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Entstehung

(Aufn. 0480 09.07.2013)

zu jenem inneren Gespräch mit sich selbst, das wir Gewissen nennen, jenen unverfügbaren Raum, in dem Menschen sich selbst begegnen und in dem Verantwortung entsteht,,,

Realisiert wurde die Videoarbeit "Entstehung" gemeinsam mit Wolfgang Arndt am Dienstag, dem 9. Juli 2013 um 16:13 Uhr in der Haftzelle 41 im U-Boot, dem Kellergefängnis im Altbau der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und heutigen Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen von Gvoon Arthur Schmidt. Während der Aufnahme des experimentellen Videos habe ich für Wolfgang Töne gemacht. Auf Basis dieser Videoarbeit ist am 9. Juli 2025 noch eine weitere Arbeit mit dem Titel "Entwicklung" als Video entstanden (https://vimeo.com/1106408244?share=copy#t=0).

Das Auge ist wie der Atem eines Menschen. Es geschieht alles ohne Zwang und ohne Verstellung, ehrlich und von innen heraus. Der Atem zeigt, dass wir leben, doch das Auge zeigt, wer wir sind und wer wir waren. In ihm liegt nicht nur der Moment, sondern auch die Spuren der Vergangenheit, die jeder Mensch in sich trägt. Es liegt eine Wahrheit darin, die keine Worte fassen können. Freude schimmert darin wie Licht, das sich auf bewegtem Wasser bricht. Schmerz sinkt tief und wird doch sichtbar in einem einzigen Blick. Alles, was einen Menschen im Innersten ausmacht, sammelt sich in diesem kleinen Spiegel, der mehr sagt als jede Stimme, als Worte. Denn während der Atem von außen kommt und geht, trägt das Auge das Innen nach außen. Es ist wie ein stilles Bekenntnis, das sich nicht spielen lässt, der Beweis dafür, dass wir mehr sind als das, was wir zeigen wollen. Wer wirklich hinsieht, erkennt darin etwas, das nicht greifbar ist und doch wahrer als alles andere.

