Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Gera des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Die Untersuchungshaftanstalt (UHA) der Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Bezirk Gera befand sich von 1952 bis 1990 im Stadtzentrum von Gera am Amthordurchgang 5. Die Untersuchungshaftanstalt grenzte unmittelbar an den Dienstsitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Gera des MfS, dem Bezirksgericht und der Staatsanwaltschaft in Gera.           Bei der bis 1989 durch die Stasi betriebenen Untersuchunghaftanstalt handelte es sich um einen rekonstruierten Altbau aus der Jahrhundertwende, der erstmals zu den Zeiten des Kaiserreiches 1872 in der Stadtchronik als Gefängnis erwähnt wurde. Von 1933 bis 1945 diente das Gefängnis den Nationalsozialisten als Untersuchungshaftanstalt der Gestapo. Danach nutzte die sowjetische Geheimpolizei des NKWD das Gebäude zur Inhaftierung von Untersuchungsgefangenen, die von hier aus in das Speziallager Nr. 2 nach Buchenwald weitertransportiert wurden. 1952 wurde die gesamte Gefängnisanlage durch die sowjetische Militäradministration dann an die deutschen Behörden übergeben und vom Ministerium für Staatssicherheit übernommen, und ab diesem Zeitpunkt als Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung Gera des Staatssicherheitsdienstes betrieben. Das gesamte Stasi-Gefängnis unterlag in der Folgezeit aufgrund des baulich maroden Zustands und der erforderlichen Sicherheitstechnischen Standarts der Staatssicherheit fortlaufenden Um- und Ausbaumaßnahmen, so das die Zellen seit den 70er Jahren mit einer Toilette, Waschbecken, Holzpritsche mit Auflage, Hocker, kleinem Tisch, Regal und eingemauertem Spiegel ausgestattet waren. Anstelle der Fenster waren  Glasbausteinkonstruktionen mit einer integrierten Luftzufuhr durch die Staatssicherheit eingebaut worden. Seit spätestens 1985 war das gesamte Haftgebäude mit einem durchgehenden Reißleinen- und Ampelsystem ausgestattet. Im Keller befand sich ein gesondert betriebener "Beruhigungsverwahrraum" und die Räume zur medizinischen Behandlung von Inhaftierten (Stomatologie, Gynokologie, Röntgenraum).                Die Untersuchungshaftanstalt verfügte über insgesamt 36 Zellen zu einer Belegung mit 78 Gefangenen zur Untersuchungshaft und der Unterbringung des an die Anstalt angeschlossenen Strafgefangenenarbeitskommandos (SDAK).           Im Innenhof der U-Haftanstalt befanden sich 12 Freigangszellen, die acht Quadratmeter groß und durch 4 Meter hohe Wände abgetrennt mit Maschendraht überspannt waren. Während der "Freistunde" patrollierten Wachposten oberhalb der Freigangsboxen auf einem Laufsteg. 1989 verfügte das SDAK über 10 Strafgefangene (6 weibliche und 4 männliche Strafgefangene) des MfS, die in der Werkstatt, Küche und Wäscherei Arbeit verrichteten.           Eine 1988 bereits neu errichtete zweigeschossige Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera befand sich auf dem neu errichteten Gebäudekkomplex der Bezirksverwaltung in der Klement-Gottwald-Straße (später Hermann-Drechsler-Straße), in den bereits Teile der BV schon ab dem 17.10.1988 verlegt worden waren. Dieser Neubau der Untersuchungshaftanstalt ist allerdings nicht mehr in seiner letztendlichen Bestimmung durch die Stasi in Betrieb genommen worden.         Die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera wurde durch die für den Untersuchungshaft- und Strafvollzug des Staatssicherheitsdienstes zuständige Abteilung XIV unter der Leitung von Oberstleutnant Hans Kürschner in 7 arbeitsteiligen Referaten mit 41 hauptamtlichen Mitarbeitern betrieben.               Die für die Durchführung der Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren der Stasi in Gera zuständige Abteilung IX (Untersuchungsorgan) hatte ebenfalls ihren Dienstsitz in der Untersuchungshaftanstalt. Unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Schmutzler (Stellvertreter Major Wunder und Major Prager) waren hier 37 hauptamtliche Mitarbeiter (davon 1 OibE) dieser Abteilung in eigenen vorhandenen Diensträumen der Untersuchungshaftanstalt tätig.              Traurige Bekanntheit erlangte diese Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera unter anderem durch den Tod des Jenaer Oppositionellen Matthias Domaschk, der an diesem Ort am 12.04.1981 nach 13 Stunden Verhör durch Leutnant Ronald Peisker der Abteilung IX unter bis heute ungeklärten Umständen im Raum 121 der UHA zu Tode kam.

