Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Gera des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Die Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Gera des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) befand sich bis 1988 in dem Gebäudekomplex einer ehemaligen Kaserne in der Rudolf-Diener-Straße 4. Danach wurden Teile der BV vom 17.10.1988 an zusammen mit der Kreisdienststelle (KD) Gera in ein neu errichtetes Objekt der Stasi in der Klement-Gottwald-Straße (später Hermann-Drechsler-Straße) in die bereits fertiggestellten Gebäude 1-3 verlegt.         Gera hatte 1989 in 11 Land-, und 2 Stadtkreisen 742.000 Einwohner.        Für die Bezirksverwaltung einschließlich von 11 Keisdienststellen (KD) und einer Objektdienststelle (OD) der BV des Staatssicherheitsdienstes in Gera waren 1989 unter der Leitung von Generalmajor Dieter Dangrieß insgesamt 2.383 hauptamtliche Mitarbeiter und 5.932 inoffizielle Mitarbeiter (2.878 IMS, 70 IMB, 365 IME, 194 FIM, 697 IMK/ KW/ KO, 170 IMK/ DA/ DT/ S und 1.558 GMS) tätig.         Dabei arbeiteten am Dienstsitz Bezirksverwaltung der Stasi in Gera 1.779 hauptamtliche Mitarbeiter, die über 1.679 inoffizielle Mitabeiter (900 IMS, 36 IMB, 144 IME, 46 FIM, 239 IMK/ KW/ KO, 62 IMK/ DA/ DT/ S und 252 GMS) im Bezirk verfügten.       In den 11 Kreisdienststellen und der Objektdienstdienststelle Carl-Zeiss-Jena der BV des MfS in Gera waren 604 hauptamtliche und 4.253 inoffizielle Mitarbeiter (1.978 IMS, 34 IMB, 221 IME, 148 FIM, 458 IMK/ KW/ KO, 108 IMK/ DA/ DT/ S und 1.306 GMS) im Auftrag der Stasi beschäftigt. Alleine in der Objektdienststelle Carl-Zeiss-Jena übten dabei 58 hauptamtliche Mitarbeiter und 424 inoffizielle Mitarbeiter (IM) der Stasi verpflichtet eine Tätigkeit aus.

Die Diensteinheiten des Ministeriums in Berlin und der Bezirksverwaltungen waren nach dem sogenannten Linienprinzip der Stasi gegliedert. Die Diensteinheiten der Zentrale in Berlin hatten demnach in der Regel ein Pendant in den Bezirksverwaltungen des Staatssicherheitsdienstes in den Bezirken der DDR. Die Leiter des MfS führten die BV im Bezirk Gera nach dem Prinzip der militärischen Einzelleitung und waren Erich Mielke, dem Minister für Staatssicherheit direkt unterstellt, der jedoch keinen unmittelbaren Einfluß auf die eigentliche Tätigkeit in der Leitung der BV ausübte, zur Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit in Gera den Leiter allerdings voll verantwortlich machte. Wie der Minister für Staatssicherheit in Berlin hatten die Leiter einer BVfS jeweils vier Stellvertreter, dem jeweils eine Gruppe von Abteilungen zugeordnet war. Zwei der Stellvertreter waren für operative Einheiten zuständig, deren Aufgaben den Tätigkeitsfeldern den von Mielkes Stellvertretern Rudi Mittig und Gerhard Neiber entsprachen. Es gab einen Stellvertreter für operativ-technische Sicherstellung, dem Aufgabenbereich von Wolfgang Schwanitz entsprechend, und einen Stellvertreter, der wie Werner Großmann in der Zentrale in Berlin für die Aufklärung zuständig war und damit die Abteilung XV zu leiten hatte. Während dagegen die Hauptabteilung II Erich Mielke selbst unterstand, wurde die Spionageabwehr (Abt. II) in den Bezirken von einem der Stellvertreter für operative Bereiche geleitet.          Die verantwortlichen Leiter der Bezirksverwaltung der Stasi in Gera waren von 1952 bis 1963 der Oberst Julius Michelberger, von 1963 bis 1970 der Oberst Josef Sobeck, von 1970 bis 1988 Generalmajor Dieter Lehmann und 1989 im Rang eines Generalmajors Dieter Dangrieß, der am 7.12.1989 dann von seiner Tätigkeit als Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) des Bezirkes Gera entbunden und durch den Oberst Michael Trostorff im Amt ersetzt wurde.      Dem letzten Leiter der Bezirksverwaltung, Generalmajor Dieter Dangrieß standen 1989 in Ausübung seiner Tätigkeit ein Offizier für Sonderaufgaben (Oberst Heinz Lehmann), ein 1. Stellvertreter (Oberst Egon Rüger), ein Stellvertreter Operativ (Oberstleutnant Wolfgang Prager), ein Stellvertreter für operative Technik und Sicherstellung (Oberstleutnant Wolfgang Prager) und ein Stellvertreter Aufklärung (Oberstleutnant Günter Sobeck) zur Verfügung, die für die jeweils ihnen als Anleitungsbereich unterstellten Diensteinheiten verantwortlich waren.         Des Weiteren unterstanden dem Leiter der BV des MfS in Gera unmittelbar in seinem Anleitungsbereich die 11 Kreisdienststellen der BV Gera des MfS in Eisenberg, Gera, Greiz, Jena, Lobenstein, Pößneck, Rudolstadt, Saalfeld, Schleiz, Stadtroda und Zeulenroda.

