Helmut Kind


Helmut Kind:

Helmut Kind gehört zu den mindestens 300 liberalen Politikern, die im Zuge der politischen Gleichschaltung nach dem Zweiten Weltkrieg von der sowjetischen Geheimpolizei in Ostdeutschland verhaftet wurden.

Der 1922 geborene gelernte Kaufmann zählte 1945 zu den Initiatoren der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) in Halle.

Im September 1945 wurde er Geschäftsführer des LDP-Landesverbandes in Provinzsachsen, dem späteren Sachsen-Anhalt.

Weil er sich den Vorgaben der Besatzungsmacht widersetzte, wurde Kind mehrfach verhört. Im November 1945 verhaftete ihn die sowjetische Geheimpolizei NKWD und überstellte ihn im Mai 1946 in das Speziallager Nr. 3 in Berlin- Hohenschönhausen.

In einem Zeitzeugenbericht schilderte er später die katastrophalen Lebensbedingungen in den unbeheizten Fabrikräumen. Viele Internierte starben damals an so genannter Wassersucht, weil sie übermäßig viel Wasser tranken, um trotz der mangelhaften Versorgung ein Sättigungsgefühl zu erzielen. Da sie keine warme Kleidung besaßen, forderte der Winter 1946/47 zudem etliche Kältetote.

Im Februar 1947 kam Helmut Kind in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen, wo er nach dreijähriger Haft entlassen wurde.

Insgesamt hatte Kind fünf Jahre in Haft verbracht, ohne dass es zu einer Gerichtsverhandlung oder einer Verurteilung gekommen war.


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