Aufnahmen vom 18.7.2013 des Raums 116 im Erdgeschoss des Ostflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 1
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Für den Betrieb der Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Gera des Ministeriums für Staatssicherheit war die Abteilung ⅩⅠⅤ (Untersuchungshaft- und Strafvollzug) der Linie ⅩⅠⅤ des MfS verantwortlich. Gemeinsam mit ihrem Leiter Oberstleutnant Hans Kürschner unterstand die Abteilung ⅩⅠⅤ der BVfS Gera befehlsmäßig dem Leiter Generalmajor Dieter Dangrieß der Stasi-Bezirksverwaltung Gera.      Angeleitet und kontrolliert allerdings wurde die Abteilung ⅩⅠⅤ der BVfS Gera des MfS von der Abteilung XIV/AKG (Auswertungs- und Kontrollgruppe) des MfS vom zentralen Dienstsitz der Abteilung XIV der Stasi in Berlin aus.             Die Abteilung ⅩⅣ der Stasi in Gera wurde 1989 zuletzt von Oberstleutnant Hans Kürschner geleitet, der zur Unterstützung seiner Tätigkeit einen stellvertretenden Leiter, einen Offizier für Sonderaufgaben sowie eine Sekretärin hatte.           Die Abteilung Untersuchunshaft- und Strafvollzug in Gera mit insgesamt 41 hauptamtlichen Mitarbeitern (Stand 1989) war in die Leitung und 7 arbeitsteilige Referate der Abteilung XIV strukturiert, welche dem Leiter der Abteilung XIV sowie dessen Stellvertreter als Verantwortungsbereich zugeordnet waren. Jedes der Referate hatte widerum einen Referatsleiter und einen stellvertretenden Referatsleiter.             Die Referate 1 bis 4 (Sicherung und Kontrolle) stellten die Wachmanschaften (Wachschicht 1 bis 4), in denen die Mehrzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter der Abteilung XIV der Stasi in Gera für die Durchführung von Sicherungs- und Kontrollaufgaben in der Untersuchungshaftanstalt sowie für die Außensicherung der Gebäude der Abteilung XIV eingesetzt tätig waren.           Das Referat 5 (operativer Vollzug) war für operative Vollzugsaufgaben im Kontakt mit den Untersuchungsgefangenen, für die erkennungsdienstliche Behandlung und für die Effekten zuständig. Zusätzlich war das Referat 5 für den Informationsaustausch zwischen der Abteilungen XIV und IX sowie für die Umsetzung taktischer Maßnahmen der Abt. XIV verantwortlich.            Das Referat 6 (Transport- und Vorführkommando) hatte die Verantwortung für den Transport von Untersuchungsgefangenen der der Abteilung XIV.     Das Referat 7 (Materielle Sicherstellung) war mit der Planung und Realisierung der materiell-technischen und finanziellen Sicherstellung der Aufgaben der Abteilung XIV befasst.          Unmittelbar dem Leiter der Abteilung ⅩⅣ der BVfS Gera des Staatssicherheitsdienstes, Oberstleutnant Hans Kürschner, unterstellt waren neben seinem Stellvertreter, das Referat 5 operativer Vollzug, das Referat 7 für materielle Sicherstellung, der Offizier für Sonderaufgaben und die Sekretärin.             Dem  stellvertretenden Leiter der Abteilung XIV in Gera unterstanden im Anleitungsbereich die Referate 1 bis 4 (Sicherung und Kontrolle) sowie das Referat 6 (Transport- und Vorführkommando).             Der Offizier für Sonderaufgaben war für die „Sicherung  des Informationsflusses, der Informationsverarbeitung“, für die "Gewährleistung einer ständigen Auswertungstätigkeit  zu allen linienspezifischen Aufgaben", für die "Lösung spezifischer Kaderarbeit" und für die "Planung,  Koordinierung und  Durchsetzung einer engen Zusammenarbeit mit anderen Diensteinheiten der BV" verantwortlich. Des Weiteren bearbeitete er "Eingaben und Beschwerden Inhaftierter".            Die Sekretärin des Leiters erledigte "Bürotechnische und organisatorische Aufgaben" und führte neben dem Schriftverkehr unter anderem auch den Haftindex der Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera.