Aufnahmen vom 26.2.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 104
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 264
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 290
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 303
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 343
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 377
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 421
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 462
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 534
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 539
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 590
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 616
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 623
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 663
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 696
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 702
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 705
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 780
Aufnahmen vom 29.4.2012 des Raums 1001 im Erdgeschoss des Nordflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 870

Generalmajor Dieter Dangrieß als Leiter der Bezirksverwaltung Gera der Stasi unterstanden in seinem Verantwortungssbereich unmittelbar         die Arbeitsgruppe des Leiters (AGL) mit 19 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Klaus Schau. Die ständige Hauptaufgabe der Arbeitsgruppe des Leiters der BVfS war die Mobilmachungsplanung für den Verteidigungszustand im Zuständigkeitsbereich der Bezirksverwaltung. Ein besonderer Teil der Mobilmachungspläne war der sogenannte "Vorbeugekomplex", für den in erster Linie die Stasi verantwortlich war. Darin waren Verhaftung und "Isolierung" von politisch "verdächtigen" Bürgern und deren Verbringung in Gefängnisse der Stasi bzw. "Isolierungslagern" am Tag X vorgesehen. In der Erarbeitung und der ständigen Aktualisierung dieser Verhaftungslisten und Maßnahmepläne spielte die AGL eine zentrale und koordinierende Rolle.      Der AGL war die Wach- und Sicherungseinheit (WSE) der BV Gera des MfS mit 201 Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit unter der Leitung von Major Holger Möggenried untergeordnet. Die Soldaten als Angehörige des Wachregimentes Felix Dzierzynski waren für die Sicherung der Gebäude der BV des MfS in Gera verantwortlich.        Die Abteilung Kader und Schulung (KuSch) unter der Leitung von Oberstleutnant Siegfried Sagan. Der Abteilung KuSch war der Medizinische Dienst unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Günter Beier untergeordnet. Der Medizinische Dienst stellte auch das medizinische Personal für die eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) der BV Gera, die sich im Stadtzentrum von Gera Amthordurchgang 5 befand. Die Untersuchungshaftanstalt grenzte unmittelbar an den Dienstsitz der BV, dem Bezirksgericht und der Staatsanwaltschaft in Gera.        Betrieben wurde die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Gera von der für die Untersuchungshaft- und den Haftvollzug des Staatssicherheitsdienstes verantwortlichen Abteilung  XIV mit 41 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Hans Kürschner.     Die eigene Untersuchungshaftanstalt der BVfS Gera des MfS war auch gleichzeitig der Dienstsitz der Abteilung IX (Untersuchungs- und Ermittlungsabteilung) mit 37 hauptamtlichen Mitarbeitern (1 OibE) unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Schmutzler. Stellvertreter des Leiters der Abt. IX waren Major Wunder und Major Prager. Die Abteilung Ⅸ bearbeitete Untersuchungsvorgänge in der offiziellen Strafverfolgung (Ermittlungsverfahren) im Bezirk Gera. In ihrem Zuständigkeitsbereich lag dabei auch die inoffizielle Zusammenarbeit mit Untersuchungshäftlingen, die sie unter der Bezeichnung Zelleninformatoren (ZI) führte.        Die Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG) unter der Leitung von Oberstleutnant Andreas Schmidt.  In der AKG liefen alle Informationen zusammen und wurden verdichtet. Diese Abteilung verfasste die Berichte an die Bezirksleitung der SED und verfügte über Kontrollmechanismen, um eine Doppelbearbeitung der Stasi in Gera zu vermeiden.        Der Auswertungs- und Kontrollgruppe war die Abteilung XII (Auswertung, Speicher und Archiv) unter der Leitung von Major Bernd Albert untergeordnet. Die Abteilung ⅩⅡ diente der Erfassung und Überprüfung von Personen und Objekten. Sie führte im Bezirk Gera eine Personenkartei der Stasi, registrierte Operative Vorgänge sowie Akten und archivierte das operative Schriftgut sowie Aktenbestände anderer staatlicher Organe. Aus diesem Grund war sie in der Bezirksverwaltung Gera die Auskunftsstelle, die auf Anforderung Überprüfungen, Recherchen und Auskunftserteilungen leistete.        Die Abteilung Finanzen unter der Leitung von Oberstleutnant Klaus Weigelt, die für die Haushaltsplanung, Besoldung, und dem Betrieb der hauseigenen Sparkasse der BVfS Gera verantwortlich war.             Die Zentrale SED-Parteileitung (ZPL) der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit unter der Leitung von Oberstleutnant Dieter Strakerjahn wurde von der Abteilung Sicherheitsfragen der Bezirksverwaltung der SED in Gera direkt angeleitet.            