Erich Mielke


Erich Mielke:

Erich Mielke war von 1957 bis 1989 der Minister des Ministeriums für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

 

Erich Mielke wurde 28 Dezember 1907 in einer Mietskaserne in Berlin als ältestes von vier Geschwistern geboren. Vater Stellmacher; Besuch der 43. Gemeindeschule, anschl. Köllnisches Gymnasium, bis 1924 in Berlin; 1921 Kommunistischer Jugendverband, später Rot-Front-Kämpfer-Bund; 1924-27 Ausbildung und Tätigkeit als Speditionskaufmann bei der Fa. Koch, Berlin; 1927 KPD-Eintritt; 1927-31 bei der Fa. Autofabag, Entlassung; 1928-31 Lokalreporter der Roten Fahne und Mitglied des Parteiselbstschutzes; 1930 vier Tage U-Haft wegen Teilnahme an einer verbotenen Demonstration; 1931 tätig im Arbeitsamt Kreuzberg; Nach der Ermordung von zwei Polizisten auf dem Berliner Bülowplatz 1931 die Flucht in die UdSSR, dort Besuch der militärisch-politischen Schule; 1932-34 Besuch der Lenin-Schule; Juni 1934 vom Schwurgericht I beim Landgericht Berlin des Mordes beschuldigt und in Abwesenheit zum Tode verurteilt; 1934-35 Ausbildung zum militärisch-politischen Lektor der Lenin-Schule, anschl. bis 1936 dort im Beruf tätig; Sept. 1936-39 nach Spanien (Deckname Fritz Leissner), Soldat im Stab der 14. Intern. Brigade, zum Kapitän befördert, Chef der Operationsabteilung der Brigade; danach Ausbildungsoffizier der 11. Intern. Brigade in Albacete, dort Adjutant; März 1939 - Mai 1940 in Belgien, Mitarbeiter bei der Neuen Rheinischen Zeitung , ab 1940 bei Informationsblättern für die belgische Emigration, Mai 1940 - April 1941 in Frankreich interniert; danach bis Dez. 1943 in Südfrankreich tätig u.a. als Holzfäller; legalisierte sich als Lette mit dem Namen Richard Hebel; Dez. 1943 verhaftet; Jan. - Dez. 1944 Mitarbeiter der Organisation Todt.

Januar bis Mai 1945 Aufenthalt in der französischen und amerikanischen Zone des besetzten Deutschland. Nach Kriegsende im Juni 1945 die Rückkehr nach Berlin. Erich Mielke war dann maßgeblich am Aufbau der ostdeutschen Geheimpolizei "Deutsche Verwaltung des Innern" DVdI beteiligt. Erich Milke war in dieser Zeit auch selbst als Vernehmer von Häftlingen wie Walter Janka, Fritz Sperling oder Kurt Müller tätig. Von 1950 bis 1989 Mitglied des ZK der SED; 1950 bis 1953 Staatssekretär im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR; 1953 bis 1955 stellvertretender Staatssekretär; 1955 bis 1957 stellvertretender Minister für Staatssicherheit, und dann als Nachfolger von Ernst Wollweber ab November 1957 bis 1989 der Minister des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR.

"Ich muss alles wissen, was im Lande vorgeht, restlos alles!"

Vorsitzender der SV Dynamo; 1958-89 Abgeordneter der Volkskammer; 1964 und 1967 Held der Arbeit; 1971 Kandidat, ab 1976 Mitglied des Politbüros des ZK der SED. Erich Milke gehörte damit, insbesondere nach seinem Aufstieg ins Politbüro mit dem Beginn der Ära Honecker, zum engsten Führungszirkel der SED-Diktatur; 1973 Lenin-Orden; 1973, 1975, 1977 und 1982 Held der DDR: 1980 Beförderung zum Armeegeneral.

Am 7. November 1989 trat Erich Mielke zusammen mit der gesamten Regierung Stoph zurück, am folgenden Tag zusammen mit dem gesamten Politbüro des ZK der SED. Sein Nachfolger wurde für kurze Zeit sein bisheriger Stellvertreter Wolfgang Schwanitz. Am 17. November wurde sein Abgeordnetenmandat aufgehoben. Am 3. Dezember 1989 wurde Erich Mielke aus der SED ausgeschlossen.

"Ich liebe — Ich liebe doch alle — alle Menschen — Na ich liebe doch — Ich setze mich doch dafür ein."

Ab 7.12.1989 befand sich Erich Milke mit kurzzeitiger Unterbrechung bis März 1990 in U-Haft. Für einige Wochen auch in der zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert. In der Zelle 11 des zentralen Haftkrankenhauses der UHA. Am 4. Oktober 1990 wurde Mielke auf Antrag seines Anwaltes wegen schlechter Haftbedingungen in die JVA Moabit verlegt.

Im November 1991 eröffnete das Landgericht Berlin das Hauptverfahren gegen Mielke wegen der „Bülowplatzsache“. Mielke wurde des Mordes angeklagt. Die vom Februar 1992 bis zum 26. Oktober 1993 geführte Verhandlung endete mit Mielkes Verurteilung lediglich wegen des 1931 verübten Doppelmordes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Ende 1995 wurde Mielke, nachdem er insgesamt mehr als zwei Drittel der sechs Jahre verbüßt hatte, im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen.

 

Am 21.5.2000 verstarb Erich Mielke in einem Altenheim in Berlin-Hohenschönhausen.


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