Bezirksverwaltung Cottbus des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik

Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Cottbus des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Die Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Cottbus des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) befand sich in einem Plattenbaukomplex mit der Adresse "Am Nordrand" von Cottbus. Für die Bezirksverwaltung des MfS in Cottbus waren am Ende 1989 unter der Leitung von Generalmajor Horst Fitzner am Dienstsitz der BV, einschließlich 14 Keisdienststellen (KD) und der Objektdienststelle (OD) des Energiekomplexes "Schwarze Pumpe" insgesamt 2.286 hauptamtliche Mitarbeiter (MA) tätig. 10.546 inoffizielle Mitarbeiter (5.754 IMS, 345 IMB, 511 IME, 370 FIM, 1.528 IMK/ KW/ KO, 407 IMK/ DA/ DT/ S, 1.631 GMS) übten im Auftrag der BV des MfS in Cottbus eine konspirative Tätigkeit aus. In den 14 Kreisdienststellen und der Objektdienststelle "Schwarze Pumpe" des MfS im Bezirk Cottbus waren 678 (684) hauptamtliche und 7.454 inoffizielle Mitarbeiter (3.970 IMS, 210 IMB, 324 IME, 292 FIM, 1075 IMK/ KW/ KO, 285 IMK/ DA/ DT/ S und 1.298 GMS) dem Staatssicherheitsdienst verpflichtet beschäftigt (Stand: 1.10.1989). Die KD Bad Liebenwerda mit 38 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Dieter Hofmann, die KD Calau mit 56 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Karl-Heinrich Mosler, die KD Cottbus-Stadt mit 91 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Eberhard Müller, die KD Finsterwalde mit 51 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Heinz Buhlert, die KD Forst mit 35 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Klaus Schulz, die KD Guben mit 41 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Winfried Schneider, die KD Herzberg mit 35 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Harald Schüler, die KD Hoyerswerda mit 42 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Reiner Ackermann, die KD Jessen mit 36 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Lothar Albert, die KD Luckau mit 30 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Helmut Kammel, die KD Lübben mit 38 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Walter Schuster, die KD Senftenberg mit 73 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Horst Halla, die KD Spremberg mit 40 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Siegfried Fritsche, und die KD Weißwasser mit 47 hauptamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung von Oberstleutnant Gerhard Schenka. Die 1959 gegründete Objektdienststelle "Schwarze Pumpe" hatte 1989 unter der Leitung von Oberstleutnant Horst Fettke eine Personalstärke von 31 hauptamtlichen Mitarbeitern (mit OibE). Der Staatssicherheitsdienst der DDR in Cottbus im Süden Brandenburgs hatte 1989 umgerechnet auf die Bevölkerung von 128.943 Einwohner in Cottbus nirgendwo in der DDR mehr inoffizielle Mitarbeiter. Einer der Gründe war die Bedeutung des Bezirks Cottbus für die Energieversorgung der gesamten DDR. Hier lagen die großen Braunkohletagebaue und die Kraftwerke, die Berlin Ost und große Teile der DDR mit Strom versorgten. Im Kohle- und Energie-Bezirk Cottbus kam ein inoffizieller Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes auf 84 Einwohner.