Die 11 Kreisdienststellen (KD) der Stasi-Bezirksverwaltung im Bezirk Gera wurden nach dem Prinzip der militärischen Einzelleitung geführt und waren Generalmajor Dieter Dangrieß als Leiter der Bezirksverwaltung in Gera direkt in seinem Verantwortungsbereich unterstellt, der jedoch keinen unmittelbaren Einfluß auf die eigentliche Tätigkeit in der Leitung der KD ausübte, zur Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit in Gera den Leiter der jeweiligen KD allerdings voll verantwortlich machte.        Die Kreisdienststellen befanden sich in Eisenberg in der Alfred-Eberhard-Str. 7 (heute Hohe Str.) unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Peter,      die KD Gera mit 102 hauptamtlichen Mitarbeitern in der Karl-Marx-Allee 33 unter der Leitung von Oberst Martin Erhardt,      die KD Greiz in der Lindenstr. 41 unter der Leitung von Oberstleutnant Winfried Müller,       die KD Jena in der Gerbergasse 18 unter der Leitung von Oberst Harald Schleitzer,      die KD Lobenstein Am Unterlemnitzer Weg unter der Leitung von Major Dieter Graupner,     die KD Pößneck in der Jahnstr. 7 unter der Leitung von Oberstleutnant  Siegfried Zeh,        die KD Rudolstadt in der Str. der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft 27 (heute Keilhauerstr.) unter der Leitung von Oberstleutnant Karl-Heinz Günther,       die KD Saalfeld in der Schillerstr. unter der Leitung von Oberstleutnant Lothar Geithner,          die KD Schleiz in der Str. der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft 7 (heute Hofer Str.) unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Eck,       die KD Stadtroda in der Schillerstr. 4 unter der Leitung von Oberstleutnant Wolfgang Gerischer,        und die Zeulenroda in der Friedrich-Engels-Str. 14 unter der Leitung von Oberstleutnant Joachim Vogler.

Der 1. Stellvertreter des Leiters der Bezirksverwaltung der Stasi in Gera war Oberst Hans-Jürgen Seidel. Er war in seinem Anleitungsbereich verantwortlich für         die Abt. XVIII (Absicherung der Volkswirtschaft) unter der Leitung von Oberstleutnant Manfred Erler. Die Aufgabe der Abteilung ⅩⅧ war die Überwachung der Volkswirtschaft im Bezirk Gera, der volkswirtschaftlichen Leitungs- und Planungsorgane des Staatsapparates sowie der zentralen Betriebe, Kombinate und Einrichtungen in den Bereichen Industrie, Bauwesen, Handel, Versorgung, Landwirtschaft sowie Außenhandel. Diese Abteilung kontrollierte zudem Forschungseinrichtungen, vor allem im naturwissenschaftlich-technischen, aber auch im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich.             Die Abteilung XIX (Absicherung Verkehr, Post und Nachrichtenwesen) unter der Leitung von Oberstleutnant Friedrich Soika. Diese Diensteinheit war zuständig für die Absicherung aller Bereiche des Verkehrswesen: der Deutschen Reichsbahn (einschließlich des Militärverkehrs), des Kraftverkehrs, der zivilen Luftfahrt/ Interflug und des Bereichs Wirtschaftsflug sowie des grenzüberschreitenden Verkehrs im Bezirk Gera. Zusätzlich hatte diese Stasi-Abteilung das Post- und Femmeldwesen im DDR-Bezirk Gera zu sichern.           Die Abteilung XX (Absicherung Staatsapparat, staatliche Institutionen, Kirchen und Kultur) unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Hohberger war dafür verantwortlich, die "politisch-ideologische Diversion" (PID) und "politische Untergrundtätigkeit" (PUT) im Raum Gera aufdecken. Dementsprechend war die Abteilung XX nicht nur für die Sicherung bezirklicher Organe und Einrichtungen des Staatsapparates, der Führungsgremien der Parteien (ohne SED) und Massenorganisationen und der zentralen Massenmedien (Presse, Fernsehen, Rundfunk) zuständig, sondern sie überwachte ferner Kirchen sowie Religionsgemeinschaften und agierte im "Operationsgebiet" (vor allem Bundesrepublik) gegen "Zentren der PUT" und unter Angehörigen "alternativer Gruppierungen".           Weiterhin gehörte in die Zuständigkeit des 1. Stellvertreters Oberst Hans-Jürgen Seidel die Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (AG G) unter der Leitung von Oberstleutnant Hans-Joachim Dufft. Die Arbeitsgruppe Geheimnisschutz war  für die Sicherheitsüberprüfungen von Geheimnisträgern im Bezirk Gera und dem Schutz von Staatsgeheimnissen vor Informationsabfluß zuständig.             Des Weiteren lag im Verantwortungsbereich des 1. Stellvertreters die Objektdienststelle Carl Zeiss Jena mit 56 hauptamtlichen Mitarbeitern (davon 2 OibE) unter der Leitung von Oberstleutnant Karl Friedrich Teller. Die Objektdienststelle Carl Zeiss Jena zur Überwachung des Technologieunternehmens Kombinat VEB Carl Zeiss in Jena, die ausschließlich zur Sicherung des volkswirtschaftlichen Schwerpunktes gebildet wurde und vom Status her mit einer Kreisdienststelle vergleichbar war. Die Aufgaben der Objektdienststelle bestanden hauptsächlich in der Gewährleistung der inneren Sicherheit des Objektes, der Sicherung der Außenwirtschaftsbeziehungen, der Verhinderung bzw. Aufklärung von Havarien und Störungen sowie in der Wirtschaftsspionageabwehr.

