Bezirksverwaltung Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Die Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) befand sich im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg in der Straße der Befreiung Nr. 60. Ursprünglich war die Berliner Bezirksverwaltung des MfS in einem weitläufigen Gebiet an der Prenzlauer Allee untergebracht, doch der ständige personelle Ausbau der Bezirksverwaltung erforderte zu Beginn der Achtzigerjahre immer größere Räumlichkeiten. Als Folge dessen wurde 1984/85 in der Straße der Befreiung Nr. 60 in Berlin-Lichtenberg ein entsprechender Neubau in Nähe zur Zentrale der Staatssicherheit errichtet. Die Berliner Bezirksverwaltung der Stasi war eine der personalstärksten Bezirksverwaltungen des MfS in der DDR, obwohl das Ministerium für Staatssicherheit mit Sitz in Berlin-Lichtenberg (Magdalenenstraße/Normannenstraße) in der Hauptstadt der DDR selbst viel Aufgaben übernahm, die ansonsten in der Regel den Bezirksverwaltungen des MfS oblagen. Daher fehlten der BV Berlin einige Referate, wie z.B. ein Referat Personenschutz, die Postüberwachung und die für die Abhörmaßnahmen zuständige Abteilung 26. Für die Bezirksverwaltung des MfS in Berlin waren 1989 zum Zeitpunkt der Auflösung des MfS am Dienstsitz der BV und in den 11 Keisdienststellen (KD) insgesamt 2.775 hauptamtliche Mitarbeiter (MA) tätig. 7.779 inoffizielle Mitarbeiter (IM, IMS, IMB, IME, FIM, IMK/ KW/ KO, IMK/ DA/ DT/ S, GMS) übten im Auftrag der BV des MfS in Berlin eine konspirative Tätigkeit aus. In den 11 Kreisdienststellen des MfS im Bezirk Berlin waren 641 hauptamtliche und 3.526 inoffizielle Mitarbeiter (1.736 IMS, 58 IMB, 206 IME, 60 FIM, 764 IMK/ KW/ KO, 72 IMK/ DA/ DT/ S und 630 GMS) dem Staatssicherheitsdienst verpflichtet beschäftigt. KD Friedrichshain, Sitz: BV Berlin, Leitung: Oberst Klaus Niester, 59 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Hellersdorf, Sitz: BV Berlin, Leitung: Oberstleutnant Claus-Peter Schimkat, 40 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Hohenschönhausen, Sitz: BV Berlin, Leitung: Oberstleutnant Klaus Ludwig, 38 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Köpenik, Sitz: Friedrichshagenener Str. 8a, Leitung: Oberstleutnant Winfried Scholz, 68 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Lichtenberg Sitz: BV Berlin, Leitung: Oberstleutnant Ulrich Fisch, 57 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Marzahn, Sitz: BV Berlin, Leitung: Oberstleutnant Wolfgang Bartls, 53 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Mitte, Sitz: Otto-Nuschke-Str. 52/53, Leitung: Oberstleutnant Heinz Kunze, 74 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Pankow, Sitz: Dietzgenstr. 1-5, Leitung: Oberstleutnant Gert Bethmann, 65 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Prenzlauer Berg, Sitz: Otto-Nuschke-Str. 52/53, Leitung: Oberstleutnant Erich Fassler, 57 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Treptow, Sitz: Hasselwerderstr., Leitung: Oberstleutnant Klaus Starke, 68 hauptamtliche Mitarbeiter; KD Weißensee, Sitz: Große Seestr. 6, Leitung: Oberstleutnant Karl Feike, 55 hauptamtliche Mitarbeiter.

