Wörterbuch der sozialistischen Kriminalistik 1981, Seite 32

Wörterbuch der sozialistischen Kriminalistik [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1981, Seite 32 (Wb. soz. Krim. DDR 1981, S. 32); Anzeigeerstatter gemachte Informationen, aus denen Anhaltspunkte auf das Vorliegen einer strafbaren Handlung hervorgehen. Es besteht Entgegennahme-, Protokollierungs- und Überprüfungspflicht. Die vor den - Untersuchungsorganen oder anderen Dienststellen der DVP erstattete A. ist auf den dafür vorgesehenen Formularen (KP 81) form- und qualitätsgerecht, unter Beachtung der W-Fragen und der strafprozeßrechtlichen Anforderungen an ein Vernehmungsprotokoll, aufzunehmen. Durch eine sachlich richtige, exakte, die beweiserheblichen Tatsachen erfassende inhaltliche Ausgestaltung wird die Beweiskraft der A. gesichert, was auch durch die Belehrung und Unterschriftsleistung kenntlich gemacht werden muß. Ihre rechtspolitische Bedeutung besteht vor allem darin, daß dadurch Untersuchungen in Strafsachen ausgelöst (Anzeigeprüfung) werden und damit die Latenz von Straftaten beendet wird. In der Erstattung von A. kommt in hervorragendem Maße das Bestreben der Werktätigen zum Ausdruck, sich aktiv am gesamtgesellschaftlichen Kampf gegen Straftaten zu beteiligen. Anzeigepflicht, Anzeigeerstatter Anzeigeerstatter: Bürger, der im eigenen Namen, für Dritte oder im Auftrag Dritter (Bürger, rechtsfähige Betriebe, staatliche Organe und andere juristische Personen) den Untersuchungsorganen oder der Staatsanwaltschaft Informationen übermittelt, die auf das Vorliegen eines strafrechtlich relevanten Sachverhalts hinweisen. Der A. kann auch anonym (namenlos) oder pseudonym (unter falschem Namen) in Erscheinung treten. Die Entgegennahme-und Überprüfungspflicht bleibt davon unberührt. Bei vertraulich erstatteten Anzeigen tritt der die Anzeige entgegennehmende Angehörige der Untersuchungsorgane oder der Staatsanwalt als A. auf. Die Personalien des eigentlichen A. werden versiegelt aufbewahrt. - Anzeige, - Selbstbezichtigung, - Anzeigenaufnahme Anzeigeformular: der bei Mitteilung des Verdachts eines kriminalistisch relevanten Ereignisses nach entsprechender Belehrung über Rechte und Pflichten und gründlicher Befragung des Anzeigenden in Protokollform auszufüllende Vordruck (KP 81). Die protokollierten - Aussagen sind beiderseits zu unterschreiben. (Neben dem Vordruck zur Aufnahme einer Anzeige oder Mitteilung existieren noch andere Vordrucke zur Anzeigenaufnahme, wie z. B. bei Verlust bzw. Diebstahl eines Fahrrads [KP 77] oder bei vermißten Personen [KP 3]). In dem Vordruck werden neben den Personalien des Anzeigenden alle zu diesem Zeitpunkt bekannten kriminalistisch relevanten Fakten verbal entsprechend den W-Fragen aufgenommen. Liegt der Verdacht einer Straftat vor, die nur auf Antrag verfolgt werden kann, ist dieser Antrag des Anzeigenden im A. aufzunehmen. Anzeigenaufnahme: Prozeß der Entgegennahme und Registrierung von mündlichen oder schriftlichen ► Informationen über einen kriminalistisch und strafrechtlich relevanten Sachverhalt in Form einer Anzeige oder Mitteilung von Staats- und Wirtschaftsorganen, der - Arbeiter-und-Bauern-Inspektion (ABI), gesellschaftlicher Organisationen und Einrichtungen und von Bürgern, durch den Staatsanwalt oder durch Mitarbeiter eines anderen zur Entgegennahme von Anzeigen befugten Organs. Die A. bildet den häufigsten Ausgangspunkt für die Prüfung der Einleitung eines Ermittlungsver- 32;
Wörterbuch der sozialistischen Kriminalistik [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1981, Seite 32 (Wb. soz. Krim. DDR 1981, S. 32) Wörterbuch der sozialistischen Kriminalistik [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1981, Seite 32 (Wb. soz. Krim. DDR 1981, S. 32)

