Die Untersuchungshaftanstalt (UHA) der Bezirksverwaltung (BV) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Rostock wurde in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre gebaut und zählte neben dem Neubau der zentralen UHS des MfS in Berlin-Hohenschönhausen zu den ersten speziell der neu vom MfS errichteten Gefängnisse in der DDR. Bis zum Bezug des Gefängnisses im Jahre 1959 nutzte die BV Rostock das Gebäude des Rostocker Hofs in der Kröpeliner Straße (damals Blutstraße, später Stalinstraße) als Sitz der BV und UHA. Das neue Gefängnis befand sich im Innenhof der BV zwischen August-Bebel-Straße, Hermannstraße, Augustenstraße und Grüner Weg. Für die Häftlinge bedeutete diese Lage eine verstärkte Isolation. Mit 52 Zellen war die Haftanstalt für etwas mehr als 110 Gefangene konzipiert und in den achtziger Jahren mit durchschnittlich 50 Häftlingen belegt. Neben den Untersuchungshäftlingen existierte noch ein aus vier Männern und zwölf Frauen bestehendes Strafgefangenenarbeitskommando (SDAK), das vor allem die Küche, Reinigung und Instandhaltung der Haftanstalt besorgte.

1 Vgl. Johannes Beleites, Abteilung XIV : Haftvollzug (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 2009.


Für die Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Rostock war Wilhelm Müller von 1952 bis 1954 der erste verantwortiche Leiter der für diese UHA zuständigen Bezirksverwaltung Rostock. Sein Nachfolger war der Generalmajor Alfred Krauss von 1954 bis 1975. Als letzter Leiter dieser Bezirksverwaltung des MfS in Rostock war Generalleutnant Rudolf Mittag von 1975 bis 1989 in dieser Funktion für die Staatssicherheit tätig.1


1 Vgl. Jens Gieseke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Anatomie der Staatssicherheit, Geschichte - Struktur - Methoden, BStU (Hrsg.), Berlin 2012.