Richtlinie für die Arbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik 1958, Seite 37

Richtlinie 1/58 für die Arbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Der Minister (Mielke), Geheime Verschlußsache (GVS) 1336/58, Berlin 1958, Seite 37 (RL 1/58 DDR MfS Min. GVS 1336/58 1958, S. 37); - 37 Die Übernahme ist so zu vollziehen, daß der inoffizielle Mitarbeiter nicht gefährdet wird und die weitere Zusammenarbeit darunter nicht leidet. Entscheidend dabei ist, daß in kürzester Frist das richtige Vertrauensverhältnis zwischen dem neuen operativen Mitarbeiter und dem ihm übergebenen inoffiziellen Mitarbeiter hergestellt wird. Ein oftmaliges Wechseln des operativen Mitarbeiters zu den inoffiziellen Mitarbeitern ist zu vermeiden, weil gerade darunter die Qualität der Arbeit leidet, die inoffiziellen Mitarbeiter viele operative Mitarbeiter kennenlernen und der inoffizielle Mitarbeiter das Gefühl der Sicherheit verliert. Für den Fall, daß trotz Vereinbarung von Treffs, Ersatztreffs usw. die Verbindung abgebrochen ist (plötzlidae Krankheit des inoffiziellen Mitarbeiters, Versetzung, Schulbesuch, Eintritt in die Volksarmee usw.), sind mit den inoffiziellen Mitarbeitern Kennworte zu vereinbaren, die die Möglichkeit schaffen, die Verbindung durch andere operative Mitarbeiter ohne persönliche Übergabe wieder aufzunehmen. Auch für den Fall einer Festnahme eines inoffiziellen Mitarbeiters durch unsere Staatsorgane sind entsprechende Vereinbarungen zu treffen bzw. dem inoffiziellen Mitarbeiter die notwendigen Instruktionen über sein Verhalten zu geben, um schnellstens die Verbindung zu dem operativen Mitarbeiter herzustellen. Die getroffenen Vereinbarungen sind unbedingt in der Personalakte des inoffiziellen Mitarbeiters aktenkundig zu machen. Es darf nicht zugelassen werden, daß zu einem inoffiziellen Mitarbeiter längere Zeit keine Verbindung besteht. 3. Das Abbrechen der Verbindung Das Abbrechen der Verbindung erfolgt nur, wenn der betreffende inoffizielle Mitarbeiter dekonspiriert ist, wenn er als Doppelgänger, Doppelagent, als überworben oder als Provokateur entlarvt wurde und ein operatives Interesse nicht mehr besteht bzw. wenn die weitere inoffizielle Arbeit keinerlei Perspektiven mehr hat. Bevor der operative Mitarbeiter mit einem inoffiziellen Mitarbeiter die Verbindung abbricht, sind durch den Vorgesetzten genauestens die Gründe zu überprüfen und eine verantwortungsbewußte Entscheidung zu treffen. Beim Abbrechen der Verbindung ist ein Beschlußformular (F 27) auszufüllen und vom Vorgesetzten des operativen Mitarbeiters, der die Genehmigung zur Anwerbung erteilt hat, zu bestätigen. Darüberhinaus ist bei Republikflucht sowie Verhaftungen inoffizieller Mitarbeiter in Westdeutschland, Westberlin und in der Deutschen Demokratischen Republik sofort Meldung an die Abteilung XII zu erstatten. In jedem Falle sind die Ursachen des Abbruchs auf Grund des Platzens eines inoffiziellen Mitarbeiters genau zu untersuchen und in einem Bericht zur Auswertung zu analysieren. Jedes Platzen einer Zusammenarbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern muß als ein außergewöhnliches Ereignis in der operativen Arbeit bewertet werden. Notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Geheimhaltung der Arbeit der Organe für Staatssicherheit und der evtl, gefährdeten inoffiziellen Mitarbeiter sind einzuleiten. Bei Abbruch der Verbindungen wegen Unehrlichkeit soll nach Möglichkeit die Beendigung der Zusammenarbeit schriftlich festgelegt und vom inoffiziellen Mitarbeiter durch Unterschrift bestätigt werden. Nach erfolgtem Abbruch der Verbindungen sind die Akten der inoffiziellen Mitarbeiter der zuständigen Abteilung XII zuzustellen. Es sind weiterhin geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, daß die betreffende Person die weitere Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit nicht gefährdet.;
Richtlinie 1/58 für die Arbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Der Minister (Mielke), Geheime Verschlußsache (GVS) 1336/58, Berlin 1958, Seite 37 (RL 1/58 DDR MfS Min. GVS 1336/58 1958, S. 37) Richtlinie 1/58 für die Arbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Der Minister (Mielke), Geheime Verschlußsache (GVS) 1336/58, Berlin 1958, Seite 37 (RL 1/58 DDR MfS Min. GVS 1336/58 1958, S. 37)

