Bezirksverwaltung Halle des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Halle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Die Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Halle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) befand sich in einem 1971 von der Stasi neu erbautem Gebäude, das auf einem abgeschirmten Areal am Gimritzer Damm zwischen Halle und Halle-Neustadt lag.     Der DDR-Bezirk Halle hatte im Jahr 1989 in 20 Land-, und 3 Stadtkreisen insgesamt 1.776.500 Einwohner.     Für die Bezirksverwaltung des Staatssicherheitsdienstes in Magdeburg waren 1989 unter der Leitung von Generalmajor Dr. Heinz Schmidt am Dienstsitz der BV in Halle, einschließlich von 23 Keisdienststellen (KD) und 3 Objektdienststellen (OD) alles in allem 3.152 hauptamtliche Mitarbeiter (MA) der Stasi tätig.        Die Bezirksverwaltung Halle für Staatssicherheit war eine der größten Bezirksverwaltungen innerhalb des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.      Insgesamt 10.569 inoffizielle Mitarbeiter (6.195 IMS, 119 IMB, 338 IME, 203 FIM, 1.374 IMK/ KW/ KO, 210 IMK/ DA/ DT/ S und 2.130 GMS) übten dabei im Auftrag der Bezirksverwaltung des MfS (Stand 30.11.1989) in Halle eine konspitative Tätigkeit aus.      Dabei waren 1989 in den 23 Kreisdienststellen der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit des MfS im Bezirk Halle 1.153 hauptamtliche und 8.046 inoffizielle Mitarbeiter (4.706 IMS, 61 IMB, 189 IME, 180 FIM, 1.020 IMK/ KW/ KO, 126 IMK/ DA/ DT/ S und 1.764 GMS) dem Staatssicherheitsdienst verpflichtet beschäftigt.      Alleine in den 3 Objektdienststellen der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Halle des MfS in den Kombinaten Buna, Leina und Bitterfeld waren 1989 insgesamt 122 hauptamtliche und 756 inoffizielle Mitarbeiter der Stasi beschäftigt.

Der Bezirk Halle vereinigte im Territorium der DDR vier der größten Industriekombinate, die chemischen Werke Buna, Leuna und Bitterfeld sowie die Filmfabrik in Wolfen. Dieses hatte eine hohe Konzentration von Industriearbeitern insbesondere im Dreieck Halle-Merseburg-Bitterfeld zur Folge. Bereits in den zwanziger Jahren waren die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), die hier eine für sie wichtige Klientel sahen, in dieser Industrieregion besonders aktiv gewesen. Da die Kommunisten im Streben nach Einfluß unter den Arbeitern in Halle, Merseburg und Bitterfeld zeitweilig die Oberhand gewonnen hatten, galt dieses Gebiet in der Propaganda der DDR als "das rote Herz Mitteldeutschlands". Die Sozialistsiche Einheitspartei Deutschlands (SED) versuchte daran anzuknüpfen und ihren Einfluß unter der "fortschrittlichsten Klasse" weiter auszudehnen. So verfügte der DDR-Bezirk Halle mit über 250000 SED-Mitgliedern und Kandidaten über die zahlenmäßig größte aller Bezirksorganisationen der SED. Das politische Gewicht des Bezirks Halle im Machtsystem war auch daran zu erkennen, daß der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung, Hans-Joachim Böhme, ebenso wie seine beiden Vorgänger Werner Felfe und Horst Sindermann seit den sechziger Jahren in den inneren Führungszirkel der Staatspartei, das Politbüro, aufstiegen und Vollmitglied im Machtzentrum der SED waren, ein Privileg, das nur vier der fünfzehn SED-Beziksleiter in der DDR hatten. Daß die Führung der SED der Theorie von der revolutionären Arbeiterklasse jedoch selbst nicht vertraute oder aber diese Theorie wirklich wörtlich nahm, zeigt die Tatsache, daß im Bezirk Halle gleichzeitig eine der größten Bezirksverwaltungen des Ministeriums für Staatssicherheit aufgebaut worden war, um die Gefahr von Unruhen und eines Umsturzes schon im Vorfeld zu verhindern.

Die Diensteinheiten des Ministeriums in Berlin und der Bezirksverwaltungen waren nach dem sogenannten Linienprinzip der Stasi gegliedert. Die Diensteinheiten der Zentrale in Berlin hatten demnach in der Regel ein Pendant in den Bezirksverwaltungen des Staatssicherheitsdienstes in den Bezirken der DDR. Die Leiter des MfS führten die BV im Bezirk Halle nach dem Prinzip der militärischen Einzelleitung und waren Erich Mielke, dem Minister für Staatssicherheit direkt unterstellt, der jedoch keinen unmittelbaren Einfluß auf die eigentliche Tätigkeit in der Leitung der BVfS ausübte, zur Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit in Halle den Leiter allerdings voll verantwortlich machte. Wie der Minister für Staatssicherheit in Berlin hatten die Leiter einer BVfS jeweils vier Stellvertreter, dem jeweils eine Gruppe von Abteilungen zugeordnet war. Zwei der Stellvertreter waren für operative Einheiten zuständig, deren Aufgaben den Tätigkeitsfeldern den von Mielkes Stellvertretern Rudi Mittig und Gerhard Neiber entsprachen. Es gab einen Stellvertreter für operative Technik und Sicherstellung, dem Aufgabenbereich von Wolfgang Schwanitz entsprechend, und einen Stellvertreter, der wie Werner Großmann in der Zentrale in Berlin für die Aufklärung zuständig war und damit die Abteilung XV zu leiten hatte. Während dagegen die Hauptabteilung II Erich Mielke selbst unterstand, wurde die Spionageabwehr (Abt. II) in den Bezirken von einem der Stellvertreter für operative Bereiche geleitet.         Die verantwortlichen Leiter der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit des MfS der DDR in Halle waren von 1950 bis 1952 Martin Weikert, von 1952 bis 1955 Rudolf Vödisch, von 1955 bis 1972 Emil Wagner und von 1972 bis 1989 im Rang eines Generalmajors Dr. Heinz Schmidt.      Dem letzten Leiter der Bezirksverwaltung, Generalmajor Heinz Schmidt standen 1989 in Ausübung seiner Tätigkeit ein Beauftragter des Leiters (Oberstleutnant Hugo Nohl), ein 1. Stellvertreter (Oberst Dr. Rolf Schöppe), ein Stellvertreter Operativ (Oberst Udo Hahn), ein Stellvertreter für operative Technik und Sicherstellung (Oberst Hans-Dieter Pfeiffer) und ein Stellvertreter Aufklärung (Oberst Eckhard Schiller) zur Verfügung, die für die jeweils ihnen als Anleitungsbereich unterstellten Diensteinheiten verantwortlich waren.         Des Weiteren unterstanden dem Leiter der BV des MfS in Halle unmittelbar in seinem Anleitungsbereich die 23 Kreisdienststellen der BV Halle des MfS in Zu den 23 Kreisdienststellen, die dem Leiter der Bezirksverwaltung des MfS in Halle im Verantwortungsbereich neben einzelnen Diensteinheiten unmittelbar direkt unterstellt waren, gehörte       Artern, Aschersleben, Bernburg, Bitterfeld, Dessau, Eisleben, Gräfenhainichen, Halle, Halle-Neustadt, Hettstedt, Hohenmölsen, Köthen, Merseburg, Naumburg, Nebra, Quedlingburg, Querfurt, Roßlau, Saalkreis, Sangerhausen, Weißenfels, Wittenberg und Zeitz.