Laut einer Rahmendienstanweisung zur politisch-operativen Dienstdurchführung in den Abteilungen XIV der Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit vom Januar 1982       hatte das Referat 1 bis 4 (Sicherung und Kontrolle) "lebensgefährliche oder gesundheitsschädigende Handlungen Inhaftierter" zu verhindern, damit deren "Vernehmungs-, Prozeß- und Transportfähigkeit" gewahrt werden konnte. Außerdem sollten die Mitarbeiter "illegale Verbindungsaufnahmen" der Häftlinge untereinander und zu außenstehenden Personen unterbinden, indem sie konsequent die "Ordnungs- und Verhaltensregeln für Inhaftierte (Hausordnung)" durchsetzten.       Daneben gehörte, wie in den anderen Referaten auch, die "Erarbeitung politisch-operativ bedeutsamer Informationen" zu ihren Aufgaben.    Im Außenbereich der Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera sollten die Angehörigen des Referates "den Personen- und Fahrzeugverkehr [...] umfassend kontrollieren" sowie "den bewaffneten militärischen Schutz des Dienstobjektes gewährleisten". Das Referat Sicherung und Kontrolle stellte demnach die Wachmannschaften im Innen- und Außenpostenbereich, das aufgrund des Schichtdienstes nochmals in vier Referate (Wach- und Kontrollreferat 1 bis 4 jeweils mit einer Dienststärke von 1 zu 7) eingeteilt wurde. Die Wachmannschaften kontrollierten die Untersuchungsgefangenen, führten diese zu Vernehmungen oder Freigängen und überwachten bewaffnet den Außenbereich der Untersuchungshaftanstalt. Periodisch wechselte der Posten meistens stündlich seinen Bereich. Wachhabender Leiter der Wachmannschaft war der Offizier vom Dienst (OvD). Ihm oblag die Verantwortung für die Sicherheit der Haftanstalt und für den Dienst der anwesenden Wachmannschaften. Auch die Neuaufnahme von Häftlingen gehörte in seinem Zuständigkeitsbereich. Der Wachdienst war in drei Schichten (Früh-, Spät- und Nachtschicht) eingeteilt und erfolgte im wöchentlichen Rotationsprinzip. Das heißt, dass beispielsweise am Beginn einer Woche das Referat 1 die Frühschicht von 6 Uhr bis 14 Uhr absolvierte, das Referat 2 dementsprechend den Spätdienst von 14 bis 21 Uhr und das Referat 3 die Nachtschicht von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens des nächsten Tages, während das Referat 4 Montags aus der Nachtschicht kam, von Dienstag bis Donnerstag militärsportliche bzw. politisch-ideologische Schulungsmaßnahmen und daraufhin bis zum nächsten Montag frei hatte. Nach jeder Woche rotierten die Referate 1 bis 4, so dass jedes Referat im Monat eine Schulungsmaßnahme sowie jeweils eine Woche Früh-, Spät- und Nachtschicht hatte, wobei an den Wochenenden die Spätschicht wegfiel und die Früh- und Nachtdienste in einer 12-Stundenschicht gearbeitet haben.               Das Referat 5 Operativer Vollzug setzte im Tagdienst nur werktags (von 8 bis 17 Uhr) "wesentliche Maßnahmen des Vollzuges der Untersuchungshaft" durch und realisierte zudem den Strafvollzug, daher die Auswahl Strafgefangener im eigenen Arbeitskommando der Untersuchungshaftanstalt. In der Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera hatte das Referat 5 Ende der achtziger Jahre eine Dienststärke von 1 zu 2. Die hauptamtlichen Mitarbeiter im operativen Vollzug kümmerten sich um das "erkennungsdienstliche Aufnahmeverfahren" von Untersuchungsgefangenen der Stasi sowie um den Ablauf im Tagesgeschehen in der Haft wie zum Beispiel Essensausgabe, Duschen, Freigänge oder Terminrealsierungen (zur Vernehmung, zur medizinischen Untersuchung oder zum "Sprecher" bei einem Besuch durch einen Anwalt oder Familienangehörigen). Außerdem waren sie auch für "die Gestaltung des Erziehungsprozesses Strafgefangener und ihre Wiedereingliederung" zuständig.           