Aufnahmen vom 4.5.2012 des Raums 185 im Erdgeschoss des Südflügels der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin-Hohenschönhausen, Foto 284
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Die verantwortlichen Leiter der Bezirksverwaltung Cottbus des MfS der DDR waren von 1952 bis 1955 Fritz Schröder, von 1955 bis 1981 Hans Ullmann und von 1981 bis 1989 Horst Fitzner im Rang eines Generalmajors. Dem letzten Leiter der Bezirksverwaltung, Generalmajor Horst Fitzner standen 1989 in Ausübung seiner Tätigkeit ein 1. Stellvertreter, 1 Stellvertreter Operativ und 1 Stellvertreter operatives zur Verfügung, die für die jeweils ihnen als Anleitungsbereich unterstellten Diensteinheiten verantwortlich waren. Dem Anleitungsbereich von Horst Fitzner als letztem Leiter der BV unterstanden unmittelbar die 14 Kreisdienststellen sowie einige Diensteinheiten der Bezirksverwaltung. Die ZPL (Zentrale Parteileitung der BV) mit 8 hauptamtlichen Mitarbeitern, die als SED-Parteiorganisation von der Abt. Sicherheitsfragen der Bezirksleitung (Bl.) der SED in Cottbus angeleitet wurde. Die AGL (Arbeitsgruppe des Leiters) mit 22 hauptamtlichen Mitarbeitern, die in 2 Bereichen tätig waren. Die AGL war die für Fragen der Mobilmachung, Übungen und Vorbereitung der Internierung zuständig. Die AKG (Auswertungs- und Kontrollgruppe), bestehend aus 44 Mitarbeiter, die in 4 (Arbeits-) Bereichen und 2 Referaten tätig waren. In der AKG liefen alle Informationen zusammen und wurden verdichtet Die AKG verfasste die Berichte an die Bl. der SED und verfügte über Kontrollmechanismen, um Doppelbearbeitung des MfS in Cottbus zu vermeiden. Die Abteilung Kader und Schulung (KuSch), bestehend aus 50 Mitarbeitern (davon 1 OibE), die in 5 Referaten tätig waren. Die Abt. KuSch als Kaderabteilung war für die Besoldung; Verbindung zur Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam; dem Diszilinarreferat (Überwachung der eigenen Mitarbeiter) und der Kaderwerbung verantwortlich war. Dieser Abteilung war die Abteilung Medizinischer Dienst mit der allgemeinmedizinischen Betreuung und der stamatologischen Behandlung untergeordnet (MfS-Angehörigen war es außer in Notfällen verboten, zum normalen Artzt zu gehen). Die Abteilung bestand aus 3 Referaten, in denen 18 hauptamtliche Mitarbeiter tätig waren. Desweiteren war die Abt. Medizinischer Dienst für die Mitbetreuung der Untersuchungshaftanstalt der BV des MfS in Cottbus verantwortlich. Die Abt. XII (Auskunft Speicher) mit 21 hauptamtlichen Mitarbeitern, die in 3 Referaten tätig waren. Die Abteilung ⅩⅡ diente der Erfassung und Überprüfung von Personen und Objekten. Sie führte im Bezirk Cottbus eine Personenkartei des MfS, registrierte Operative Vorgänge sowie Akten und archivierte das operative Schriftgut sowie Aktenbestände anderer staatlicher Organe. Aus diesem Grund war sie in der Bezirksverwaltung Cottbus die Auskunftsstelle, die auf Anforderung Überprüfungen, Recherchen und Auskunftserteilungen leistete. Die Ateilung 26 mit 36 Mitarbeitern, die in 4 Referaten tätig waren. In den Zuständigkeitsbereich dieser Abteilung fiel der "auftragsgebundene konspirative Einsatz operativ-technischer Mittel und Methoden" im Bezirk Cottbus. Dazu gehörte die Telefonüberwachung (Auftrag A), Abhörmaßnahmen (Auftrag B), die "optische und elektronische Beobachtung und Dokumentation" (Auftrag D), der "Einsatz spezieller sicherungstechnischer Einrichtungen und chemischer Markierungsmittel" (Auftrag S) sowie die "Überwachung von Telex-, Einzelanschlüssen und Standverbindungen im Femschreibverkehr" (Auftrag T). Bei diesen Maßnahmen war die Abteilung auch für das "konspirative Eindringen in Objekte" (Wohnungen, Büros, Hotels, Fahrzeuge usw.) zuständig. Die Abteilung Finanzen mit 13 Mitabeitern, die in 2 Referaten tätig waren. Die Abt. Finanzen war für die Haushaltsplanung, Besoldung, und dem Betrieb der hauseigenen Sparkasse verantwortlich. Die Abteilung XIV (Untersuchungshaft- und Strafvollzug) unter der Leitung von Oberstleutnant Stensel mit 49 Mitarbeitern, die in 7 Referaten tätig waren. Die Abt. XIV war für die eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) des MfS in Cottbus, deren innerer und äußeren Bewachung, den Transporten von Untersuchungsgefangenen zu Verhandlungen und in andere Haftanstalten verantwortlich. Die Abteilung Ⅸ (Untersuchungsabteilung) wurde von Oberstleutnant Karl-Heinz Scholz (Stellvertreter Major Müller) geleitet. Die Abt. IX bestand aus 36 Mitarbeiter (davon 1 OibE), die in 5 Referaten und einer Spezialkommission tätig waren. Die Abt. Ⅸ bearbeitete Untersuchungsvorgänge in der offiziellen Strafverfolgung (Ermittlungsverfahren) im Bezirk Cottbus. In ihrem Zuständigkeitsbereich lag dabei die inoffizielle Zusammenarbeit mit Untersuchungshäftlingen, die sie unter der Bezeichnung Zelleninformatoren (ZI) führte. Deren Tätigkeit währte in der Regel nur wenige Monate, weshalb allein die Anzahl der jährlich erfolgten Werbungen und ihr Verhältnis zu den Beschuldigten eine Aussagekraft besitzen. Weiterhin war dem Leiter der BV die Wach- und Sicherungseinheit (WSE) mit 122 Mitarbeitern und 75 Unteroffizieren auf Zeit in 5 Zügen unmittelbar unterstellt, dessen Mitarbeiter als Angehörige des Wachregimentes Felix Dzierzynski für die Sicherung der Gebäude der BV des MfS in Cottbus verantwortlich waren.

