Die eigene Untersuchungshaftanstalt (UHA) der Bezirksverwaltung (BV) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Halle (Saale) wurde von 1950 bis 1989 in einem Gefängniskomplex betrieben, der 1842 als Königlich-Preußische Straf-, Lern- und Besserungsanstalt in Halle für 300 Strafgefangene nahe dem Stadtzentrum von Halle Am Kirchtor 20 errichtet worden war, und sich nahe zum Sitz der Bezirksverwaltung des MfS in Halle-Neustadt am Gimritzer Damm befand. Der Rote Ochse


In den ersten Jahren des Bestehens wurden meist kriminelle Straftäter in den Gefängniskomplex Am Kirchtor inhaftiert. Mit dem Scheitern demokratischer Umwälzungen in dem Europa um 1850 änderten sich auch die Gründe für eine Inhaftierung maßgeblich. Zahlreiche aus politischen Gründen verhaftete Aufständische wies die preußische Justiz in die Strafvollzugsanstalt vermehrt nach Halle ein, darunter auch Führer der Revolution aus zahlreichen mitteldeutschen Ortschaften. Die politische Justiz wurde zu einer grundlegenden justiziellen Praxis in der Haftanstalt, die im Volksmund seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert "Roter Ochse" geannt wurde.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland im Jahr 1933 wurde der "Rote Ochse" fester Bestandteil der nationalsozialistisch geprägten politischen Justiz. Die Haftanstalt wird 1935 von den Nazis in ein Zuchthaus umgewandelt. Durch Erweiterungen stieg die Belegungsfähigkeit der Strafanstalt zwischen 1933 und 1938 von 500 auf 790 Gefangene an. Neben politisch Verfolgten wurden in das Zuchthaus auch kriminelle und kriminalisierte Menschen inhaftiert. Ab 1942 wurde in dem Zuchthaus eine Hinrichtungsstätte betrieben und das Todesurteil an 549 Menschen vollzogen. Im März 1945 stieg die Zahl der Insassen wegen des Vorrückens der Alliierten und der Verlagerung Inhaftierter anderer Haftanstalten nach Halle auf über 1.250 anstieg.

Am 17. April 1945 besetzte die 104. US-Infanterie-Division "Timberwolf" den "Roten Ochsen". Nach Befragungen durch die amerikanische Militärpolizei zu den Gründen der Inhaftierung kam es zur Entlassung von Häftlingen. Ausländische Inhaftierte konnten in ihre Heimatländer zurückkehren. Beim Zuchthauspersonal erfolgten offenbar keine Verhaftungen. Eine ganze Reihe von Beamten setzte den Dienst unter den Amerikanern fort, und sogar noch in der ersten Zeit nach der Übergabe der Haftanstalt an die sowjetische Militärverwaltung, die den "Roten Ochsen" auch als Internierungsort nutzte.

Am 1. Juli 1945 übernahmen die sowjetischen Besatzungstruppen die Stadt Halle und btrieben das Zuchthaus der Nazis weiter. Am 10. Oktober 1945 saßen im Zuchthaus "Roter Ochse", das zuletzt 750 Haftplätze hatte, bereits 1.752 Festgenommene ein. Bis 1946 nutzte das NKWD, danach das MGB der UDSSR den Komplex als Gefängnis, Durchgangslager und zentrale Untersuchungshaftanstalt für Sachsen-Anhalt. Teile des Komplexes wurden bis Ende 1950 als Sitz des Sowjetischen Militärtribunals und dessen Gerichtsgebäude in Halle genutzt.

Im Sommer 1950 übergab die Sowjetische Kontrollkommission SKK als Nachfolger der SMAD Teile der Anlage an die Deutsche Volkspolizei (DVP) für den Strafvollzug. Das Hafthaus im Block A wurde weiter als UHA und Gerichtsort Sowjetischer Militärtribunale (SMT) vom MGB der UDSSR betrieben. Sichtbarer Ausdruck dieser Situation war eine 1950 quer durch den "Roten Ochsen" gebaute Mauer. Die DVP musste allerdings im Herbst 1950 alles an das neu gegründete MfS zur Einrichtung einer eigenen UHA übergeben. Der Zellentrakt vom Hafthaus A und D diente dem MfS als Zellentrakt zur Unterbringung von Untersuchungsgefangenen, die nach der Verurteilung dann zeitweilig bis zum Abtransport im Hafthaus C untergebracht wurden.





