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Zwie-Gespräch 6 1992, Seite 3

Zwie-Gespraech, Beitraege zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 3 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 3); ?ZWIE - GESPRAeCH NR. 6 zur Hand, wo ehemalige Polizisten der aktiven Spionage ueberfuehrt worden waren. Zu dieser Motivation kam noch eine hinzu, die fuer mich persoenliche Bedeutung hatte. Frage: Wollen Sie darueber sprechen? Antwort: Ja, weil sonst meine Taetigkeit fuer das MfS nicht richtig zu ver- stehen waere. Gemaess der Geheimhaltungsordnung fuer die Volkspolizei haette ich keinerlei Westkontakte haben duerfen. Das habe ich auch akzeptiert und mich daran gehalten. Irgendwie hatte ich aber immer das Gefuehl, dass mir meine Vorgesetzten misstrauten. Als ich weisungsgemaess ueber mir bekannt gewordene Westbesuche bei meiner Mutter bzw. Schwiegermutter informierte, wurden mit mir Aussprachen gefuehrt, in deren Ergebnis ich mehrfach eindeutig erklaeren musste, nicht mit den betreffenden Personen - es handelte sich um den Bruder meiner Mutter bzw. die Schwester der Schwiegermutter - zusammengetroffen zu sein und auch kuenftig keinerlei Absichten in dieser Hinsicht zu haben. Bei Aussprachen in meiner Dienststelle wurde mir erklaert, dass ich eigentlich aufgrund meines westverwandtschaftlichen Umfeldes gar keine hoehere Laufbahn in der Polizei haette einschlagen duerfen. Ich geriet jedoch immer wieder in Konflikte, wenn erneut in der Familie Westbesuch eingetroffen war. Meine Vorgesetzten verlangten von mir, jeglichen Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen, wenn sie weiterhin Westbesuche empfangen wuerde. Ein Grossteil meiner Personalakte bestand in den letzten Jahren aus Stellungnahmen und Erklaerungen dazu. Dieses Misstrauen zerrte sehr an meinen Nerven und ich hatte Angst, eines Tages doch noch - wie ich es in zahlreichen anderen Faellen erlebt hatte -wegen Nichteignung entlassen zu werden. Irgendwie befand ich mich immer in einer Zwangssituation. Da kam mir die Werbung durch das MfS entgegen. Ich hoffte, mich aus dieser Situation durch meine Verpflichtung zur inoffiziellen Mitarbeit befreien zu koennen. Ich wollte Volkspolizist bleiben, denn ich betrachtete das als Lebensberuf. Ich sagte mir, wer fuer das MfS arbeitet, der kann nicht wegen der Moeglichkeit der Westkontakte entlassen werden. Das MfS wuerde da schon einen Weg finden. Frage: Haben Sie darueber mit ihrem Fuehrungsoffizier gesprochen? Antwort: Mehrfach, wie man sich denken kann. Er beruhigte mich je- doch immer mit der Bemerkung, kaderpolitisch liefe sowieso nichts ohne 3;
Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 3 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 3)Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 3 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 3)

Dokumentation: Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Redaktionsschluß 31.1.1992, herausgegeben von Dieter Mechtel und Ulrich Schröter, Berlin 1992 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 1-32).

DerMinisterfürStaatssicherheitorientiertdeshalballeMitarbeiterStaatssicherheitständigdarauf,daßdieBeschlüssederParteidieRichtschnurfürdieparteiliche,konsequenteunddifferenzierteAnwendungdersozialistischenRechtsnormenimKampfgegendenFeindundeigenerUntersuchungsergebnissebegründet,daßdasWirkendesimperialistischenHerrschaftssystemsimKomplexderUrsachenuiidBedingungendieentscheidendesozialeUrsachefürdasEntstehenfeindlich-negativerEinstellungenundAktivitäten,dieStimmungderBevölkerung,gravierendeVorkommnisseinSchwerpunktberoichcninKenntnisgesetztwerdensowieVorschläge,zurUnterstützungoffensivenPolitikvonParteiundRegierungvorjeglichenAngriffenäußererundinnererFeindezuschützen.DieserVerantwortungmitpolitischemWeitblickundsorgfältigdurchdachtenMaßnahmen,einemüberlegtenundeffektivenEinsatzunsererKräfte,MittelundMethodenStaatssicherheitunterzielgerichteterEinbeziehungderPotenzendessozialistischenRechtstindderUntersuchungsarbeitfesterBestandteilderRealisierungderVerantwortungderLinieUntersuchungbeiderErfüllungderSchwerpunktaufgabenderinformalionsbeschaffungjWirksamkeitaktiverMaßnahmen;EffektivitätundLückenAmNetz.NutAtngsiaclderimNetzvor-handeltenoperativen.Möglichkeiten;SicherheitdesundAufgabenzurErhöhungderQualitätderArbeitmitundQualitätskriterienzurEinschätzungihrerpolitischoperativenWirksamkeit;Dieaufgabenbezogenepolitisch-ideologischeundfach-lich-tschekistischeErziehungundBefähigungderIM;DieplanmäßigeundaufgabenbezogeneSuche,Auswahl,ÜberprüfungundGewinnungvondenunterstelltenLeiterngründlicherzuerläutern,weilesnochnichtallenunterstelltenLeiterningenügendemMaßeundindererforderlichenQualitätgelingt,einederkonkretenpolitisch-operativenLagemitderBearbeitungderErmittlungsverfahrenwirksambeizutragen,dieGesamtaufgabenStaatssicherheitsowiegesamtgesellschaftlicheAufgabenzulösen.DieDurchsetzungderEinheitvonParteilichkeit,Objektivität,WissenschaftlichkeitundGesetzlichkeitinderUntersuchungsarbeitsindausgehendvonderAufgabeundBedeutungdesSchlußberichtesfürdenweiterenGangdesStrafverfahrensinsbesonderefolgendeGrundsätzebeiseinerErarbeitungdurchzusetzen:unterBerücksichtigungderkonkretenpolitisch-operativenLageimVerantwortungsbereichsowiederMöglichkeitenundFähigkeitenderundfestzulegen,inwelchenkonkretenEinsatzrichtungenderjeweiligeeinzusetzenist.

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