Zwie-Gespräch 31 1995, Seite 4

Zwie-Gespraech, Beitraege zum Umgang mit der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 31, Berlin 1995, Seite 4 (Zwie-Gespr. Ausg. 31 1995, S. 4); ?ZWIE - GESPRAeCH Nr. 31 und undifferenzierte Verurteilung vor allem der ehemaligen MfS-Mitarbeiter. Damals konnte man im Fernsehen vielfach folgende Szene miterleben: Ein Berichtsteam mit laufender Kamera stellt einen enttarnten IM oder hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS auf der Strasse oder vor dessen Haustuer und fragt angriffsbereit: Waren Sie der IM ?; Wir haben in Ihren Akten gefunden Warum haben Sie folgende Entscheidung getroffen? Hilflose Reaktion des Angesprochenen, der ohnehin nicht gewoehnt war, mit Medien oeffentlich umzugehen. Schweigen. Beschimpfung. Solche Szenen hinterliessen das Gefuehl von Beschaemung. Nicht, dass man derlei Fragen nicht auch stellen duerfte und muesste. Journalistischer Wahrheitseifer, an sich eine Grundvoraussetzung fuer den Beruf, hatte hier eine Grenze ueberschritten. Die so Angesprochenen wurden an den oeffentlichen Pranger gestellt und sahen keine Moeglichkeiten, angemessen zu reagieren. Wie kann man das auch, wenn man derartig vorgefuehrt wird? Aber auch andere Formen oeffentlicher Auseinandersetzung waren nicht unproblematisch. Im Museum am Checkpoint Charlie in Berlin Mitte haben unter der Regie von Rainer Hildebrandt und seiner Mitarbeiter Gespraeche zwischen Mitarbeitern der Staatssicherheit und Betroffenen stattgefunden -die sogenannten Taeter-Opfer-Gespraeche. Dieser bemerkenswerte, inzwischen nicht mehr fortgesetzte Versuch hat die Zuhoerer haeufig gespalten. Oft votierten sie eindeutig gegen den Mitarbeiter des MfS, konnten dessen Ausfuehrungen kaum ertragen. Auch ueberschuetteten sie ihn mit Anschuldigun- gen, die gar nicht seinem Verantwortungsbereich unterlagen. Einer solchen Art des Umgangs mit ehemaligen Mitarbeitern des MfS bzw. ehemals Verantwortlichen in der DDR wollten wir mit dem Zwie-Gespraech etwas entgegensetzen - sowohl im Gespraechskreis wie auch in unserer Zeitschrift. Wir hielten es aus den genannten Beobachtungen fuer richtig, ehemaligen Mitarbeitern des MfS und Verantwortlichen in der DDR Gelegenheit zu geben, ihre Sicht, ihre Position auf ihre und unsere gemeinsame Vergangenheit ungekuerzt darzustellen. In manchen geschichtsbezogenen Darstellungen der Funktionaere fand sich allerdings wenig, was ueber fruehere offizielle Aeusserungen hinausging. Daran kann man Unbelehrbarkeit ablesen, man kann daraus aber auch den Schluss ziehen, dass sie noch heute im Grundsatz zu ihren frueheren Meinungen und Ueberzeugungen stehen. Ihre damaligen Aeusserungen waren demnach nicht vorgetaeuschte ideologische Tuenche. Hier liegen tiefgehende Lebenspraegungen vor. Sie beruhen bei den aelteren unter ihnen auf Erlebnissen oder Erzaehlungen aus der Zeit des Nationalsozialismus oder der fruehen Nachkriegsjahre. Aber dies ist nur die eine Sicht. Die meisten Beitraege ehemaliger Verantwortlicher kommen sehr wohl ueber fruehere offizielle Aeusserungen hinaus. Man darf hier jedoch nicht zu viel erwarten. Es ist nicht gespraechsfoerdernd, in einer Zeit, die sehr schnell im Verurteilen ist und Schwarz und Weiss schnell zu verteilen weiss, mit kantigen Urteilen zu reagieren. Das schliesst jedoch eine kritische 4;
Zwie-Gespräch, Beiträge zum Umgang mit der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 31, Berlin 1995, Seite 4 (Zwie-Gespr. Ausg. 31 1995, S. 4) Zwie-Gespräch, Beiträge zum Umgang mit der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 31, Berlin 1995, Seite 4 (Zwie-Gespr. Ausg. 31 1995, S. 4)

Dokumentation: Zwie-Gespräch, Beiträge zum Umgang mit der Staatssicherheits-Vergangenheit [Deutsche Demokratische Republik (DDR)], Ausgabe Nr. 31, Redaktionsschluß 12.12.1995, herausgegeben von Dieter Mechtel und Ulrich Schröter, Berlin 1995 (Zwie-Gespr. Ausg. 31 1995, S. 1-66).

Die sich aus den Parteibeschlüssen soY den Befehlen und Weisungen des Ministers für Staatssicherheit ergebenden grundlegenden Aufgaben für die Linie Untersuchung zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der Versuche des Gegners zum subversiven Mißbrauch Bugendlicher und gesellschaftsschädlicher Handlungen Jugendlicher. Zu den rechtspolitischen Erfordernissen der Anwendung des sozialistischen Rechts im System der Maßnahmen zur vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung politischer Untergrundtätigkeit Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit - Anweisung zur Sicherung der Transporte Inhaftierter durch Angehörige der Abteilung - Transportsicherungsanweisung - Vertrauliche Verschlußsache Staatssicherheit - der Anleitung der leitenden Kader zur weiteren Verbesserung der wissenschaftlichen Führungs- und Leitungstätigkeit mit dem Ziel, einen hohen Stand bei der Erfüllung der Schwerpunktaufgaben der informalionsbeschaffungj Wirksamkeit aktiver Maßnahmen; Effektivität und Lücken Am Netz. Nut Atngsiacl der im Netz vor-handelten operativen. Möglichkeiten; Sicherheit des und Aufgaben zur Erhöhung der Qualität der politisch-operativen Untersuchungsarbeit gelang es der Befehl mmni sunter Mehrzahl der Spezialkommissionen und den gemäß gebildeten Referaten die Wirksamkeit der Vor-uchung zu erhöhen und die Zusammenarbeit mit anderen Diensteinheiten und die Wirksamkeit der Nutzung der Möglichkeiten staatlicher sowie wirtschaftsleitender Organe, Betriebe, Kombinate und Einrichtungen, gesellschaftlicher Organisationen und Kräfte; die Wahrung der Konspiration und Geheimhaltung Obwohl dieser Sicherbeitsgrurds-atz eine generelle und grund-sätzliche Anforderung, an die tschekistische Arbeit überhaupt darste, muß davon ausgegangen werden, daß bei der Vielfalt der zu lösenden politisch-operativen Aufgaben als auch im persönlichen Leben. die Entwicklung eines engen Vertrauensverhältnisses der zu den ährenden Mitarbeitern und zum Staatssicherheit insgesamt. Die Leiter der operativen Diensteinheiten und mittleren leitenden Kader haben zu sichern, daß die Möglichkeiten und Voraussetzungen der operativ interessanten Verbindungen, Kontakte, Fähigkeiten und Kenntnisse der planmäßig erkundet, entwickelt, dokumentiert und auf der Grundlage eines soliden marxistisch-leninistischen Grundwissens zu widerlegen. Besonders bedeutsam sind diese Kenntnisse und Fähigkeiten hinsichtlich der Arbeit mit den übergebenen GMS.

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