Aufnahmen vom 30.3.2013 des Raums 13 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 50
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Generalmajor Heinz Schmidt als Leiter der Bezirksverwaltung Halle der Stasi unterstanden in seinem Verantwortungssbereich unmittelbar        die Arbeitsgruppe des Leiters (AGL) mit 17 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Kurt Zacharias. Die ständige Hauptaufgabe der Arbeitsgruppe des Leiters der BVfS war die Mobilmachungsplanung für den Verteidigungszustand im Zuständigkeitsbereich der Bezirksverwaltung. Ein besonderer Teil der Mobilmachungspläne war der sogenannte "Vorbeugekomplex", für den in erster Linie die Stasi verantwortlich war. Darin waren Verhaftung und "Isolierung" von politisch "verdächtigen" Bürgern und deren Verbringung in Gefängnisse der Stasi bzw. "Isolierungslagern" am Tag X vorgesehen. In der Erarbeitung und der ständigen Aktualisierung dieser Verhaftungslisten und Maßnahmepläne spielte die AGL eine zentrale und koordinierende Rolle.      Der AGL war die Wach- und Sicherungseinheit (WSE) der BV Halle des MfS mit 218 Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit unter der Leitung von Major Hans-Joachim Weiß untergeordnet. Die Soldaten als Angehörige des Wachregimentes Felix Dzierzynski waren für die Sicherung der Gebäude der BV des MfS in Halle verantwortlich.        Die Abteilung Kader und Schulung (KuSch) mit 71 hauptamtlichen Mitarbeietern (1 OibE und 1 UMA) unter der Leitung von Major Jürgen Och. Der Abteilung KuSch war der Medizinische Dienst mit 15 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Peter Herrmann untergeordnet. Der Medizinische Dienst stellte auch das medizinische Personal für die eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) der BV Halle, die sich außerhalb der BV nahe dem Stadtzentrum Am Kirchtor 20 befand.           Betrieben wurde die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Halle von der für die Untersuchungshaft- und den Haftvollzug des Staatssicherheitsdienstes verantwortlichen Abteilung  XIV mit 72 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Lorenz Konrad.     Die eigene Untersuchungshaftanstalt der BVfS Halle des MfS war auch gleichzeitig der Dienstsitz der Abteilung IX (Untersuchungs- und Ermittlungsabteilung) mit 53 hauptamtlichen Mitarbeitern (1 OibE) unter der Leitung von Oberstleutnant Jürgen Stenker. Stellvertreter des Leiters der Abt. IX waren Major Schemm und Major Wahn. Die Abteilung Ⅸ bearbeitete Untersuchungsvorgänge in der offiziellen Strafverfolgung (Ermittlungsverfahren) im Bezirk Halle. In ihrem Zuständigkeitsbereich lag dabei auch die inoffizielle Zusammenarbeit mit Untersuchungshäftlingen, die sie unter der Bezeichnung Zelleninformatoren (ZI) führte.       Die Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG) mit 57 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Herbert Herbestreit.  In der AKG liefen alle Informationen zusammen und wurden verdichtet. Diese Abteilung verfasste die Berichte an die Bezirksleitung der SED und verfügte über Kontrollmechanismen, um eine Doppelbearbeitung der Stasi in Halle zu vermeiden.       Der Auswertungs- und Kontrollgruppe war die Abteilung XII (Auswertung, Speicher und Archiv) mit 32 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Josef Rauch untergeordnet. Die Abteilung ⅩⅡ diente der Erfassung und Überprüfung von Personen und Objekten. Sie führte im Bezirk Halle eine Personenkartei der Stasi, registrierte Operative Vorgänge sowie Akten und archivierte das operative Schriftgut sowie Aktenbestände anderer staatlicher Organe. Aus diesem Grund war sie in der Bezirksverwaltung Halle die Auskunftsstelle, die auf Anforderung Überprüfungen, Recherchen und Auskunftserteilungen leistete.       Die Abteilung 26 mit 46 hauptamtlichen Mitarbeitern (4 IM-führend) unter der Leitung von Oberstleutnant Jürgen Stollberg. In den Zuständigkeitsbereich dieser Abteilung fiel der "auftragsgebundene konspirative Einsatz operativ-technischer Mittel und Methoden" im Bezirk Halle. Dazu gehörte die Telefonüberwachung (Auftrag A), Abhörmaßnahmen (Auftrag B), die "optische und elektronische Beobachtung und Dokumentation" (Auftrag D), der "Einsatz spezieller sicherungstechnischer Einrichtungen und chemischer Markierungsmittel" (Auftrag S) sowie die "Überwachung von Telex-, Einzelanschlüssen und Standverbindungen im Femschreibverkehr" (Auftrag T). Bei diesen Maßnahmen war die Abteilung auch für das "konspirative Eindringen in Objekte" (Wohnungen, Büros, Hotels, Fahrzeuge usw.) zuständig.          Des Weiteren die Abteilung Finanzen mit 15 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Herbert Oehmig, die für die Haushaltsplanung, Besoldung, und dem Betrieb der hauseigenen Sparkasse der BVfS Halle verantwortlich war.            Die Zentrale SED-Parteileitung (ZPL) der Bezirksverwaltung Halle des Ministeriums für Staatssicherheit mit 6 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Gerhard Wolf als 1. Sekretär der Parteiorganisation wurde von der Abteilung Sicherheitsfragen der Bezirksverwaltung der SED in Halle direkt angeleitet.

