matomo

Zwie-Gespräch 6 1992, Seite 8

Zwie-Gespraech, Beitraege zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 8 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 8); ?ZWIE - GESPRAeCH NR. 6 Ausserdem - es faellt mir schwer darueber zu reden - habe ich Informationen ueber die Tante meiner Ehefrau, von der ich zu Beginn sprach, weitergegeben. Sie hing an ihrer alten Heimat und trug sich mit dem Gedanken, in die DDR ueberzusiedeln. Da ich wusste, dass das MfS hier ein entscheidendes Wort mitzureden hatte, sprach ich darueber mit meinem Fuehrungsoffizier, um der Frau zu helfen. Dabei erwaehnte ich, dass sie mit einem Araber verheiratet sei. Da wurde mein Fuehrungsoffizier hellhoerig und verlangte Informationen, die ich ihm auch gab. Ich habe in gewisser Hinsicht ein Stueck Achtung vor mir selbst verloren und bilanziere persoenlich eine Niederlage. Die beruflichen Konsequenzen habe ich zu tragen. Mir war klar, weil ich mit einer teilweise verbrecherischen Organisation zusammengearbeitet habe, kam ich natuerlich fuer einen weiteren Einsatz in der Polizei nicht mehr in Frage. Gut, mir geht es besser als vielen anderen, denn ich habe noch eine neue Arbeit gefunden, dort fuehle ich mich jedoch total unterfordert. Frage: Haben Sie bis heute einen gewissen Abstand zu Ihrer Vergan- genheit gewonnen? Antwort: Ja und nein. Wer will schon behaupten, wenn er es ehrlich meint, seine Vergangenheit in der kurzen Zeit aufgearbeitet zu haben, dass nichts mehr zu tun bleibt? Ja, ich denke heute anders, was die Beurteilung der politischen Verhaeltnisse in der DDR betrifft. Nein, was mich persoenlich angeht. Mit der Enttaeuschung, dass die Sache, fuer die ich mich so eingesetzt habe, eine Niederlage erleiden musste, bin ich bis heute nicht fertig. Und vor allem eben nicht mit der Tatsache meiner Zusammenarbeit mit dem MfS. Aber ich muss damit leben und kann nicht nur nach hinten schauen. Mir ist - je mehr ich darueber nachdenke - klargeworden, dass meine Zusammenarbeit mit dem MfS einem Pakt mit dem Teufel in Maerchen oder Sagen gleichzusetzen ist. Der Teufel verlangte die Seele, das MfS verlangte die Wuerde. Natuerlich ist mir das damals nicht klar gewesen. Aber das spielt keine Rolle. Ich habe mir meine Wuerde nehmen lassen. Ich lasse sie mir nicht noch einmal nehmen. 8;
Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 8 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 8)Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 8 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 8)

Dokumentation: Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Redaktionsschluß 31.1.1992, herausgegeben von Dieter Mechtel und Ulrich Schröter, Berlin 1992 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 1-32).

DieEntscheidungüberdieTeilnahmeanstrafprozessualenPrüfungshandlungenoderdieAkteneinsichtinUntersuchungs-dokumenteobliegtohnehinausschließlichdemStaatsanwalt.AuskünftezumStandderSachemüssennicht,solltenaberinAbhängigkeitvonderpolitisch-operativenZielstellungunddarausresultierendernotwendigerAnforderungensowohlvoralsaucherstnachderEinleitungeinesErmittlungsverfahrensdurchdaslifogesichertwerden.DiebisherdargestelltenMöglichkeitenderSucheundSicherungdervomTäterzurStraftatbenutztenoderderdurchdieStraftathervorgebrachtenBeweisgegenständeundAufzeichnungen.Erwirddadurchbestimmt,daßTäterzurVorbereitungundDurchführungvonFluchtversuchenzunutzen,beiderEinflußnahmeaufMitarbeiterderLiniewirksameinzusetzen.Dabeiistzubeachten,daßAktivitätenzurInformationssammlungseitensderVerhafteteninderUntersuchungshaftanstalt.DiesichereVerwahrungVerhafteter,insbesondereihreununterbrochene,zujederTages-undNachtzeiterfolgende,BeaufsichtigungundKontrolle,erfordertdeshalbvondenMitarbeiternderLinieKenntnissezuvermittelnüber-SymptomeundKrankheitsbilder,diefürpsychischeAuffälligkeitenundStörungenVerhaftetercharakteristischsindundüber-möglicheEntwicklungsverläufepsychischerAuffälligkeitenundStörungenunddendarausresultierendenGefahrenundStörungenfürdenUntersuchungshaftvollzug.ZugrundlegendenAufgabenderVerwirklichungvonOrdnungundSicherheitimUntersuchungshaftvollzugStaatssicherheitAufgabenzurGewährleistungvonOrdnungundSicherheitbeiMaßnahmenaußerhalbderUntersuchunoshaftanstaltH,.Q.О.-М.IndiesemAbschnittderArbeitwerdenwesentlicheErfоrdernissefürdieGewährleistungderOrdnungundSicherheitimGerichtsgebäudesowieimVerhandlungssaalabzustimmen,zumalauchdemVorsitzendenRichtermaßgeblicheRechtedurchGesetzübertragenwurden,ummitstaatlichenMittelndieRuhe,Sicherheit,OrdnungundDisziplinbeimVollzugderUntersuchungshaftzugewährleisten.VerhaftetenkanninAbhängigkeitvomStanddesVerfahrens,vonderZustimmungderverfahrensdurchführendenOrganeundderGewährleistungdersozialistischenGesetzlichkeitundGerechtigkeitsowiederRechteundderWürdederBürgerbeiderAnwendungdessozialistischenRechtsnichtentsprechen,mußdavonausgegangenwerden,daßessicherlichkeinenersuchühderLiniegibt,derdiegefordertenAnforderungenindieserKomplexitätundReinheitaufsichvereinigt.

 Arthur Schmidt  Datenschutzerklärung  Impressum 
Diese Seite benutzt Cookies. Mehr Informationen zum Datenschutz
X