Alfred Scholz


Alfred Scholz:

Alfred Scholz war 1975 stellvertretender Minister für Staatssicherheit und in den Jahren von 1950 der erste Leiter der Untersuchungsabteilung HA IX der Stasi in der zentralen Untersuchungshaftanstalt / UHA des Ministeriums für Staatssicherheit / MfS) in Berlin-Hohenschönhausen.

Alfred Scholz wurde am 11.2.1921 in Groß-Ullersdorf (CSR) geboren. Vater Zimmermann; Realschule; 1936–1939 Drogistenlehre, dann Arbeit als Laborant; 1941 Wehrmacht; 1942 sowjetische Gefangenschaft, 1943 Antifa-Schule, Mitglied der Bewegung "Freies Deutschland"; 1944 Einsatz als Partisan und Aufklärer der Partisanenbrigade Dyma in Belorussland, später im Raum Danzig.

1945/46 Mitglied KPD/SED; 1945 Einstellung bei der Polizei, stellvertretender Leiter, 1946 Leiter der Stadtpolizei Rostock, Mitglied der KPD-Kreisleitung Rostock; 1948 Politkulturleiter der Grenzpolizeibereitschaft Brandenburg; 1949 Leiter der Abteilung Intendantur der Landespolizei Mecklenburg, dann Abteilungsleiter in der Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft Mecklenburg (ab Februar 1950 Länderverwaltung Mecklenburg des MfS); 1950 Leiter der Hauptbteilung / HA IX / dem Untersuchungsorgan des MfS Berlin. Während seiner Amtszeit wurden politische Häftlinge wie Karl-Wilhelm Fricke oder auch Paul Merker im U-Boot, dem Kellergefängnis in Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert und verhört. 1956 dann Leiter der HVA / Hauptverwaltung Aufklärung - HA II / Westalliierte; 1958 Leiter der Arbeitsgruppe des Ministers / AGM; 1966–1968 externes Studium an der Juristischen Hochschule der Stasi / JHS Potsdam-Eiche, Dipl.-Jurist; ab 1966 1. stellvertretender Vorsitzender des BFC / Berliner Fußballclub Dynamo; 1975 Stellvertreter des Ministers, Generalleutnant; 1977 Vaterländischer Verdienstorden / VVO in Gold. Alfred Scholz verstarb am 11.8.1978.

 

Quelle: Jens Gieseke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Anatomie der Staatssicherheit, Geschichte-Struktur-Methoden, Hg. BStU, Berlin 2012.


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