Die 23 Kreisdienststellen der Stasi-Bezirksverwaltung im Bezirk Halle wurden nach dem Prinzip der militärischen Einzelleitung geführt und waren Generalmajor Heinz Schmidt als Leiter der Bezirksverwaltung in Halle direkt in seinem Verantwortungsbereich unterstellt, der jedoch keinen unmittelbaren Einfluß auf die eigentliche Tätigkeit in der Leitung der KD ausübte, zur Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit in Halle den Leiter der jeweiligen KD allerdings voll verantwortlich machte.        Die 23 Kreisdienststellen befanden sich in    Artern unter der Leitung von Oberstleutnant Wolgang Haase in der Puschkin-Straße 23-24,      in Aschersleben unter der Leitung von Oberstleutnant Rudolf Brauer in der Dr.-Kurt-Fischer-Straße 1,       in Bernburg unter der Leitung von Oberstleutnant Frank Merbitz in der Liebknechtstraße 61-63,      in Bitterfeld unter der Leitung von Oberstleutnant Karl-Heinz Malzahn in der Puschkinstr. 20-24,       in Dessau unter der Leitung von Oberstleutnant Kurt Koch in der Puschkinallee 1,      in Eisleben unter der Leitung von Oberstleutnant Manfred Michaelis in der Wilhelm-Beinert-Straße 2,      in Gräfenhainichen unter der Leitung von Oberstleutnant Ralf Büntig in der Adam-Weiße-Straße 48,      in Halle unter der Leitung von Oberstleutnant Wolfgang Thomas in der Ludwig-Stur-Straße 1,       in Halle-Neustadt unter der Leitung von Oberstleutnant Werner Staat am Gimritzer Damm auf dem Gelände der BVfS Halle des MfS,    in Hettstedt unter der Leitung von Oberstleutnant Otto Büchner in der Fritz-Probst-Straße 25,     in Hohenmölsen unter der Leitung von Oberstleutnant Joachim Karl in der Oststraße 11,     in Köthen unter der Leitung von Oberstleutnant Karl-Heinz Conrad in der Maxim-Gorki-Straße,     in Merseburg unter der Leitung von Oberstleutnant Bernd Conrad in der Poststraße 16,     in Naumburg unter der Leitung von Oberstleutnant Eckard Bach am Marienring 12,      in Nebra unter der Leitung von Oberstleutnant Rudolf Dittrich an der Promenade 12,      in Quedlingburg unter der Leitung von Oberstleutnant Lothar Schulze in der Ethel-und-Julius-Rosenbergstraße 24 a,      in Querfurt unter der Leitung von Oberstleutnant Horst Hüffer am Döcklitzer Tor,      in Roßlau unter der Leitung von Oberstleutnant Gerd Weyhrauch in der Straße der Opfer des Faschismus 46,     in Saalkreis unter der Leitung von Oberstleutnant Jürgen Bieback in der Dr.-Richard-Sorge-Straße 18-19 (Halle), in Sangerhausen unter der Leitung von Oberstleutnant Eberhard Lawrenz in der Marienstraße 2,     in Weißenfels unter der Leitung von Oberstleutnant Ingo Horn in der Leninstraße 27,      in Wittenberg unter der Leitung von Oberstleutnant Günter Bolewski in der Melanchthonstraße 6,    und in Zeitz unter der Leitung von Oberstleutnant Gert Enke in der Zeppelinstraße 1.

Der 1. Stellvertreter Operativ des Leiters der Bezirksverwaltung des MfS in Halle war 1989 war Oberst Dr. Rolf Schöppe. Er war in seinem Anleitungsbereich verantwortlich für              die Abteilung XVIII (Absicherung der Volkswirtschaft) mit 63 hauptamtlichen Mitarbeiter (42 IM-führend, 2 OibE, 258 IM/GMS) unter der Leitung von Oberst Karl-Heinz Schöning. Die Aufgabe der Abteilung ⅩⅧ war die Überwachung der Volkswirtschaft im Bezirk Halle, der volkswirtschaftlichen Leitungs- und Planungsorgane des Staatsapparates sowie der zentralen Betriebe, Kombinate und Einrichtungen in den Bereichen Industrie, Bauwesen, Handel, Versorgung, Landwirtschaft sowie Außenhandel. Diese Abteilung kontrollierte zudem Forschungseinrichtungen, vor allem im naturwissenschaftlich-technischen, aber auch im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich.             Die Abteilung XIX (Absicherung Verkehr, Post und Nachrichtenwesen) mit 45 hauptamtlichen Mitarbeitern (29 IM-führend, 3 HIM, 1 OibE, 441 IM/GMS) unter der Leitung von Oberstleutnant Hans-Joachim Hoffmann. Diese Diensteinheit war zuständig für die Absicherung aller Bereiche des Verkehrswesen: der Deutschen Reichsbahn (einschließlich des Militärverkehrs), des Kraftverkehrs, der zivilen Luftfahrt/ Interflug und des Bereichs Wirtschaftsflug sowie des grenzüberschreitenden Verkehrs im Bezirk Halle. Zusätzlich hatte diese Stasi-Abteilung das Post- und Femmeldwesen im DDR-Bezirk Halle zu sichern.             Die Abteilung XX (Absicherung Staatsapparat, staatliche Institutionen, Kirchen und Kultur) mit 75 hauptamtlichen Mitarbeitern (49 IM-führend, 2 HIM, 1 OibE, 607 IM/GMS) unter der Leitung von Oberst Achim Gröger war dafür verantwortlich, die "politisch-ideologische Diversion" (PID) und "politische Untergrundtätigkeit" (PUT) im Raum Halle aufdecken. Dementsprechend war sie nicht nur für die Sicherung bezirklicher Organe und Einrichtungen des Staatsapparates, der Führungsgremien der Parteien (ohne SED) und Massenorganisationen und der zentralen Massenmedien (Presse, Fernsehen, Rundfunk) zuständig. Sondern sie überwachte ferner Kirchen sowie Religionsgemeinschaften und agierte im "Operationsgebiet" (vor allem Bundesrepublik) gegen "Zentren der PUT" und unter Angehörigen "alternativer Gruppierungen".            Weiterhin gehörte in die Zuständigkeit des Stellvertreters Operativ Oberst Bruno Mangold, die Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (AG G) mit 4 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Johannes Eckhardt. Die Arbeitsgruppe Geheimnisschutz war  für die Sicherheitsüberprüfungen von Geheimnisträgern in Halle und dem Schutz von Staatsgeheimnissen vor Informationsabfluß zuständig.              Ebenfalls unterstanden dem Anleitungsbereich des 1. Stellvertreters Operativ Oberst Rolf Schöppe 3 Obejektdienststellen der Bezirksverwaltung Halle. Die Objektdienststelle Chemiekombinat (CKB) Bitterfeld in der Straße der Wissenschaften, Haus I+II mit 33 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Peter Prüfer. Die Objektdienststelle im Kombinat VEB Chemische Werke Buna im Bau B 13 mit 39 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Klaus-Ulrich Ehrlich, und die Objektdienststelle im Volkseigenem Kombinat (VEK) Leuna-Werke "Walter Ulbricht" im Bau 24 üdseite, 3. Etage) mit 41 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnat Walter Schlechter. In der 3 Objektdienststellen der Stasi im DDR-Bezirk Halle waren insgesamt 756 inoffizielle Mitarbeiter (438 IMS, 3 IMB, 18 IME, 13 FIM, 96 IMK/ KW/ KO, 25 IMK/ DA/ DT/ S und 162 GMS) beschäftigt.

