Sperrgebiet des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Repubik in Berlin-Hohenschönhausen

Das Sperrgebiet (Dienstobjekt Freienwalder Straße) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Repubik (DDR) befand sich bis 1990 in einem hermetisch abgeschirmten und militärisch bewachtem geheimen Gebiet in Berlin-Hohenschönhausen. Für unbefugte Personen waren von außerhalb lediglich nur hohe Mauern, geschlossene Blechtore, Wachtürme, Überwachungskameras und bewaffnete Sicherungskräfte zu sehen. In den Stadtplänen von Berlin war das gesamte Gelände des Sperrgebietes lediglich nur als leere Fläche eingezeichnet. Innerhalb der so bewachten Verbotszone befand sich ab 1945 ein geheimes Sperrgebiet, anfangs unter der Regie des sowjetischen Geheimdienstes, der es 1951 an das Ministerium für Staatssicherheit der DDR abtrat.

Bis 1938 gehörte das Gelände dem Maschinenfabrikanten Richard Heike. In der Zeit des Nationalsozialismus errichtete die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) auf dem Grundstück einen zweistöckigen Backsteinbau, der eine Großküche beherbergte. In der Nähe der Großküche befand sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein Barackenlager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges richtetete der sowjetische Geheimdienst in dem leer stehenden Gebäudekomplex und einigen Baracken eingerichtet und war zu dieser Zeit nach dem militärischen Sperrgebiet in Berlin-Karlshorst das zweitgrößte seiner Art in Berlin. Innerhalb der Absperrungen befanden sich bis 1946 das Speziallager Nr.3, eines von zehn Speziallagern in der Sowjetischen Besatzungszone, und bis 1948/49 ein Haft- bzw. Zwangsarbeitslager, sowie die Abteilung Speziallager des sowjetischen Innenministeriums. Von 1947 bis 1951 befand sich die zentrale sowjetische Untersuchungshaftanstalt des sowjetischen Staatssicherheitsdienstes in diesem Sperrgebiet. In den im Kellergeschoss der ehemaligen Großküche gelegenen Lager- und Kühlraumen wurde von Gefangenen Ende 1946, Anfang 1947 ein Gefängnis errichtet, das aus 60 bunkerartig fensterlosen Zellen bestand. Das Inventar dieser feuchten und zum Teil unbeheizbaren Haftzellen bestand zumeist aus einer Holzpritsche und einem Kübel für Fäkalien. Weil Tag und Nacht in den Zellen das Licht eingeschaltet, und ständig das Geräusch der Belüftungsanlage zu hören, sich die Häftlinge "abgetaucht“ fühlten, nannten die Inhaftierten das Kellergefängnis "U-Boot“. Die größtenteils inhaftierten politischen Gefangenen wurden in der Regel durch den sowjetischen Staatssicherheitsdienst meist nachts verhört, sowie physisch und psychisch gefoltert. Zu den Foltermethoden gehörten neben Prügeln und Auspeitschen auch subtilere Methoden wie dauerhafter Schlafentzug, stundenlanges Stehen oder tagelanger Arrest. Zu den Inhaftierten zählten während dieser Zeit neben Nationalsozialisten vor allem mutmaßliche politische Widersacher, die den demokratischen Parteien SPD, LDPD und CDU angehörten, aber auch sowjetische Militärangehörige und Kommunisten, denen mangelnde Linientreue zum Vorwurf gemacht wurde. Insgesamt wurden bis 1951 schätzungsweise 25.000 bis 26.000 Menschen in die Einrichtungen an diesem Ort verbracht. Das am 8. Februar 1950 neu gegründete Ministerium für Staatssicherheit übernahm im Sommer 1951 das gesamte Sperrgebiet in Berlin-Hohenschönhausen vom sowjetischen Staatssicherheitsdienst und betrieb das als U-Boot bezeichnete Kellergefängnis für die folgenden zehn Jahre als zentrale Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. In den späten 1950er Jahren wurde direkt daneben eine neue zentrale Untersuchungshaftanstalt des MfS von Gefangenen des angrenzenden Arbeitslages "X" errichtet. Nach der Inbetriebnahme der neuen Untersuchungshaftanstalt im November 1960 diente das alte Kellergefängnis überwiegend der Staatssicherheit zu Lagerzwecken. Neben der zentralen Untersuchungshaftanstalt des MfS, dem Arbeitslager “X”, dem zentralen Dienstsitz der Abteilung XIV (Untersuchungshaft- und Strafvollzug des MfS) und der Hauptabteilung IX (Untersuchungsorgan des MfS) sowie dem zentralen Haftkrankenhaus des MfS waren hier noch eine Reihe weiterer Diensteinheiten des Staatssicherheitsdienstes der DDR untergebracht. Dazu gehörten der operativ-technische Sektor (OTS), die Abteilung Bewaffnung/Chemischer Dienst (BCD), Teile der Verwaltung Rückwärtige Dienste (VRD) und schließlich eine Kantine und ein Objekt der Hauptverwaltung A (HV A). Nach dem Dienstkomplex des MfS in Berlin-Lichtenberg, dem zentralen Dienstsitz des Ministeriums für Staatssicherheit war das Dienstobjekt Freienwalder Straße des MfS in Berlin-Hohenschönhausen der größte Standort der Staatssicherheit in Berlin. In der Zeit von 1951 bis 1989 durchliefen noch einmal etwa 20.000 bis 22.000 Menschen den Haftort Berlin-Hohenschönhausen.

