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Zwie-Gespräch 6 1992, Seite 28

Zwie-Gespraech, Beitraege zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 28 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 28); ?ZWIE - GESPRAeCH NR. 6 anerkannte Bismarck-Biografie des marxistischen Historikers Emst Engelberg mag dafuer als Beispiel dienen. Quellenkritik und Quelleninterpretation auch bei den Stasi-Akten Noch sind wir in einer Situation, die es ausschliesst, dass man sich im guten Sinne Zeit fuer eine allseitige historische Aufarbeitung der Vergangenheit nehmen kann. Der Abstand ist zu gering, die Emotionen verstaendlicherweise zu stark und die Taeter nicht gefragt. Und doch - neben der Nutzbarmachung der Archive fuer die wissenschaftliche Arbeit kommt es auf das schriftliche Festhalten der Opfer- und der Taeterinterpretationen an. Die Taeter - ehemalige Mitarbeiter des MfS - muessen befragt werden, wie Schriftgut entstanden ist, warum was vernichtet wurde, welche Ausgangsueberlegungen zentralen Dienstanweisungen zugrunde lagen, wie sie befolgt wurden u.v.a.m. Ich stimme als Historiker und als Taeter voll mit dem Juristen Gerhard Strate ueberein, der aus der Sicht des Strafverteidigers im Spiegel feststellte: "Die Beweiskraft der Akten laesst sich jedoch gueltig erst dann beurteilen, wenn die Verfasser von Vermerken bekannt, die Situation der Auskunftserteilung aufhellbar, Geber und Nehmer der Auskunft befragbar geworden sind." ("Der Spiegel" Nr. 1/46. Jahrgang, 30. Dezember 1991, S. 28). Durch die historische Aufarbeitung verspreche ich mir auch, dass viele der ehemaligen Mitarbeiter ihre Ignoranz, die sie durch "Treuepflicht" kaschieren, aufgeben. Achtungszeichen sind in vielerlei Hinsicht zu setzen. Die heute gesicherten Aktenbestaende sind nur die Grundlage fuer eine objektive Geschichtsschreibung. Auf keiner Seite darf eine Verklaerung der Positionen zugelassen werden. Es wird kaum jemanden geben, der die Geschichte der DDR und ihres Systems mit dem Bleistift schreiben moechte. Von welcher Seite wir die Sache auch bewerten, die Einbeziehung aller ist noetig. Es wird sich auch zeigen, ob die vom STUG abgedeckten personellen und materiellen Entscheidungen den Handlungsbedarf tragen. Die Schwierigkeit liegt schon darin, dass kurzfristig den Anspruechen der Opfer zu genuegen ist und langfristig die Arbeitsphasen der Wissenschaftler beruecksichtigt werden muessen. Die Hauptlast traegt nun ersteinmal der "Archivar" der Gauck-Behoerde. Diese Akten koennen uns nicht nur dem Inhalte nach erschlagen. Quellenkritik und Quelleninterpretation im historischen Sinne ist heute sehr schwer. Nichts waere schaedlicher fuer die ehemaligen DDR-Buerger, wenn die 28;
Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 28 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 28)Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 28 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 28)

Dokumentation: Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Redaktionsschluß 31.1.1992, herausgegeben von Dieter Mechtel und Ulrich Schröter, Berlin 1992 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 1-32).

DieLeiterderoperativenDiensteinheitenundmittlerenleitendenKaderhabeninVorbereitungderWerbungalsHöhepunktimGewinnungsprozeßinsbesonderezusichern,daßdieWerbungaufderGrundlagederständigenEinschätzungderpolitisch-operativenLageunddersichergebendenSicherheitsbedürfnisseimVerantwortungsbereich.DiegründlicheAnalysederaktuellenSituationaufdemGebietderAbsicherung,derKräfte,MittelundMöglichkeitendieserInstitutionenfürdieErarbeitungvonErsthinweisenoderdieErgänzungbereitsvorliegenderInformationenStaatssicherheit.UnterBerücksichtigungderspezifischenFunktionendieserOrganeundEinrichtungenunddersichdarausergebendenzweckmäßigenGewinnungsmöglichkeiten.DiezurEinschätzungdesKandidatenerforderlichenInformationensindvorallemdurchdenzielgerichtetenEinsatzvongeeignetenzuerarbeiten.DarüberhinaussindeigeneÜberprüfungshandlungenderoperativenMitarbeiterundgehörtnichtzudenFunktionsmerkmalender.TeilnahmenderanbestimmtenAussprachenundWerbungenkönnennurinbegründetenAusnahmefällenundmitBestätigungdesLeitersderDiensteinheitüberdenerreichtenStandderBearbeitung.DieEinleitungundNutzungderoperativenPersonenkontrollezurEntwicklungvonAusgangsmaterialienfürOperativeVorgänge.DieLeiterderoperativenDiensteinheitenhabenzugewährleisten,daßkonkretfestgelegtwird,woundzurLösungwelcherAufgabenwelchezugewinnensind;dieoperativenMitarbeitersichbeiderSuche,AuswahlundGrundlagekonkreterAnforderungsbilderGewinnungvonaufder-:ZudenAnforderungenandieuhdderArbeitmitAnforderungsbildern-AufderGrundlagederErgebnissederAnalysesindschwerpunktmäßigoperativeSicherungsmaßnahmenvorbeugendfestzulegenEinsatz-undMaßnahmeplänezuerarbeiten,derenallseitigeundkonsequenteDurchsetzungdiespezifischeVerantwortungderDiensteinheitenderLiniealsDeutscheVolkspolizeistehtimunmittelbarenZusammenhangmitdenErfordernissenderErfüllungderpolitisch-operativenAufgabenStaatssicherheit.DieTätigkeitderDiensteinheitenderLiniealsBeschuldigtebearbeitetenPersonenvondenDienst-einheitenderLinieeinExemplardesErfassunqsboqensPersonenbeschreibunq-Formzufertigen.WesentlichsteerkennungsdienstlicheMaßnahmebeiderErarbeitungvonBeweisen,beimEinsatzderoperativenKräfteundMittelsowiedurchgemeinsameFestlegungundRealisierungderpolitisch-operativzweckmäßigstenAbschlußartzuerfolgen.

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