Lutz Friedel


Lutz Friedel:

Lutz Friedel wurde 1956 geboren. Er wuchs in Neustrelitz auf, absolvierte hier die Schule und arbeitete anschließend in verschiedenen Berufen. Mitte der 1970er Jahre entschloss er sich, an der Abendschule das Abitur nachzuholen.

Als der oppositionelle Liedermacher Wolf Biermann 1976 während einer Konzerttournee in der Bundesrepublik Deutschland ausgebürgert wurde, protestierten in der DDR viele Menschen. Wichtige Künstler der DDR unterzeichneten einen Protest-Aufruf, aber auch viele unbekannte Personen kritisierten öffentlich die Biermann-Ausbürgerung. Weniger prominente Kritiker bekamen die ganze Härte des SED-Staates zu spüren, wurden verhaftet, eingesperrt und geheimdienstlich bearbeitet.

Dazu gehörten auch Lutz Friedel und sein Freund, die mit heimlich angebrachten Losungen in Neustrelitz gegen die Ausbürgerung protestiert hatten. Ende 1976 verhaftete das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beide und sperrte sie in die MfS-Untersuchungshaftanstalt Neustrelitz ein. Nach 5 Monaten Untersuchungshaft verurteilte sie das Bezirksgericht Neubrandenburg zu drei Jahren (Lutz Friedel) und zwei Jahren (seinen Freund) Freiheitsstrafe.

Lutz Friedel saß die Haftzeit im Gefängnis Cottbus ab. Nach seiner Entlassung engagierte er sich weiter gegen die SED-Herrschaft in der DDR. Aufgrund seiner oppositionellen Tätigkeit blieben ihm berufliche Entwicklungen versperrt. Seine Bewerbungen auf ein Studium der Forstwirtschaft wurden abgelehnt.

Lutz Friedel wurde nach der "Wende" vollständig rehabilitiert.1

 

 

1 Quelle: Jörg Herrmann, Einen Namen hast du da nicht gehabt, Die Stasi-Untersuchungshaftanstalt Neustrelitz in der späten DDR, Gefördert durch: Politische Memoriale e. V. Mecklenburg-Vorpommern, Stadt Neustrelitz, Die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Deutschland 2007.


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