Josef Gutsche


Josef Gutsche:

Josef Gutsche war Leiter der Länderverwaltung Sachsen und von 1952 bis 1953 Leiter der MfS Bezirksverwaltung Dresden.

Geboren 1895 in Gräditz (Kreis Schwiebus), Vater Arbeiter; Volksschule; Ausbildung zum Buchbinder; 1915 Soldat, russische Gefangenschaft, Flucht nach Rostow (Don); 1917/18 Rotgardist in den revolutionären Kämpfen, Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki); 1918 Rückkehr nach Deutschland, USPD, militärischer Berater und Organisator bei den bewaffneten Kämpfen in Berlin; 1920 KPD; bis 1923 Arbeit als Buchbinder, Teilnahme am Hamburger Aufstand, danach Mitarbeiter des Zentralkomitees der KPD; 1923/24 militärpolitischer Lehrgang in Moskau; 1924–27 Haft im Zuchthaus Sonnenburg (b. Küstrin) wegen Hochverrats; 1930 Emigration in die UdSSR, Mitglied der KPdSU; 1931–42 Regimentskommissar in der Roten Armee, Einsatz für Sonderaufgaben in China und anderen Ländern; 1942 Eintritt in die US-Marine, später wieder in die Rote Armee, mit Sohn Rudolf Partisan und Aufklärer in der Ukraine.
1945 Rückkehr nach Deutschland; 1945/46 KPD/SED, Mitarbeiter der Dresdener Stadtverwaltung; 1946/47 Direktor des Industriekontors; 1947–49 Präsident des Landeskriminalamts Sachsen in Dresden; 1949/50 Leiter der Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen (ab Februar 1950 Länderverwaltung Sachsen des MfS); 1952 Leiter der Bezirksverwaltung (BV) Dresden des MfS; Januar 1953 Leiter des Informationsbüros des MfS bzw. der Abteilung zur besonderen Verwendung (Untergrundaktionen in Westdeutschland), Generalmajor; 1955 Leiter der Kontrollinspektion; 1957 Ruhestand.

Quelle / Jens Gieseke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Herausgeber, BStU, Berlin 2012.


Zurück