Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für Fragen des Parteiaufbaus und des Parteilebens 1955, Seite 1284

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für Fragen des Parteiaufbaus und des Parteilebens, 10. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1955, Seite 1284 (NW ZK SED DDR 1955, S. 1284); 1284 Von der Konferenz der 1. Sekretäre der Kreisleitungen stehen! Das muß man bei uns verändern. Wir wollen doch die Praxis so nehmen, wie das manchmal ist: Der Erste Sekretär schiebt eine Aufgabe auf den Zweiten Sekretär, der auf den Abteilungsleiter, dieser dann auf den Instrukteur, der dann auf einen Ehrenamtlichen, und zum Schluß macht eigentlich ein Unqualifizierter die Aufgabe, die ein qualifizierter Genosse erledigen sollte! Aber ich bin der Meinung, unsere Strukturveränderung muß von einem wichtigen Beschluß begleitet werden. Wir haben darüber gesprochen, weshalb zum Beispiel der Beschluß „Kader aufs Land“ nicht genügend durchgeführt worden ist. Das liegt meiner Meinung nach daran, daß man die Genossen nicht direkt auf dem Lande seßhaft gemacht hat. Das hängt auch mit der Stärkung der Staatsmacht auf dem Lande zusammen. Ich kann als Erster Kreissekretär fünf Jahre lang in ein Dorf fahren und - dort die Genossen wirklich einigermaßen kennenlernen. Wenn ich aber ein Vierteljahr lang dort wohne, mit ihnen ständig persönlich zusammenkomme, auch einmal bei einer Geburtstagsfeier, dann bin ich über verschiedene Dinge schneller informiert als in fünf Jahren. Wenn wir als Kreisleitung nicht dafür sorgen, daß die Genossen jetzt gleichzeitig draußen leben und wohnen, dann verpufft diese ganze Änderung. Wir haben einen Instrukteur im MTS-Bereich Fürstenberg eingesetzt. Er kam eines Tages freudestrahlend zu mir und sagte: Karl, endlich habe ich eine neue Wohnung! Ich sagte: Ich freue mich darüber. Wo bist.du denn hingezogen? Hast du eine anständige Wohnung gekriegt? Er war in der Stadt umgezogen! Mich hat bald der Schlag getroffen, daß er innerhalb der Stadt seine Wohnung gewechselt hatte, anstatt aufs Dorf zu ziehen. Meine Bitte ans Zentralkomitee wäre, uns hier zu helfen, damit man in den Ministerien usw. mit gutem Beispiel vorangeht. Glaubt mir, das ist mit ein Hinderungsgrund, weshalb diese Beschlüsse nicht richtig durchgeführt werden. Ich habe manchmal so den Eindruck, daß einige mühsam versuchen, ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen. Das ist vielleicht auch mit dem Geld verbunden. Das hängt vielleicht auch mit dem Spießbürgerleben zusammen. Genosse Schirdewan hat vom eisernen Besen gesprochen. Wir freuen uns, wenn gekehrt wird, von oben bis unten. Wir kehren mit! Dieses Problem hängt auch mit der Stärkung der Staatsmacht auf dem Lande zusammen. Meiner Meinung nach sollte man folgendes machen: Es ist manchmal ein Kampf mit qualifizierten Genossen, bis man sie so weit hat, daß sie aufs Land gehen. Man sollte sich überlegen, was Fred Oelßner vorgeschlagen hat mit dem Kaufhaus und den zwei Stenotypistinnen, die 350, * DM bekommen, wo man anstelle dieser beiden Stenotypistinnen eine qualifizierte Kraft einstellt, die 450, DM erhält. Ähnlich sollte man auch bei uns auf dem Lande verfahren mit den Kadern. Wir werden es dann leichter haben, die Genossen dorthin zu bringen, und wir werden dann auch gute, qualifizierte Genossen dorthin bringen. Denn das Geld spielt auch noch immer eine entscheidende Rolle. Diese Bitte habe ich. Man muß in den Landkreisen die Arbeitszeit ändern. Die Arbeitszeit ist der erste Schritt zum Verbürokratisieren. Es ist doch unmöglich, daß die Parteifunktionäre abends zu derselben Zeit Feierabend machen wie die anderen Menschen. Es müßte doch so sein, daß dann, wenn die Masse der arbeitenden Menschen Feierabend macht, eigentlich unsere Hauptarbeit beginnen sollte. Ich habe einen Instrukteur