Stasi Desinformation, Wörterbuch, Seite 72 / 3


Dienstgeheimnisse Geheimnisse mit hohem und hinreichend hohem gesellschaftlich notwendigem Schutzerfordernis, die vor allem aus Teil- und Detailfragen des Schutzes und der weiteren Stärkung der  DDR  sowie der Festigung der sozialistischen Staatengemeinschaft auf politischem, militärischem und ökonomischem Gebiet sowie der Wissenschaft und Technik resultieren.

Dienstgeheimnisse beziehen sich insbesondere auf den reibungslosen und gesicherten Ablauf der Leitungs- und Planungstätigkeit in und zwischen den Staatsund wirtschaftsleitenden Organen sowie deren Einrichtungen. Sie sind nur dem entsprechend dem Schutzerfordernis ausgewählten Kreis von Personen zugänglich, welchem durch Gesetz, Arbeitsvertrag oder von einem Staats- oder Wirtschaftsorgan ausdrücklich die Pflicht zur Geheimhaltung auferlegt wurde. Dienstgeheimnisse mit hohem gesellschaftlich notwendigem Schutzerfordernis werden in dem Geheimhaltungsgrad „Vertrauliche Dienstsache" und Dienstgeheimnisse mit hinreichend hohem gesellschaftlich notwendigem Schutzerfordernis in dem Geheimhaltungsgrad „Nur für den Dienstgebrauch" eingestuft.

Der  Schutz der Dienstgeheimnisse erfolgt durch staatlich-rechtliche Regelungen, insbesondere des sozialistischen Arbeits-, Verwaltungs- und Strafrechts.




1 Definition: Dienstgeheimnisse / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 72.