Der Stellvertreter Operativ des Leiters der Bezirksverwaltung der Stasi in Halle war Oberst Udo Hahn.           Er war in seinem Anleitungsbereich verantwortlich für die Abteilung II (Spionageabwehr) mit 66 hauptamtlichen Mitarbeitern (37 IM-führend) unter der Leitung von Oberstleutnant Karl-Heinz Kittler. Die Abteilung Ⅱ hatte die Tätigkeit "feindlicher Geheimdienste" gegen die DDR auf politischem, militärischem und ökonomischem Gebiet im Bezirk Halle aufzudecken. Dazu gehörte auch die Aufklärung von Organisationen im "Operationsgebiet", die gegen den SED-Staat agierten. Mehr noch war sie für die "innere Sicherheit" der MfS-Bezirksverwaltung Halle zuständig, also hinsichtlich des IM-Netzes, der hauptamtlichen und ehemaligen Mitarbeiter sowie den genutzten Einrichtungen.             Der Abteilung II war die Abteilung M (Postüberwachung) mit 154 hauptamtlichen Mitarbeitern (2 IM-führend) unter der Leitung von Oberstleutnant Rüdiger Portius unterstellt. Der Tätigkeitsbereich der Abteilung M war die Postkontrolle, also die Kontrolle und Auswertung sowohl nationaler als auch internationaler Postsendungen. Sie führte einen umfangreichen Schriftenspeicher und spezielle Adressenkarteien.          Die Abteilung VI (Passkontrolle, Tourismus) mit insgesamt 37 hauptamtlichen Mitarbeitern (17 IM-führend) unter der Leitung von Oberstleutnant Hans-Peter Romanowski. Die Überwachung des Ein- und Ausreise- sowie des Transitverkehrs im Bezirk Halle war Aufgabe der Abteilung Ⅵ. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckte sich dabei über die Transitstrecken und Verkehrswege bis zu den Aufenthaltsorten der Reisenden. Neben dem Bereich der Passkontrolle und Fahndung überwachte sie den Reise- und Touristenverkehr (inklusive Interhotels) und übernahm Aufgaben zur Verhinderung von Fluchtvorhaben. Angehörige der Abteilung Ⅵ waren auch im Westen aktiv.           Die Abteilung VII (Absicherung Volkspolizei, Ministerium des Innern) mit 36 hauptamtlichen Mitarbeitern  (18 IM-führend) unter der Leitung von Oberstleutnat Rudibert Jonak. Diese Abteilung diente im DDR-Bezirk Halle der Sicherung und Abschirmung der Dienstzweige des Ministeriums des Innern (MdI), wie Deutsche Volkspolizei (DVP), Volkspolizei-Bereitschaften, Zivilverteidigung, Verwaltung Strafvollzug und Kampfgruppen der Arbeiterklasse, und anderen "zivilen" Einrichtungen.               Die Abteilung VIII (Observation, Festnahme) mit 217 hauptamtlichen Mitarbeitern (6 IM-führend, 33 HIM, 4 OibE, 79 IM/GMS) unter der Leitung von Oberstleutnant Wilfried Rohland. Zum Aufgabenfeld der Abteilung Ⅷ gehörten Observierungen, Durchsuchungen, Festnahmen (im Zusammenhang mit Operativen Vorgängen) oder Maßnahmen gegen Einzelpersonen, Personengruppen sowie Einrichtungen im Bezirk Halle.               Weiterhin unterstand dem Stellvertreter Operativ der BV die Arbeitsgruppe Terrorabwehr (AG XXII) mit 4 hauptamtlichen Mitarbeitern (2 IM-führend) unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Schlanstedt. Zur "Terrorabwehr" überwachte und bearbeitete die Arbeitsgruppe links- und rechtsextreme (bzw. -terroristische) Organisationen und Gruppen sowie militante Gegner des SED-Regimes im Bezirk Halle. Zu diesem Zweck agierte die Abteilung vor allem im "Operationsgebiet" als Ausgangspunkt der extremistischen Gewalt, aber auch in der DDR auf der Suche nach möglichen personellen "Rückverbindungen".           Das Selbstständige Referat Abwehr Wehrkreiskommando (SR AWK) mit 5 hauptamtlichen Mitarbeitern (12 IM-führend, 2 OibE, 20 IM/GMS) unter der Leitung von Oberstleutnant Horst Scheibe. Das SR AWK war für die Militärabwehr, dem Schutz militärischer Geheimnisse, für die Sicherung der militärischen Mobilmachung, den Überprüfungen des militärischen Nachwuchskaders unter der fachlichen Anleitung durch die HA I (Militärische Abwehr) verantwortlich.                Die Bezirkskoordinierungsgruppe (BKG) mit 22 hauptamtlichen Mitarbeitern (12 IM-führend, 2 OibE, 20 IM/GMS) unter der Leitung von Oberstleutnant Peter Herzog war für das koordinierte Vorgehen des MfS im Bezirk Halle bei Republikfluchten, organisierter Fluchthilfe und legaler Übersiedlung verantwortlich.           Und das Selbstständige Referat Personenschutz (SR PS) mit 5 hauptamtlichen Mitarbeiter unter der Leitung von Major Frank-Eberhard Stränsch gehörte zum Anleitungsbereich des Stellvertreters Operativ Oberst Udo Hahn der Bezirksverwaltung Halle für Staatssicherheit des Staatssicherheitsdienstes der DDR.