Das Referat 6 war für die "Sicherung Inhaftierter bei Vorführungen zu gerichtlichen Hauptverhandlungen und bei Transporten" zuständig. Die Gefangenen wurden "grundsätzlich in Spezialfahrzeugen (GTW)" zu den Gerichten, anderen Untersuchungshaftanstalten der Stasi, Strafvollzugseinrichtungen des Ministeriums des Innern (MdI) oder anderen Dienststellen transportiert. Die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera unterhielt dazu Ende der achtziger Jahre zwei Gefangenentransportwagen.              Für die "Materielle Sicherstellung" war das Referat 7 verantwortlich, das auch als Referat Ökonomie bezeichnet wurde. Diesem Referat oblag die Effektenverwaltung (daher die Verwahrung persönlicher Kleidungsstücke sowie Gegenstände von Verhafteten), Buchhaltung sowie die "verpflegungsmäßige und materielle Versorgung der Inhaftierten." Die Mitarbeiter dieses Referats kümmerten sich um die "Bereitstellung aller in der Diensteinheit benötigten Materialien, Ausrüstungen und Konsumgüter" und planten bzw. organisierten Instandsetzungsmaßnahmen durch den "Einsatz der Strafgefangenenarbeitskommandos", die "ökonomisch, effektiv eingesetzt, regelmäßig belehrt und durchgängig beaufsichtigt" wurden.            In den achtziger Jahren bewegte sich die Gesamtanzahl von hauptamtlichen Mitarbeitern der Abteilung XIV in der Bezirksverwaltung der Stasi in Gera zwischen 31 (1972), 36 (1980), 38 (1987) und zuletzt 41 (1989).

Video 9 der Aufnahmen vom 18.7.2013 des Raums 116 (Haftraum, Verwahrraum, Zelle) im Erdgeschoss des Ostflügels (Zellentrakt) der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Berlin-Hohenschönhausen.

Die Abteilung IX (Untersuchungsorgan) hatte ebenfalls wie die Abteilung XIV der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Gera des MfS ihren Dienstsitz im Gebäudekomplex der Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera am Amthordurchgang 5.             Die Abteilung IX der Bezirksverwaltung Gera war innerhalb der Linie IX des MfS für strafrechtliche Ermittlungen und Untersuchungen in Gera zuständig. Die Abteilung führte Untersuchungen bei politisch motivierten Straftaten durch und leitete gegebenenfalls Ermittlungsverfahren ein. Die Abteilung IX der Stasi in Gera unterstand zwar seit 1968 gemäß § 89 der Strafprozessordnung der DDR der Aufsicht der Staatsanwaltschaft, handelte tatsächlich aber weitgehend selbstständig. Sie vereinte in ihrer Arbeit geheimdienstliche und polizeiliche Kompetenzen, wobei sämtliche scheinbar legalen Handlungen und Ergebnisse im Falle eines Gerichtsverfahrens verwertbar sein mussten.         Zu den Aufgaben der Abteilung zählten Festnahmen, Vernehmungen, Durchsuchungen und Beschlagnahmungen sowie die Beweismittelaufnahme und -auswertung. Eingeleitete Ermittlungsverfahren waren gemäß der Strafprozessordnung der DDR unter bestimmten Voraussetzungen und innerhalb festgelegter Fristen abzuschließen. So konnten Ermittlungsverfahren durch Übergabe an die Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung oder durch Einstellen des Verfahrens durch die Abteilung IX abgeschlossen werden. Des Weiteren oblag der Abteilung die Aufnahme von Ermittlungen bei Straftaten unter Beteiligung von inoffiziellen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Stasi.         Die Abteilung IX der Bezirksverwaltung des MfS in Gera untersuchte sämtliche versuchte und gelungene Republikfluchten. Sie übernahm die Ermittlungen bei politisch motivierten Straftaten wie Spionage und systemgegnerischen Aktivitäten.           Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt lag in der Überprüfung schwerer Verstöße gegen den Arbeits- und Brandschutz in volkseigenen Betrieben. Hier konzentrierte sich die Abteilung IX der Stasi in Gera vor allem auf die Verhinderung und Aufdeckung wirtschaftlicher Schäden aus politischen Gründen. Weiterhin übernahm sie die Aufklärung von Brandstiftungen sowie des unbefugten Waffen- und Sprengmittelbesitzes. Bei der Untersuchung von Todesfällen als auch bei politisch auslegbaren Straftaten behielt sich die Abteilung IX die Zuständigkeit vor.           Gemeinsam mit ihrem Leiter Oberstleutnant Heinz Schmutzler unterstand die Abteilung IX der BVfS Gera zwar befehlsmäßig dem Leiter der Bezirksverwaltung Gera, Generalmajor Dieter Dangrieß. Angeleitet und kontrolliert allerdings wurde die Abteilung IX der Stasi in Gera innerhalb der Linie IX (Untersuchungsorgan) von der Hauptabteilung (HA) IX/AKG (Auswertungs- und Kontrollgruppe) des MfS vom zentralen Dienstsitz der Hauptabteilung IX des MfS in Berlin aus.                   Die "einfacher strukturierten" Ermittlungsverfahren wurden in der Regel von der Abtei­lung IX der BV in Gera geführt. Die Hauptabteilung IX in Berlin-Hohenschönhausen bearbeitete die Verfahren von überregionaler Be­deutung, etwa gegen prominente Dissidenten sowie bei organisierten oppositionellen Ak­tivitäten und Spionagefällen. Daneben waren die Grundsatzaufgaben sowie alle auswer­tenden, analysierenden und koordinierenden Tätigkeiten in der Hauptabteilung IX in Berlin.              Dem Leiter der Abteilung Ⅸ der Stasi in Gera Oberstleutnant Heinz Schmutzler, standen in Ausübung seiner Tätigkeit ein Stellvertreter (Vorgangsbearbeitung), ein Stellvertreter (Vorkommnisbearbeitung), ein Offizier für Sonderaufgaben, ein Offizier im besonderen Einsatz (OibE), eine Sekretärin sowie weitere 31 hauptamtliche Mitarbeiter zur Verfügung. Die Abteilung IX der BVfS Gera des MfS verfügte 1989 unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Schmutzler über insgesamt 37 hauptamtliche Mitarbeiter.        Die Ateilung IX der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Gera gliederte sich in 5 Referate und einer Spezialkommission, wobei jedes Referat wiederum einen Referatsleiter und einen stellvertretenden Referatsleiter hatte. Die Mehrzal der hauptamtlichen Mitarbeiter der Abteilung IX arbeiteten in den einzelnen Referaten als Untersuchungsführer (Vernehmer).               Dem Leiter der Abteilung IX der Bezirksverwaltung in Gera Oberstleutnant Heinz Schmutzler, waren neben seinen zwei Stellvertetern zur Vorgangsbearbeitung und Vorkommnisbearbeitung, der Offizier für Sonderaufgaben, der Offizier im besonderen Einsatz und die Sekretärin sowie das Referat 5 (Auswertung und Information) im Anleitungsbereich direkt unterstellt. Das Referat 5 mit dem Bereich Auswertung und Information der Abteilung IX der BV in Gera war für die Zusammenarbeit mit Auswerungs- und Kontrollgruppe (AKG) der Hauptabteilung IX in Berlin-Hohenschönhausen zuständig.           Dem Stellvertreter des Leiters für die Vorgangsbearbeitung Major Wunder unterstanden das          Referat 1 für Ermittlungsverfahren wegen Spionage und Militärstrafsachen,          das Referat 2 für Ermittlungsverfahren wegen DDR-Flucht und "politischer Untergrund" (PUT),          sowie das Referat 3 für Ermittlungsverfahren wegen Wirtschaftsverbrechen, Zollvergehen und Spionage.          Dem Stellvertreter des Leiters für die Vorkommnisuntersuchung Major Prager unterstand das             Referat 4 für Ermittlungsverfahren und Fahndung nach § 213 (vollendete Delikte der DDR-Flucht) und der Bearbeitung besonderer Vorkommnisse. Das Referat 4 war ebenfalls für die Zusammenarbeit mit dem Zoll und dem Dezernat K II der Deutschen Volkspolizei in Gera verantwortlich.             Die ebenefalls dem Stellvertreter für die Vokommnisuntersuchung unterstellte Spezialkommission war für die Beweisführung, kriminaltechnische Untersuchung und Brand- und Arbeitsschutz zuständig.

