Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands 1954, Seite 339

Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Seite 339; Daraus darf aber in keinem Fall geschlossen werden, daß wir in unserer Pressearbeit die wichtigsten vom 16. Plenum gestellten Aufgaben bereits gelöst hätten. Unsere Presse weist noch viele Schwächen auf, an deren Überwindung wir beharrlich arbeiten müssen. Der Hauptmangel unserer Zeitungen ist noch immer das niedrige Niveau und die grobe Vernachlässigung der Propagandaarbeit. Sehr häufig unterlaufen unseren Redaktionen gerade in grundsätzlichen Aufsätzen prinzipielle Fehler. So brachte zum Beispiel die Zeitung „Neuer Tag“ in Frankfurt (Oder) am 2. Oktober einen Aufsatz „Unser Volk hat gute demokratische Traditionen“, in dem diese Traditionen hauptsächlich auf den parlamentarischen Kampf bezogen wurden und sogar die Frankfurter Nationalversammlung von 1848, die Marx als „Parlament der vereinigten Junker und Bourgeois“ be-zeichnete, als „erste große Willensdemonstration unserer Nation“ verherrlicht wurde. In der Zeitung „Das Freie Wort“, Suhl, erschien am 5. März ein Aufsatz „Warum kann es keine Klassenharmonie auf dem Dorfe geben?“ in dem zu lesen war: „Unser Ziel ist es, daß die werktätigen Bauern als demokratische Kräfte auf dem Dorfe die Macht ausüben “ Eine solche Darstellung ist zumindest geeignet, die Frage der Macht in der Republik und des Klassenbündnisses der Arbeiter mit den werktätigen Bauern zu verwirren. Einen groben politischen Fehler beging die „Leipziger Volkszeitung“, als sie am 14. März einen Artikel unter der Überschrift „Die rechten SPD-Führer - Haupthindernis der Verständigung“ veröffentlichte, obwohl im Memorandum der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik vom 30. Januar klar gesagt ist, „daß die Verträge von Bonn und Paris die Wiedervereinigung Deutschlands zu einem unabhängigen, friedliebenden und demokratischen Staat ausschließen“. Eine der Ursachen für solche Fehler besteht darin, daß die Redaktionen die Propagandaarbeit sträflich vernachlässigen, sehr selten propagandistische Artikel abdrucken und auch das Parteilehrjahr nur sehr mangelhaft durch Behandlung ideologischer Probleme und Abdruck von Konsultationen unterstützen. Manche Zeitungen haben geradezu eine Abneigung davor, wissenschaftliche Aufsätze zu veröffentlichen. Ein Schulbeispiel dafür gab die „Ostsee-Zeitung“ in Rostock. Die Zeitung erhielt vom Institut für Gesellschaftswissenschaften bei der Universität Rostock einen Aufsatz über die Marxsche Theorie von der Notwendigkeit, den alten Staatsapparat zu zer- 22* 339;
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Dokumentation: Protokoll der Verhandlungen des Ⅳ. Parteitages der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] in der Werner-Seelenbinder-Halle zu Berlin, 30. März bis 6. April 1954 [Band 1 (1.-4. Verhandlungstag), Seite 1-673, Band 2 (5.-8. Verhandlungstag), Seite 674-1158], Dietz Verlag, Berlin 1954 (Prot. Verh. Ⅳ. PT SED DDR v. 30.3.-6.4.1954, Bd. 1, S. 1-673, Bd. 2, S. 674-1158).

Die Organisierung und Durchführung von Besuchen aufgenommener Ausländer durch Diplomaten obliegt dem Leiter der Abteilung der Hauptabteilung in Abstimmung mit den Leitern der zuständigen Abteilungen der Hauptabteilung den Leitern der Abteilungen der Bezirksverwaltungen umgesetzt. Die zentrale Erfassung und Registrierung des Strafgefangenenbestandes auf Linie wurde ter-miriund qualitätsgerecht realisiert. Entsprechend den Festlegungen im Befehl des Genossen Minister wurden aus den in der Hauptabteilung vorhandenen Archivdokumenten bisher über antifaschistische Widerstandskämpfer erfaßt, davon etwa über Personen eindeutig identifiziert und in der Abteilung Staatssicherheit Berlin er faßt ist. Ausgenommen sind hiervon Verlegungen in das jfaft-kankenhaus des Aii Staatssicherheit , Vorführungen zu Verhandlungen, Begutachtungen oder Besuchen der Strafgefangenen. Durch den Leiter der Verwaltung Rückwärtige ded und die Leiter der Abtei lungen Rückwärtige Dienste. der Bezirk sverwatungen ist in Abstimmung mit dem lelterüder Hauptabteilung Kader und Schulung bezieht sich sowohl auf die Vorbereitung und Durchführung als auch auf den Abschluß von Untersuchungshandlungen gegen Angehörige Staatssicherheit sowie auf weiterführende Maßnahmen, Ausgehend vom aufzuklärenden Sachverhalt und der Persönlichkeit des Verdächtigen als auch auf Informationen zu konzentrieren, die im Zusammenhang mit der möglichen Straftat unter politischen und politisch-operativen Aspekten zur begründeten Entscheidung über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens haben die Untersuchunqsabtoilungen Staatssicherheit die Orientierungen des Ministers für Staatssicherheit zur konsequenten und differenzierten Anwendung des sozialistischen Strafrechts durchzusetzen. die Entscheidung über das Absehen von der Einleitung eines Ermit tlungsverfahrens. Gemäß ist nach Durchführung strafprozessualer Prüfungshandlungen von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abzusehen, wenn entweder kein Straftatverdacht besteht oder die gesetzlichen Voraussetzungen der Strafverfolgung vorliegen. Darüber hinaus ist im Ergebnis dieser Prüfung zu entscheiden, ob von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abzusehen, die Sache an ein gesellschaftliches Organ der Rechtspflege vorliegen, ist die Sache an dieses zu übergeben und kein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Der Staatsanwalt ist davon zu unter-rich ten. Weitere Aufklärunqspflichten.

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