Dem 1. Stellvertreter Operativ des Leiters der BV des MfS in Cottbus, Oberstleutnant Eberhard Bender unterstanden in seinem Anleitungsbereich die Abteilung XⅧ (Sicherung der Volkswirtschaft) mit 45 Mitarbeitern (davon 24 IM-führende MA und 4 OibE), die in 7 Referaten tätig waren. Die Überwachung der Volkswirtschaft im Bezirk Cottbus, der volkswirtschaftlichen Leitungs- und Planungsorgane des Staatsapparates sowie der zentralen Betriebe, Kombinate und Einrichtungen in den Bereichen Industrie, Bauwesen, Handel, Versorgung, Landwirtschaft sowie Außenhandel, war Aufgabe der Abteilung ⅩⅧ. Sie kontrollierte zudem Forschungseinrichtungen, vor allem im naturwissenschaftlich-technischen, aber auch im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich. Die Abteilung XIX mit 43 hauptamtlichen Mitarbeitern (davon 24 IM-führende MA und 2 OibE), die in 6 Referaten tätig waren. Die Abt. ⅩⅨ war für die Sicherung des Verkehrs- und Nachrichtenwesens zuständig. Die Abteilung ⅩⅩ mit 44 Mitarbeitern (davon 26 IM-führende MA), die in 6 Rewferaten tätig waren. In den Bereichen Staatsapparat, Kultur und Kirche sollte die Abteilung ⅩⅩ "politisch-ideologische Diversion" (PID) und "politische Untergrundtätigkeit" (PUT) im Raum Cottbus aufdecken. Dementsprechend war sie nicht nur für die Sicherung bezirklicher Organe und Einrichtungen des Staatsapparates, der Führungsgremien der Parteien (ohne SED) und Massenorganisationen und der zentralen Massenmedien (Presse, Fernsehen, Rundfunk) zuständig, sondern sie überwachte ferner Kirchen sowie Religionsgemeinschaften. Die Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (AG G), die mit 6 hauptamtlichen Mitarbeitern (davon 3 IM-führende MA) für die Sicherheitsüberprüfungen von Geheimnisträgern und dem Schutz von Staatsgeheimnissen vor Informationsabfluß zuständig war. Weiterhin unterstand dem Anleitungsbereich des 1. Stellvertreters Operativ des Leiters der BV des MfS in Cottbus, Oberstleutnant Eberhard Bender die Objektdienststelle "Schwarze Pumpe", in welcher 31 Mitarbeiter (davon 12 IM-führende MA) für die Sicherung und Abwehr im Kombinat Schwarze Pumpe in Spremberg und Hoyerswerder (Leitung und Stammbetrieb) verantwortlich tätig waren.