Die verantwortlichen Leiter der für diese Untersuchungshaftanstalt zuständigen Bezirksverwaltung der Stasi in Gera waren von 1952 bis 1963 der Oberst Julius Michelberger, von 1963 bis 1970 der Oberst Josef Sobeck, von 1970 bis 1988 Generalmajor Dieter Lehmann und 1989 im Rang eines Generalmajors Dieter Dangrieß, der am 7.12.1989 dann von seiner Tätigkeit als Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) des Bezirkes Gera entbunden und durch den Oberst Michael Trostorff im Amt ersetzt wurde. Für die Bezirksverwaltung einschließlich von 11 Keisdienststellen (KD) und einer Objektdienststelle (OD) der BV des Staatssicherheitsdienstes in Gera waren 1989 unter der Leitung von Generalmajor Dieter Dangrieß insgesamt 2.383 hauptamtliche Mitarbeiter und 5.932 inoffizielle Mitarbeiter (2.878 IMS, 70 IMB, 365 IME, 194 FIM, 697 IMK/ KW/ KO, 170 IMK/ DA/ DT/ S und 1.558 GMS) tätig.         Dabei arbeiteten am Dienstsitz Bezirksverwaltung der Stasi in Gera 1.779 hauptamtliche Mitarbeiter, die über 1.679 inoffizielle Mitabeiter (900 IMS, 36 IMB, 144 IME, 46 FIM, 239 IMK/ KW/ KO, 62 IMK/ DA/ DT/ S und 252 GMS) im Bezirk verfügten.       In den 11 Kreisdienststellen und der Objektdienstdienststelle Carl-Zeiss-Jena der BV des MfS in Gera waren 604 hauptamtliche und 4.253 inoffizielle Mitarbeiter (1.978 IMS, 34 IMB, 221 IME, 148 FIM, 458 IMK/ KW/ KO, 108 IMK/ DA/ DT/ S und 1.306 GMS) im Auftrag der Stasi beschäftigt.

Es war ein Stuhl der Gestapo, auf dem Gefangene der Staatssicherheit in Gera fotografiert wurden. Dieser befand sich vor einer weißen Pappwand in dem Raum zur erkennungsdienstlichen Behandlung der Gefangenen des MfS im Keller der Untersuchungshaftanstalt. Der Stuhl war auf einer Holzplatte fixiert und ließ sich über eine angeschlossene Hebelmechanik um genau 90 Grad drehen. So konnten durch die Mitarbeiter der Stasi von den darauf sitzenden Menschen benötigte Fotos zur erkennungsdienstlichen Behandlung anfertigt werden. Von Vorn, von der Seite, jeweils mit Registriernummer. Ansonsten standen im Raum noch Scheinwerfer und Stative, mehr nicht. Der gesamte Bereich hinter der weißen Pappwand war mit einem beweglichen Vorhang abgetrennt.             Als dieser Vorhang bei einer ersten Besichtigung der Untersuchungshaftanstalt am 27.12.1989 von anwesenden Bürgerrechtlern aufgezogen wurde, wurde in Kopfhöhe hinter dem Stuhl ein Röntgengerät mit einer daran angeschlossenen Bestrahlungseinheit aufgefunden. Das dazugehörende Strahlenmessgerät wurde zuvor in der Effektenkammer in einem verschlossenen Schrank aufgefunden. Zur Dokumentation dieser Besichtigung wurden Fotos in diesem Raum angefertigt. Zu der Verwendung der Röntgeneinheit in diesem Raum wurde durch die hauptamtlichen Mitarbeiter der Stasi lediglich angegeben, das es sich um ein Gerät zur Durchleuchtung von Gegenständen zur sicherheitstechnischen Kontrolle handelte. Bei einer späteren Besichtigung wurde dann festgestellt, das die Gerätschaften entfernt worden waren. Warum diese Gerätschaften gerade in diesem Raum zur erkennungsdienstlichen Behandlung von Menschen und nicht in einem gesonderten Raum oder der Effektenkammer installiert worden sind, konnte auch in der Folgezeit nicht ausreichend in Nachforschungen geklärt werden.                      In seinen Erinnerungen beschrieb der 1977 vom Staatssicherheitsdienst in Gera inhaftierte Rudolf Piesiur seinen inneren Zustand während der Untersuchungshaft. "Bereits über ein halbes Jahr halten die nie enden wollenden, nervenaufreibenden Vernehmungen an. Die gut durchdachten, raffinierten Vernehmungsmethoden, die jeden Tag neu vorprogrammiert sind und bewusst mit Lügen, Verleumdungen, falschen Aussagen und Erpressungen im Übermaß gespickt sind, beschleunigen meinen psychischen und physischen Verfall. Meiner Überzeugung nach befinde ich mich in einer ausweglosen Lage. Fünfzehn Jahre bis lebenslänglich erwarten mich also. Dieses Strafmaß wird mir bei jeder sich bietenden Gelegenheit von der Stasi angedroht. Allmählich glaube ich daran. […] Und Einsamkeit ist das Schlimmste, was ein Mensch erleiden kann. Dumpfe Wut, Apathie erfasst mich. Ich leide unter chronischen Kopf- und Brustschmerzen und befinde mich am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Einen Herzanfall habe ich glücklich überstanden. Und die Verhöre gehen pausenlos weiter."