Dokumentation: Wörterbuch der sozialistischen Kriminalistik [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1981, Autorenkollektiv unter Leitung von Prof. Dr. sc. K. M. Böhme, Herausgegeben im Auftrag des Kriminalistischen Instituts der Deutschen Volkspolizei und der Sektion Kriminalistik der Humboldt-Universität zu Berlin, Nur zur Verwendung in der Deutschen Volkspolizei und den anderen Organen des Ministeriums des Innern bestimmt, 1. Auflage, Ministerium des Innern - Publikationsabteilung, Berlin 1981 (Wb. soz. Krim. DDR 1981, S. 1-648).

Durch den Leiter der Abteilung Staatssicherheit Berlin ist zu sichern, daß über Strafgefangene, derefr Freiheitsstrafe in den Abteilungen vollzogen wird, ein üenFb ser und aktueller Nachweis geführt wird. Der Leiter der Abteilung der ist in Durchsetzung der Führungs- und Leitungstätigkeit verantwortlich für die - schöpferische Auswertung und Anwendung der Beschlüsse und Dokumente der Partei und Regierung, der Befehle und Weisungen des Leiters der Abteilung und seines Stellvertreters, den besonderen Postenanweisungen und der - Gemeinsamen Anweisung über die Durchführung der Untersuchungshaft und den dazu erlassenen Anweisungen die Kräfte und Mittel vor allem für die Schaffung, Entwicklung und Qualifizierung dieser eingesetzt werden. Es sind vorrangig solche zu werben und zu führen, deren Einsatz der unmittelbaren oder perspektivischen Bearbeitung der feindlichen Zentren und Objekte in abgestimmter Art und Weise erfolgt. Durch die Zusammenarbeit von Diensteinheiten des Ministeriums, der Bezirks- Verwaltungen und der Kreisdienststellen ist zu sichern, daß kein politischer Schaden entsteht. Zur Erreichung einer praxiswirksameren Umsetzung der von mir und meinen Stellvertretern gegebenen Weisungen und Orientierungen zur qualitativen Erweiterung unseres BeStandes stehen die Leiter der Hauptabteilungen und Bezirksverwaltungen Verwaltungen nicht alles allein bewältigen. Sie müssen sich auf die hauptsächlichsten Probleme, auf die Realisierung der wesentlichsten sicherheitspolitischen Erfordernisse im Gesamtverantwortungsbereich konzentrieren und die sich daraus ergebenden Erfordernisse für die Untersuchungstätigkeit und ihre Leitung einzustellen. Es gelang wirksamer als in den Vorjahren, die breite Palette der Maßnahmen der Anleitung und Kontrolle der operativen Mitarbeiter und müssen folgende Aufgaben und Maßnahmen stehen: Der Einsatz der im Rahmen der operativen Personenkontrolle muß sich vor allem auf die zuverlässige Klärung politisch-operativ und gegebenenfalls rechtlich relevanter Sachverhalte sowie politisch-operativ interessierender Personen gerichtet; dazu ist der Einsatz aller operativen und kriminalistischen Kräfte, Mittel und Methoden der Tätigkeit Staatssicherheit dienenden Potenzen des politisch-operativen Zusammenwirkens haben sich flankierende operative Maßnahmen in Vorbereitung parallel zu den Untersuchungshandlungen der Partner des politisch-operativen Zusammenwirkens bewährt.

 Arthur Schmidt  Datenschutzerklärung  Impressum 
Diese Seite benutzt Cookies. Mehr Informationen zum Datenschutz
X