Staatssicherheit, Wörterbuch Seite 107 / 1


Fähigkeit, operative relativ verfestigte, komplexe Persönlichkeitseigenschaft operativer Kräfte, die es ihnen ermöglicht, erfolgreich und beständig Leistungen in einer bestimmten Art operativer Tätigkeiten zu vollbringen.

Fähigkeiten wirken bei der Bewältigung konkreter Tätigkeitsanforderungen stets mit anderen Persönlichkeitseigenschaften (z. B. Kenntnissen, Fertigkeiten, Gewohnheiten, Einstellungen, Überzeugungen u. a.) zusammen. Sie stellen wesentliche Leistungsvoraussetzungen dar, die z. B. im Grad der Schnelligkeit und Leichtigkeit, in der Qualität der Aneignung und Ausführung einer operativen Tätigkeit, in der Weite der Übertragung auf ähnliche operative Tätigkeiten, in der Qualität bzw. Originalität operativer Arbeitsergebnisse zum Ausdruck kommen.

Fähigkeiten entwickeln und verfestigen sich durch die wiederholte Ausübung operativer Tätigkeiten unter gleichen oder ähnlichen Bedingungen auf der Grundlage bisher erworbener elementarer Fähigkeiten (z. B. Wahrnehmungs-, Gedächtnis-, Denkfähigkeiten), allgemeiner Fähigkeiten (z. B. Menschenkenntnis, Lernfähigkeit, Einschätzungsfähigkeit), angeeigneter Kenntnisse und Erfahrungen sowie anderer Eigenschaften.

Wesentliche Fähigkeiten der operativen Kräfte sind z. B.
— Pläne und Absichten des Feindes und seine Angriffsrichtungen genau aufklären zu können,
— Mittel und Methoden des Feindes klar und objektiv erkennen zu können,
— verdächtige und feindlich tätige Personen aktiv und offensiv zu bearbeiten,
— sich stets nach den Regeln der Konspiration zu verhalten, wachsam zu sein und die Geheimhaltung zu gewährleisten u. a.1




1 Definition: Fähigkeit, operative / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 107.