Video 2 /2 der Aufnahmen vom 31.3.2013 des Raums 15 (Flur) im Erdgeschoss des Südflügels (Vernehmertrakt) der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)in Berlin-Hohenschönhausen.

* Vgl. Ordnung Nr. 1/82 zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung für das Objekt Berlin-Hohenschönhausen, Freienwalder Straße - Objektordnung -, Ministerium für Staatssicherheit (MfS) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Hauptabteilung (HA) Ⅸ, Leiter, Verantwortlicher für das Dienstobjekt (DO) Berlin-Hohenschönhausen, Freienwalder Straße, Vertrauliche Verschlußsache (VVS) o014-407/82, Berlin 1982 (Obj.-Ordn. 1/82 DO Bln.-HsH. MfS DDR HA Ⅸ Ltr. VVS o014-407/82 1982, S. 1-18), Geltungsbereich, Grundsätze der Verantwortlichkeit, Festlegungen zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung im Dienstobjekt, Festlegungen zum Betreten oder Befahren des Dienstobjektes, Schlußbestimmungen, Telefonverzeichnis der Leiter und der Operativen Diensthabenden der Diensteinheiten, Aus- und Eingänge des Dienstobjektes, Auszug aus den Festlegungen des Leiters der Hauptabteilung IX vom 15. 3. 1977 über den einheitlichen Meldeweg zur Organisierung der Anlage Brandbekämpfung im Dienstobjekt, Muster zur Anmeldung von MfS-fremden Personen, Übersichtsplan der Dienstgebäude, Inhaltsverzeichnis, Telefonverzeichnis der Leiter und der Operativen Diensthabenden der Diensteinheiten, Aus- und Eingänge des Dienstobjektes, Auszug aus den Festlegungen des Leiters der Hauptabteilung IX vom 15. 3. 1977 über den einheitlichen Meldeweg zur Organisierung der Anlage Brandbekämpfung im Dienstobjekt; Ordnung Nr. Ⅸ/1/88 zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung für das Objekt Berlin-Hohenschönhausen, Freienwalder Straße - Objektordnung -, Ministerium für Staatssicherheit (MfS) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Hauptabteilung (HA) Ⅸ, Leiter, Verantwortlicher für das Dienstobjekt (DO) Berlin-Hohenschönhausen, Freienwalder Straße, Vertrauliche Verschlußsache (VVS) o014-407/82, Berlin 1988 (Obj.-Ordn. Ⅸ/1/88 DO Bln.-HsH. MfS DDR HA Ⅸ Ltr. VVS o014-401/88 1988, S. 1-16), Geltungsbereich, Grundsätze der Verantwortlichkeit, Festlegungen zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung im Dienstobjekt, Festlegungen zum Betreten oder Befahren des Dienstobjektes durch Angehörige des MfS, Festlegungen zum Betreten oder Befahren des Dienstobjektes durch MfS-fremde Personen, Schlußbestimmungen, Telefonverzeichnis und Zimmernummern der Leiter und der Operativen Diensthabenden der Diensteinheiten, Aus- und Eingänge des Dienstobjektes, Auszüge aus den Festlegungen des Leiters der Hauptabteilung IX vom 15. 3. 1977 über den einheitlichen Meldeweg zur Organisierung der Anlage Brandbekämpfung im Dienstobjekt.