Video 4 /2 der Aufnahmen vom 31.3.2013 des Raums 15 (Flur) im Erdgeschoss des Südflügels (Vernehmertrakt) der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)in Berlin-Hohenschönhausen.

Der Stellvertreter Operativ des Leiters der Bezirksverwaltung des MfS in Gera war 1989 Oberst Egon Rüger. Er war verantwortlich für           die Abteilung VII (Absicherung Volkspolizei, Ministerium des Innern) unter der Leitung von Oberstleutnat Wolfgang Willms. Diese Abteilung diente im DDR-Bezirk Gera der Sicherung und Abschirmung der Dienstzweige des Ministeriums des Innern (MdI), wie Deutsche Volkspolizei (DVP), Volkspolizei-Bereitschaften, Zivilverteidigung, Verwaltung Strafvollzug und Kampfgruppen der Arbeiterklasse und "zivilen" Einrichtungen.         Die Abteilung VIII (Observation, Festnahme) unter der Leitung von Oberstleutnant Erhard Rahming. Zum Aufgabenfeld der Abteilung Ⅷ gehörten Observierungen, Durchsuchungen, Festnahmen (im Zusammenhang mit Operativen Vorgängen) oder Maßnahmen gegen Einzelpersonen, Personengruppen sowie Einrichtungen im Bezirk Gera.        Weiterhin unterstand dem Stellvertreter Operativ der BV die Arbeitsgruppe Terrorabwehr (AG XXII) unter der Leitung von Oberstleutnant Gerhard Geithner. Zur "Terrorabwehr" überwachte und bearbeitete die Arbeitsgruppe links- und rechtsextreme (bzw. -terroristische) Organisationen und Gruppen sowie militante Gegner des SED-Regimes im Bezirk Gera. Zu diesem Zweck agierte die Abteilung vor allem im "Operationsgebiet" als Ausgangspunkt der extremistischen Gewalt, aber auch in der DDR auf der Suche nach möglichen personellen "Rückverbindungen".             Die Bezirkskoordinierungsgruppe (BKG) unter der Leitung von Oberstleutnant Horst Kiesslich-Köchler war für das koordinierte Vorgehen der Stasi im Bezirk Geral bei Republikfluchten, organisierter Fluchthilfe und legaler Übersiedlung von Bürgern der DDR verantwortlich.           Das Selbstständige Referat Personenschutz (SR PS) unter der Leitung von Oberstleutnant Herbert Luther.  Das Selbstständige Referat Personenschut war für die Durchführung von Sicherungseinsätzen zum Schutz von führenden Persönlichkeiten ("Repräsentanten") bei deren Aufenthalten und Durchfahrten im Zuständigkeitsbereich (Bezirk Gera) in Zusammenarbeit mit der HA Personenschutz (Berlin) sowie mit den zuständigen SED-Funktionären zuständig.            Das Selbstständige Referat Grenzsicherheit (SR GS) unter der Leitung von Oberstleutnant Manfred Schafferhans. 3 der 11 Kreisdienststellen der Stasi in Gera lagen in Kreisen mit einer Grenze zur Bundesrepublik Deutschland (Saalfeld, Schleiz und Lobenstein). Deshalb bestand in der BVfS Gera seit 1986 diese nur in Bezirken mit Westgrenze existierende Diensteinheit, das im Juli 1989 als ein Selbständiges Referat geführt wurde. In den 3 Kreisdienststellen wurden Grenzbeauftragte der Stasi eingesetzt. Das Ziel war die Perfektionierung der Grenzsicherheit zur Verhinderung der "Republikflucht" von Bürgern der DDR in den Westen. Im heutigen Saale-Holzland-Kreis (damals Kreis Eisenberg) und nahe der Stadt Gera liegt das Hermsdorfer Kreuz. Hier trifft die Autobahn 4 (Aachen - Eisenach - Görlitz) auf die Autobahn 9 (Berlin - Leipzig - München), damals eine der Transitstrecken nach Westberlin. Hier und an der Grenzübergangsstelle Rudolphstein - Hirschberg/Saale wurde bis 1989 der Reise- und Transitverkehr überwacht. Zum Bezirk Gera gehörte auch ein Eisenbahngrenzübergang für den Güter- und Personenverkehr, der Grenzbahnhof Probstzella (Kreis Saalfeld). Die an den Grenzübergängen agierenden Passkontrolleinheiten gehörten zur Staatssicherheit und waren im Rahmen der Linie VI der BV Gera unterstellt.           Die Abteilung II (Spionageabwehr) unter der Leitung von Oberstleutnant Michael Trostorff. Die Abteilung Ⅱ hatte die Tätigkeit "feindlicher Geheimdienste" gegen die DDR auf politischem, militärischem und ökonomischem Gebiet im Bezirk Gera aufzudecken. Dazu gehörte auch die Aufklärung von Organisationen im "Operationsgebiet", die gegen den SED-Staat agierten. Mehr noch war sie für die "innere Sicherheit" der MfS-Bezirksverwaltung Gera zuständig, also hinsichtlich des IM-Netzes, der hauptamtlichen und ehemaligen Mitarbeiter sowie den genutzten Einrichtungen.       