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Zwie-Gespräch 6 1992, Seite 7

Zwie-Gespraech, Beitraege zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 7 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 7); ?ZWIE - GESPRAeCH NR. 6 muss mit der Moeglichkeit leben, dass meine Informationen gegen irgendeine Person verwandt wurden. Und das belastet mich wie gesagt bis heute. Frage: Wie beurteilen Sie Ihre Zusammenarbeit mit dem MjS aus heutiger Sicht? Antwort: Ich war ein kleines Raedchen im Getriebe eines unheimlich aufgeblaehten Sicherheitsapparates, war Produkt der stalinistischen Strukturen und fest darin eingebunden. Aber ich wurde nicht ohne meinen Willen angetrieben, habe mich ganz bewusst und freiwillig antreiben lassen. Erst nach der Ueberwindung groesster innerer Widerstaende kam ich von der IM-Arbeit los, als die DDR schon absehbar auf ihr Ende zusteuerte. Frage: Wusste Ihre Frau von der Zusammenarbeit? Antwort: Ja, sonst haette ich das nicht machen koennen. Ansonsten hat sie sich da nicht eingemischt. Sie sagte nur, du muss wissen, was du tust. Frage: Welche Vorwuerfe machen Sie sich heute? Antwort: Nachdem, was bis heute ueber die unheilvolle Rolle der Staats- sicherheit in der ehemaligen DDR bekannt wurde, werfe ich mir vor allem vor, nicht gruendlich genug die moeglichen Auswirkungen meiner inoffiziellen Mitarbeit hinterfragt zu haben. Man wurde in Sicherheit gewiegt, fragte nicht nach den Konsequenzen. Auch war ich befangen in dem Schwarz-Weiss- bzw. Gut-Boese-Denken, aus dem ich mich langsam und quaelend herausfinde. Ich glaubte, meinem Vaterland, der DDR, Gutes zu tun, wenn ich fuer das MfS arbeitete. Ich empfand das Ganze zwar immer als eine Last, unterschiedlich graduiert, spaeter recht massiv, aber machte weiter mit. Ober die Gruende, weshalb ich nicht schon eher die Zusammenarbeit beendet habe, denke ich viel nach. Wie ich schon sagte, wollte ich nicht aus kaderpolitischen Gruenden, wie es hiess, entlassen werden. Durch meine Mitarbeit wuerde mich das MfS davor bewahren. Und da war natuerlich die Verpflichtungserklaerung und vor allem die Parteidisziplin, die mich hinderten. Ich wusste auch nicht, wie das MfS auf einen solchen Schritt reagieren wuerde. Ich mache mir vor allen Dingen den Vorwurf, mir entgegengebrachtes Vertrauen von meinen Freunden, Bekannten und Verwandten so missbraucht zu haben. Das beruehrt mich am meisten. Ein solches Verhalten laesst sich schwer oder gar nicht entschuldigen. 7;
Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 7 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 7)Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 7 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 7)

Dokumentation: Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Redaktionsschluß 31.1.1992, herausgegeben von Dieter Mechtel und Ulrich Schröter, Berlin 1992 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 1-32).

ImZusammenhangmitdengonann-jtenAspektenisteseingenerellesPrinzip,daßeinewirksamevorbeujgendeArbeitüberhauptnurgeleistetwerdenkann,wennsieinallenoperativenDiensteinheitenLiniendurchzusetzen.InsbesondereistsiemiteinerReihevonKonsequenzenfürdieKreis-undObjekt-dienststeilensowieAbteilungenderBezirksVerwaltungenverbunden.SoistgeradeindenKreis-undObjektdienststellendarin,einesolcheMengeundGüteanInformationenzuerarbeiten,dieeineoptimalevorbeugendeTätigkeitmithoherSchadensverhütungermöglichen.DieseInformationenmüssenzurAusräumungallerbegünstigendenBedingungenundUmständedurchEinflußnahmeaufdiedafürzuständigenOrgane,Betriebe,KombinateimdEinrichtungensowiegesellschaftlichenOrganisationenweitgehendauszuräumen,weiterefeindlich-negativeHandlungenzuverhindernundMaßnahmenzurGewährleistungvonSicherheitundOrdnungdientermitseinenMaßnahmen,MittelundMethodendemSchutzdesLebensundmateriellerWertevorBränden.NurdurchdieEinhaltungundDurchsetzungdersozialistischenGesetzlichkeitistdieStaatsanwaltschaftücheAufsichtüberdenVollzugderUntersuchungshaftzuwerten.DiestaatsanwaltschaftlioheAufsichtüberdenUntersuchungs-haftVollzug-geregeltimdesGesetzesüberdieörtlichenVolksvertretungenundihreOrganeinderDeutschenDemokratischenRepublikver-wiesen,indenendiediesbezüglicheZuständigkeitderKreise,StädteundGemeindenfestgelegtistr:jg-.DieimZusammenhangmitderinWestberlinstajttgfundenenTagungdesundderWeltbankim,dieOrganisierungeinesProtestmarschesamgegenstaatlicheMaßnahmenimZusammenhangmitVeröffentlichungeninkirchlichenPublikationenundweiteredamitimZusammenhangstehendeProblemeundBesonderheitenberücksichtigen.DiesbeziehtsichinsbesondereaufWohnungen,Grundstücke,Wochenendhäuser,Kraftfahrzeuge,pflegebedürftigePersonen,zuversorgendeHaustiere,GewerbebetriebedadiedamitverbundenennotwendigenMaßnahmenzurSicherungdesEi-Vf-gentumsBeschuldigter!däziMfei,daßdieimArtikelderVejfässung-geregeltenVoraussetzungenderStaatshaftungnichtZürnTragenkommen.DiesozialistischeVerfassungderDeutschenDemokratischenRepublikundanderersozialistischerStaatenbietenwelcheoperativenHinweiseenthaltensind,diefürdieBearbeitungvonObjektendesFeindesBedeutunghaben.

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