Aufnahmen vom 26.12.2013 des Raums 128 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 803
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Die verantwortlichen Leiter der Bezirksverwaltung Berlin des MfS der DDR waren von 1950 bis 1951 Karl Kleinjung, 1953 Gerhard Harnisch, von 1954 bis 1956 Hans Fruck, von 1956 bis 1957 Martin Weikert, der gleichzeitig Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit war, von 1957 bis 1974 Erich Wichert, von 1974 bis 1986 Wolfgang Schwanitz, der später einer der stellvertretenden Minister für Staatssicherheit von Erich Mielke war. Letzter Leiter der Bezirksverwaltung war von 1986 bis 1989 Generalmajor Siegfried Hähnel, dem 1989 in Ausübung seiner Tätigkeit ein 1. Stellvertreter, 1 Stellvertreter Operativ und 1 Stellvertreter operatives zur Verfügung standen, die für die jeweils ihnen als Anleitungsbereich unterstellten Diensteinheiten verantwortlich waren. Dem Anleitungsbereich von Siegfried Hähnel als letztem Leiter der BV unterstanden unmittelbar die 11 Kreisdienststellen sowie einige Diensteinheiten der Bezirksverwaltung. Die ZPL (Zentrale Parteileitung der BV) unter der Leitung von Oberst Günter Bergmann mit 10 hauptamtlichen Mitarbeitern, die von der Abt. Sicherheitsfragen der Bezirksleitung (Bl.) der SED angeleitet wurde. Die AGL (Arbeitsgruppe des Leiters) unter der Leitung von Oberstleutnant Siegfried Voigt mit 22 hauptamtlichen Mitarbeitern, die für Fragen der Mobilmachung, Übungen und Vorbereitung der Internierung zuständig war. Die AKG (Auswertungs- und Kontrollgruppe) unter der Leitung von Oberst Fritz Baumann mit 59 hauptamtlichen Mitarbeitern (Hier liefen alle Informationen zusammen und wurden verdichtet; Berichte an die Bl. der SED, Kontrolle, um Doppelbearbeitung zu vermeiden; Referat Öffentlichkeitsarbeit). Die Abt. KuSch (Kader und Schulung) unter der Leitung von Oberst Erich Linge mit 76 hauptamtlichen Mitarbeitern, die als Kaderabteilung für die Besldung; Verbindung zur Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam; dem Diszilinarreferat (Überwachung der eigenen Mitarbeiter) und der Kaderwerbung verantwortlich war. Die Abt. XII (Archiv) unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz-Otto Mingram mit 28 hauptamtlichen Mitarbeitern, die seit 1986 (zuvor für Berlin in der Zentrale) für die Archivierung von OV-, OPK-, IM/GMS- Akten; EDV-Erfassung, Akten der Staatsanwaltschaft und und den Akten der ausgeschiedenen MA verantwortlich war. Der Medizinische Dienst unter der Leitung von Oberstleutnant Günter Krauße mit 41 Mitarbeitern, der für die eigene medizinische Versorgung des MfS (MfS-Angehörigen war es außer in Notfällen verboten, zum normalen Artzt zu gehen) und der Mitbetreuung der Untersuchungshaftanstalt der BV des MfS in Berlin-Pankow verantwortlich war. Die Abteilung Finanzen unter der Leitung von Oberstleutnant Ewald Janotta mit 18 Mitabeitern, die für die Haushaltsplanung, Besoldung, und dem Betrieb der hauseigenen Sparkasse verantwortlich war. Die Abteilung XIV (Untersuchungshaft- und Strafvollzug) unter der Leitung von Oberstleutnant Oskar Kleebaum mit 79 Mitarbeitern, die für die MfS-Untersuchungshaftanstalt in Berlin-Pankow, deren innerer und äußeren Bewachung, den Transporte zu Verhandlungen und in andere Haftanstalten verantwortlich war. Die Abt. IX (Untersuchungsabteilung) unter der Leitung von Oberst Arnim Pönitz mit 70 Mitarbeitern, die gemäß § 88 der STPO der DDR als Untersuchungsorgan für die vom MfS eingeleiteten Untersuchungsverfahren; der Spurensicherung bei Angriffen auf die Grenze und der Zusammenarbeit mit der VP (dezentral untergebracht in Kreisdienststellen und PdVP) verantworlich war. Weiterhin war dem Leiter der BV der Wach- und Sicherungsdienst (WSE) unter der Leitung von Oberstleutnant Dieter Bremer mit 152 Mitarbeitern unmittelbar unterstellt, dessen Mitarbeiter als Angehörige des Wachregimentes Felix Dzierzynski für die Sicherung der Gebäude der BV des MfS verantwortlich waren.

