Konrad Nöckel


Konrad Nöckel:

Konrad Nöckel war zuletzt von 1965 bis 1990 Leiter der HA IX/3, zuständig für Ermittlungsverfahren in der Volkswirtschaft und der Bekämpfung volkswirtschaftlich relevanter Delikte, insbesondere von Eigentumsdelikten in der DDR. Von 1963 bis 1965 war er Vernehmer / Untersuchungsführer in der Stasi-Abteilung HA IX/7.

Der 1932 in Wildensprung geborene Konrad Nöckel erlernte nach dem Besuch der Volksschule zunächst den Beruf eines Glasbläsers.

Mit 19 Jahren begann er seinen Dienst als operativer Mitarbeiter in einer Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Arnstadt. Zwei Jahre später wechselte er an den zentralen Dienstsitz der Untersuchungsabteilung HA IX in das Stasi-Gefängnis nach Berlin-Hohenschönhausen.

Schrittweise arbeitete er sich dort zum stellvertretenden Referatsleiter, später stellvertretender Abteilungsleiter der Mord- und Branduntersuchungskommission (HA IX/7) hoch. Hier bewies er „Ausdauer und Härte in der Vernehmung und der Bearbeitung schwieriger Untersuchungsvorgänge“.

Während seines beruflichen Aufstieges absolvierte er ein Fernstudium der Kriminalistik. 1965 wurde er schließlich Leiter der Abteilung für die Bearbeitung von Wirtschaftsverbrechen in der Untersuchungsabteilung HA IX/3. Diese Funktion behielt Konrad Nöckel bis zum Zusammenbruch der DDR und der Auflösung des MfS bei.

Anlässlich des 15. Jahrestages der Gründung der DDR wurde ihm der Vaterländische Verdienstorden in Bronze verliehen - einer von insgesamt 49 Belobigungen und Auszeichnungen während seiner Karriere.

Als Untersuchungsführer der Untersuchungsabteilung HA IX/7 vernahm Konrad Nöckel 1963 den damals 22jährigen im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen inhaftierten Herbert Kühn. Das Oberste Gericht der DDR verurteilte im Februar 1964 Herbert Kühn nach einem Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu lebenslanger Haft. Er soll drei Sprengstoffanschläge verübt haben, darunter auf das Rote Rathaus in Berlin. Kühn wurde zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt, wovon er bis zu seinem Freikauf zehneinhalb Jahre in DDR-Gefängnissen absaß.


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