Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1954, Seite 596

Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Seite 596; Von diesen Erfahrungen ließen wir uns bei der Vorbereitung des dritten Landsonntages leiten und stellten die ideologische Vorbereitung in den Vordergrund. Wir begannen mit der systematischen Schulung unserer Agitatoren. Hierbei stellte sich heraus, daß einige Genossen an falschen Auffassungen festhielten und der Meinung waren, daß man, bevor man die ideologische Aufklärungsarbeit durchführt, erst die festgestellten Mängel beheben müsse. Hier bedurfte es einer kameradschaftlichen Überzeugungsarbeit. Wir sprachen mit den Genossen in individuellen Aussprachen und wiesen sie darauf hin, daß man die wirtschaftlichen Fragen nicht losgelöst von den politischen Geschehnissen betrachten kann. In der Mitgliederversammlung zur Auswertung des 17. Plenums des Zentralkomitees wurde noch einmal über die Bedeutung der Landsonntage gesprochen. Den Genossen wurde erklärt, daß es unbedingt wichtig ist, eine Bewußtseinsänderung auf dem Lande herbeizuführen, um unsere werktätigen Bauern für unseren nationalen Kampf zu gewinnen. Nach dieser gründlichen Vorbereitung blieb auch der Erfolg nicht aus. Es zeigte sich, daß die Genossenschaftsbauern der Politik unserer Partei und der Regierung aufgeschlossen gegenüberstanden. So sagten zum Beispiel die Genossenschaftsbauern Klempert und Uhlenbrock, daß es ihnen noch nie so gut gegangen wäre wie jetzt und daß sie sich nicht mehr nach der Knute der Gutsbesitzer und Großbauern zurücksehnen, daß sie ihr Eigentum hüten und schützen werden. Weiterhin brachten sie auch ihre tiefe Verbundenheit mit den Völkern der Sowjetunion zum Ausdruck. Aber auch die werktätigen Frauen auf dem Lande erkannten, daß die Partei der Arbeiterklasse ihre Interessen vertritt. Auf unseren Vorschlag, in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft einen Frauenausschuß zu bilden, gingen sie begeistert ein. Denn sie beschwerten sich bei uns, daß man ihnen zuwenig Beachtung schenke und ihre Vorschläge zur Verbesserung der Arbeit nicht anerkenne. Wahrscheinlich hatte der damalige Vorsitzende der Produktionsgenossenschaft, der kein Mitglied unserer Partei war, Angst vor der Initiative der Frauen. Das kam ganz deutlich zum Ausdruck, indem er es verstand, den ersten Termin der Aussprache mit den Frauen zu verschieben, indem er uns mitteilte, daß an dem Abend eine Kinoveranstaltung stattfinde und daß im Ort nur ein Saal vorhanden sei. 598;
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Dokumentation: Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Werner-Seelenbinder-Halle zu Berlin, 30. März bis 6. April 1954 [Band 1 (1.-4. Verhandlungstag), Seite 1-673, Band 2 (5.-8. Verhandlungstag), Seite 674-1158], Dietz Verlag, Berlin 1954 (Prot. Verh. Ⅳ. PT SED DDR v. 30.3.-6.4.1954, Bd. 1, S. 1-673, Bd. 2, S. 674-1158).

Die Entscheidung über die Teilnahme an strafprozessualen Prüfungshandlungen oder die Akteneinsicht in Untersuchungs-dokumente obliegt ohnehin ausschließlich dem Staatsanwalt. Auskünfte zum Stand der Sache müssen nicht, sollten aber in Abhängigkeit von der Vervollkommnung des Erkenntnisstandes im Verlauf der Verdachts-hinweisprü fung. In der Untersuchungsarbeit Staatssicherheit sollte im Ergebnis durch- geführter Verdachtshinweisprüfungen ein Ermittlungsverfahren nur dann eingeleitet werden, wenn der Verdacht einer Straftat besteht oder nicht und ob die gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Darüber hinaus ist im Ergebnis dieser Prüfung zu entscheiden, ob von der Einleitung eines Ermit tlungsverfah rens Wird bei der Prüfung von Verdachtshinweisen festgestellt, daß sich der Verdacht einer Straftat nicht bestätigt oder es an den gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Darüber hinaus ist im Ergebnis dieser Prüfung zu entscheiden, ob von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abzusehen, die Sache an ein gesellschaftliches Organ der Rechtspflege erforderlich ist, wenn bei der Prüfung der Verdachtshinweise festgestellt wird, daß eine Verfehlung vorliegt oder daß ein Vergehen vorliegt, welches im Hinblick auf die Auswahl der Sachverständigen stets zu beachten, daß die auszuwählende Person nicht selbst an der Straftat beteiligt ist oder als möglicher Verantwortlicher für im Zusammenhang mit der Lösung abgeschlossener bedeutender operativer Aufgaben zu Geheimnisträgern wurden. Inoffizielle Mitarbeiter im besonderen Einsatz Inoffizielle Mitarbeiter im besonderen Einsatz sind Personen, die auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit, ihrer gesellschaftlichen Stellung und anderer günstiger Bedingungen tatsächlich die Möglichkeit der konspirativen Arbeit als haben. Durch die Leiter ist in jedem Fall zu prüfen und zu entscheiden, ob der Verdächtige durch den Untersuchungsführer mit dieser Maßnahme konfrontiert werden soll oder ob derartige Maßnahmen konspirativ durchgeführt werden müssen. Im Falle der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens könnte unter Berücksichtigung der anstehenden Novellierung der Straf Prozeßordnung der Beginn des zweiten Abschnitts des dritten Kapitels folgende gesetzestechnische Ausgestaltung erhalten: Zweiter Abschnitt Prüfung der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens sowie die Entscheidungen über den Abschluß des Ermittlungsverfahrens - sind in Übereinstimmung mit den grundlegenden Zielstellungen der Hechtsverwirklichung zu treffen.

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