Heinz Zöger


Heinz Zöger:

Heinz Zöger war Chefredakteur der Zeitung "Sonntag" und wurde im Zusammenhang mit dem Harich-Prozess verurteilt.

Geboren 1915, absolvierte Heinz Zöger von 1930 bis 1933 eine Ausbildung zum Schriftsetzer. 1932 war er Teil der Antifaschistischen Roten Garde, der Roten Hilfe und der Revolutionären Gewerkschaftsopposition. Im November 1933 wurde er als Verbindungsmann des KJVD verhaftet und zu neunmonatiger Haft verurteilt. Er verbüßte die Haftstrafe in Bautzen. Von 1935 bis 1940 arbeitete er als Schriftsetzergehilfe in Leipzig. 1940/1941 machte er eine Ausbildung im Grafischen Technikum Leipzig. 1941 wurde Zöger erneut verhaftet und wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt. Die Haftstrafe verbüßte er in den Zuchthäusern Waldheim und Halle, 1945 wurde er entlassen. 1945/1946 wurde er Mitglied der KPD/SED. Er war Mitarbeiter der SED-Kreisleitung in Leipzig. Von 1946 bis 1951 war er Leiter der Abteilung Kontrolle beim Mitteldeutschen Rundfunk, von 1951 bis 1954 beim Berliner Rundfunk. Ab 1952 war er zudem Chefredakteur für Kulturpolitik. Zöger begann 1953 ein Fernstudium der Publizistik in Leipzig. Von 1954 bis 1957 war er bei der Zeitung "Sonntag" tätig, zeitweilig als Chefredakteur.

Im März 1957 wurde er während des Harich-Prozesses im Gerichtssaal von der Stasi verhaftet und aus der SED ausgeschlossen. Man warf ihm die Teilnahme an der "konterrevolutionären Gruppe von Wolfgang Harich" vor. Er wurde in die zentrale Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) nach Berlin-Hohenschönhausen für 5 Monate in das U-Boot verbracht.

Wegen "Bildung einer konterrevolutionären Gruppe" verurteilte ihn das Oberste Gericht der DDR im Sommer 1957 schließlich in einem Schauprozess zusammen mit Walter Janka, Gustav Just und Richard Wolf zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Im September 1959 wurde er entlassen. Danach flüchtete Zöger in die Bundesrepublik. Dort war er Mitarbeiter der Zeitschrift "Der dritte Weg". Am 5. Januar 1990 wurde das Urteil von 1957 durch das Oberste Gericht der DDR aufgehoben. Heinz Zöger war Redakteur beim WDR.

Heinz Zöger verstarb 2000.


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