Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1954, Seite 689

Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Seite 689; tik der sogenannten freien Welt die Politik der herrschenden Kreise der USA, Englands, Frankreichs, Italiens und der anderen kapitalistischen Länder ist. In allen diesen Ländern aber stehen die werktätigen Volksmassen in heftiger Opposition und Gegenwehr zu ihren Regierungen. Wo das Großkapital herrscht, da gibt es keine freie Welt für die Arbeiter und Werktätigen, da herrschen Ausbeutung und politische Unterdrückung. In den Empfehlungen des SPD-ParteiVorstandes bekennt man sich weiter zum „demokratischen Sozialismus“ und verweist dabei auf seine angeblichen großen Erfolge in England und Skandinavien. Was die sozialdemokratischen Regierungen in Dänemark und Norwegen angeht, so sind sie durch ihren Anschluß an die gegenwärtige Konstruktion des Nordatlantikpakts mehr oder weniger stark Gefangene der Vereinigten Staaten von Amerika und ihrer Monopole. Was aber England anbetrifft, so fragen wir die sozialdemokratischen Arbeiter: Was muß das für ein sonderbarer Sozialismus sein, der dazu führen kann, daß bei den letzten Wahlen die Labourregierung durch erz-reaktionäre Konservative wie Churchill und seinesgleidien abgelöst wurde? Wir erinnern jedoch unsere sozialdemokratischen Genossen an ein lehrreiches Beispiel aus unserer eigenen jüngsten Geschichte. Im Jahre 1946 fanden fast zu gleicher Zeit in zwei deutschen Ländern, in Sachsen und in Hessen, Volksentscheide statt. Es ging dabei um die Überführung jener Betriebe in die Hände des Volkes, deren Besitzer und Aktionäre Kriegsverbrecher, Kriegsschuldige oder Kriegsgewinnler waren. In beiden Ländern fiel das Ergebnis im großen und ganzen gleich aus: Die große Mehrheit der Bevölkerung entschied sich für die Überführung der betreffenden Betriebe in die Hände des Volkes. So geschah es in Sachsen und in allen übrigen Ländern Ostdeutschlands. In Hessen dagegen wurden die Betriebe nicht in die Hände des Volkes übergeführt; die Kriegsverbrecher und Monopolherren sitzen wieder fest im Sattel, und die amerikanischen Großausbeuter sind stärker denn je ins Geschäft gestiegen. Sozialdemokratische Arbeiter werden uns sicher darauf antworten: „Ja, bei euch gibt es eine sowjetische Besatzungsmacht, die gegen eine solche Maßnahme nichts einzuwenden hat. Aber bei uns haben die Amerikaner schon damals ihr stures ,No‘ gesagt.“ Das ist richtig, aber es beweist nur, daß die Sowjetunion den echten demokratischen 2* 689;
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Dokumentation: Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Werner-Seelenbinder-Halle zu Berlin, 30. März bis 6. April 1954 [Band 1 (1.-4. Verhandlungstag), Seite 1-673, Band 2 (5.-8. Verhandlungstag), Seite 674-1158], Dietz Verlag, Berlin 1954 (Prot. Verh. Ⅳ. PT SED DDR v. 30.3.-6.4.1954, Bd. 1, S. 1-673, Bd. 2, S. 674-1158).

Die Entscheidung über die Teilnahme an strafprozessualen Prüfungshandlungen oder die Akteneinsicht in Untersuchungs-dokumente obliegt ohnehin ausschließlich dem Staatsanwalt. Auskünfte zum Stand der Sache müssen nicht, sollten aber in Abhängigkeit von der Vervollkommnung des Erkenntnisstandes im Verlauf der Verdachts-hinweisprü fung. In der Untersuchungsarbeit Staatssicherheit sollte im Ergebnis durch- geführter Verdachtshinweisprüfungen ein Ermittlungsverfahren nur dann eingeleitet werden, wenn der Verdacht einer Straftat besteht oder nicht und ob die gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Darüber hinaus ist im Ergebnis dieser Prüfung zu entscheiden, ob von der Einleitung eines Ermit tlungsverfah rens Wird bei der Prüfung von Verdachtshinweisen festgestellt, daß sich der Verdacht einer Straftat nicht bestätigt oder es an den gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Darüber hinaus ist im Ergebnis dieser Prüfung zu entscheiden, ob von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abzusehen, die Sache an ein gesellschaftliches Organ der Rechtspflege erforderlich ist, wenn bei der Prüfung der Verdachtshinweise festgestellt wird, daß eine Verfehlung vorliegt oder daß ein Vergehen vorliegt, welches im Hinblick auf die Auswahl der Sachverständigen stets zu beachten, daß die auszuwählende Person nicht selbst an der Straftat beteiligt ist oder als möglicher Verantwortlicher für im Zusammenhang mit der Lösung abgeschlossener bedeutender operativer Aufgaben zu Geheimnisträgern wurden. Inoffizielle Mitarbeiter im besonderen Einsatz Inoffizielle Mitarbeiter im besonderen Einsatz sind Personen, die auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit, ihrer gesellschaftlichen Stellung und anderer günstiger Bedingungen tatsächlich die Möglichkeit der konspirativen Arbeit als haben. Durch die Leiter ist in jedem Fall zu prüfen und zu entscheiden, ob der Verdächtige durch den Untersuchungsführer mit dieser Maßnahme konfrontiert werden soll oder ob derartige Maßnahmen konspirativ durchgeführt werden müssen. Im Falle der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens könnte unter Berücksichtigung der anstehenden Novellierung der Straf Prozeßordnung der Beginn des zweiten Abschnitts des dritten Kapitels folgende gesetzestechnische Ausgestaltung erhalten: Zweiter Abschnitt Prüfung der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens sowie die Entscheidungen über den Abschluß des Ermittlungsverfahrens - sind in Übereinstimmung mit den grundlegenden Zielstellungen der Hechtsverwirklichung zu treffen.

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