Stasi - Wort - Seite 257 / 2


Militärspionage Erscheinungsform der — > Spionage. Sie richtet sich vor allem gegen das System der Landesverteidigung, die staatliche Sicherheit und das ökonomisch-militärische Potential der DDR sowie der sozialistischen Staatengemeinschaft. Ihr Ziel besteht darin, durch Sammlung, insbesondere auch durch Auswertung militärischer Geheimnisse und entsprechender offizieller Nachrichten, die imperialistische Rüstungspolitik zu forcieren, Aggressionsakte und Aggressionskriege vorzubereiten und durchzuführen, — > Provokationen an der — > Staatsgrenze zu inszenieren sowie weitere subversive Tätigkeiten, wie die Begehung von Diversionsakten gegen wichtige Verteidigungseinrichtungen, zu organisieren und die — > politisch-ideologische Diversion zu eskalieren.
Bei der Begehung der Militärspionage konzentriert sich der Feind insbesondere auf die Erkundung der Verteidigungsmaßnahmen der im Warschauer Vertrag zusammengeschlossenen Armeen und Verbände, auf deren Standorte und Kampfkraft, auf die Arbeit der Stäbe und auf Verteidigungspläne. Im Mittelpunkt der Militärspionage gegen die DDR steht die GSSD. Der Feind ist des weiteren bestrebt, bedeutsame Informationen über die NVA, die Schutz- und Sicherheitsorgane einschließlich Kampfgruppen und Zivilverteidigung, Objekte der Volkswirtschaft mit spezieller für die Landesverteidigung vorgesehener Produktion sowie über die Infrastruktur in ihrer Bedeutung für militärische Aktionen zu erlangen.1




1 Definition: Militärspionage / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 257.