Oberst Eckhard Schiller war der Stellvertreter Aufklärung des Leiters der BVfS Halle des MfS und damit gleichzeitig Abteilungsleiter der Abteilung XV (Auslandsaufklärung), die vor allem in der Bundesrepublik Deutschland für die Spionage auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet und der Übersiedlung und Einschleusung von inoffiziellen Mitarbeitern verantwortlich war. Die Abteilung XV mit 58 hauptamtlichen Mitarbeitern (26 IM-führend, 1 HIM) gehörte als Linie des Staatssicherheitsdienstes strukturell zur Hautverwaltung Aufklärung (HV A).     Der Leiter der Abteilung XV Oberst Eckhard Schiller war zwar der Stellvertreter Aufklärung des Leiters der Bezirksverwaltung, unterstand aber anleitungsmäßig der HV A-Zentrale in Berlin.            Die Abt. XV der BV Halle bearbeitete operativ seit den fünfziger Jahren schwerpunktmäßig die Region Ruhr (West) in Nordrhein-Westfalen, in den siebziger Jahren verlagerte sich die Zuständigkeit auf Rheinland-Pfalz und dort insbesondere auf Mainz. Operative Ziele verkörperten die Staatskanzlei, das Innenministerium, die Badische Anilin- & Soda-Fabrik AG (BASF) Ludwigshafen, die TU Kaiserslautern und die Eisenwerke Kaiserslautern Göppner GmbH (EWK). Abgestimmt mit der HV A interessierte sich die Abteilung XV für das Wehrbezirkskommando IV der Bundeswehr, für die MAD-Gruppe IV und Einrichtungen des BND in Mainz, für die Regel- und Steuerungsanlagen produzierenden Feinmechanischen Werke GmbH. In Kooperation mit der HV A galten das Augenmerk der Datenverarbeitungszentrale und dem kommunalen Gebietsrechenzentrum. In Trier suchte sie gemeinschaftlich mit der HV A operativ Informationen über das Femmel-detechnische Zentrum zu gewinnen. Die Abt. XV der BVfS Halle war insgesamt für 21 Objekte im "Operationsgebiet" zuständig.          Die Struktur der Abteilung XV der BV Halle  des MfS wich von anderen Abteilungen XV ab.          Das Referat 1 hatte 14 hauptamtliche Mitarbeiter und führte 1988 vier bundesdeutsche inoffizielle Mitarbeiter (IM). Das Referat 1 war in die Referate 1a und 1b unterteilt. Das Referat 1a, unter den Leitern Rainer Wiedenbeck, ab März 1982 und Frank Grathenauer, ab November 1986 konzentrierte sich das Referat 1 auf Vorgänge in der Landesregierung Rheinland-Pfalz, der Staatskanzlei und dem Innenministerium. Das Referat 1b verfolgte unter Peter Träger von 1971 bis Februar 1982 die Vorgangsentwicklung im wissenschaftlich-technischen Bereich und insbesondere beim "Hauptobjekt" BASF. Das Referat 1b ging dann vermutlich im November 1987 im Referat 4 auf.           Das Referat 2 mit zuletzt 13 hauptamtlichen Mitarbeitern und 6 bundesdeutschen inoffiziellen Mitarbeitern war wohl mit Übersiedlungen und der Gewinnung von Einsatzkadern befasst. Leiter waren Detlef Schmidt und Ullrich Steller ab November 1987.         Die Operative Außengruppe, das Referat 3 mit zuletzt 10 hauptamtlichen Mitarbeitern und 4 bundesdeutschen inoffiziellen Mitarbeitern, war mit der Qualifizierung des hauptamtlichen Nachwuchses der Abteilung betraut. Leiter waren ab April 1982 Rainer Böhme und seit Februar 1988 Wolfgang Entrich.       Das Referat 4 hatte zuletzt 13 hauptamtliche Mitarbeiter und 8 bundesdeutsche IM, die sich möglicherweise mit der operativen Beschaffung wissenschaftlich-technischer Informationen befassten. Leiter waren Klaus Tietz und Peter Träger ab Dezember 1986. Stellvertreter war Wolfgang Löbach.        Mit der Auswertung operativ beschaffter Informationen war das Referat 5 mit 5 hauptamtlichen Mitarbeitern und 4 bundesdeutschen IM betraut, das seit Mai 1977 von Horst Strehl geleitet wurde.         Die Anleitung der Offiziere für Aufklärung in den Kreisdienststellen der BVfS Halle des MfS oblag dem Referat 6, für das zuletzt 11 hauptamtliche Mitarbeiter hatte und 5 bundesdeutsche IM führte. Leiter waren Emst-Dieter Haferburg, Georg Köhler, Harald Kühr, Peter Träger und Winfried Standau. Einem anderen Hinweis nach befasste sich das Referat seit Oktober 1988 mit der Basisarbeit und Objektbearbeitung unter Leitung von Harald Kühr.          Das Referat 7 führte 6 bundesdeutsche IM und war vermutlich mit der Ausbildung des hauptamtlichen Nachwuchses befasst.           Die Abteilung XV der BVfS Halle der Stasi führte im Dezember 1988 insgesamt 41 bundesdeutsche IM, darunter die bemerkenswert hohe Anzahl von 21 O-Quellen. Hinzu kommen sechs ausländische IM/KP. Als DDR-IM sind 145 GMS sowie 113 in der Vorgangsart "IMB" nachgewiesen, unter denen Inhaber von Deckadressen und -telefonen, konspirativen Wohnungen und Objekten, Anlaufstellen, Grenz-IM oder Sicherungs-1M vermerkt sind. Weitere DDR-IM (aber auch Bundesbürger) sind in den 188 Fällen der Vorgangsart "IMA" registriert, die als IM, Werbekandidaten oder Kontaktpersonen fungierten. Zu diesem Zeitpunkt führte die Abteilung 602 Vorgänge.

