Knut Anding


Knut Anding:

Knut Anding war stellvertretender Leiter der Untersuchungsabteilung HA IX/2 des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zur Bekämpfung des politischen Untergrunds in der DDR.

­Knut Anding wurde 1947 in Suhl geboren. Der einer „Intelligenzlerfamilie“ entstammende Anding absolvierte das Abitur und eine Ausbildung zum Kfz-Schlosser, ehe er mit 19 Jahren in das Wachregiment Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) einberufen wurde. Ein Jahr später fungierte er als Kontroll- und Sicherungsposten in der Haftabteilung XIV im Stasi Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen.

Nach einem Studium der Rechtswissenschaften versetzte man ihn als Diplom-Juristen 1972 an den zentralen Dienstsitz der Untersuchungsabteilung (HA IX) in Berlin-Hohenschönhausen, wo er als "zuverlässiger und erfahrener" Untersuchungsführer insbesondere auf den Gebieten der Bekämpfung des "gegnerischen Untergrunds, des staatsfeindlichen Menschenhandels sowie bei der Durchführung zielgerichteter Maßnahmen der Zersetzung" agierte.

Knut Anding war der Vernehmer des Schriftstellers und Psychologen Jürgen Fuchs, der nach Protesten gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976 verhaftet wurde und für neun Monate in der Stasi Untersuchungshaftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert war.

Schrittweise stieg Knut Anding in der für die Bearbeitung des "politischen Untergrunds“ zuständigen Hauptabteilung IX/2 nach oben.

1979 wurde er stellvertretender Referatsleiter, drei Jahre später Referatsleiter und 1987 schließlich stellvertretender Leiter der Unterabteilung IX/2. Knut Anding fungierte in der Untersuchungsabteilung als Literaturexperte und fertigte unter anderem auch ein strafrechtliches Gutachten zu Monika Marons "Flugasche" an; Knut Anding schrieb 1980 dazu: "zusammenfassend kann eingeschätzt werden, dass durch die angeführten im Manuskript enthaltenen Darstellungen die staatliche Ordnung der DDR sowie die Tätigkeit staatlicher Einrichtungen und gesellschaftlicher Organisationen sowie deren Maßnahmen herabgewürdigt werden. Somit stellt dieses Manuskript im Falle seiner öffentlichen Zugänglichmachung eine Schrift im Sinne des § 220 Abs. 2 StGB dar. Es entspricht auch den Tatbestandesanforderungen eines Manuskriptes im Sinne des § 219 Abs. 2 StGB, da es im Falle seiner widerrechtlichen Weitergabe ins Ausland geeignet ist, den Interessen der DDR zu schaden".

1989 wurde der studierte Diplom-Gesellschaftswissenschaftler zum stellvertretenden Sekretär der SED-Grundorganisation in der Untersuchungsabteilung sowie zum Oberstleutnant ernannt. Im Zuge der Auflösung der Staatssicherheit wurde Knut Anding dann 1990 entlassen.


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