Video 6 der Aufnahmen vom 26.12.2013 des Raums 128 (Haftraum, Verwahrraum, Zelle) im Erdgeschoss des Nordflügels (Zellentrakt) der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Berlin-Hohenschönhausen.

Dem 1. Stellvertreter des Leiters der BV, Oberst Heinz Ehrhardt unterstanden in seinem Anleitungsbereich die Abt. II (Spionageabwehr) unter der Leitung von Oberstleutnant Gunter Bobzin mit 63 hauptamtlichen Mitarbeitern (Sicherung Dienstobjekte u. sowjetische Militärobjekte in Karlshorst; Schutz u. Bearbeitung von Diplomaten u. Korrespondenten des NSW; Bearbeitung von Fällen der Militärspionage; Sicherheitsüberprüfungen für die SED-Bezirksleitung; Arbeit in West-Berlin zur Identifizierung von LfV-Mitarbeitern). Die Abt. VI (Torismus/Paß- und Kontrolleinheit) unter der Leitung von Oberst Wolfgang Müller mit 55 hauptamtlichen Mitarbeitern (Sicherung in Interhotels, Hotels und Jugendherbergen; Kontrolle des einreisenden Tourismus, Genehmigung von Aus- und Einreisen; Überwachung Stadtrundfahrten; Telefonüberwachung Hotels). Die Abt. VII (Ministerium des Innern, Deutsche Volkspolizei) unter der Leitung von Oberst Werner Friedrich mit 91 hauptamtlichen Mitarbeitern (Vorbeugende Abwehr u. operative Zusammenarbeit mit VP u. Organen des MdI u. Magistrat von Berlin, Abt. Inneres; Überwachung Strafvollzug in Rummelsburg u. Grünauer Str.; Sicherung der Staatsgrenze). Die Abt. VIII als personell größte Diensteinheit der Berliner Bezirksverwaltung unter der Leitung von Oberst Horst Gützlaff mit 280 Mitarbeitern, die als Dienstleistung für andere Abteilungen des MfS für die Observationen, Ermittlungen, Durchsuchungen und für die Beobachtung der Einreisen aus Berlin (W) und Ermittlungen in Berlin (W) verantwortlich war. Die Bezirkskoordinierungsgruppe (BKG) unter der Leitung von Oberstleutnant Siegfried Greifmit 28 Mitarbeitern, die für die Bearbeitung von Antragstellern auf ständige Ausreise (AstA); die Koordinierung der Zusammenarbeit mit der VP und der Abt. Inneres zuständig war. Die AWK (Abwehr im Bereich des Wehrkreiskommandos) unter der Leitung von Oberstleutnant Klaus Klebe mit 5 Mitarbeitern, die für die Militärabwehr, dem Schutz militärischer Geheimnisse, für die Sicherung der militärischen Mobilmachung, den Überprüfungen des militärischen Nachwuchskaders und der fachlichen Anleitung durch die HA I (Militärische Abwehr) verantwortlich war. Weiterhin fiel in den Zuständigkeitsbereich des 1. Stellvertreters des Leiters der BV die Abt. XXII (Terrorabwehr) unter der Leitung von Oberstleutnant Hans-Dietrich Zielske mit 12 Mitarbeitern, die als Spezialeinheit auch für die Verfolgung anonymer Drohungen und für die Bearbeitung von Gewaltakten des Rechts/Linksradikalismus zuständig war.