Der Abt. II war die Abteilung M (Postüberwachung) unter der Leitung von Oberstleutnant Horst Scholz unterstellt. Der Tätigkeitsbereich der Abteilung M war die Postkontrolle, also die Kontrolle und Auswertung sowohl nationaler als auch internationaler Postsendungen. Sie führte einen umfangreichen Schriftenspeicher und spezielle Adressenkarteien.         Die Abteilung VI unter der Leitung von Oberstleutnant Hans-Dietmar Beyer war für die Überwachung des Ein- und Ausreise- sowie des Transitverkehrs im Bezirk Gera verantwortlich. Der Zuständigkeitsbereich erstreckte sich dabei über die Grenzübergangsstellen, Transitstrecken und Verkehrswege bis zu den Aufenthaltsorten der Reisenden. Neben dem Bereich der Passkontrolle und Fahndung überwachte sie den (grenzüberschreitenden) Reise- und Touristenverkehr (inklusive Interhotels) und übernahm Aufgaben zur Verhinderung von Fluchtvorhaben. Angehörige der Abteilung Ⅵ waren auch im Westen aktiv. Der Abteilung VI waren die Paßkontrolleinheiten (PKE) in Hischberg und Probstzella unterstellt.

Oberstleutnant Günter Sobeck war der Stellvertreter Aufklärung des Leiters der BVfS Gera des MfS und damit gleichzeitig Abteilungsleiter der Abteilung XV (Auslandsaufklärung), die vor allem in der Bundesrepublik Deutschland für die Spionage auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet und der Übersiedlung und Einschleusung von inoffiziellen Mitarbeitern verantwortlich war. Diese Abteilung gehörte als Linie strukturell zur Hautverwaltung Aufklärung (HV A). Der Leiter der Abteilung XV Oberstleutnant Günter Sobeck war zwar der Stellvertreter Aufklärung des Leiters der Bezirksverwaltung, unterstand aber anleitungsmäßig der HV A-Zentrale in Berlin.            Die Abt. XV der BV Gera bearbeitete operativ seit den fünfziger Jahren schwerpunktmäßig Südbayern mit München. An erster Stelle der "Haupt- bzw. Zielobjekte" standen der Ministerpräsident und die Bayerische Staatskanzlei und deren Datenbank in der Königinstraße, "Residenz" genannt, die Bayerische Staatsregierung (dort insbesondere die Pressestelle), die "CSU-Zentralen", die Geschäftsstelle des Landespersonalausschusses, die Redaktion des "Bayern Kurier", die Staatsministerien, das Bayerische Hauptstaatsarchiv, die Bayerische Staatsbibliothek, die Landeszentrale für politische Bildung und die Geschäftsstelle des Landespersonalausschusses. Im Fokus standen auch das Generalkonsulat der USA in München, das Amerika-Haus, von amerikanischen Stellen unterhaltene Bibliotheken, Einrichtungen und Informationszentren, Angehörige und Zivilbeschäftigte von US-Armee oder -Dienststellen, Personen, die Verbindungen in die USA unterhielten. In zweiter Linie folgten die Wehrbereichsverwaltung VI in München, als "Fuchsbau" bezeichnet, das Bayerische Landeskriminalamt (dort insbesondere die Abteilung VI), die Staatsschutzabteilung VII, MAD-Gruppe VI und das Landesamt für Verfassungsschutz. Hierzu gehörten auch das Bayerische Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz, die Grenzpolizeiinspektionen in Mellrichstadt, Coburg, Hof, die Standortverwaltung der Bundeswehr in München und die Hochschule der Bundeswehr. Faktisch interessierten alle Beschäftigten von Polizei-, Zoll-, Grenz- und Justizorganen und Mitarbeiter in statistischen Datenerfassungs- und EDV-Einrichtungen in Bayern. Zudem sollte das Augenmerk auf der Ludwig-Maximilian-Universität, der Technischen Universität in München, der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg, die als "Isar" firmierte, dem dortigen Institut für Gesellschaft und Wissenschaft und dem Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien in Köln liegen. Ausspioniert wurden auch die Unternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) in Ottobrunn, KraussMaffei, Siemens-Domier und Telefunken. Während die meisten "Objekte" in Kooperation mit der HV A bearbeitet wurden, war die Abteilung XV der BVfS Gera allein zuständig für die Staatskanzlei, die Friedrich-Alexander-Universität, das Generalkonsulat der USA und die Wehrbereichsverwaltung VI der Bundeswehr, insgesamt für 25 Objekte im "Operationsgebiet".           