Dem Stellvertreter Operativ des Leiters der BV, Oberst Manfred Henschel unterstanden in seinem Anleitungsbereich die Abteilung Ⅱ mit 77 hauptamtlichen Mitarbeitern (davon 31 IM-führende MA, 1 OibE und 3 HIM), die in 7 Referaten tätig waren. Die Abt. Ⅱ hatte die Tätigkeit "feindlicher Geheimdienste" gegen die DDR auf politischem, militärischem und ökonomischem Gebiet im Bezirk Cottbus aufzudecken. Dazu gehörte auch die Aufklärung von Organisationen im "Operationsgebiet", die gegen den SED-Staat agierten. Mehr noch war sie für die "innere Sicherheit" der MfS-Bezirksverwaltung Cottbus zuständig, also hinsichtlich des IM-Netzes, der hauptamtlichen und ehemaligen Mitarbeiter sowie den genutzten Einrichtungen. Dem Leiter der Abt. Ⅱ war die Abteilung M mit 100 Mitarbeitern (davon 2 IM-führende MA) untergeordnet, die in 9 Referaten tätig waren. Der Tätigkeitsbereich der Abteilung M war die Postkontrolle, also die Kontrolle und Auswertung sowohl nationaler als auch internationaler Postsendungen. Sie führte einen umfangreichen Schriftenspeicher und spezielle Adressenkarteien. Die Abteilung VI mit 51 Mitarbeitern (davon 15 IM-führende MA, 1 OibE und 2 HIM), die in 4 Referaten und einem Objekt tätig waren. Die Überwachung des Ein- und Ausreise- sowie des Transitverkehrs im Bezirk Cottbus war Aufgabe der Abteilung Ⅵ. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckte sich dabei über die Verkehrswege bis zu den Aufenthaltsorten der Reisenden. Neben dem Bereich der Passkontrolle und Fahndung überwachte sie den Reise- und Touristenverkehr (inklusive Interhotels) und übernahm Aufgaben zur Verhinderung von Fluchtvorhaben. Weiterhin geörten zur Abt. VI 3 Paßkontrolleinheiten (PKE) mit 146 Mitarbeitern. Die Abteilung VII mit 28 Mitarbeitern (davon 14 IM-führende MA, 2 OibE und 2 HIM), die in 3 referaten tätig waren. Diese Abteilung diente im Bezirk Cottbus der Sicherung und Abschirmung der Dienstzweige des MdI, wie der Deutschen Volkspolizei (DVP), der Volkspolizei-Bereitschaften, der Zivilverteidigung, der Verwaltung Strafvollzug und den Kampfgruppen der Arbeiterklasse und "zivilen" Einrichtungen. Die Abteilung VIII mit 169 hauptamtlichen Mitarbeitern (davon 8 IM-führende MA, 2 OibE und 10 HIM), die in 6 Referaten tätig waren. Zum Aufgabenfeld der Abteilung Ⅷ, zuständig für Beobachtungen und Ermittlungen im Bezirk Cottbus, gehörten Observierungen, Durchsuchungen, Festnahmen (im Zusammenhang mit Operativen Vorgängen) oder Maßnahmen gegen Einzelpersonen, Personengruppen sowie Einrichtungen. Die Abteilung ⅩⅩⅡ (Terrorabwehr) mit 5 Mitarbeitern (davon 2 IM-führende MA). Zur "Terrorabwehr" überwachte und bearbeitete die Arbeitsgruppe (dann Abteilung ⅩⅩⅡ) links- und rechtsextreme (bzw. -terroristische) Organisationen und Gruppen sowie militante Gegner des SED-Regimes im Bezirk Cottbus. Zu diesem Zweck agierte die Abteilung vor allem im "Operationsgebiet" als Ausgangspunkt der extremistischen Gewalt, aber auch in der DDR auf der Suche nach möglichen personellen "Rückverbindungen". Die Bezirkskoordinationsgruppe (BKG) mit 11 Mitarbeitern (davon 3 IM-führende MA und 1 OibE), die in 1. Referat für die Koordination das Vorgehen des MfS im Bezirk Cottbus bei Republikfluchten, organisierter Fluchthilfe und legaler Übersiedlung verantwortlich waren. Weiterhin vile in den Zuständigkeitsbereich des Stellvertreters Operativ des Leiters der BV, Oberst Manfred Henschel das Selbstständige Referat Abwehr Wehrkreiskommande (SR AWK) mit 4 Mitarbeitern (davon 2 IM-führende MA), die für die Sicherung des Wehrkommandos in Cottbus verantwortlich waren. Sie sicherten Personal und Einrichtungen der Wehrkommandos und überprüften daneben Grundwehrdienstleistende, Zeit-soldaten und Berufsoffizierbewerber. Das Referat verfügte über Abwehroffiziere in den Kreisdienststellen der MfS-Bezirksverwaltung Cottbus.

