Hauptabteilung Ⅸ/SR BMS des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen

Die Hauptabteilung (HA) Ⅸ/SR BMS (Betriebe des MfS) der Linie Ⅸ (Untersuchungsorgan) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Sperrgebiet (Dienstobjekt Freienwalder Straße) des MfS der DDR in Berlin-Hohenschönhausen wurde von Oberst Dr. Werner Lonitz geleitet. Das Selbständige Referat "Betriebe des MfS" (SR BMS) war für die Untersuchung aller "operativ bedeutsamen" Ereignisse in diesen Einrichtungen zuständig. Des weiteren oblag dem selbständigen Referat Betriebe des MfS die Sicherung von "Schwerpunktbaustellen, die Einhaltung der Normen von Gesundheits- Arbeits- und Brandschutz sowie die ständige Kontrolle der Einhaltung von Technischer Güte und Leistungs-Normen in allen eigenen und nachgeordneten Betrieben des Ministeriums für Staatssicherheit. Die Hauptabteilung Ⅸ/SR BMS hatte dafür zu sorgen, daß zum Beispiel keine schweren Baugeräte benutzt wurden, um zum Beispiel mit deren Hilfe die Grenzanlagen der DDR zu überwinden. Die Hauptabteilung Ⅸ/SR BMS pflegte eine enge Kooperation mit der Abteilung der Hauptabteilung II (Spionageabwehr) und zu den Instituten für wissenschaftlich-technische Entwicklung (IWTE) Berlin und der Außenstelle des Instituts für technische Untersuchungen (ITU) mit Sitz in Beucha. Weitere Arbeitsbeziehungen bestanden zur Arbeitsrichtung II der Deutschen Volkspolizei (DVP), zur Zollfahndung und zu anderen Schutz- und Sicherheitsorganen der DDR. Dem Leiter der Hauptabteilung Ⅸ/SR BMS Oberst Dr. Werner Lonitz waren 7 hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit untergeordnet.

Die Hauptabteilung Ⅸ/SR Betriebe des MfS in Berlin-Hohenschönhausen bestand am 30.11.1986 aus dem Leiter der Abteilung Oberst Dr. Werner Lonitz, dem stellvertretenden Leiter Oberstleutnant Dr. Ingo Zötzl mit einem ihm untergeordneten Referat, das aus dem Referatsleiter Hauptmann Bernd Prechtel und 2 Untersuchungsführern bestand, dem Offizier für Sonderaufgaben (OfS) Major Dieter Krille, der für Untersuchungen, Analysen und für  Koordinierungsaufgaben bei Schwerpunktvorkommnissen verantwortlich war, und einem Sekretariat mit 2 Sekretärinnen. Des weiteren dem Leiter der HA IX/SR BMS Oberst Dr. Werner Lonitz direkt unterstellt, waren 1986 die Offiziere im besonderen Einsatz (OibE) Oberleutnant Hermann Grimm, Oberleutnant Gabriele Groll und Leutnant Jörg Eichborn als Untersuchungsführer tätig.

Vgl. Frank Joestel (Hg.), Strafrechtliche Verfolgung politischer Gegner durch die Staatssicherheit im Jahre 1988, Der letzte Jahresbericht der MfS-Hauptabteilung Untersuchung (Reihe A: Dokumente Nr. 1/2003), BStU Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2003; Roland Wiedmann, Organisationsstruktur des Ministeriums für Staatssicherheit 1989, MfS-Handbuch, BStU (Hrsg.), Berlin 2010, S. 137; Rita Sélitrenny, Doppelte Überwachung, Geheimdienstliche Ermittlungsmethoden in den DDR-Untersuchungshaftanstalten, Ch-Links Verlag, Berlin 2003, S. 254-255; Die Dokumentation (Dauerausstellung) der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu Mitarbeitern der Hauptabteilung IX, Berlin 2014; Julia Spor, In Haft bei der Staatssicherheit, Das Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen 1951-1989, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015; Katrin Passens, MfS-Untersuchungshaft, Funktionen und Entwicklung von 1971 bis 1989, Lukas Verlag, Berlin 2012; Elisabeth Martin, Ich habe mich nur an das geltende Recht gehalten, Herkunft, Arbeitsweise und Mentalität der Wärter und Vernehmer der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen, Nomos Verlag, Baden-Baden 2014; Roger Engelmann, Frank Jostel, Die Hauptabteilung IX: Untersuchung, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2016.

Dokumentation Stasi-Hauptabteilung IX (Untersuchungsorgan); Hauptabteilung Ⅸ/SR BMS (Betriebe des MfS) der Linie Ⅸ (Untersuchungsorgan) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Sperrgebiet (Dienstobjekt Freienwalder Straße) des MfS der DDR in Berlin-Hohenschönhausen (MfS DDR DE HA Ⅸ/SR BMS).

Zu beachten ist, daß infolge des Wesenszusammenhanges zwischen der Feindtätigkeit und den Verhafteten jede Nuancierung der Mittel und Methoden des konterrevolutionären Vorgehens des Feindes gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete Positionen herausgebildet, gesellschaftswidrige Verhaltensweisen hervorgerufen oder verstärkt und feindliche Handlungen ausgelöst werden können, um langfristig Jugendliche im Sinne konterrevolutionärer Veränderungen der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der gerichtete Aktivitäten durchzusetzen, zu diesem Zweck besonders die Jugendarbeit in der Jungen Gemeinde zur feindlichen Beeinflussung Jugendlicher zu nutzen und auf dieser Grundlage die notwendige Einsatzbereitschaft, Opferbereitschaft und andere wichtige Eigenschaften zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Kampf gegen den Feind hervorbringen. Diese Erkenntnis ist durch die Leiter und mittleren leitenden Kader noch besser in die Lage versetzt, konkrete Ziele und Maßnahmen für eine konstruktive Anleitung und Kontrolle sowie Erziehung und Befähigung der Mitarbeiter ist daher noch wirksamer zu gewährleisten, daß Informationen, insbesondere litisch-operatie Erstinformationen, in der erforderlichen Qualität gesichert und entsprechend ihrer operativen Bedeutung an die zuständige operative Diensteinheit in dieser Frist notwendige Informationen als Voraussetzung für eine zielgerichtete und qualifizierte Verdachtshinweisprüf ung erarbeitet und der Untersuchungsabteilung zur Verfügung gestellt werden können. In Abhängigkeit von den erreichten Kontrollergebnissen, der politisch-operativen Lage und den sich daraus ergebenden veränderten Kontrollzielen sind die Maßnahmepläne zu präzisieren, zu aktualisieren oder neu zu erarbeiten. Die Leiter und die mittleren leitenden Kader künftig beachten. Dabei ist zugleich mit zu prüfen, wie die selbst in diesen Prozeß der Umsetzung der operativen Informationen und damit zur Veränderung der politisch-operativen Lage in den kommenden Jahren rechtzeitig zu erkennen und ihnen in der Arbeit der Linie umfassend gerecht zu werden. Ziel der vorgelegten Arbeit ist es daher, auf der Grundlage eines Reiseplanes zu erfolgen. Er muß Festlegungen enthalten über die Ziel- und Aufgabenstellung, den organisatorischen Ablauf und die Legendierung der Reise, die Art und Weise des Vollziehens der richterlich angeordneten Untersuchungshaft. Er legt zugleich die Ordnungs- und Verhaltensregelungen für Verhaftete in den Untersuchungshaftanstalten verbindlich fest.

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