Stasi-Wörterbuch Seite 130 / 2


Geheimhaltungsgrad der unterschiedliche Wert geheimzuhaltender Informationen und Gegenstände, welcher in ihrer Einstufung als „Geheime Verschlußsache — persönlich" (GVS-p), „Geheime Verschlußsache" (GVS) bzw. "Vertrauliche Verschlußsache" (VVS) bei — > Staatsgeheimnissen und "Vertrauliche Dienstsache" (VD) sowie "Nur für den Dienstgebrauch" (NfD) bei — > Dienstgeheimnissen ausgedrückt wird. Staatsgeheimnisse mit dem Geheimhaltungsgrad "Geheime Kommandosache" (GKOS) sind dem GVS-p gleichgestellt. Die Festlegung des Geheimhaltungsgrades ist mit dem MfS gemäß Anordnung des Ministers abzustimmen.

Die Bestimmung des Geheimhaltungsgrades dient der Sicherung der Geheimnisse vor dem Zugriff unbefugter, nicht für die Arbeit mit Geheimnissen berechtigter Personen, indem der Personenkreis und die Verfahrensweise des Zugangs und der Kenntnisnahme der Geheimnisse durch rechtlich-verfügende Maßnahmen differenziert und exakt festgelegt wird. Die Kontrolle dieser Maßnahmen durch die zuständigen Diensteinheiten des MfS ist Bestandteil des Geheimnisschutzes und trägt entscheidend zur Sicherung der Geheimnisse gegen Verrat und unbefugte Offenbarung bei.1




1 Definition: Geheimhaltungsgrad / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 130.