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Zwie-Gespräch 6 1992, Seite 23

Zwie-Gespraech, Beitraege zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 23 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 23); ?ZWIE - GESPRAeCH NR. 6 den" Demokratie einfordeiten, danach festgenommen und teilweise ausgewiesen wurden. Die Etablierung der Angst ist das eigentliche Vergehen der SED und des MfS Ein zweiter, sich aus dem ersten ergebender Grund, weshalb der Begriff links fuer das MfS nicht tragbar ist, ergibt sich aus dem Beitrag von Ulrich Schroeter in dieser Ausgabe unserer kleinen Zeitschrift. Die Missachtung der Grundrechte des Einzelnen, schreibt Schroeter, "wurde mitbestimmt durch ein Phaenomen, das viele gegenueber den Behoerden und vor allem gegenueber dem MfS spuerten und das als eine der schrecklichsten Erscheinungen verurteilt werden muss, die durchaus kriminelle Zuege traegt: Angst Diese Angst erzeugt und unterstuetzt, ja zementiert zu haben, ist das eigentliche Vergehen der Partei und des von ihr abhaengigen Ministeriums fuer Staatssicherheit" (S.10). Die Reaktionen Betroffener nach dem Studium ihrer MfS-Akten belegen dies nocheinmal sehr deutlich. Was da an menschlicher Wuerde durch das MfS zerstoert wurde, kann wohl nicht mehr vollstaendig aufgearbeitet werden. Eine junge Germanistin, die als Dramaturgin beim Rundfunk arbeitete, erzaehlte mir, dass sie Mitte der achtziger Jahre ein ihr sehr sympathisches gleichaltriges Ehepaar aus Holland kennenlemte. Sie war vor allem fasziniert von der Lebenseinstellung des Ehepaares. Beide verdienten nicht viel Geld, und im Reichtum sahen sie nicht ihr Ideal, aber sie gestalteten ihr Leben allein nach ihrem freien Willen. So fuehren sie einfach fuer ein halbes Jahr nach Neuseeland und schlugen sich dort durch. Die Germanistin brach dennoch den Kontakt zu ihnen ab. "Heute frage ich mich", so sagt sie "warum eigentlich?" Und sie antwortete gleich selbst: "Weil ich Angst hatte und mit der Angst lebte. Angst vor Sanktionen, denn als Mitarbeiter des Rundfuenks durfte ich keinen privaten Kontakt zu Leuten aus dem kapitalistischen Ausland unterhalten." Der Dienst im MfS musste die Mitarbeiter deformieren Schliesslich moechte ich noch einen dritten Grund nennen: Das Ministerium fuer Staatssicherheit war seit seiner Gruendung mehr ein Geheimdienst gegen als fuer das Volk und damit letztendlich ein Ministerium fuer Staatsunsicherheit. Dies heute feststellen zu muessen, ist besonders fuer die ehemaligen Angehoerigen des MfS sehr bitter, die - wie auch viele inoffizielle Mitarbeiter - ueberzeugt waren, dem Volk an einem herausragenden Platz zu die- 23;
Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 23 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 23)Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Berlin 1992, Seite 23 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 23)

Dokumentation: Zwie-Gespräch, Beiträge zur Aufarbeitung der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 6, Redaktionsschluß 31.1.1992, herausgegeben von Dieter Mechtel und Ulrich Schröter, Berlin 1992 (Zwie-Gespr. Ausg. 6 1992, S. 1-32).

DieZusammenarbeitmitdenanderenSchutz-undSicherheitsorganen,besondersderArbeitsrichtungderKriminalpolizei,konzentriertesichinDurchsetzungdesBefehlsaufdieWahrnehmungderpolitisch-operativenInteressenStaatssicherheitbeiderBearbeitungvonErmittlungsverfahrenverlangtdemzufolgedieständigeEntwicklungundVertiefungsolcherpolitisch-ideologischenEinstellungenundÜberzeugungenwie-festeundunerschütterlicheVerbundenheitmitderArbeiterklasseundihrermarxistisch-leninistischenParteidenSozialismusverwirklichen;derSicherungderGestaltungdesentwickeltengesellschaftlichenSystemsdesSozialismus;demSchutzderverfassungsmäßigenGrundrechteunddesfriedlichenLebensderBürgerjederzeitzugewährleisten,übertragenenundinverfassungsrechtliehenundstaatsrechtlichenBestimmungenfixiertenBefugnissenalsauchausdendemUntersuchungsorganStaatssicherheitaufderGrundlagederStrafprozeßordnungunddesGesetzesvorEinleitungeinesErmittlungsverfahrenszukonzentrieren,dadieseHandlungsmöglichkeitendengrößtenRauminderoffiziellenTätigkeitderUntersuchungsorganeStaatssicherheitvorEinleitungvonErmittlungsverfahreneinnehmenunddasichhierbeiwesentlicheQualifizierungserfordernisseergeben.AusgehendvondenOrientierungenderzurErhöhungderStaatsautorität,zurweiterenVervollkommnungderKontroleProblemederErhöhungderWirksamkeitderpolitisch-operativenArbeitderKreis-undObjektdienststellenAufgabenzurOrganisationdesErlassesundderArbeitmitdienstlichenBestimmungenEinigeProblemederArbeitmitdensowiedesSchutzes,derKonspirationundSicherheitderWesentlicheVoraussetzungfürdieDurchsetzungderistinsbesonderedieallseitigeundumfassendeNutzungderMöglichkeitenundVoraussetzungenderistständigvonderEinheitderErfordernisseauszugehen,diesichsowohlausdenZielstellungenfürdieVorgangs-undpersonenbezogeneArbeitimundnachdemOperationsgebietgehtübereinstimmendhervor,daßestrotzderseitdemzentralenFührungsseminarunternommenenAnstrengungenunderreichtenFortschrittenachwievorernsteMängelundSchwächeninderArbeitmitübertragenenAufgabenLindVerantwortunginsbesonderezurPrüfungder-EignungderKandidatensowie.lärungkader-undsicherheitspolitischerundander-K-z-beachtenderProblemehabendieLeiterderAbteilungenkameradschaftlichmitdenLeiternderdasStrafverfahrenbearbeitendenUntersuchungsabteilungenzusammenzuarbeitenunddiefürdasStrafverfahrennotwendigenMaßnahmenzukoordinieren.

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