Staatssicherheit Wörterbuch Seite 96 / 2

Staatssicherheit, Wörterbuch, Seite 97 / 1


Ereignisortsicherung unerläßlicher Bestandteil und unverzüglich zu realisierende Aufgabe der — > Ereignisortuntersuchung. Ihr Anliegen besteht vor allem darin, optimale Voraussetzungen für die Informationsgewinnung und Beweismittelfeststellung am — > Ereignisort zu schaffen.

Das erfordert, mit der Ereignisortsicherung die am Ereignisort angetroffene Situation weitgehend zu erhalten, unbefugte Personen fernzuhalten, Spuren vor der Vernichtung zu bewahren sowie anderweitigen Informationsverlusten vorzubeugen.

Vordringlich sind Maßnahmen zur Rettung von Menschenleben, zur Bergung von Verletzten, zur Abwendung von Gefahren oder zur Einschränkung von politisch-ideologisch negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung (Beseitigen von Hetzlosungen, Hetzschriften u. a.).

Zu veranlassen ist die Ereignisortsicherung von der temtorial zuständigen operativen Diensteinheit, die zuerst Kenntnis von dem Eintritt eines Vorkommnisses erhält, sofern nicht durch andere Organe bereits diesbezügliche Maßnahmen eingeleitet worden sind.

Die konkrete Form und der zeitliche sowie personelle Umfang der Ereignisortsicherung (Anzahl der einzusetzenden Sicherungskräfte, Umleiten des Fahrzeug- und Personenverkehrs, Sperren von Zugangsmöglichkeiten zu Gebäuden oder Räumen u. a.) sind abhängig von den konkreten örtlichen, zeitlichen sowie politisch-operativen Lagebedingungen und der Art des eingetretenen Vorkommnisses, Ereignisses oder bekanntgewordenen Sachverhaltes.1




1 Definition: Ereignisortsicherung / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 96, 97.