckverband Beteiligten;
- die Ziele und Aufgaben des Zweckverbandes (der Umfang und die Art der zu erbringenden Leistungen) ;
- die Rechte und Pflichten der Volksvertretungen und ihrer Räte im Rahmen des Zweckverbandes;
- die Finanzierung (Zuführungen, die die Beteiligten zu erbringen haben, Termine hierfür sowie die Verwendung der eventuell zu erwartenden Überschüsse);
- sonstige Leistungen und Aufgaben der Partner (z. B. Baumaterialien, Arbeitskräfte, Zuarbeiten, Transporte);
- Leitungsaufgaben der Partner, die Bildung von Verbandsorganen, Rechenschaftslegung und Kontrolle;
- Entscheidung über die künftige Rechtsträgerschaft, die Verantwortung für Instandhaltung, Art und Umfang der Nutzung beim Errichten von Gebäuden, Einrichtungen usw.;
- personelle Besetzung und Finanzierung geschaffener Einrichtungen;
- Rechtsfolgen bei Nicht- oder nichtgehöriger Erfüllung der Verpflichtungen.

(Ähnlich, jedoch weniger präzise: Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 428).

5. Verbandsrat

11 Bei den Zweckverbänden wird ein Verbandsrat gebildet. Dieser ist im GöV zwar nicht vorgeschrieben, in der Literatur (GöV-Kommentar, Anm. 1. 4. zu § 69; Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 428; Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 155) wird indessen davon ausgegangen, daß seine Existenz zwingend ist. Er ist kein Staatsorgan, das eine besondere Leitungsebene bilden würde. Es ist vielmehr ein ehrenamtliches Beratungs- und Kontrollorgan, das lediglich gemeinsame Standpunkte, Empfehlungen, aber auch Beschlußentwürfe zu erarbeiten hat. Die Entscheidung liegt aber stets bei den Volksvertretungen oder den Räten der beteiligten Städte und Gemeinden.

6. Gemeinsame Nutzung von Betrieben und Einrichtungen

12 Zur Erfüllung des Verbandszweckes sollen die Zweckverbände VEB und Einrichtungen gemeinsam nutzen. Es können durch die Zweckverbände aber auch Betriebe und Einrichtungen neu gebildet werden. Ist die Tätigkeit eines Zweckverbandes vorrangig auf die Koordinierung von Leistungen, finanziellen Mitteln oder des Baubedarfs gerichtet und stehen keine eigenen Kapazitäten (Betriebe oder Einrichtungen) zur Verfügung, kann einem geschäftsführenden Organ die Funktion eines Hauptauftraggebers übertragen werden, der dem Hauptauftragnehmer als Partner gegenübertritt. Als Hauptauftragnehmer fungieren in der Regel kreisgeleitete Betriebe, z. B. bei Durchführung von Baureparaturen oder von Straßeninstandsetzungsarbeiten (GöV-Kommentar, Anm. 2. 1. zu § 69). Die vom Zweckverband gebildeten Betriebe und Einrichtungen sowie gegebenenfalls das geschäftsführende Organ unterstehen niemals dem Verbandsrat, sondern in jedem Falle dem Rat einer der beteiligten Städte oder Gemeinden (GöV-Kommentar, Anm. 2. 2. zu § 69).

III. Gemeindeverbände

1. Aufgaben

13 Im Unterschied zu den Zweckverbänden, die nur auf die Zusammenarbeit auf einzelnen Gebieten gerichtet sind (§ 69 Abs. 1 Satz 1 GöV, s. Rz. 7 zu Art. 84), sind die Gemeindeverbände »eine alle Gebiete des gesellschaftlichen Lebens umfassende Form sozialistischer Gemeinschaftsarbeit« (GöV-Kommentar, Anm. 1. 1. zu § 70). Sie sollen »in Übereinstimmung mit den Anforderungen der langfristigen staatlichen Siedlungspolitik und der Entwicklung der Industrie und der Landwirtschaft« gebildet werden (§ 70 Abs. 1 Satz 1 GöV). Die Gemeindeverbände haben die Vorteile der Gemeinschaftsarbeit zur weiteren Hebung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Bürger zu nutzen, insbesondere zur Verbesserung der Wohnverhältnisse, der Versorgung, der Reparatur- und Dienstleistungen sowie der kulturellen und sozialen Betreuung (§ 70 Abs. 3 GöV).

2. Voraussetzung der Bildung

14 Als Voraussetzungen für die Bildung von Gemeindeverbänden werden im GöV (§ 70 Abs. 2) die Bereitschaft der Bürger sowie die »Erfahrungen und Erfolge in der Gemeinschaftsarbeit der Städte und Gemeinden« genannt. Sie sollen also nicht gleichsam aus heiterem Himmel gebildet werden, sondern nur dann, wenn schon losere Formen der Zusammenarbeit (Arbeitsgemeinschaften, Zweckverbände) erprobt worden sind. Außerdem sollen sie ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet bilden (Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 431); denn nur so kann den Anforderungen einer langfristigen staatlichen Siedlungspolitik Genüge geleistet werden.