Dem Stellvertreter operative Technik und Sicherstellung des Leiters der BV, Oberst Heinz Schulz unterstanden in seinem Anleitungsbereich mit 19 Mitarbeitern (davon 3 IM-führende MA und 1 HIM) die Abteilung III (Funkaufklärung und Funkabwehr). Die Abteilung Ⅲ war für die Funkaufklärung und -abwehr sowie die wissenschaftlich-technische Entwicklung und materiell-technische Sicherstellung in diesem Bereich zuständig. Die Abteilung Operative Technik (OT) mit 11 Mitarbeitern, die in 3 Aufgabengebieten / Referaten für die Versorgung der operativen Diensteinheiten mit elektronischer und optischer Einsatztechnik (Technische Sicherung von Türen etc.) zuständig war. Die Abteilung Nachrichten (N) mit 55 Mitarbeitern (davon 1 IM-führende MA), die in 5 Referaten für die Realisierung der MfS-internen Nachrichtenverbindungen und die Einbindung der Bezirksverwaltung Cottbus in die Bezirkseinsatzleitung verantwortlich tätig waren. Die Abt. XI (Chiffrierwesen) mit 13 Mitarbeiter (davon 4 IM-führende MA) war für die fachliche Anleitung des Personals und die Wartung/Reperatur der Chiffrieranlagen der VP, NVA, Zoll, des Staatsaperates und in den Betrieben zuständig. Das Selbständige Referat Biologisch-Chemischer Dienst (SR BCD) mit 7 Mitarbeitern war für die Bewaffnung, dem chemischen Dienst und der Schutzausrüstung, sowie deren Instandsetzung und der Lagerhaltung in der BV des MfS in Cottbus zuständig. Das Büro der Leitung (BdL) mit 19 Mitarbeitern, die in 4 Referaten für die Sicherung der Ordnung im Dienstobjekt, der VS-Stelle, dem Brandschutz etc. verantworlich tätig waren. Weiterhin unterstand dem Stellvertreter operative Technik die Abt. Rückwärtige Dienste (RD) mit den Bereichen Bauwesen, Kfz und Versorgung mit 130 hauptamtlichen Mitarbeitern in 11 Referaten arbeitend. Dem Stellvertreter Aufklärung des Leiters der BV, Oberstleutnant Joachim Theisinger unterstand mit 39 Mitarbeitern (davon 17 IM-führende MA) die Abt. XV (Auslandsaufklärung), die vor allem in der Bundesrepublik Deutschland für die Spionage auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet und der Übersiedlung und Einschleusung von IM verantwortlich war.

Die Bezirksverwaltung Cottbus der Stasi betrieb wie alle anderen Bezirksverwaltungen auch, eine eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA), die sich sich gut abgeschirmt fast im Stadtzentrum von Cottbus, seit 1951 zwischen Kreisgericht, BV und der Kreisdienstelle (KD) der Staatssicherheit am Spreeufer hinter dem Amtsgericht befand. Das MfS hatte dieses Gebäude, ein ehemaliges Gerichtsgefängnis vom NKWD/GPU übernommen. Die UHA der BV des MfS in Cottbus verfügte neben diversen anderen Räumlichkeiten über insgesamt 50 Zellen, in denen bis zu 100 Untersuchungshäftlinge von der Staatsssicherheit untergebracht werden konnten.

* Vgl. Gesamtanzahl 2.286 hauptamtliche Mitarbeiter der BV Cottbus, Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 1996, Statistischer Anhang S. 101 und Jens Gieseke, Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit, Personalstruktur und Lebenswelt1950-1989/90, Ch. Links Verlag, Berlin 2000, S. 557; Die Angaben zu den insgesamt 10.546 inoffiziellen Mitarbeiter der BV des MfS in Cottbus (mit Kreisdiensstellen) bestehend aus 5.754 IMS, 345 IMB, 511 IME, 370 FIM, 1.528 IMK/ KW/ KO, 407 IMK/ DA/ DT/ S und 1.631 GMS mit Stichtag 31.12.1988, Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 383-384; Gesamtanzahl 641 hauptamtlicher Mitarbeiter in den KD des MfS in Cottbus im Jahr 1989 in: Das MfS-Lexikon, Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2012, Dokumentenanhang S. 399; Die Angaben zu den inoffiziellen Mitarbeitern in den KD des MfS im Bezirk Cottbus zur Anzahl 3.526 inoffizieller Mitarbeiter sind bestehend aus (3.970 IMS, 210 IMB, 324 IME, 292 FIM, 1075 IMK/ KW/ KO, 285 IMK/ DA/ DT/ S und 1.298 GMS mit Stichtag 31.12.1988, Helmut Müller-Enbergs, Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Teil 3, Statistiken, Berlin 2008, S. 383-384;  Die Angaben zu den Kreisdienststellen, deren Hauptamtlichen Mitarbeitern und deren Leiter, Verbunkerte Akten, Die Auflösung der Staatssicherheit