Rolf Fister


Rolf Fister:

Rolf Fister war von 1973 bis 1989 der Leiter der Untersuchungsabteilung IX der Stasi und so für die Kontrolle und Anleitung von Ermittlungsverfahren des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zuständig.

Rolf Fister wurde 1929 in Großdeuben als Sohn eines Schlossers geboren. Nach der Volksschule nahm er 1944 eine Lehre als Chemigraph auf. Ab 1948 betätigte er sich als Betriebsassistent, ehe er dann 1952 in den Dienst der Staatssicherheit trat. Mit seiner Frau Edit hatte Rolf Fister einen Sohn und eine Tochter.

Nach seiner Einstellung bei der Stasi, dem MfS war Fister zunächst im Bereich der Abteilung IV (Spionageabwehr) der Länderverwaltung Sachsen tätig.
Ein Jahr später erfolgte seine Versetzung zum Untersuchungsorgan, der Untersuchungsabteilung HA IX nach Berlin-Hohenschönhausen. Von 1956 bis 1960 absolvierte er ein Fernstudium zum Kriminalist an der Zentralschule der Volkspolizei Arnsdorf bzw. der mittleren Polizeischule Aschersleben. 1958 wurde er zunächst stellvertretender Leiter, später Abteilungsleiter innerhalb der Hauptabteilung IX. Zwischen 1962 und 1966 absolvierte er ein weiteres Fernstudium an der (HU) Humboldt-Universität zu Berlin.

Mit einer Arbeit “über die Methodik in Anwerbung und Ausbildung der amerikanischen CIA für den Einsatz zur Spionage gegen die DDR” erwarb er den Titel des Diplom-Kriminalisten.

1965 stieg er zum stellvertretenden Leiter der Untersuchungsabteilung HA IX auf. 1973 übernahm er den Posten von Walter Heinitz als Leiter des Untersuchungsorgans der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen.

In seine Amtszeit fallen die Verhaftungen prominenter Dissidenten wie Rudolf Bahro oder Gerulf Pannach. Auch der Haftbefehl gegen Jürgen Fuchs sowie die Einleitung des Ermittlungsverfahrens gegen Lutz Eigendorf tragen seine Unterschrift.

1975 promovierte er zusammen mit Heinz Fiedler an der Stasi-Hochschule Potsdam zum Dr. jur. mit einer Schrift über "Die Bekämpfung staatsfeindlichen Menschenhandels".

Drei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Generalmajor.

Mit dem Zusammenbruch der DDR und der darauf folgenden Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) wurde Fister 1990 entlassen.

Nach seiner Entlassung aus dem Dienst der Staatssicherheit lebte Fister als Rentner in Berlin. 1996 wurde von der Berliner Staatsanwaltschaft Anklage wegen Anstiftung zur Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung erhoben. Wegen Verhandlungsunfähigkeit musste er sich jedoch nicht verantworten.

Rolf Fister starb am 19. März 2007 in Berlin.


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