Wolfgang Arndt wurde am 5. Juli 1959 im Berliner Stadtteil Friedrichshain geboren.   Er wuchs folgend in einem eher christlich geprägten Elternhaus auf.  Später dann geriet er dann ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit, nur weil er sich weigerte, der damaligen Pionierorganisation und später dann der Freien Deutschen Jugend (FDJ) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) beizutreten.   Mit 16 Jahren dann trat er der evangelischen Kirche bei und engagierte sich daraufhin später aktiv in der entstehenden Bürgerrechtsbewegung der DDR im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.  Dadurch geriet er noch stärker unter politischen Druck und die Reprssalin ihm gegenüber wurden noch unerträglich stärker.        Schließlich stellte Wolfgang einen Ausreiseantrag, um nach West Berlin zu seiner Mutter zu gelangen.   Nachdem eine Vielzahl von seinen Anträgen von den Behörden der DDR mehrfach abgelehnt worden waren, fasste er dann den Entschluss, die DDR auf "illegalem" Weg zu verlassen.    Dazu wandte er sich anfangs mit der Bitte um Unterstützung an die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) in der Hannoverschen Straße.   Später dann versuchte er, direkten Kontakt zu britischen und amerikanischen Diplomaten herzustellen, um so seine Flucht zu organisieren.            Im April 1980 wurde Wolfgang Arndt dann vom DDR-Staatssicherheitsdienst festgenommen. Nach einer ersten Vernehmung bei der Berliner Volkspolizei in der Keibelstrase kam er in Untersuchungshaftanstalt des MfS der DDR in die Kissingenstraße nach Pankow.  Ausschlaggebend für seine Verhaftung durch die Stasi war die Aussage seiner damaligen Ehefrau, die ihn an den Staatssicherheitsdienst verraten hatte.   Sechs Monate später verurteilte ihn das Stadtbezirksgericht Pankow dann wegen Vorbereitung zum ungesetzlichen Grenzübertritt und Beeinträchtigung staatlicher Organe zu einer Haftstrafe von insgesamt zwanzig Monaten, die er dann später unter anderem in den Haftanstalten Rummelsburg und Cottbus verbüßen musste.            Im August 1981 dann wurde Wolfgang von der Bundesrepublik Deutschland aus der Haft gegen Geld freigekauft.  Nach wenigen Wochen im Notaufnahmelager Gießen zog er dann nach West Berlin.  Aufgrund seiner gesundheitlichen Schäden resultierend aus der Haftzeit konnte er seinen Beruf als gelernter Tiefbaufacharbeiter nicht mehr ausüben und arbeitete stattdessen in einem Speditionsunternehmen im Bereich der Logistik.  Die Staatssicherheit beobachtete ihn auch nach seinem Freikauf weiterhin im Rahmen eines sogenannten operativen Vorgangs bis zum Ende der zusammbrechenden DDR.           Nach der deutschen Wiedervereinigung zog Wolfgang dann mit seiner neuen Partnerin zurück in den Ostteil Berlins.   Die Erlebnisse aus der Haftzeit, die ihn sein gesamtes weiteres Leben begleiten sollten, belasteten sollten, verarbeitete Wolfgang in selbst verfassten Gedichten und etlichen angefertigten Zeichnungen.          Im April 1999 nahm Wolfgang dann erstmals Kontakt zum Zeitzeugenbüro in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen auf, um kurz daraufhin die Arbeit der Gedenkstätte für einige Zeit als Praktikant zu unterstützen.       Ab dem Jahr 2007 führte er dann selbst viele viele hundert Besuchergruppen als Referent durch die ehemalige zentrale UHA des MfS der DDR in Berlin-Hohenschönhausen.  Er engagierte sich dabei sehr stark als referendierender Zeitzeuge und berichtete vor Schulklassen und anderen über seine Erfahrungen mit Repression und seiner Haft in der DDR.     Dabei schilderte er als von allem selbst Betroffeneer sehr eindrücklich den Alltag in der DDR sowie vor allen Digen seine schmerzhaften Erlebnisse in den Gefängnissen der DDR.      Besonders wichtig war es ihm, seine Zuhörerinnen und Zuhörern in gemeinsaen Gesprächen zu Menschlichkeit, Mitgefühl und Toleranz zu ermutigen.      Wolfgang erkrankte Ende 2017 sehr schwer und konnte seine Tätigkeit als Zeitzeuge nicht mehr fortsetzen.      Am späten Abend des 14. November 2022 verstarb er an den Folgen eines Herzleidens in Berlin.                 Die Aufnahme, oder auch die Aufnahmen, die mit ihm entstanden sind, sind entstanden, als ich an diesem Tag im U-Boot meine experimentellen Foto- und Videoaunahmen gemacht habe.   Wir hatten bis zu diesem Zeitpunkt seit meiner Ausstellung etliche intensive Gespräche vor allen Dingen in der Gedenkstätte.   So dann auch an diesem Tag, wo wir darüber sprachen, das man eigentlich noch anderes machen könnte und auch auch viellecht sollte. Auch erzählte ich ihm dabei eher beiläufig, irgenwann mal was mit dem ganzen entstandenen "Material" zu machen.     Naja, jedenfall setzte sich Wolfgang dann einfach mal in einer Haftzelle auf einen Stuhl hin und ich filmte Töne dabei machend dann in einem Stück sein Auge. Wie ich dachte, was persönliches von ihm. Und das Auge, wenn man jemanden ins Auge schaut, das sagt mehr als tausend Worte.  Wie alles eben so ist.  Mit allen dabei entstandenen Geräuschen und so, was anders eben, was eben authentisch ist. So sind die Aufnahmen, oder auch diese Aufnahme eher einfach so entstanden.     Im Hintergrund dieser Aunahme hört man noch einen anderen Referenten, der zu diesem Zeitpunkt eine Gruppe von Besuchern durch die Gedenkstätte geführt hat.    Wer das war, das weiss ich nicht, denn die Zellentür haben wir während der Aufnahmen zu gemacht.     Wolfgang hat mir auch erzählt, das er von der Kissingen Strasse durch die Stasi mal nach Hohenschönhausen überführt wurde, und er dann für "kurze" Zeit in der Gummzelle im Keller eigesperrt war. Das haben ihm aber die Wissenschaftler oder auch andere nicht geglaubt, weil sie in den Stasi-Akten nichts gefunden habe, da nichts darüber auffindbar von der Stasi vermerkt war. Als er mir allerdings darüber alles erzählt hat, da haben ihm die Tränen in den Augen gestanden,,,

Entstanden

Nachfolgend die realisierte Videoarbeit "Entstanden", das letztendlich Entstandene vom 9. Juli 2025 auf der Grundlage der gemeinsam mit Wolfgang Arndt gemachten Aufnahme vom Dienstag, dem 9. Juli 2013 um 16:13 Uhr unter dem Namen "Entstehung", aufgenommen in der Haftzelle 41 im U-Boot, dem Kellergefängnis im Altbau der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und heutigen Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen von Gvoon Arthur Schmidt. Während der Aufnahme des experimentellen Videos "Entstehung" habe ich für Wolfgang Töne gemacht, die in dieser Videoarbeit ebenfalls identisch verwendet worden sind. 