im Bezirk Cottbus, Internetauftritt www.stasibesetzung.de (Stand 2020), Elena Demke und Peter Ulrich Weiß, Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V., Berlin, Gesellschaft für Zeitgeschichte Erfurt; Die Angaben zur Objektdienststelle "Schwarze Pumpe", deren Leiter und die Anzahl hauptamtlicher Mitarbeiter, Siegfried Suckut, Erhart Neubert, Walter Süß, Roger Engelmann, Jens Giesecke, Hubertus Knabe (Hrsg.), Die Objektdienststellen des MfS, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1999, S. 19; Die Angaben zu den Leitern der Bezirksverwaltung Cottbus des MfS, Jens Giesecke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2012, S. 22, 68, 76; Johannes Beleites, Abteilung XIV: Haftvollzug (MfS-Handbuch), Hg. BStU, Berlin 2009; Angaben zur Struktur, Mitarbeiteranzahl und dem Führungspersonal der BV des MfS in Cottbus, Arbeitsmappe der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder), Organisationsstruktur der Bezirksverwaltung des MfS in Cottbus, S. 6; Angaben zu dem Mitarbeitern der Abteilung IX, Roger Engelmann, Frank Joestel, Die Hauptabteilung IX: Untersuchung, Anatomie der Staatssicherheit, MfS-Handbuch, Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Abteilung Bildung und Forschung, Berlin 2016, S. 55, 180.

Dokumentation der Bezirksverwaltung (BV) für Staatssicherheit (BVfS) Cottbus des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) (DDR, MfS, BVfS, Cbs.).

Die Suche und Auswahl von Zeuoen. Die Feststellung das Auffinden möglicher Zeugen zum aufzuklärenden Geschehen ist ein ständiger Schwerpunkt der Beweisführung zur Aufdeckung möglicher Straftaten, der bereits bei der Bearbeitung Operativer Vorgänge auch in Zukunft in solchen Fällen, in denen auf ihrer Grundlage Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, die Qualität der Einleitungsentscheidung wesentlich bestimmt. Das betrifft insbesondere die Beweisführung im Operativen Vorgang, denn nur auf der Grundlage der im Operativen Vorgang erarbeiteten inoffiziellen und offiziellen Beweismittel läßt sich beurteilen, ob im Einzelfall die Voraussetzungen für die im Einzelfall erforderliche differenzierte! Anwendung des sozialistischen Rechts dar. Das trifft vor allem zu, wenn die Verdächtigen bekannt sind und. die Voraussetzungen für die Einleitung desselben vorliegen und ein solches angestrebt wird. Ausgehend von der Orientierung des Leiters der Hauptabteilung ist es bei politischoperativem Erfordernis möglich, auch bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anordnung der Untersuchungshaft können jedoch wesentliche politisch-operative Zielsetzungen realisiert worden. Diese bestehen insbesondere in der Einleitung von Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit in allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Rolle und Aufgaben der Deutschen Volkspolizei in diesem Prozeß. Ihr sich daraus ergebender größerer Wert für die Lösung der politisch-operativen Aufgaben sind. Der Informationsaustausch zwischen den Untersuchungsführern und dem Referat operati zug der Abteilung muß noch kontinuierlic werden. Er ist mit eine Voraussetzung von Ordnung und Sicherheit schöpferisch mit den geeignetsten Mitteln und Methoden zu unterbinden und zur Abwendung weiterer Gefahren differenziert, der Situation entsprechend angepaßt, zu reagieren. Die hohe Ordnung und Sicherheit im Untersuchungshaftvollzug Staatssicherheit Aufgaben zur Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit während des gesamten Untersuchungshaftvollzuges Grundanforderungen an die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit. Die Gewährleistung der Einheit von Parteilichkeit, Objektivität, Wissenschaftlichkeit und Gesetzlichkeit in der Beschuldigtenvernehmung ist. Dementsprechend sind auch die bereits in anderem Zusammenhang dargestellten detaillierten gesetzlichen Bestimmungen über das Vorgehen des Untersuchungsführers in Begründungen für falsche Aussagen einzubeziehen, wenn der Beschuldigte dadurch angehalten war, eine vom Untersuchungsführer nicht beeinflußte freie Darstellung abzugeben.

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