Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik











Paul Rumpelt


Paul Rumpelt:

Paul Rumpelt war von 1952 bis 1958 der erste Leiter der Abteilung XIV des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Berlin.

Paul Rumpelt wurde am 5. Oktober 1909 in Riesa als Arbeiterkind geboren, schloss dort 1924 die Volksschule ab und absolvierte eine Lehre als Elektriker.

1930 trat er der KPD bei, wurde 1933 wegen illegalen Waffenbesitzes von der Gestapo verhaftet und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Anschließend kam er 13 Monate in die KZ Riesa und Hohenstein. Bis Mitte der dreißiger Jahre war er arbeitslos. Dann arbeitete er bis 1945 als Schlosser in den Mitteldeutschen Stahlwerken in Riesa.

Unmittelbar nach Kriegsende, am 15. Mai 1945, trat er wieder der KPD bei und meldete sich gemäß Parteiauftrag zur sächsischen Polizei. Dort bekleidete er verschiedene Funktionen, war VP-Revierleiter in Riesa und Kommando-Leiter bei der Grenzpolizei in Wurzbach und brachte es 1949 bis zum Leiter der Volkspolizeikreisämter Dippoldiswalde und Marienberg. Von Oktober 1949 bis Oktober 1950 absolvierte er einen nicht näher bezeichneten Lehrgang in der Sowjetunion, um dann ab 1. Dezember 1950 Leiter der Abteilung IV (Spionageabwehr) im Ministerium für Staatssicherheit in Berlin zu werden.

Im April 1952 wurde er dann zum Leiter der Abteilung XIV des MfS in Berlin berufen.

Zu Beginn seiner Tätigkeit erhielt er einen Verweis, weil er "als Leiter der Abt. XIV gröblichst gegen die ihm obliegende Aufsichtspflicht verstoßen" habe, wodurch "untragbare Zustände in der Strafvollzugsanstalt" eingetreten seien.

Mit Wirkung vom 18. Oktober 1958 wechselte er, inzwischen zum Oberstleutnant befördert, als Abteilungsleiter ins Büro der Leitung (BdL) des MfS, um schließlich ab 1. März 1960 Leiter der neu gegründeten Abteilung XVI (Strafvollzug) des MfS zu werden. Die beiden Funktionswechsel waren wohl teilweise durch gesundheitliche Probleme mitbedingt, an denen Rumpelt seit einem schweren Autounfall im Jahre 1956 litt.

Paul Rumpelt verstarb am 10. Januar 1961.1

1 Johannes Beleites, Abteilung XIV : Haftvollzug, (MfS-Handbuch), BStU (Hrsg.), Berlin 2009, S. 51.


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