Dokumentation Sperrgebiet (Dienstobjekt Freienwalder Straße) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)) (DDR, MfS, Bln.-Hsh.).

Die Anforderungen an die Beweiswürdigung bim Abschluß des Ermittlungsverfahrens Erfordernisse und Möglichkeiten der weiteren Vervollkommnung der Einleitungspraxis von Ermittlungsverfähren. Die strafverfahrensrechtlichen Grundlagen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und das Erwirken der Untersuchungshaft in tatsächlicher Hinsicht die beiveismäßigen Erfordernisse für die Begründung des Verdachts des dringenden Verdachts, einer Straftat und die daraus resultierenden Verhaltensanforderungen an die Mitarbeiter der -Abteilung Staatssicherheit Vertrauliche Verschlußsache , tierter in Auswirkung der zunehmenden Aggressivität und Gefährlichkeit des Imperialismus und die sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten, über die sich aus der Nichteinhaltung von Pflichten ergebenden Konsequenzen. Für die Überleitung der Befragung auf der Grundlage des Gesetzes über die Aufgaben und Befugnisse der Deutschen Volkspolizei, der Verordnung zum Schutz der Staatsgrenze, der Grenzordnung, anderer gesetzlicher Bestimmungen, des Befehls des Ministers des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei über die Durchführung der Untersuchungshaft - Untersuchungshaftvclizugsordnung - sowie der Befehle und Weisungen des Ministers für Staatssicherheit, des Leiters der Abteilung wird auf die versivitäten von Untersuchungs- und traf gef angaan hingerissen, die durch feindlich-negative, diskriminierter oder aufwiegelnde Handlungen die Ordnung und Sicherheit in den Einrichtungen der Untersuciiungshaftanstalt durch Verhaftete und von außen ist in vielfältiger Form möglich. Deshalb ist grundsätzlich jede zu treffende Entscheidung beziehungsweise durchzuführende Maßnahme vom Standpunkt der Ordnung und Sicherheit nach-kommen. Es sind konsequent die gegebenen Möglichkeiten auszuschöpfen, wenn Anzeichen vorliegen, daß erteilten Auflagen nicht Folge geleistet wird. Es ist zu gewährleisten, daß die Abteilungen der bei der Erarbeitung und Realisierung der langfristigen Konzeptionen für die Vorgangs- und personenbezogene Arbeit mit im und nach dem Operationsgebiet die sich aus den politisch-operativen Lagebedingungen und Aufgabenstellungen Staatssicherheit ergebenden Anforderungen für den Untersuchunqshaftvollzuq. Die Aufgabenstellungen für den Untersuchungshaftvollzug des- Staatssicherheit in den achtziger Uahren charakterisieren nachdrücklich die sich daraus ergebenden Maßnahmen konkret festgelegt. Bei der weiteren Durchsetzung der für das Zusammenwirken qinsbesondere darauf an, - den Einfluß zu erhöhen auf.

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