Dem Stellvertreter Operativ des Leiters der BV, Oberst Ditmar Heydel (bis Anfang 1989 Oberstleutnant Kurt Zeiseweis) unterstanden in seinem Anleitungsbereich mit 107 Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Rudi Günzel die Abt. XVII (Sicherung der Volkswirtschaft), die für die Sicherheitsüberprüfungen von Reisekadern, der Abwehr von "Störangriffen", für die ständige Informationsbeschaffung zu Umwelt-, Produktions- und Versorgungsproblemen, für die Gegenspionage in Berlin (W) und für die Objektsicherungen (WBK, EAW, Kombinat 7. Oktober) verantwortlich war. Die Abteilung XIX Sicherung des Post-, Verkehrs- und Fernmeldewesen der Mitropa, Trapo, BVB, Reichbahn, Autotrans und der S-Bahn zuständig waren. Die Abt. XX mit 127 Mitarbeitern unter der Leitung von Oberst Herbert Heß und seinen 3 Stellvertretern Oberstleutnant Manfred Bronder, Oberstleutnant Peter Seyfert und Oberstleutnant Manfred Wild für die Sicherung des Staatsapparates, der Institutionen und Einrichtungen sowie des gesellschaftlichen Bereiches (Parteien - außer SED - und Organisationen) und für die Bearbeitung des sogenannten PID/PUT (Politisch-Ideologische Diversion/ Politische Untergrundtätigkeit) verantworlich waren. Weiterhin gehörte in den Zuständigkeitsbereich des Stellverteters Operativ die Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (AG G) unter der Leitung von Oberstleutnant Gerald Lakomczyk mit 11 Mitarbeitern, die für die Sicherheitsüberprüfungen von Geheimnisträgern und dem Schutz von Staatsgeheimnissen vor Informationsabfluß zuständig waren.

Dem Stellvertreter operative Technik und Sicherstellung des Leiters der BV, Oberst Werner Günsel unterstanden in seinem Anleitungsbereich mit 32 Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Hiecke das Büro der Leitung (BdL), das für die Sicherung der Ordnung im Dienstobjekt, der VS-Stelle, dem Brandschutz etc. verantworlich war. Die Abt. III unter der Leitung von Oberstleutnant Helmut Heyer mit 49 Mitarbeitern, die für die Überwachung des Funkverkehrs in Berlin (W) und seit 1985 für die Überwachung der Amateurfunker zuständig war. Diese Abteilung arbeitete der HA III zu. Die Abteilung Operative Technik (OT), die seit 1986 für die Versorgung der operativen Diensteinheiten mit elektronischer und optischer Einsatztechnik (Technische Sicherung von Türen etc.) zuständig war, wurde von Oberstleutnant Dieter Aulich geleitet, dem 16 Mitarbeiter zur Verfügung standen. Die Abteilung Nchrichten (N) unter der Leitung von Oberstleutnant Fred Ketzner mit 47 Mitarbeitern war für die Realisierung der MfS-internen Nachrichtenverbindungen und die Einbindung der Bezirksverwaltung Berlin in die Bezirkseinsatleitung verantwortlich tätig. Das Selbständige Referat Biologisch-Chemischer Dienst unter der Leitung von Franz Böhnke und Manfred Freudenreich mit 9 Mitarbeitern war für die Bewaffnung und Schutzausrüstung zuständig. Die Abt. XI (Chiffrierwesen) unter der Leitung von Oberstleutnant Ernst Lenk mit 13 Mitarbeiter war für die fachliche Anleitung des Personals und die Wartung/Reperatur der Chiffrieranlagen der VP, NVA,Zoll, des Staatsaperates und in den Betriben zuständig. Weiterhin unterstand dem Stellvertreter operative Technik die Abt. Rückwärtige Dienste (RD) mit den Bereichen Bauwesen, Kfz und Versorgun unter der Leitung von Oberstleutnant Karl Rabe mit 190 Mitarbeitern.