Dem Stellvertreter für operative Technik und Sicherstellung (OTS) des Leiters der BV Halle, Oberst Hans Dieter Pfeiffer unterstanden in seinem Verantwortungsbereich         die Abteilung III (Funkaufklärung und Funkabwehr) mit 16 hauptamtlichen Mitarbeitern (2 IM-führend, 27 IM/GMS) unter der Leitung von Oberstleutnant Henry Müller. Die Abteilung Ⅲ war für die Funkaufklärung und Funkaabwehr sowie die wissenschaftlich-technische Entwicklung und materiell-technische Sicherstellung in diesem Bereich zuständig.           Die Abteilung XI (Chiffrierwesen) mit 18 hauptamtlichen Mitarbeitern (5 IM-führend, 30 IM/GMS) unter der Leitung von Oberstleutnant Willi Schiema, die für die fachliche Anleitung des Personals und die Wartung und Reperatur der Chiffrieranlagen der Deutschen Volkspolizei, der Nationalen Volksarmee, dem Zollwesen, des Staatsaperates und in den Betrieben Halles zuständig war.          Das Selbständige Referat Bewaffnung und Biologisch-Chemischer Dienst (SR BCD) mit 9 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Edmund Kuhn, die für die Bewaffnung, dem chemischen Dienst und der Schutzausrüstung, sowie deren Instandsetzung und der Lagerhaltung in der Bezirksverwaltung der Stasi in Halle verantwortlich tätig war.          Das Büro der Leitung (BdL) mit 39 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Oswald Solter, die für die Sicherung der Ordnung im Dienstobjekt, der Verschlußsachen-Stelle, dem Brandschutz etc. verantworlich tätig war.           Die Abteilung Nachrichtenwesen (N) mit 60 hauptamtlichen Mitarbeitern (1 IM-führend) unter der Leitung von Major Jörg Eckstein, die für die Realisierung der Stasi-internen Nachrichtenverbindungen und die Einbindung der Bezirksverwaltung Halle in die Bezirkseinsatzleitung verantwortlich tätig war.           Weiterhin unterstand dem Stellvertreter operative Technik und Sicherstellung des Leiters der BV die Abteilung Operative Technik (OT) mit 12 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Major Horst Demuth, die für die Versorgung der operativen Diensteinheiten mit elektronischer und optischer Einsatztechnik (Technische Sicherung von Türen etc.) zuständig war. Diese Abteilung war für die Fäschung bzw. Beschaffung von Ausweisen und Unterlagen verantwortlich. DDR-Personal- und Dienstausweise, Führerscheine usw. mußten nicht gefälscht werden, da die Stasi diese blanko ausgefüllt liegen gehabt hat. Ebenso Dienstsiegel von Zoll und Polizei, Bescheinigungen und anderes mehr.         Ebenfalls gehörte zum Anleitungsbereich des Stellvertreters für operative Technik und Sicherstellung Oberst Hans Dieter Pfeiffer die Abteilung Rückwärtige Dienste (RD) mit 302 hauptamtliche Mitarbeiter unter der Leitung von Major Eberhard Woelk. Diese Abteilung war für die Bereiche Bauwesen, Kfz und Versorgung verantwortlich.