Untersuchungshaftanstalt (UHA) der Bezirksverwaltung (BV) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR
Untersuchungshaftanstalt (UHA) der Bezirksverwaltung (BV) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR
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Bis zur territorialen Neugliederung der DDR in Bezirke im Jahr 1952 war der "Rote Ochse" die einzige UHA des MfS im Land Sachsen Anhalt. 1952 übertrug dann das MGB auch die letzten von ihm genutzten Bereiche des Gefängniskomplexes Am Kirchtor an die ostdeutschen Behörden.

1952 richtete sich das MfS in dem freigeworden Hafthaus Block A nach dem Auszug des MGB die UHA der BV des MfS für den gesamten Bezirk Halle ein, wobei den Mitarbeitern des MfS in ihrer Tätigkeit auch weiterhin die sowjetischen Instrukteure "beratend" zur Seite standen. Die durch den erneuten Umzug des MfS innerhalb des abgetrennten Gefängniskomplexes freigewordenen Hafthäusern Block B-D und C wurden erneut wieder der DVP im Sommer 1952 zur Nutzung als Strafvollzugseinrichtung (STVE) übertragen, in der ab 1954 ausschließlich verurteilte weibliche Gefangene im Strafvollzug des Ministeriums des Innern ihre Haftstrafen verbüßten.





Den verfügbaren Karteien nach waren im "Roten Ochsen" in der Zeit von 1950 bis zum Ende der DDR 9.676 Inhaftierte registriert, darunter 8.071 Männer und 1.605 Frauen. Für den Zeitraum von 1971 bis 1989 konnte ermittelt werden, das es sich um 3.317 Menschen handelt, die in der Untersuchungshaftanstalt des MfS inhaftiert worden sind. Der Zellentrakt dieser UHA der Bezirksverwaltung in Halle befand sich im Hafthaus Block A.

Das Hafthaus Block A bestand aus insgesamt fünf Stockwerken. Die Untersuchungshäftlinge des MfS waren auf den Stockwerken eins bis vier untergebracht. Die Staatssicherheit selbst gab für diese UHA eine Größe von 72 Zellen für die Unterbringung von 181 Untersuchungs- und 20 Strafgefangenen an. Wobei 47 Zellen zur Verwahrung von bis zu drei inhaftierten Menschen gleichzeitig ausgelegt waren.

Sowohl von der Kapazität wie auch der Mitarbeiterzahl war der "Rote Ochse" unter den Untersuchungshaftanstalten des MfS einer der größten in der DDR und rangierte an dritter Stelle unter den Einrichtungen dieser Art. Nur die UHA in Berlin-Hohenschönhausen und in Karl-Marx-Stadt verfügten über noch höhere Belegungskapazität.

Bis weit in die fünfziger Jahre wurde der "Rote Ochse" wie in der NS-Zeit weiterbetrieben. In den Zellen befanden sich hochklappbare Holzpritschen mit Strohsächen oder Decken als Auflage und Wasserkannen. Für die Verrichtung der Notdurft stand lediglich ein täglich zu leerender und mit Chlorkalk zu desinfizierenden Kübel zur Verfügung. Im Winter blieben die Zellen trotz vorhandener Heizkörper oftmals kalt, was zu der Zeit auch eine gängige Haftpraxis war.
1971 bis 1974 wurden umfangreiche Umbauarbeiten in der UHA vom MfS durchgeführt. Seitdem waren die Zellen nicht mehr mit Kübeln ausgestattet, sondern mit Toiletten. Im Zuge desssen wurden in die Zellen auch Waschbecken eingebaut, die ab 1984 mit Warmwasser ausgestattet waren. Zur Zellenausstattung gehörten dann in der Regel auch Holzpritsche mit Auflage, Spiegel, Tisch, Hocker, einer bereits seit den 60er Jahren nachweisbar erneuerten Heizung und ein kleiner Hängeschrank. In den Zellen wurden Schalter eingebaut, mit denen Untersuchungshäftlinge ein Lichtsignal auf dem Gang geben konnten. Alle Zellen wurden mit Parkettfußboden ausgestattet sowie mit von außen einschaltbaren Steckdosen. 1953 bis 1954 wurden in den Zellen bereits statt vergitterter Fenster und der 1945 angebrachten hölzernen Sichtblenden doppelreihig versetzte Glasbausteine mit einem integriertem Belüftungssystem eingebaut. Zur Kontrolle wurden 1971 bis 1974 Geräuschgeber installiert, die Kontaktaufnahmen zur Nachbarzelle anzeigen sollten. Den Akten nach waren diese Geräuschgeher jedoch häufig defekt. Ein aus Brettern 1969 gebauter Zuführungstunnel zwischen Zellentrakt und Vernehmergebäude wurde Mitte der achtziger Jahre durch einen Steinbau mit einem Reißleinen- und Ampelsystem ausgestattet ersetzt. In den siebziger und achtziger Jahren wurde das Reißleinen- und Ampelsystem auf alle Bereiche mit "Häftlingsbewegung" ausgedehnt. 1987 bis 1988 wurden die seit 1953 vorhandenen Freigangszellen zusätzlich mit Maschendraht überspannt.