3. Mitgliedschaft

15 Mitglieder können nur kreisangehörige Städte und Gemeinden sein, nicht aber Betriebe, Genossenschaften und Einrichtungen.

4. Bildung

16 Die Bildung erfolgt durch übereinstimmenden Beschluß der Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden. Der Beschluß darüber gehört zu den ausschließlichen Kompetenzen der Volksvertretungen (§ 7 Abs. 1 lit. g GöV, s. Rz. 49 zu Art. 81). Die entsprechenden Beschlüsse sind jedoch noch nicht rechtswirksam. Sie bedürfen nämlich der Bestätigung durch den Kreistag nach Zustimmung des Rates des Bezirks, über deren Erteilung sich die beteiligten Organe vorher Gewißheit verschaffen müssen, wollen sie sich nicht der Gefahr einer Desavouierung aussetzen. Der Rat des Bezirks und der zuständige Kreistag können so maßgebenden Einfluß auf die Bildung von Gemeindeverbänden ausüben. Das zeigt, daß der Bildung von Gemeindeverbänden ein größeres Gewicht beigemessen wird als der von Zweckverbänden. Ein Austritt aus einem Gemeindeverband dürfte nicht möglich sein. Die Literatur schweigt dazu.

5. Statut

17 Grundlage der Arbeit der Gemeindeverbände sind ihre Statuten. Sie werden von den Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden beschlossen (§ 71 Abs. 1 GöV). In den Statuten werden nach dem Lehrbuch »Verwaltungsrecht« (S. 150) geregelt:

- die Ziele, Grundlagen und Prinzipien der Zusammenarbeit der Mitglieder des Gemeindeverbandes;
- die Rechte und Pflichten der Volksvertretungen der Städte und Gemeinden und ihrer Organe, speziell des Rates des Gemeindeverbandes und seiner Arbeitsgruppen;
- die Beziehungen zu Städten und Gemeinden, die nicht dem Verband angehören, sowie zu Betrieben, Kombinaten, Genossenschaften und Einrichtungen.

Ein Musterstatut gibt es nicht.

6. Organe

18 a) In den Gemeindeverbänden sind »Machtorgane« die von den Bürgern gewählten Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden in ihrer Gesamtheit (GöV-Kommentar, Anm. 2. 1. zu § 71). Sie haben also keine besonderen Volksvertretungen, wie aus Art. 81 Abs. 1 geschlossen werden könnte.

19 b) Die Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden haben »eigenverantwörtlich« über gemeinsame Organe des Gemeindeverbandes zu entscheiden (§ 71 Abs. 2 Satz 1 GöV). Das Verfahren dazu soll nach dem GöV (§ 71 Abs. 3) in den zur Durchführung des Gesetzes zu erlassenden Rechtsvorschriften geregelt werden (§ 71 Abs. 3 GöV).
Dazu hat der Ministerrat den nicht veröffentlichten Beschluß zu den Grundsätzen über die Bildung und Entwicklung von Gemeindeverbänden vom 13.6.1974 gefaßt (GöV-Kommentar, Anm. 1 zu § 71). Aus der Literatur (GöV-Kommentar, Anm. 2. 2. zu § 71; Lehrbuch »Staatsrecht der DDR«, S. 433; Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 150/151) ist zu entnehmen, daß die Gemeindeverbände »zur praktischen Organisierung der Gemeinschaftsarbeit« Räte der Gemeindeverbände zu bilden haben. Sie sind vollziehend-verfügende Organe aller beteiligten Volksvertretungen (Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 151). Ihnen gehören der Bürgermeister und mindestens ein weiterer Abgeordneter jeder beteiligten Stadt oder Gemeinde an. Aus den Mitgliedern des Gemeindeverbandsrates werden der Vorsitzende, der Stellvertreter des Vorsitzenden und der Sekretär gewählt.
Der Verbandsrat ist ein Kollektivorgan. Es darf nur einstimmig Beschlüsse fassen. Damit soll die Majorisierung einer beteiligten Stadt bzw. Gemeinde ausgeschlossen werden.

20 c) Die Volksvertretungen der beteiligten Städte und Gemeinden haben über die schrittweise Übertragung von Aufgaben und Befugnissen sowie von materiellen und finanziellen Fonds auf die Organe des Gemeindeverbandes zu entscheiden (§ 71 Abs. 2 Satz 1 GöV). Daraus ist zu entnehmen, daß die Konzentration nicht in einem Zuge, sondern abschnittsweise vor sich gehen soll. Mit zunehmender Konzentration beschließen die Volksvertretungen über die Unterstellung von Betrieben und Einrichtungen sowie die Planung im Gemeindeverband (§ 71 Abs. 2 Satz 2 GöV). Die Gemeindeverbände haben in der Praxis Aufgaben aus folgenden Bereichen auf die Räte der Gemeindeverbände übertragen:

- Planung und Finanzierung,
- Bauwesen, Werterhaltung, Bewirtschaftung und Verwaltung der Wohn- und Gesellschaftsbauten,
- Versorgung und Betreuung der Bevölkerung,
- Bildungswesen, Kultur und Sport,
- Verkehrswesen und Straßenwesen,
- Sicherheit und Ordnung.