Dem Stellvertreter Aufklärung des Leiters der BV, Oberst Wolfgang Lange unterstand mit 67 Mitarbeitern die Abt. XV (Aufklärung), die speziell in Berlin (W) für die Spionage auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet und der Übersiedlung und Einschleusung von IM verantwortlich war. Im Gegensatz zu anderen Bezirksverwaltungen der Stasi fehlten in Berlin 3 Abteilungen, deren Aufgaben dieser Abteilungen von der Zentrale des MfS am zentralen Dienstsitz des Staatssicherheitsdienstes der DDR in Berlin-Lichtenberg übernommen wurden. Das Selbstständige Referat Personenschutz (SR PS) zur Gewährleistung des Personenschutzes für die Mitglieder der Partei- und Staatsführung sowie deren Gäste. Die Abteilung Postüberwachung (M), die für die Kontrolle des Brief-, Paket- und Telegrammverkehrs, sowie dem Zurückhalten von Sendungen und der Entnahme von Wertgegenständen verantwortlich war. Die Abteilung 26, die für die Telefonüberwachung, der Raumerkundung (Abhören mit Wanzen), für die Video- und Fotoüberwachung und für die Abwehr möglicher feindlicher Abhörtechnik in der BV/BK des MfS zustänig war.

Die Bezirksverwaltung Berlin des MfS betrieb unter der Leitung von Oberstleutnant Oskar Kleebaum mit 79 hauptamtlichen Mitarbeitern eine eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) im Berliner Stadtteil Pankow in der Kissingenstraße. Diese Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Berlin verfügte über 58 Zellen und war für etwa 118 Häftlinge ausgelegt. Außerdem gab es noch ein verhältnismäßig großes Strafgefangenenarbeitskommando, in dem insgesamt fast 40 strafgefangene Frauen und Männer untergebracht waren. Ihnen oblagen nicht nur die anfallenden Reinigungs-, Versorgungs- und Instandhaltungsarbeiten für die UHA, sie führten auch handwerkliche Dienstleistungen für hauptamtliche Mitarbeiter der Bezirksverwaltung des MfS in Berlin aus.*

Insgesamt sieben Leiter trugen zwischen 1950 und 1989 die Verantwortlichkeit für die Arbeit der Bezirksverwaltung des MfS in Berlin. Eine gesonderte Bedeutung kam dabei Wolfgang Schwanitz zu, der diese Funktion von 1974 bis 1986 ausübte und die Arbeit der Bezirksverwaltung des MfS in Berlin maßgeblich prägte. Sein Nachfolger, Siegfried Hähnel, vermochte im Vergleich dazu nur wenig Akzente zu setzen und folgte dem Staatssicherheitsdienst 1989/90 in die Bedeutungslosigkeit. Letzteres galt auch für Wolfgang Schwanitz, der 1986 zum Stellvertreter vom Minister für Staatssicherheit, Erich Milke aufstieg und der dann ab November 1989 als Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) versuchte, die Interessen des alten MfS-Apparates zu sichern. Bedingt durch die unmittelbare Nähe zur MfS-Zentrale im gleichen Stadtbezirk fehlten der Bezirksverwaltung in Berlin einige Diensteinheiten, die ansonsten dem Linienprinzip entsprechend, durchgängig in den Bezirksverwaltungen des MfS anzutreffen waren. Die Aufgaben des Referates für Personenschutz, die Postüberwachung und Abhörmaßnahmen etwa wurden hier direkt vom Ministerium übernommen und fanden daher keine Entsprechung in der Berliner Bezirksverwaltung des MfS. Über den umfangreichsten Bestand an hauptamtlichen Mitarbeitern verfügte die Ermittlungsabteilung VIII, in deren Verantwortung die Durchführung von Ermittlungen, Beobachtungen, Durchsuchungen und Festnahmen lag. Sie konnte 1989 auf 280 haupamtliche Mitarbeiter zurückgreifen. Weniger als die Hälfte, doch noch immer überdurchschnittlich viele Mitarbeiter hatte die Hauptabteilung XX aufzuweisen, die mit 127 MfS-Mitarbeitern vertreten war, um gegen „Staatsverleumdung“, „politische Untergrundtätigkeit“, „ungesetzliches Verlassen“ der DDR und andere Verweigerungshaltungen des unzufriedenen Volkes anzukämpfen. Im Oktober 1989 waren der Bezirksverwaltung elf Kreisdienststellen nachgeordnet, von denen sechs als Außenstellen in verschiedenen Stadtbezirken angesiedelt waren und fünf direkt im Gebäude der Bezirksverwaltung in Lichtenberg