 

Nach Abschluss der Modernisierung 1974 befanden sich die Räume zur medizinischen Betreuung im Kellergeschoss des Verwahrhauses, eine Zahnartzt- und Frauenpraxis sowie ein Röntgenraum. Die zuvor dazu erforderlichen Räume im 1. Geschoss vom Zellentrakt wurden in Diensträume für das MfS umgewandelt. Im Kellergeschoss befanden sich zudem auch die Duschen, der Effektenraum, der Raum zur erkennungsdienstlichen Behandlung sowie der Friseur. Eine Krankenzelle zur Belegung mit drei Inhaftierten war seit den siebziger Jahren auf der 1. Station des Verwahrhauses untergebracht. Eine lange geforderte "Fernbeobachtungsanlage" aus zwanzig Überwachungskameras bestehend konnte 1988 zur Verfügung gestellt werden. Besuchszimmer sowie ein Zimmer für das Gespräche mit Rechtsanwälten waren im Dienstgebäude der Abt. XIV auf dem Gelände untergebracht.
Für 1989 läßt sich eine 2,27 m breite Arrestzelle für verschärfte Disziplinarmaßnahmen nachweisen. In dieser wurde tagsüber die Pritsche an der Wand hochgeklappt, damit keine Liegemöglichkeit für den Häftling gegeben war. Waschgelegenheit und Toilette waren zusätzlich durch ein Gitter abgetrennt. Eine "Beruhigungs- und Sicherungszelle" befand sich auf der Station 1 des Verwahrhauses. Hierbei handelte es sich um eine 3 qm große Dunkelzelle, die vollkommen schalldicht und mit Matratzen ausgelegt war.

 

Auf dem fünften Stockwerk wurden 10 weibliche und 10 männliche Strafgefangene des Strafgefangenenarbeitskommandos (SDAK) untergebracht. Die Strafgefangenen des SDAK wurden zu Arbeiten in der UHA-eigenen Werkstatt, Wäscherei, Küche oder Gärtnerei eingesetzt. Die Wäscherei befand sich an dem Ort der ehemaligen Hinrichtungsstätte, die Küche in den Räumen der ehemaligen Todeszellen.




In dem von 1952 bis 1989 von der BV des MfS in Halle auf dem Am Kirchtor betriebenen Gefängniskomplex befand sich der Dienstsitz von drei Abteilungen und einer Arbeitsgruppe des MfS in Halle. (Stand 1989)

Die  Abt. XIV mit 72 hauptamtlichen Mitarbeitern (MA) unter der Leitung von OSL Lorenz Konrad. Verantwortlich für den Untersuchungshaftvollzug, die erkennungsdienstliche Behandlung, die Innen- und Außensicherung der UHA sowie der Durchführung von Häftlingstransporten. Von den 72 MA im Jahr 1989 waren 49 MA mit der Überwachung der Häftlinge im Verwahrhaus sowie der Sicherung der UHA beschäftigt. Das Referat Operativer Vollzug mit acht Bediensteten gewährleistete die Aufnahme der Festgenommenen, Essensausgabe, Wäschetausch sowie die Überwachung des Strafgefangenenarbeitskommandos (SDAK).

Die Abt. IX unter Leitung von OSL Jürgen Stenker mit 51 MA, 1 OibE sowie ZI war für die Untersuchungen und Ermittlungsverfahren des MfS verantwortlich und war in einem eigenen Gebäude untergebracht. In den esten Jahren mußten Untersuchungshäftlnge zu den Vernehmungen vom Zelletrakt des Hafthauses Block A über einen Hof zu den Vernehmungen in das Dienstgebäude der Abt. IX geführt werden. Um allerdings zu unterbinden, das Häftlingsbewegungen von Außen beobachtet werden konnten, wurde 1969 ein Zuführungstunnel aus Brettern gebaut, der dann Mitte der achtziger Jahre durch einen Steinbau mit einem Reißleinen- und Ampelsystem ausgestattet ersetzt wurde.