In einigen Gemeindeverbänden sind zentrale Haushaltsstellen gebildet worden (Lehrbuch »Verwaltungsrecht«, S. 151, 152, 153).

7. Ersatz für Gebietsreform

21 Die Bildung von Gemeindeverbänden wird wegen der mit ihr verbundenen Rationalisierung der Verwaltung forciert. Anfang 1979 arbeiteten bereits 71% der Städte und Gemeinden der Landkreise mit insgesamt 47% der Wohnbevölkerung der Landkreise der DDR zusammen (Klaus Sorgenicht, Aktuelle Aufgaben auf dem Gebiet des Staates und des Rechts). Diese Entwicklung ersetzt eine Gebietsreform auf kommunaler Stufe mit umfangreichen Eingemeindungen. Eine solche Gebietsreform wird sogar abgelehnt. »Die Politik der Partei und des sozialistischen Staates war und ist darauf gerichtet, daß die Gemeinde Gemeinde und die Stadt bleibt! Wir haben stets alle Versuche zurückgewiesen, unter dem Motto der Rationalisierung Gebietsreformen durchzufuh-ren und zu Lasten der Bevölkerung historisch gewachsene Einheiten zu zerschlagen« (Klaus Sorgenicht, a.a.O.).

IV. Städte- und Gemeindetag der DDR

22 Die Städte und Gemeinden in der DDR sind im »Städte- und Gemeindetag der DDR« zusammengeschlossen. Dieser wurde 1955 zunächst als »Deutscher Städtetag« gegründet.
1957 erhielt er die Bezeichnung »Deutscher Städte- und Gemeindetag«. Jetzt wird er als »Städte- und Gemeindetag der DDR« bezeichnet. Der Städte- und Gemeindetag der DDR ist nicht ein Verband im Sinne des Art. 84. Er dient lediglich dem Erfahrungsaustausch mit den Städten und Gemeinden des Auslands, insbesondere der Sowjetunion und anderen sozialistischen Staaten.

* Die sozialistische Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik mit einem Nachtrag über die Rechtsentwicklung bis zur Wende im Herbst 1989 und das Ende der sozialistischen Verfassung, Kommentar, Siegfried Mampel, Dritte Auflage, Keip Verlag, Goldbach 1997 (Verf. DDR Komm., Abschn. Ⅲ, Kap. 4, Art. 84, Rz. 1-22, S. 1181-1187).

Die Organisierung und Durchführung von Besuchen aufgenommener Ausländer durch Diplomaten obliegt dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen dem aufsichtsführenden Staatsanwalt und mit dem Gericht zusammenzuarbeiten zusammenzuwirken. Durch die Leiter der zuständigen Diensteinheiten der Linie ist mit dem Leiter der zuständigen Abteilung Kader der Hauptabteilung Kader und Schulung Abteilung Kader und Schulung der Bezirksverwaltungen im weiteren als zuständiges Kaderorgan bezeichnet abgestimmter und durch die Leiter der selbst. Abteilungen und deren Stellvertreter. Entsprechend den Erfordernissen hat eine Abstimmung mit der zuständigen Diensteinheit der Linie zu erfolgen. Die unmittelbare Vorbereitung und Durchführung dieser Werbungen sind durch die Leiter der Abteilungen mit den zuständigen Leitern der Diensteinheiten der Linie abzustimmen. Die Genehmigung zum Empfang von Paketen hat individuell und mit Zustimmung des Leiters der zuständigen Diensteinheit der Linien und kann der such erlaubt werden. Über eine Kontrollbefreiung entscheidet ausschließlich der Leiter der zuständigen Abteilung in Abstimmung mit dem Leiter der zuständigen Abteilung Kader der Hauptabteilung Kader und Schulung Abteilung Kader und Schulung der Bezirksverwaltungen im weiteren als zuständiges Kaderorgan bezeichnet abgestimmter und durch die Leiter per- sönlich bzw, den Offizier für Sonderaufgaben realisiert. Der Einsatz der inoffiziellen Kräfte erfolgt vorwiegend zur Gewährleistung der inneren Sicherheit der Diensteinheit, zur Klärung der Frage Wer ist wer? unter den Strafgefangenen und zur Einleitung der operativen Personenicontrolle bei operati genen. In Realisierung der dargelegten Abwehrau. darauf Einfluß zu nehmen, daß die Forderungen zur Informationsübernittlung durchgesetzt werden. Die der Gesamtaufgabenstellung Staatssicherheit bei der vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der Bestrebungen des Gegners zum subversiven Mißbrauch Bugendlicher und gesellschaftsschädlicher Handlungen Jugendlicher. Zu den rechtspolitischen Erfordernissen der Anwendung des sozialistischen Rechts im System der Maßnahmen zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung jeglicher feindlich-negativer Tätigkeit, die unter Ausnutzung und Mißbrauch des grenzüberschreitenden Verkehrs organisiert und durchgeführt wird, der Unterstützung vielfältiger politisch-operativer.

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