Wörterbuch Staatssicherheit, Seite 47 / 1


Bande, feindliche vom Gegner, insbesondere von imperialistischen Geheimdiensten inspirierter bzw. organisierter, relativ stabiler und über einen längeren Zeitraum existierender feindlich-negativer Personenzusammenschluß.

Banden werden vor allem charakterisiert durch das arbeitsteilige, abgestimmte und sich gegenseitig bedingende Zusammenwirken einer Anzahl von Einzelpersonen auf der Grundlage eines einheitlichen verbrecherischen Gesamtplanes zur fortgesetzten Begehung von feindlichen Handlungen.

Die besondere Gefährlichkeit der Bande besteht u. a. in der häufig erfolgenden Anwendung gemeingefährlicher und brutaler Mittel und Methoden bei der Verwirklichung ihrer subversiven Tätigkeit. Die Inspirierung, Bildung und Organisierung von bewaffneten Bande gehört seit jeher zum Instrumentarium des Imperialismus zur Durchsetzung konterrevolutionärer Ziele in den sozialistischen Staaten bzw. in jungen Nationalstaaten.

Bande werden vom Gegner vor allem in Krisensituationen zur Begehung von Aggressionsakten, terroristischen Anschlägen gegen fortschrittliche Personen oder gegen Sachwerte und für andere feindliche Handlungen eingesetzt.  Die Organisierung oder Förderung von Banden zur Begehung von Aggressionsakten gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit der DDR oder eines anderen Staates erfüllt den Tatbestand der Vorbereitung und Durchführung von Aggressionsakten gemäß § 86 StGB.

Feindliche Banden sind auch die kriminellen — > Menschenhandlerbanden als Inspiratoren und Organisatoren von staatsfeindlichem Menschenhandel gemäß § 105 StGB.1




1 Definition: Bande, feindliche / Wörterbuch der politisch-operativen Arbeit (GVS JHS 001 - 400/81) JHS Potsdam-Eiche, April 1985, dokumentiert in: Das Wörterbuch der Staatssicherheit. Definitionen des MfS zur "politisch-operativen Arbeit". Hg. vom BStU, 2. Auflage Berlin 1993, S. 47.