Die Abt. VIII war für Ermittlungen, Personenobservationen, Durchsuchungen und Festnahmen des MfS verantwortlich und befand sich unter der Leitung von OSL Wilfried Rohland mit einem Personalbestand von 217 MA (davon 6 IM-führend), 33 HIM, 4 OibE und 79 IM / GMS mit ihrem Dienstsitz im Anbau des Wirtschafts- und Vernehmergebäudes mit dazugehörenden Garagen zur Unterbringung des Fuhrparks, da diese Abteilung auch zur Überwachung des Transitverkehrs zuständig war. Hinzukommend unterhielt diese Abt. auch eine ganze Vielzahl von getarnten Objekten entlang der Autobahn.

Die Arbeitsgruppe XXII zur Abwehr terrorristischer Handlungen auf dem Gebiet der DDR bestand ab 1980 unter der Leitung von OSL Heinz Schlanstedt mit 4 MA (2 davon IM-führend) und 11 IM / GMS.1



1 Vgl. Joachim Scherrieble (Hg.), Der ROTE OCHSE, Halle (Saale), Politische Justiz, 1933-1945, 1945-1989, bearbeitet von Daniel Bohse und Alexander Sperk, Katalog zur Dauerausstellung, Ch. Links Verlag, Berlin 2008; Johannes Beleites, Abteilung XIV: Haftvollzug (MfS-Handbuch) BStU (Hg.), Berlin 2009.





Die für diese UHA zuständigen Leiter der Bezirksverwaltung des MfS in Halle  waren von 1950 bis 1952 Martin Weikert, ihm folgend von 1952 bis 1955 Rudolf Vödisch und danach 1955 bis 1972 Emil Wagner. Als letzter Leiter in der BV war von 1972 bis 1989 im Rang eines Generalmajor Heinz Schmidt für das MfS tätig.2


2 Jens Gieseke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch) Anatomie der Staatssicherheit, Geschichte - Struktur - Methoden, Herausgeber, BStU, Berlin 2012.





Das endgültige Aus für die UHA des MfS in Halle (Saale) erfolgte im Zuge der Auflösung des MfS und der Gründung des AfNS durch die Regierung Modrow am 15./17. November 1989. Folgend wurden Am Kirchtor 20 die drei Abt. und die AG des MfS aufgelöst und die noch verbliebenen Untersuchungsgefangenen entlassen oder in die UHA des MdI verlegt. Am 4. und 5. Dezember kam es in der DDR zur Übernahme der Dienststellen des MfS / AfNS durch Bürgerkommitees in den Bezirken um die bekanntgewordene Vernichtung von Akten durch das MfS zu stoppen. Am Nachmittag des 5. Dezember ging eine Abordnung von 15 Bürgern zusammen mit einem Militärstaatsanwalt in das Gebäude am Kirchtor 20a, um die Räume zu versiegeln. Sie fanden das Hafthaus verlassen vor. Auch die Mitarbeiter der Abt. XIV trafen sie nicht an. Lediglich Angehörige der Abteilungen VIII und IX befanden sich noch im Gefängniskomplex des MfS. 





1993 beschloss die Landesregierung von Sachsen-Anhalt, in einem Teil der ehemaligen UHA des MfS eine Gedenkstätte einzurichten. Seit 1996 wird im Zellentrakt des MfS im Hafthaus BlocK A die Justizvollzugsanstalt Halle I betrieben. Die Gedenkstätte "Roter Ochse" in Halle (Saale) erinnert heute an die hier während der nationalsozialistischen Diktatur der Jahre 1933 bis 1945 inhaftierten und hingerichteten Opfer politischer Strafjustiz, an die während der kommunistischen Diktatur der Jahre 1945 bis 1952 und den von den Militärtribunalen und sowjetischen Geheimdiensten Internierten und Verurteilten sowie den in der DDR von 1950 bis 1989 vom MfS und den Strafvollzugsorganen des MdI unrechtmäßig inhaftierten Menschen in Folge politischer Unterdrückung und Verfolgung.