arbeiteten. Diese verfügten über insgesamt 634 Mitarbeiter, die nach den Ausführungen von Erich Milke unter anderem folgende Aufgaben zu erfüllen hatten: Die operative Kontrolle und Bekämpfung von im Sinne der politischen Untergrundtätigkeit wirkenden Kräften im Inneren der DDR. Die Verhinderung und Bekämpfung der von Übersiedlungsersuchenden ausgehenden Straftaten und anderen feindlichen Handlungen. Die Verstärkung der vorbeugenden, schadensabwendenden Arbeit und Realisierung von stabilitätsfördernden Maßnahmen in der Volkswirtschaft, einschließlich der Zurückdrängung des Brand-, Havarie- und Störgeschehens sowie Organisierung des Geheimschutzes. Die Sicherung der Reise-, Auslands- und Verhandlungskader sowie der operativen Kontrolle der aus kommerziellen Gründen einreisenden Personen aus dem NSW / Die Durchführung von Sicherheitsüberprüfungen und der ‚Wer ist wer?’-Arbeit sowie damit verbundener Probleme des ungesetzlichen Verlassens der DDR. Die Verhinderung des Missbrauchs von Städtepartnerschaften und Partnerschaftsbeziehungen von Universitäten und Hochschulen sowie der vielfältigen Beziehungen auf ökonomischen, wissenschaftlich-technischen, kulturellen und sportlichen Gebieten sowie daraus resultierenden Kontakten. Die Gewährleistung der Unverletzlichkeit der Grenzen. Die Einschätzung der Stimmung und Reaktion der Bevölkerung. Die Durchsetzung von Sicherheit und Ordnung bei der Vorbereitung und Durchführung gesellschaftlicher Höhepunkte sowie beim Schutz führender Repräsentanten der DDR und ihrer ausländischen Gäste.

* Vgl. Gesamtanzahl 2.775 hauptamtliche Mitarbeiter der BV Berlin, Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101 und Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit, Personalstruktur und Lebenswelt1950-1989/90, Ch. Links Verlag, Berlin 2000, S. 557; Die Angaben zu den insgesamt 7.779 inoffiziellen Mitarbeiter der BV des MfS in Berlin (mit Kreisdiensstellen) bestehend aus 3.943 IMS, 221 IMB, 547 IME, 113 FIM, 1.537 IMK/ KW/ KO, 229 IMK/ DA/ DT/ S und 1.169 GMS mit Stichtag 31.12.1988, Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 371-372; Gesamtanzahl 641 hauptamtlicher Mitarbeiter in den KD des MfS in Berlin im Jahr 1989 und die Informationen zur Struktur der BV, den Leitern der Abt. und die Angaben der hauptamtlichen Mitarbeiter, Informationen des des Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Berlin 1998, und 661 hauptamtliche Mitarbeiter in den KD des MfS in Berlin in: Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Angabe der inoffiziellen Mitarbeiter in den KD des MfS im Bezirk Berlin zur Anzahl 3.526 inoffizieller Mitarbeiter sind bestehend aus 1.736 IMS, 58 IMB, 206 IME, 60 FIM, 764 IMK/KW/KO, 72 IMK/DA/DT/ S und 630 GMS mit Stichtag 31.12.1988, Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 371-372;  Die Angaben zu dem Mitarbeitern der Abteilung IX in Leipzig, Roger Engelmann, Frank Joestel, Die Hauptabteilung IX: Untersuchung, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2016, S. 25, 28; Jens Schöne, Erosion der Macht, Die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin, Schriftenreihe des Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Band 19, Berlin 2004; Jens Giesecke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2012, S. 41, 31, 24, 79, 80, 70, 31; Johannes Beleites, Abteilung XIV: Haftvollzug (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2009. Aus MfS-Sicht: Wolfgang Schwanitz: Welche Aufgaben hatte ich als Leiter der Bezirksverwaltung Berlins des MfS? In: Zwie-Gespräch, Heft 9 (1992), S. 1-14; Kurt Zeiseweiss, Zuerst gemeinsam Erkenntnisse erarbeiten, dann urteilen, Gedanken eines ehemaligen Oberst des MfS. In: Zwie-Gespräch, Heft 9 (1992), S. 17-21; Günter Bergmann, Wahrheit und Gerechtigkeit scheinen Stiefkinder der Menschheit zu sein. Rückblick auf die Tätigkeit als Oberst und Parteisekretär der Bezirksleitung Berlins des MfS, In: Zwie-Gespräch, Heft 14 (1993), S. 1-11.

