Bernd D


Bernd D:

Bernd D wurde 1941 in Altenburg geboren und war ausgebildeter Dipl. Ingenieur.

Aufgrund der immer stärker werdenden Indoktrination in Schule und Beruf versuchten Elke und Bernd D mit ihren beiden Kindern mit Hilfe einer Fluchthelfer-Organisation über Warschau nach Helsinki in den Westen zu gelangen.

Den Kontakt zu der Organisation knüpfte D bei einem Besuch im Westen zur Beerdigung seines Vaters über Verwandte seiner Frau. Diese Organisation war bereits zum Zeitpunkt der Flucht sehr stark von der Stasi unterwandert und deren Helfer observiert. Für die geplante Flucht bekamen sie entsprechende Pässe von der Organisation ausgehändigt. Im Oktober 1977 unternahmen dann Elke und Bernd D mit ihren Kindern  den geplanten Fluchtversuch.

Die Flucht scheiterte dann, worauf seine Frau, seine Kinder und er verhaftet wurden. Elke und Bernd D verbrachten dann einige Wochen in einer Warschauer Haftanstalt in Polen, wo sie bereits mehrmals verhört wurden, bevor sie dann zusammen im Dezember 1977 im Zug nach Berlin transportiert wurden, und sofort in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach Berlin-Hohenschönhausen kamen. Die Kinder wurden in der DDR in ein Kinderheim für Schwererziehbare eingewiesen, entgegen der Verfügung der Eltern, sie bei den Schwiegereltern unterzubringen.

Nach 4 Monaten Verhör durch die Stasi wurde Bernd D im März 1978 nach §213 StGB der DDR wegen versuchter "Republikflucht" zu vier Jahren Haft verurteilt.

Seine Haftzeit mußte er in Cottbus verbringen, bevor er und seine Frau dann im März 1979 im Rahmen eines Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik gelangte. Seine Kinder konnten fünf Monate später dem Ehepaar folgen.


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