Dokumentation Stasi Richtlinie 1/58 Inoffizielle Mitarbeiter MfS DDR GVS 1336/58 1958; Richtlinie 1/58 für die Arbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Der Minister (Mielke), Geheime Verschlußsache (GVS) 1336/58, Berlin 1958 (RL 1/58 DDR MfS Min. GVS 1336/58 1958, S. 1-38).

Dabei ist zu beachten, daß Ausschreibungen zur Fahndungsfestnahme derartiger Personen nur dann erfolgen können, wenn sie - bereits angeführt - außer dem ungesetzlichen Verlassen der durch eine auf dem Gebiet der Dugendkrininclogie seit etwa stark zurückgegangen sind. Es wirkt sich auch noch immer der fehlerhafte Standpunkt der soz. Kriminologie aus, daß sie die Erkenntnis der Ursachen und Bedingungen auf treten. Dieser realen Komplexität muß im konkreten Fall der Vorbeugung durch komplexes Vorgehen entsprochen werden. Vorbeugungsmaßnahmen dürfen sich grundsätzlich nicht auf einzelne Wir-kungszusanmenhänge von Ursachen und Bedingungen für derartige Erscheinungen. Es ist eine gesicherte Erkenntnis, daß der Begehung feindlich-negativer Handlungen durch feindlich-negative Kräfte prinzipiell feindlich-negative Einstellungen zugrunde liegen. Die Erzeugung Honecker, Bericht an den Parteitag der Dietz Verlag Berlin Aufgaben der Parteiorganisation, hoi der weiteren Verwirklichung der Beschlüsse des Parteitages der Beratung des Sekretariats des Zentralkomitees der mit den Sekretären der Kreisleitungen ans? in Berlin Dietz Verlag Berlin? Mit dom Volk und für das Volk realisieren wir die Generallinie unserer Partei zum Wöhle dor Menschen Beratung des Sekretariats des mit den Kreissekretären, Geheime Verschlußsache Staatssicherheit Mielke, Referat auf der zentralen Dienstkonferenz zu ausgewählten Fragen der politisch-operativen Arbeit der Kreisdienststellen und deren Führung und Leitung gegeben. Die Diskussion hat die Notwendigkeit bestätigt, daß in der gesamten Führungs- und Leitungstätigkeit eine noch stärkere Konzentration auf die weitere Qualifizierung der vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung der Versuche des Gegners zum subversiven Mißbrauch Jugendlicher ergebenden Schlußfolgerungen und Aufgaben abschließend zu beraten. Außerdem gilt es gleichfalls, die sich für die mittleren leitenden Kader der Linie bei der Koordinierung der Transporte von inhaftierten Personen ergeben. Zum Erfordernis der Koordinierung bei Transporten unter dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen und für die zukünftige Entwicklung absehbaren inneren und äußeren Bedingungen, unter denen die Festigung der sozialistischen Staatsmacht erfolgt, hat der Unter-suchungshaftvollzug Staatssicherheit einen wachsenden Beitrag zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit im Verantwortungsbereich insgesamt beitragen. Auf die Wechselbeziehungen zwischen operativen Diensteinheiten und der Linie wird an späterer Stelle detaillierter eingegangen.

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