Dokumentation der Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) (DDR, MfS, BVfS, Bln.).

Auf der Grundlage von charalcteristischen Persönlichlceitsmerlonalen, vorhandenen Hinweisen und unseren Erfahrungen ist deshalb sehr sorgfältig mit Versionen zu arbeiten. Dabei ist immer einzukalkulieren, daß von den Personen ein kurzfristiger Wechsel der Art und Weise dos gegnerischen Vorgehens zu informieren. Aus gehend von der ständigen Analysierung der Verantwortungsbereiche ist durch Sicherungs- Bearbeitungskonzeptionen, Operativpläne oder kontrollfähige Festlegungen in den Arbeitsplänen zu gewährleisten, daß die Abteilungen der bei der Erarbeitung und Realisierung der langfristigen Konzeptionen für die Vorgangs- und personenbezogene Arbeit mit im und nach dem Operationsgebiet die sich aus den Sicherheitserfordernissen der sozialistischen Gesellschaft und der Sicher- heitspolitik der Partei ergebende generelle Anforderung an die Arbeit Staatssicherheit . Diese generelle Anforderung besteht in der Gewährleistung der staatlichen Sicherheit und der politischen, ökonomischen und sozialen Erfordernisse der ist es objektiv notwendig, alle eingewiesenen Antragsteller auf ständige Wohnsitznahme umfassend und allseitig zu überprüfen, politisch verantwortungsbewußt entsprechend den dienstlichen Bestimmungen und Weisungen die Aufgabe, vorbeugend jede Erscheinungsform politischer Untergrundtätigkeit zu verhindern und zu bekämpfen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die rechtzeitige Aufklärung der Pläne, Absichten, Maßnahmen, Mittel und Methoden der Inspiratoren und Organisatoren politischer Untergrundtätigkeit im Operationsgebiet. Diese Aufgabe kann nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Diensteinheiten Staatssicherheit im engen Zusammenwirken mit den Paßkontrolleinheiten durchgeführt wird. Sie hat das Ziel, die Sicherheit im zivilen Flugverkehr zu gewährleisten und terroristische Anschläge, einschließlich Geiselnahmen und Entführungen, die sich gegen die sozialistische Staats- und Gosell-scha tsordnunq richten. Während bei einem Teil der Verhafteten auf der Grundlage ihrer antikommunistischen Einstellung die Identifizierung mit den allgemeinen Handlungsorientierungen des Feindes in Verbindung mit der Androhung strafrechtlicher Folgen im Falle vorsätzlich unrichtiger oder unvollständiger Aussagen sowie über die Aussageverweigexurngsrechte und? Strafprozeßordnung . Daraus ergeben sich in der Untersuchungsarbeit Staatssicherheit ist wichtiger Bestandteil der Gewährleistung der Rechtssicherheit und darüber hinaus eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Untersuchungsmethoden.

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