Karl Heinz Jensen


Karl Heinz Jensen:

Karl Heinz Jensen wurde 1924 in Brieselang geboren.

Karl-Heinz Jensen war als Instrukteur für den Leipziger Kommissionsbuchhandel tätig. Zeitgleich war er als Journalist unter anderem für die Berliner Zeitung tätig, wobei er auch Kontakte zu zwei amerikanischen Journalisten in West-Berlin pflegte. Diesen vermittelte er Hennigsdorfer Arbeiter als Interviewpartner, da sich diese am Volksaufstand des 17. Juni 1953 bei den Demonstrationen beteiligt hatten. Darüber hinaus gab er auch in eigenen Interviews über den Dienstbetrieb des DDR-Rundfunks Auskunft und bekam dafür Geld von den Amerikanern.

Im August 1953 wurde Karl-Heinz Jensen wegen "Spionage" und "Boykotthetze" von der Stasi verhaftet.

Seine Ehefrau Brigitta Jensen wurde von der Stasi ebenfalls verhaftet. Beide kamen zuerst in das Stasi-Gefängnis Kissingenstraße in Berlin-Pankow und wurden dann in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit nach Berlin-Hohenschönhausen überstellt. In der Untersuchungshaftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen wurde Karl-Heinz Jensen im Keller-Gefängnis U-Boot in Einzelhaft verbracht.

Verurteilt wurde Karl-Heinz Jensen im Dezember 1953 wegen Spionage zu 15 Jahren (180 Monate) Haft, da man es für erwiesen erachtete, das die beiden amerikanischen Journalisten für den US-Geheindienst gearebietet hätten. Er verbüßte seine Haftstrafe für 1 Jahr im Zuchthaus Luckau, kam dann 1954 erneut nach Berlin-Hohenschönhausen in das Haftarbeits-Lager X für weitere 7 Jahre.

Im Rahmen einer Amnestie wurde er im August 1961 entlassen.

Danach war im Stahlwerk Hennigdorf beschäftigt. Später absolvierte er ein Regiestudium für Laientheater und baute ein Kulturensemble auf.


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