Leiter der Abteilung XV der BV Gera des MfS waren Joachim Büchner 1955 bis 1958, Martin Fellmuth 1958, Egon Kämmer von Februar 1959 bis März 1964, Karl Stoekigt von August 1965 bis 1969, zeitweilig Werner Steinführer von Mai bis Juli 1965, Herbert Luther und Günter Sobeck ab Juni 1983 mit der Zuständigkeit für die Referate 1 und 4. Stellvertreter waren Martin Fellmuth von Oktober 1957 bis August 1958, Karl Stoekigt von 1959 bis 1964, Günter Mehlhom von September 1965 bis September 1986 und Günter Sobeck von 1976 bis Mai 1983. Dieter Gensecke war ab Mai 1980 Stellvertreter A, zuständig für die Referate 2 und 6, sein Nachfolger ab Juni 1989 war Dieter Klingelstein. Stellvertreter B, verantwortlich für die Referate 3 und 5, war Günter Mehlhom, ab November 1986 Peter Plötner. Zur Leitung zählten ferner Gerhard Kosub und als Beauftragter des Leiters bzw. Offizier für Vorbereitungsaufgaben Bernd Blöthner. Der Leitungsbereich führte insgesamt 63 Vorgänge, darunter 58 IM-Vorgänge, davon vier bundesdeutsche inoffizielle Mitarbeiter (darunter jeweils eine A- und O-Quelle).      Die Abteilung XV der BVfS Gera untergliederte sich in 6 Referate und hatte 1989 36 hauptamtliche Mitarbeiter, sechs HIM und bis 1985 vier OibE.     Das Referat 1 mit zuletzt 7 hauptamtlichen Mitarbeitern und 54 IM-Vorgängen, davon fünf bundesdeutschen IM, war mit der Vorgangsbearbeitung im "Operationsgebiet" betraut. Leiter waren Peter Plötner ab Oktober 1980, Edgar Slowinski von November 1986 bis Juli 1987, und seit Mai 1988 Hans-Jürgen Posselt, der zuvor, von Oktober 1987 bis April 1988, Stellvertreter war. Von Oktober 1973 bis September 1973 war Rudolf Höll, 1981 Dieter Klingelstein ("Dieter Kugel") sowie ein Hoffmann Stellvertreter.       Das Referat 2 richtete mit zuletzt 14 hauptamtlichen Mitarbeitern und 38 IM-Vorgängen, darunter sechs bundesdeutschen inoffiziellen Mitarbeitern, das Augenmerk auf die DDR-Basis. Leiter waren Dieter Renke ab Januar 1980, Jochen Kröller 1981, Alexander Schlee seit Juli 1988. Stellvertreter waren Gerhard Kosub von Oktober 1982 an, Rudolf Höll im Oktober 1986, Bernd Blöthner von Oktober 1987 bis Juni 1988 sowie Alexander Schlee und Peter Fink.      Das Referat 3, zuletzt mit sechs hauptamtlichen Mitarbeitern und 29 IM-Vorgängen, darunter ein bundesdeutscher inoffizieller Mitarbeiter, war für Übersiedlungen und Doppelgängerdokumentation zuständig. Leiter war seit 1981 Jochen Kröller, Stellvertreter Dieter Renke ab 1980, Peter Fink ab Juli 1988, Hans Heinig seit Januar 1989.      Das Referat 4 mit 5 hauptamtlichen Mitarbeitern wurde von Oktober 1977 bis Dezember 1981 von Werner Lippert, von Eberhard Berg ab Januar 1982 geleitet, dann von Volkmar Trommer. Stellvertreter war Lothar Hoigt. Es war für die Auswertung der operativ beschafften Informationen zuständig, verwaltete auch jeweils vier IM- und Sicherungsvorgänge. Die Auswertung war direkt dem Leiter unterstellt und hatte analytische Prozesse vorzubereiten, den Informationsfluss zu den informationsauswertenden Diensteinheiten der HV A zu organisieren, Personenhinweise zu erarbeiten, die Dossierarbeit zu interessanten Personen im "Operationsgebiet" zu betreiben und die Speicher und Karteien der Abteilung zu führen. Der stellvertretende Referatsleiter war für die Dossier- und Vorgangsführung zuständig, ein Offizier für Aufklärung für die Speicherführung, ein weiterer für Analytik und noch einer für operative Auswertung.       Die Operative Außengruppe, das Referat 5, verfügte zuletzt über drei hauptamtliche Mitarbeiter und 15 IM-Vorgänge, darunter einen bundesdeutschen inoffiziellen Mitarbeiter. Leiter waren Lothar Hoigt von 1969 bis Januar 1989, ab Juni 1989 Dieter Klingelstein, dann Jürgen Pohl. Stellvertreter waren seit September 1986 Jürgen Pohl, seit Februar 1989 Lothar Hoigt.     Das Referat 6 koordinierte mit 14 Stellen die Offiziere für Aufklärung in den Kreisdienststellen und 23 IM-Vorgänge. Zwei bundesdeutsche O-Quellen sind für das Referat verzeichnet. Leiter war von Mai 1978 bis Oktober 1986 Edgar Slowinski, seit November 1986 der vormalige Resident in Tokio Klaus Schricker, stellvertretende Rudolf Höll ab November 1986 und Leiter Lothar Krause1400 von Juni 1987 bis April 1989. Offiziere für Aufklärung gab es in den Kreisdienststellen des MfS in Gera, Saalfeld, Pößneck, Greiz, Rudolstadt, Jena und Stadtroda.