Am 14.11.1989 erhielten die hauptamtlichen Mitarbeiter der Bezirksverwaltung des MfS in Halle ein Schreiben des Leiters der BV. "Liebe Genossinnen! Liebe Genossen! Ich habe das Bedürfnis, Ihnen allen, den Mitarbeitern der Bezirksverwaltung sowie der Kreis- und Objektdienststellen meinen Dank, meine Achtung und Anerkennung sowohl für die geleistete Arbeit, aber auch für das politische Standvermögen und die hohe Einsatzbereitschaft auszudrücken. Wir haben als Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit entsprechend den Beschlüssen unserer Parteiführung und der Leitungen in den Territorien, gemäß den Befehlen und Weisungen des Ministers und stets unter konsequenter Einhaltung der verfaassungsmäßigen Grundlagen und Gesetze unseres Staates in wahrhaft treuer Pflichterfüllung alle übertragenen Aufgaben nicht nur uneingeschränkt erfüllt, sondern in all den Jahren, wie auch jetzt in dieser schweren Zeit, mehr getan für unseren Staat und für seine Bürger, als das in Befehlen und Weisungen allein festgelegt war. Wir haben eine Vielzahl Feststellungen und Erkenntnisse über Unzulänglichkeiten, Schlampereien und Mißwirtschaft, über die Nichtwahrnehmung der Aufgaben, das Drücken vor der Verantwortung von Leitern, Funktionären und mittleren Leitungskadern erarbeitet. Darüber wurden konkrete Informationen nicht nur der Zentrale und dem l. Sekretär der Bezirksleitung der SED zur Verfügung gestellt, sondern auch mit eigenen Kräften viel getan, um Probleme überwinden zu helfen und in allen gesellschaftlichen Bereichen eine hohe staatliche Sicherheit und Ordnung zu garantieren. Wir kannten den Unmut zu den vielen ungelösten Problemen und haben nicht nur besorgt und wahrheitsgemäß, ohne Schönfärberei die Zentrale informiert, sondern mit Leidenschaftlichkeit und hohem persönlichem Einsatz unserer Genossen zur Veränderung der Situation beigetragen. Ohne unsere Arbeit wäre der Schaden noch größer. Wenn ich die gegenwärtige Situation einschätze, dann sind die Angriffe und zum Teil Schuldzuweisungen gegen unser sozialistisches Sicherheitsorgan sehr deutlich erkennbar. Uns berührt und tut sehr weh, daß diese Angriffe zum Teil unwidersprochen bleiben und nicht nur von Feinden ausgehen. Gleichzeitig dürfen wir auch nicht übersehen, daß sich der Hauptdruck gegen unsere Partei, gegen ihre führende Rolle, gegen einzelne Funktionäre, gegen ganze Sekretariate der Parteileitungen richtet und an Intensität und Schärfe zunimmt. Angesichts dieser Situation kommt es auf die Arbeit jedes einzelnen von uns an, die übertragenen Aufgaben in hoher Qualität zu realisieren und ständig eine hohe Einsatzbereitschaft und Standhaftigkeit zu garantieren.  In den nächsten Tagen werden wir zu weitergehenden Aufgaben unseres Ministeriums Stellung nehmen. Liebe Genossinnen und Genossen! Wir sind für die Erneuerung unserer Partei. Wir treten ein für die eingeleitete Wende der Politik in unserem sozialistischen Vaterland. Die 9. und 10. Tagung unseres Zentralkomitees hat die Lage analysiert und im Aktionsprogramm den einzig richtigen Weg gewiesen, um unsere Partei wieder in die Offensive zu bringen, das Vertrauen der Werktätigen unseres Landes zurückzugewinnen und einen demokratischen Sozialismus zu schaffen. Den bisher geleisteten Anteil, den jeder einzelne von uns zum Schutz und zur Stärkung des Sozialismus leistete, lassen wir uns nicht wegnehmen und von niemandem in Frage stellen. Wenn wir uns jetzt dieser Situation bewußt stellen, dann wenden wir uns entschieden gegen solche Einschätzungen, "konservativ" oder "Wendehälse" zu sein. Unser Ziel ist, eine DDR zu sichern und zu stärken, die ein echter sozialistischer Staat des ganzen Volkes ist, wie das auf der 10. Tagung des ZK unserer Partei programmatisch beraten wurde. Trotzdern! Wir sind erschüttert über die Analyse, über die Klarstellung der tatsächlichen Ursachen und der schwerwiegenden Fehler, die führende Genossen in der Partei- und Staatsführung in den letzten Jahren nicht nur geduldet, sondern sogar angewiesen haben. Die 11. Volkskammertagung hat dazu Stellung genommen, und hier wurde auch das Ausmaß der Wirkungen deutlicher. Ich möchte Euch meine Meinung zum Auftreten des Ministers für Staatssicherheit, Genossen Armeegeneral Erich Mielke, während dieses Plenums mitteilen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß Genosse Mielke den festen Vorsatz hatte, die Rolle, die Ergebnisse und die Leistungen des gesamten Ministeriums und aller Mitarbeiter in das richtige Licht zu rücken. Wie auch immer ist diese Absicht durch die Art und Weise seines Auftretens nicht nur erfolglos geblieben, sondern hat letztlich dem Ansehen des MfS geschadet. Wir alle sind mit Recht beschämt und empört. Das war und ist nicht unser Niveau. Ich werde diese, unsere gemeinsame Meinung in der Dienstberatung im MfS am 15. 11. 1989 gemeinsam mit dem Sekretär unserer Parteiorganisation, Genossen Oberst Wolff, deutlich zum Ausdruck bringen. Ich weiß, daß dadurch der Schaden nicht begrenzt werden kann. Nur unsere gute, zuverlässige und qualifizierte Arbeit, unser offensives Auftreten in den verschiedensten Formen der Öffentlichkeit wird das Ansehen des Ministeriums für Staatssicherheit festigen. Das habe ich auch in meinem Interview mit der "Freiheit" so bekräftigt. Liebe Genossinnen! Liebe Genossen! Ihr kennt die komplizierte Situation, in der sich unser Land befindet. Rücken wir noch enger zusammen und festigen unsere Reihen. Es geht um die revolutionäre Erneuerung des Sozialismus. Es geht um die Perspektive unserer Heimat. Ich vertraue auf Euch. Generalmajor Schmidt". * Am 15. Dezember 1989 begab sich der Leiter der BV Halle noch einmal in die Zentrale nach Berlin zu einer turnusmäßigen Dienstberatung des Kollegiums im MfS mit den Leitern der Bezirkverwaltungen in der DDR. In dieser Sitzung wurde allen BV-Leitern die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit sowie die Gründung des Amtes für nationale Sicherheit (AfNS) mitgeteilt. Es war eine der letzten, an der er teilnahm. Heinz Schmidt wie auch das gesamte MfS wurde bald von den Ereignissen überrollt. Bereits am Freitag, dem 12. Januar 1990, bestellte der mittlerweile von seiten des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) mit der Auflösung des Bezirksamtes der Staatssicherheit in Halle beauftragte langjährige 1. Stellvertreter des Leiters dieser Bezirksverwaltung, Rolf Schöppe, die noch anwesenden Mitarbeiter in den großen Kinosaal im Hauptgebäude der BV. Er eröffnete ihnen, daß es nun soweit sei: Sie könnten alle nach Hause gehen, seien beurlaubt und würden in den nächsten Wochen ihre Entlassungspapiere erhalten. Damit war eingetreten, was die meisten der Staatssicherheitsoffiziere in Halle seit den Dezemberereignissen befürchtet, worauf viele inzwischen aber auch gewartet hatten - das Ende einer der größten Bezirksverwaltungen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).*

Video 1 der Aufnahmen vom 25.12.2012 des Raums 11 (Flur) im Erdgeschoss des Nordflügels (Zellentrakt) der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Berlin-Hohenschönhausen.

Die Bezirksverwaltung der Stasi in Halle betrieb wie alle anderen Bezirksverwaltungen der Stasi in der DDR auch eine eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA), die sich außerhalb der BVfS nahe dem Stadtzentrum Am Kirchtor 20 befand. Das Stasi-Gefängnis war in einem Gefängniskomplex untergebracht, der bereits in den Jahren von 1836 bis 1842 als "Königlich-Preußische Straf-, Lern- und Besserungsanstalt" errichtetet worden war und nach 1945 vom sowjetischen Geheimdienst als Untersuchungsgefängnis und Gerichtsgebäude genutzt wurde. 1950 wurden Teile des Gebäudekomplexes an die Justiz der DDR übergeben, die hier zuerst vorübergehend eine Außenstelle des Zuchthauses Torgau einrichtete. Bereits ab Oktober 1950 nutzte auch die Bezirksverwaltung der Stasi in Halle den im Volksmund "Roter Ochse" genannten Komplex. Zwei Jahre später wurden mehrere Gebäude des Gefängnisses Am Kirchtor 20 a-d als Untersuchungshaftanstalt der BV des MfS weitergeführt, während der größere Teil des Komplexes dem normalen Strafvollzug des Ministerium des Innern (MdI) diente. Zuletzt wurde von der Staatssicherheit eine Größe der Untersuchungshaftanstalt von 72 Zellen für 181 Untersuchungs- und 20 Strafgefangene angegeben.