Das gesamte Projekt "Innen" und die hier veröffentlichte Videoarbeit "Entstehung" basieren im Kern auf in der Vergangenheit bereits gemachte experimentelle Aufnahmen in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und heutigen Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen und dem Bestehen einer schwarzen Gummizelle, die an einem anderen Ort im Originalzustand wieder aufgebaut wurde. Diese Gummizelle als ein tatsächlicher Raum, oder auch als ein entstandener Ort, hat mich seit dem ersten Kontakt am Ursprungsort in Berlin-Hohenschönhausen nicht mehr losgelassen. Vielleicht auch deswegen, weil, wenn man diesen Raum betritt, dann drückt es einfach nur, auf einem, auf allem. Das kann man auch nicht in Worte fassen. Jedenfalls ich nicht. Diese schwarze Gummizelle dient in diesem Projekt als eine Art Metapher für all die anderen zu Orten gemachten Räume dieser Welt, in die Menschen fremdbestimmt durch gewissenlose Andere in eine Ausnahmesituation verbracht werden, in welche Betroffene dann ganz mit sich alleine sind. In den Köpfen derjenigen entsteht dann etwas, wenn doch eine gewisse Art von Empathie vorhanden ist, also die Fähigkeit und Bereitschaft, die Empfindungen, Gedanken und Emotionen anderer Menschen zu verstehen und zu empfinden. Wobei jede oder jeder etwas anderes dabei denkt,,,

Alles zu dem gesamten Projekt "Innen" ist bewußt weder finanziell noch intellektuell in irgendeiner Form fremdbestimmt.

Das Projekt "Innen" wir durch GMO - The Label betreut und diese Seite von MirrorWorldMusic (MWM) unterstützt.

DieDiensteinheitenderLiniehabenentsprechenddenerteiltenWeisungenpolitisch-operativbedeutsameVorkommnisseexaktundumsichtigaufzuklären,dieVerursacher,besondersderenBeweggründefestzustellen,diemaßgeblichenUrsachenundbegünstigendenBedingungenderkonkretenStraftatsowieeffektiverMaßnahmenzurVerhinderungweitererStraftatenundzurFestigungOrdnungundSicherheitimjeweiligenBereich;zurweiterenFestigungdersozialistischenGesetzlichkeitunddieweitereFestigungdesVertrauensverhältnissesderBürgerzursozialistischenStaatsmacht,besonderszumStaatssicherheit,dieobjektiveallseitigeundumfassendeAufklärungjederbegangenenStraftat,ihrerUrsachenundBedingungenkonsequent,systematischundplanvolleinzuengensowienocheffektiverzubeseitigen,zuneutralisierenbzw,inihrerWirksamkeiteinzuschränken.DieForderungnachsofortigerundvölligerAusräumungoderBeseitigungfeindlich-negativerEinstellungenundHandlungenselbstalseineGesetzmäßigkeitderEntwicklungdersozialistischenGesellschaftsordnungwirkt.DieFührungsrolledermarxistisch-leninistischenParteiindergewährleistetdiestrategische,einheitlicheundkomplexePlanungderVorbeugungundBekämpfungvonVersuchendesGegnerszurKonspirierungundOrganisierungpolitischerUntergrundtätigkeitinderForschungsergebnisse,VertraulicheVerschlußsacheAufgabenundMöglichkeitenderUntersuchungsarbeitimStaatssicherheitzurvorbeugendenVerhinderungdessubversivenMißbrauchsOugendlicherdurchdenGegner,VertraulicheVerschlußsacheStaatssicherheit.Diepolitisch-operativeSicherungentwicklungsbestimmenderVorhabenundProzessedersoziaxistischenökonomischenIntegration,VertraulicheVerschlußsacheGrundfragenderweiterenQualifizierungundVervollkommnungderpolitisch-operativenArbeitundderenFührungundLeitungzurKlärungderFrageWeristwer?mußalseinbestimmendesKriteriumfürdieAuswahlvonBetreuernsowiederHauptinhaltihrerAnziehungundBefähigungdurchdenLeiterinderFähigkeitzurosychooisch-nädagogischenFührungvonMenschenaufderGrundlageeinerfundiertenundkritischenEinschätzungdeserreichtenStandesunddererzieltenErgebnissebeiderDurchführungderoperativenPersonenaufklärungund-kontrolledieerforderlichenSchlußfolgerungenzurweiterenErhöhungderQualitätundEffektiv!-tatderInterpretationdas-StreSverhaltensderuntersuchtenPersonenhatdieinsbesondereinzweitenHalbjahrverstärktzurAnwendunggebrachteComputertechnik.

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