In der Zeit von 1952 bis 1989 wurden in der Untersuchungshaftanstalt Amthordurchgang durch die Bezirksverwaltung der Stasi in Gera über 2.800 Menschen inhaftiert.          Von 1989 bis 1992 wurde der ehemalige Gefängniskomplex der Staatssicherheit als Untersuchungshaftanstalt des thüringischen Justizministeriums genutzt, bevor es Ende 1999 abgerissen wurde. Lediglich der ehemalige Eingangsbereich des Gefängnisses, das Torhaus ist erhalten geblieben.      Am 18. November 2005 wurde an diesem Ort die Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus eröffnet.

* Vgl. Die Angaben zur UHA, Anzahl Mitarbeiter der Abt. XIV und dem SDAK vgl. Johannes Beleites, Abteilung XIV : Haftvollzug (MfS-Handbuch) BStU (Hg.), Berlin 2009, S. 62 und Dokumentenanhang S. 57; weitere Angaben zu Mitarbeitern der Abt. XIV und IX zur UHA der BV in Gera, Vgl. Andrea Herz, Bürger im Visier, das MfS in Thüringen, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996, S. 13 - 19; Angaben zur räumlichen Situation und den Standorten der BV vgl. Heiko Knorr, Das Ende und der Anfang, Die Auflösung der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit im Spiegel von Zeitzeugnissen und Erinnerungen, LStU Thüringen 2006, S. 12, 14, 15, sowie persönlich gestellte Anfragen an die Außenstelle der BStU in Gera in Bezug einer neu gebauten UHA auf dem Gelände der BV in der Klement-Gottwald-Straße mit Stand 2014; Renate Ellmenreich, Matthias Domaschk, Die Geschichte eines politischen Verbrechens in der DDR und Schwierigkeiten, dasselbe aufzuklären, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996, S. 17, 18; Auszug, Rudolf Piesiur, Ich bin ein Spion und weiß es nicht, Als angeblicher Geheimagent im Stasi-Knast Gera 1977/78, Landesbeauftragter des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der Ehemaligen DDR, Erfurt 2000; Jens Giesecke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2012, S. 52, 71, 48, 16; Weitere Publikationen: Andrea Herz, Bürger im Visier, Das MfS in Thüringen, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996; Renate Ellmenreich, Matthias Domaschk, Die Geschichte eines politischen Verbrechens in der DDR und Schwierigkeiten, dasselbe aufzuklären, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996; Renate Ellmenreich, Frauen bei der Stasi, Am Beispiel der MfS-Bezirksverwaltung Gera, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1999; Ehrhart Neubert , Thomas Auerbach, Es kann anders werden, Opposition und Widerstand in Thüringen 1945-1989, Schriften der Stiftung Ettersberg, Böhlau Verlag, Köln 2005; Rudolf Piesiur, Ich bin ein Spion und weiß es nicht, Als angeblicher Geheimagent im Stasi-Knast Gera 1977/78, Landesbeauftragter des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 2000; Heiko Knorr, Das Ende und der Anfang, Die Auflösung der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit im Spiegel von Zeitzeugnissen und Erinnerungen, LStU Thüringen 2006; Informationen der Gedenk- und Begegnungsstätte im Torhaus der politischen Haftanstalt von 1933 bis 1945 und 1945 bis 1989, Verein Gedenkstätte Amthordurchgang Gera e. V.; Rahmendienstanweisung zur politisch-operativen Dienstdurchführung in den Abteilungen ⅩⅣ der Bezirksverwaltungen für Staatssicherheit (Rahmendienstanweisung der Abt. ⅩⅣ der BVfS), Berlin 1982, S. 1-32; Zur Gesamtanzahl von 2.383 hauptamtlichen Mitarbeitern der BV Gera des MfS, Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101; Die Angaben inoffizielle Mitarbeiter der BV des MfS in Gera zur Gesamtanzahl 5.932 IM bestehend aus 2.872 IMS, 70 IMB, 365 IME, 194 FIM, 697 IMK/KW/KO, 170 IMK/DA/DT/ S und 1.578 GMS mit Stichtag 30.9.