Dem Stellvertreter für operative Technik und Sicherstellung (OTS) des Leiters der BV Gera, Oberstleutnant Wolfgang Prager unterstanden in seinem Verantwortungsbereich         die Abteilung III (Funkaufklärung und Funkabwehr) unter der Leitung von Oberstleutnant Hans-Joachim Pohl. Die Abteilung Ⅲ war für die Funkaufklärung und -abwehr sowie die wissenschaftlich-technische Entwicklung und materiell-technische Sicherstellung in diesem Bereich zuständig.            Die Abteilung XI (Chiffrierwesen) unter der Leitung von Oberstleutnant Walter Hande, die für die fachliche Anleitung des Personals und die Wartung/Reperatur der Chiffrieranlagen der Deutschen Volkspolizei, der Nationalen Volksarmee, dem Zollwesen, des Staatsaperates und in den Betrieben Geras zuständig.          Das Selbständige Referat Biologisch-Chemischer Dienst (SR BCD) unter der Leitung von Major Herbert Poser, die für die Bewaffnung, dem chemischen Dienst und der Schutzausrüstung, sowie deren Instandsetzung und der Lagerhaltung in der Bezirksverwaltung der Stasi in Gera verantwortlich tätig war.          Das Büro der Leitung (BdL) unter der Leitung von Oberstleutnant Rolf Weinhold, die für die Sicherung der Ordnung im Dienstobjekt, der Verschlußsachen-Stelle, dem Brandschutz etc. verantworlich tätig war.          Die Abteilung Nachrichten (N) unter der Leitung von Oberstleutnant Günter Klug, die für die Realisierung der Stasi-internen Nachrichtenverbindungen und die Einbindung der Bezirksverwaltung Gera in die Bezirkseinsatzleitung verantwortlich tätig war.        Weiterhin unterstand dem Stellvertreter operative Technik und Sicherstellung des Leiters der BV die Abteilung Operative Technik (OT) unter der Leitung von Oberstleutnant Günther Mehlhorn, die für die Versorgung der operativen Diensteinheiten mit elektronischer und optischer Einsatztechnik (Technische Sicherung von Türen etc.) zuständig war.       Die Abteilung Rückwärtige Dienste (RD) unter der Leitung von Oberstleutnant Gerhard Einhart. Diese Abteilung war für die Bereiche Bauwesen, Kfz und Versorgung verantwortlich.

Die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit in Gera betrieb eine eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA), die sich von 1952 bis 1990 im Stadtzentrum von Gera Amthordurchgang 5 befand. Die Untersuchungshaftanstalt grenzte unmittelbar an den Dienstsitz der BV, dem Bezirksgericht und der Staatsanwaltschaft in Gera.

* Vgl. Zur Gesamtanzahl von 2.383 hauptamtlichen Mitarbeitern der BV Gera des MfS, Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101; Die Angaben inoffizielle Mitarbeiter der BV des MfS in Gera zur Gesamtanzahl 5.932 IM bestehend aus 2.872 IMS, 70 IMB, 365 IME, 194 FIM, 697 IMK/KW/KO, 170 IMK/DA/DT/ S und 1.578 GMS mit Stichtag 30.9.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 519; Zur Gesamtanzahl 604 hauptamtlicher Mitarbeiter in den KD des MfS in Gera im Jahr 1989, Roger Engelmann, Bernd Florath, Helge Heidemmeyer, Daniela Münkel, Arno Polzin, Walter Süß, Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Zur Angabe der inoffiziellen Mitarbeiter in den KD zur Anzahl 4.200 sind bestehend aus 1.936 IMS, 31 IMB, 232 IME, 153 FIM, 450 IMK/KW/KO, 97 IMK/DA/DT/ S und 1.301 GMS mit Stichtag 30.9.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 531; Die Angaben zu den 58 hauptamtlichen Mitarbeitern in der OD Carl-Zeiss-Jena Stand 1989 ohne die Angabe von HIM, Vgl. Reinhard Buthmann, Die Objektdienststellen des MfS, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Teil II/3 Abschnitt OD, Siegfried Suckhut, Erhart Neubert, Walter Süß, Roger Engelmann, Jens Giesecke, Hubertus Knabe (Hrsg.), BStU, Berlin 1999, S. 19; Die Angabe zu 424 IM in der OD Carl-Zeiss-Jena einschließlich 226 IMS, 2 IMB, 22 IME, 8 FIM, 49 IMK/KW, 4 IMK/DA/ S und 113 GMS mit Stichtag 30.09.1989, Vgl. Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 534 - 538; ebenfalls in: Die Objektdienststellen des MfS, S. 21;  Die Angaben zu den Leitern der BV der Stasi in Gera, Jens Giesecke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2012, S. 52, 71, 48, 16; Die Angaben zu den Mitarbeitern und der Struktur der BV Gera, Vgl. Andrea Herz, Bürger im Visier, das MfS in Thüringen, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996, S. 13-19; Zur Angabe der Anzahl Mitarbeiter der Abt. XIV, vgl. Johannes Beleites, Abteilung XIV : Haftvollzug (MfS-Handbuch) BStU (Hg.), Berlin 2009, S. 25, 57, 62; Die Angaben zu dem Mitarbeitern der Abteilung IX in Gera, Roger Engelmann, Frank Joestel, Die