Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik











Walter Heinitz


Walter Heinitz:

Walter Heinitz war von 1964 bis 1973 Leiter der Untersuchungsabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin-Hohenschönhausen.

Der 1915 in Eppendorf (Kreis Flöha) geborene Walter Heinitz arbeitete nach der Volksschule als Orchestermusiker. 1937 diente Heinitz beim Reichsarbeitsdienst, dann in der Wehrmacht, wo er als Musiker und Sanitäter tätig war. 1944 Verurteilung durch ein Militärgericht wegen Wehrkraftzersetzung, Strafbattalion 999.
Im April 1945 kehrte Walter Heinitz nach Deutschland zurück, war in der Antifa-Arbeit aktiv und trat in die KPD/SED ein. Anschließend wurde er 1945 bei der politischen Polizei (später K 5) Chemnitz eingestellt und im Jahre 1949 beim Staatssicherheitsdienst in Sachsen, der damals noch „Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft“ hieß.
Nachdem Heinitz zunächst 1950 in der für Spionageabwehr zuständigen Abteilung IV der Länderverwaltung Sachsen tätig war, versetzte man ihn 1951 in die Stasi Untersuchungsabteilung IX (Untersuchungsorgan) nach Berlin-Hohenschönhausen.
Walter Heinitz war unter anderem der Vernehmer des damaligen Außenministers und CDU-Mitgliedes Georg Dertinger, der nach 17 Monaten Untersuchungshaft im  U-Boot der zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicheheit Berlin-Hohenschönhausen wegen angeblicher Verschwörung und Spionage zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
Schrittweise arbeitete sich Walter Heinitz vom Abteilungsleiter zum stellvertretenden Leiter der Hauptabteilung hoch, ehe man ihn 1964 zum Leiter der Untersuchungsabteilung IX ernannte. Zwei Jahre zuvor absolvierte der inzwischen in den Rang eines Oberst beförderte Heinitz ein Fernstudium der Kriminalistik.

Wegen Fragebogenfälschung und anderer Verfehlungen wurde er 1972 von seiner Funktion entbunden und ein Jahr später aus dem MfS frühzeitig entlassen. Seitdem war er als hauptamtlicher Parteisekretär in einem Feierabendheim in Dresden tätig und dann Rentner. Walter Heinitz verstarb im Jahre 1987.

Quelle / Jens Gieseke: Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Herausgeber, BStU, Berlin 2012; Walter Heinitz: Wikipedia.


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