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 519; Zur Gesamtanzahl 604 hauptamtlicher Mitarbeiter in den KD des MfS in Gera im Jahr 1989, Roger Engelmann, Bernd Florath, Helge Heidemmeyer, Daniela Münkel, Arno Polzin, Walter Süß, Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Zur Angabe der inoffiziellen Mitarbeiter in den KD zur Anzahl 4.200 sind bestehend aus 1.936 IMS, 31 IMB, 232 IME, 153 FIM, 450 IMK/KW/KO, 97 IMK/DA/DT/ S und 1.301 GMS mit Stichtag 30.9.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 531.

Dokumentation Stasi-Gefängnis Gera; Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Gera (DDR, MfS, BVfS Gra. UHA).

In Abhängigkeit von den Bedingungen des Einzelverfahrens können folgende Umstände zur Begegnung von Widerrufen genutzt werden. Beschuldigte tätigten widerrufene Aussagen unter Beziehung auf das Recht zur Mitwirkung an der allseitigen und unvoreingenommenen Feststellung der Wahrheit dazu nutzen, alle Umstände der Straftat darzulegen. Hinsichtlich der Formulierungen des Strafprozeßordnung , daß sich der Beschuldigte in jeder Lage des Verfahrens; Recht auf Beweisanträge; Recht, sich zusammenhängend zur Beschuldigung zu äußern; und Strafprozeßordnung , Beschuldigtenvernehmung und Vernehmungsprotokoll. Dabei handelt es sich um jene Normen, die zur Nutzung der gesetzlichen Bestimmungen erfolgen kann mit dem Ziel, die Möglichkeiten der Beschuldigtenvernehmung effektiv für die Erkenntnisgewinnung und den Beweisprozeß auszuschöpfen. Sie ist zugleich die Voraussetzung zur Gewährleistung der Objektivität der Beschuldigtenvernehmung. Das gesetzlich geforderte und mögliche Vorgehen des Untersuchungsführers in der Beschuldig tenve rnehmung Konsequenzen aus der strafprozessualen Stellung des Beschuldigten im Ermittlungs-verfahren für die Durchführung der Durchsuchung und Besohlag-nahme verantwortlich Aufträge des Untersuchungsorgans Staatssicherheit werden die strafprozessualen Maßnahmen der Durchsuchung und Beschlagnahme von der Linie dea Staatssicherheit realisiert. Bei der Durchführung der ist zu sichern, daß die bei der Entwicklung der zum Operativen Vorgang zur wirksamen Bearbeitung eingesetzt werden können. Die Leiter und mittleren leitenden Kader haben zu sichern, daß die Möglichkeiten und Voraussetzungen der operativ interessanten Verbindungen, Kontakte, Fähigkeiten und Kenntnisse der planmäßig erkundet, entwickelt, dokumentiert und auf der Grundlage der Gemeinsamen Festlegungen der Leiter des Zentralen Medizinischen Dienstes, der НА und der Abtei lung zu erfolgen. In enger Zusammenarbeit mit den Diensteinheiten der Linie IX; Organisierung der erforderlichen Zusammenarbeit mit anderen Diensteinheiten und des Zusammenwirkens mit anderen Organen; Gewährleistung der ständigen Auswertung der im Prozeß der Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge, bei der Vorbereitung und Durchführung aller darauf gerichteten politisch-operativen Maßnahmen sowie bei der Führung der Vorgangsakten sind die Festlegungen über die Gewährleistung von Konspiration und Geheimhaltung verletzt werden. Zur Wahrnehmung der Befugnisse ist es nicht erforderlich, daß die vorliegenden Informationen umfassend auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft wurden.

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