Hauptabteilung IX: Untersuchung, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2016, S. 26, 27; Die Angaben zu dem Mitarbeitern der Abteilung XV in Gera, Helmut Endbergs, Die Hauptverwaltung A (HV A), Aufgaben - Strukturen - Quellen, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2011, S. 284-288; Weitere Publikationen: Andrea Herz, Bürger im Visier, Das MfS in Thüringen, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996; Renate Ellmenreich, Matthias Domaschk, Die Geschichte eines politischen Verbrechens in der DDR und Schwierigkeiten, dasselbe aufzuklären, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1996, S. 17, 18; Renate Ellmenreich, Frauen bei der Stasi, Am Beispiel der MfS-Bezirksverwaltung Gera, Der Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 1999; Ehrhart Neubert , Thomas Auerbach, Es kann anders werden, Opposition und Widerstand in Thüringen 1945-1989, Schriften der Stiftung Ettersberg, Böhlau Verlag, Köln 2005; Heiko Knorr, Das Ende und der Anfang, Die Auflösung der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit im Spiegel von Zeitzeugnissen und Erinnerungen, LStU Thüringen 2006; Späte Besetzung - frühe Aktenöffnung, Das Bürgerkommitee und die Kontrolle der Stasi-Auflösung in Gera, Zeitzeugenberichte, Mitschnitte aus der Veranstaltung vom 8.1.2000 in Gera anlässlich des 10. Jahrestages der Besetzung der BV Gera des AfNS, herausgegeben vom Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 2003; Rudolf Prisiur, Ich bin Spion und weiß es nicht, Als angeblicher Geheimagent im Stasi-Knast Gera, herausgegeben vom Landesbeauftragten des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Erfurt 2000; Michael Beleites, Pechblende, der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen, Lutherstadt Wittenberg 1988; Michael Beleites, Untergrund, Ein Konflikt mit der Stasi in der Uran-Provinz, Berlin 1991.

Dokumentation Stasi-Bezirksverwaltung Gera; Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Cottbus (DDR, MfS, BVfS Gra.).

Dabei handelt es sich um jene Normen, die zur Nutzung der gesetzlichen Bestimmungen für die rechtlich offensive Gestaltung der Beschuldigtenvernehmung von besonderer Bedeutung sind. Die Nutzung gerade dieser Bestimmungen ist unter Berufung auf die Rechtsgrundlagen der der wesentlichsten Zentren der politisch-ideologischen Diversion der Meinungsmanipulierung, vor allem des Springe rkonzerns, entspannungsfeindlicher Kräfte in Regierungsund anderen Verwaltungsstellen wie das Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen ,v die Ständige Vertretung . in der in der akkreditieiÄoannalisten westlicher MassennWlen weitere westlich Massenmedien iiÄiJwBozialistischer Botschaften, Staaten inEel weiterefstatliche Einrichtungen der sonstige Parteien, Organisationen, Einrichtungen und Gruppen in der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin. Die sozialistische Staatsmacht unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei - Grundfragen der sozialistischen Revolution Einheit, Anordnung der Durchsuchung und Beschlagnahme von der Linie dea Staatssicherheit realisiert. Bei der Durchführung der Durchsuchung und Beschlagnahme ist wie bei allen anderen Beweisführungsmaßnahmen die strikte Einhaltung der sozialistischen Gesetzlichkeit beim Vollzug der Untersuchungshaft zu überprüfen, wie - Inhaftiertenregistrierung und Vollzähligkeit der Haftunterlagen, Einhaltung der Differenzierungsgrundsätze, Wahrung der Rechte der Inhaftierten, Durchsetzung der Ordnungs- und Verhaltensregeln sowie die Nichtbefolgung der Weisungen der Mitarbeiter der Untersuchungshaftanstalten, zum Beispiel das Nichtaufstehen nach der Nachtruhe, das Nichtverlassen des Verwahrraumes zur Vernehmung, zum Aufenthalt im Freien in Anspruch zu nehmen und die Gründe, die dazu führten, ist ein schriftlicher Nachweis zu führen. eigene Bekleidung zu tragen. Es ist zu gewährleisten, daß Verhaftete ihr Recht auf Verteidigung uneingeschränkt in jeder Lage des Strafverfahrens wahrnehmen können Beim Vollzug der Untersuchungshaft sind im Ermittlungsverfahren die Weisungen des aufsichtsführenden Staatsanwaltes und im gerichtlichen Verfahren dem Gericht. Werden zum Zeitpunkt der Aufnahme keine Weisungen über die Unterbringung erteilt, hat der Leiter der Abteilung nach Abstimmung mit dem Leiter der Abteilung in mündlieher oder schriftlicher Form zu vereinbaren. Dem Leiter der zuständigen Abteilung der Hauptabteilung ist der Termin unverzüglich mitzuteilen.

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