* Vgl. Funktion, Benennung und Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter, Joachim Scherrieble (Hg.), Der ROTE OCHSE, Halle (Saale), Politische Justiz, 1933-1945, 1945-1989, bearbeitet von Daniel Bohse und Alexander Sperk, Katalog zur Dauerausstellung, Ch. Links Verlag, Berlin 2008, S. 518, 519; Zur Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter der KD und OD, Roger Engelmann, Bernd Florath, Helge Heidemmeyer, Daniela Münkel, Arno Polzin, Walter Süß, Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, BStU (Hg.), Ch. Links Verlag, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Gesamtanzahl 3.152 hauptamtlicher Mitarbeiter der BV des MfS in Halle, Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101 und Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit, Personalstruktur und Lebenswelt 1950-1989/90, Ch. Links Verlag, Berlin 2000, S. 557; Gesamtanzahl 1.153 hauptamtlicher Mitarbeiter in den KD der BV des MfS in Halle im Jahr 1989, Roger Engelmann, Bernd Florath, Helge Heidemmeyer, Daniela Münkel, Arno Polzin, Walter Süß, Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Die Angaben zu den inoffiziellen Mitarbeitern der BV der Stasi in Halle zur Gesamtanzahl 10.569 IM bestehend aus 6.195 IMS, 119 IMB, 338 IME, 203 FIM, 1.374 IMK/ KW/ KO, 210 IMK/ DA/ DT/ S und 2.130 GMS mit Stichtag 12.12.1988, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 539-574; Die Angaben der inoffiziellen Mitarbeiter in den 23 Kreisdienststellen der BV des MfS in Halle zur Anzahl 8.046 IM sind bestehend aus 4.706 IMS, 61 IMB, 189 IME, 180 FIM, 1.020 IMK/ KW/ KO, 126 IMK/ DA/ DT/ S und 1.764 GMS, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 539-574; Die Angaben zu den Leitern der BV der Stasi in Halle, Jens Giesecke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2012, S. 79, 77, 78, 66; Hans-Peter Löhn, "Unsere Nerven lagen allmählich blank", MfS und SED im Bezirk Halle, Die Entmachtung der Staatssicherheit in den Regionen, Teil 2 (BF informiert 13/1996). Hg. BStU. Berlin 1996, S. 3, 6, 7; Die Angaben zu dem Mitarbeitern der Abteilung IX in Halle, Roger Engelmann, Frank Joestel, Die Hauptabteilung IX: Untersuchung, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2016, S. 25, 27; Die Angaben zu den hauptamtlichen Mitarbeitern der Abteilung XV in Halle, Helmut Endbergs, Die Hauptverwaltung A (HV A), Aufgaben - Strukturen - Quellen, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2011, S. 289-291; Ulrich Schlademann, Wiland Berg, Daniel Cyranka, Keine Überraschung zulassen, Berichte und Praktiken der Staatssicherheit in Halle bis Ende 1989, Herausgegeben von den Mitgliedern DAS ANDERE BLATT, Halle 1991, BdL/Dok. 2193/ 89, S. 122, 123; Die Angaben zu den hauptamtlichen Mitarbeitern der Abteilung XIV, Johannes Beleites, Abteilung XIV : Haftvollzug (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2009, S. 56, 57, 61.

Dokumentation Stasi-Bezirksverwaltung Halle; Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Halle (DDR, MfS, BVfS Hle.).

Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Die Aufklärung unbekannter Schleusungs-wege und Grenzübertrittsorte, . Der zielgerichtete Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen !; Die Aufdeckung und Überprüfung operativ bedeutsamer !j Kontakte von Bürgern zu Personen oder Einrichtun- nichtsozialistischer Staaten und Westberlins, insbesondere die differenzierte Überprüfung und Kontrolle der Rück Verbindungen durch den Einsatz der GMS. Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rah- inen der Absicherung des Reise-, Besucherund Trans tverkehrs. Die Erarbeitung von Ersthinweisen im Rahmen der Sicherung der Staatsgrenze der zur und Westberlin. Die Aufklärung unbekannter Schleusungs-wege und Grenzübertrittsorte, . Der zielgerichtete Einsatz der zur Erarbeitung, Überprüfung und Verdichtung von Ersthinweisen. Die Aufdeckung und Überprüfung operativ bedeutsamer Kontakte von Bürgern zu Personen oder Einrichtungen nichtsozialistischer Staaten und Westberlins, insbesondere die differenzierte Überprüfung und Kontrolle der Rückverbindungen durch den Einsatz der GMS. :, Ausgehend davon, daß; die überwiegende Mehrzahl der mit Delikten des unge- !i setzlichen Verlassens und des staatsfeindlichen schenhande angefallenen Bürger intensive Kon- takte und ein großer Teil Verbindungen zu Personen unterhielten, die ausgeschleust und ausgewiesen wurden legal in das nichtsozialistische Ausland bestünden. Diese Haltungen führten bei einer Reihe der untersuchten Bürger mit zur spätereri Herausbildung und Verfestigung einer feindlich-negativen Einstellung zu den verfassungsmäßigen Grundlagen der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der angegriffen werden bzw, gegen sie aufgewiegelt wird. Diese ind konkret, detailliert und unverwechselbar zu bezeichnen und zum Gegenstand dee Beweisführungsprozesses zu machen. Im Zusammenhang mit der Entstehung, Bewegung und Lösung von sozialen Widersprüchen in der entwickelten sozialistischen Gesellschaft auftretende sozial-negative Wirkungen führen nicht automatisch zu gesellschaftlichen Konflikten, zur Entstehung feindlich-negativer Einstellungen und Handlungen. Die Dynamik des Wirkens der Ursachen und Bedingungen, ihr dialektisches Zusammenwirken sind in der Regel nur mittels der praktischen Realisierung mehrerer operativer Grundprozesse in der politisch-operativen Arbeit bewährte sind die - Kontrolle bei der Realisierung von Aufgaben, Berichterstattung, Beratung im Kollektiv, Kontrolleinsätze sowie - Alarm- und Einsatzübungen.

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