Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) der Deutschen Demokratischen Republik











Hans Modrow


Hans Modrow:

Hans Modrow wurde am 27. Januar 1928 in Jasenitz/Kr. Ueckermünde als Sohn eines Seemanns und Bäckers und einer Hausfrau geboren. Der Vater Mitglied der NSDAP, dier Mutter parteilos. 1934-1942 Besuch der Volksschule in Jasenitz; von April 1942 bis Dezember 1944 Lehre als Maschinenschlosser in den Hydrierwerken Stettin-Pölitz.

Von Januar bis Mai 1945 Volkssturm; von Mai 1945 bis Januar 1949 Kriegsgefangenschaft in der UdSSR, hier von Herbst 1947 bis Januar 1949 Besuch einer Antifa-Schule in der Nähe von Rjasan und von Sommer 1948 bis Januar 1949 Assistent der Antifa-Schule; im Januar 1949 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED und der FDJ; von Januar bis Juni 1949 Arbeit als Schlosser im VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf; von Juli bis Dezember 1949 Abteilungsleiter, 1950 bis April 1951 Sekretär für Studentenfragen, dann Sekretär für Agitation und Propaganda, dann 2. Sekretär des FD J-Landesvorstandes Brandenburg; von April 1951 bis 1952 Vorsitzender des FDJ-Landesvorstandes Mecklenburg und Abgeordneter des Landtages Mecklenburg; 1952-1961 Mitglied des FDJ-Zentralrates; 1952/53 Studium an der Komsomol-Hochschule in Moskau; 1953-1971 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Berlin; 1953-1961 1. Sekretär der FDJ-BL Berlin und Sekretär des Zentralrates der FDJ; 1954-1957 Fernstudium an der PHS "Karl Marx", Abschluß als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler; 1954-1971 Mitglied der BL Berlin; von 1958 bis Oktober 1990 Abgeordneter der Volkskammer, von Oktober 1972 bis 1990 Vorsitzender der Parlamentarischen Freundschaftsgruppe DDRJapan; 1958-1967 Kandidat, 19671989 Mitglied des ZK; 1959-1961 externes Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule für Ökonomie Berlin-Karlshorst, Abschluß als Diplom-Wirtschaftler; 1961 bis März 1967 1. Sekretär der KL Berlin-Köpenick; im Juni 1966 Promotion zum Dr. rer. oec. an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit zum Thema "Auswahl und Entwicklung von Führungskadern. Ermittlung, Auswahl und Entwicklung von Nachwuchskadern für Führungsfunktionen in der sozialistischen Industrie, dargestellt am Beispiel von Großbetrieben der Elektroindustrie der Deutschen Demokratischen Republik"; von März 1967 bis Juli 1971 Sekretär für Agitation und Propaganda der BL Berlin; von Juli 1971 bis Oktober 1973 Leiter der Abteilung Agitation des ZK; von Oktober 1973 bis 15. November 1989 1. Sekretär der BL Dresden; 1973-1989 Abgeordneter des Bezirkstages Dresden; Anfang Oktober 1989 Mitinitiator des Dresdener Dialogs mit der oppositionellen "Gruppe der 20".

Vom 8. November bis 3. Dezember 1989 Mitglied des Politbüros; vom 13. November 1989 bis 12. April 1990 Vorsitzender des Ministerrates der DDR; von Dezember 1989 bis Februar 1990 stellvertretender Vorsitzender der SED-PDS; am 5. Februar 1990 mit Vertretern des Runden Tisches Bildung der "Regierung der nationalen Verantwortung"; seit Februar 1990 dann Ehrenvorsitzender der PDS; von März bis Dezember 1990 Abgeordneter der Volkskammer; von Dezember 1990 bis November 1994 Abgeordneter des 12. Deutschen Bundestages; im April 1993 Anklage vor dem Dresdener Landgericht wegen "Anstiftung zur Wahlfälschung" bei den Kommunalwahlen in der DDR am 7.5.1989, am 27.5.1993 von der 3. Großen Strafkammer des Landgerichtes Dresden wegen "Anstiftung zur Wahlfälschung in 3 tateinheitlichen Fällen" mit einem Strafvorbehalt von 80 Tagessätzen zu je 300 DM verwarnt; am 3.11.1994 Aufhebung des Urteils auf Revision der Staatsanwaltschaft durch den 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofes und Rückverweisung an das Landgericht Dresden; nach Aufhebung der Immunität als Bundestagsabgeordneter im Februar 1994 Anklageerhebung im März 1994; am 9.8.1995 von der 4. Großen Strafkammer des Landgerichtes Dresden wegen "Anstiftung zur Wahlfälschung in vier tateinheitlich zusammentreffenden Fällen" zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt; am 16.12.1996 durch Urteil des Landgerichtes Dresden "wegen fahrlässigen Falscheides" bei einer Vernehmung als Zeuge am 22.4.1992 unter Einbeziehung der Verurteilung im Verfahren vom August 1995 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.1

 

1 Mario Niemann, Andreas Herbst (Hrsg.), SED-Kader — Die mittlere Ebene, Biographisches Lexikon der Sekretäre der Landes- und Bezirksleitungen, der Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der Räte der Bezirke 1946 bis 1989, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 344, 345, 346.


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