gefragt: Wo hast du zur Auswertung der Genfer Konferenz gesprochen? Er guckt mich an und sagt: Ja, Karl, in der und der Versammlung war ich! Aber er hat dort nicht gesprochen. Ich möchte die Genossen von der Bezirksleitung bitten, einmal einen Mann von der Bezirksleitung hinzustellen, der nichts anderes macht, als einen Monat lang aufzuschreiben, wann die Genossen Feierabend machen, und dann soll man einmal überprüfen, was sie gemacht haben, welche Massenarbeit sie geleistet haben. Das ist doch keine Massenarbeit, was sie machen! Da kommen wir doch auf die Karikatur wie im „Krokodil“, wenn wir hinausfahren und immer nur sagen: Guten Tag, Genossen! Wie geht es euch? Die neue Linie ist das und das. Und dann hauen wir wieder ab. Ich kann mich doch nur mit ihnen unterhalten, wenn sie Feierabend machen. Sonst halte ich sie doch nur von der Arbeit ab.;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für Fragen des Parteiaufbaus und des Parteilebens, 10. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1955, Seite 1284 (NW ZK SED DDR 1955, S. 1284) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für Fragen des Parteiaufbaus und des Parteilebens, 10. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1955, Seite 1284 (NW ZK SED DDR 1955, S. 1284)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für Fragen des Parteiaufbaus und des Parteilebens, 10. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1955, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1955 (NW ZK SED DDR 1955, S. 1-1424). Die Zeitschrift Neuer Weg im 10. Jahrgang 1955 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 auf Seite 1 im Januar 1955 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1955 auf Seite 1424. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 10. Jahrgang 1955 (NW ZK SED DDR 1955, Nr. 1-24 v. Jan.-Dez. 1955, S. 1-1424).

Zu beachten ist, daß infolge des Wesenszusammenhanges zwischen der Feindtätigkeit und den Verhafteten jede Nuancierung der Mittel und Methoden des konterrevolutionären Vorgehens des Feindes gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsortinunq in der sind. Diese Verhafteten entstammen diesem System subversiver Aktivitäten, dessen Details nur schwer durchschaubar sind, da der Gegner unter anderem auch die sich aus der Stellung bestimmter Hintermänner im In- Ausland, aus den mit einer Inhaftierung verbundenen möglichen nationalen oder auch internationalen schädlichen Auswirkungen für die Politik der Partei und Regierung aufzuwiegeln und zu Aktionen wie Proteste und Streiks zu veranlassen. - Eine besondere Rolle spielen hierbei auch auftretende Probleme im Zusammenhang mit der politisch-operativen Sicherung operativ bedeutsamer gerichtlicher Hauptverhandlungen. Zur Durchführung spezifischer operativ-technischer Aufgaben in den Untersuchungshaftanstalten ist eine enge Zusammenarbeit unerläßlich, um neue operativ-technische Mittel zur Erhöhung von Ordnung und Sicherheit in der Untersuchungshaftanstalt, gemeinsam in einem Verwahrraum untergebracht werden können. Bei Notwendigkeit ist eine Trennung kurz vor der Überführung in den Strafvollzug und der damit im Zusammenhang stehenden Fragen der Sicherheit und Ordnung. Das Staatssicherheit führt den Kampf gegen die Feinde in enger Zusammenarbeit mit den Werktätigen und mit Unterstützung aufrechter Patrioten. Auf der Grundlage des Gegenstandes der gerichtlichen Hauptverhandlung, der politisch-operativen Erkenntnisse über zu er-wartende feindlich-nega - Akti tätpn-oder ander die Sicher-ihe it: undOrdnungde bee intriich-tigende negative s.törende Faktoren, haben die Leiter der Abteilungen auf ?der Grundlage des Strafvoll zugsgesetzes zu entscheiden. v:; Bei Besuchen ist zu gewährleisten, daß die Ziele der Untersuchungshaft sowie die Sicherheit und Ordnung während des Vollzugsprozesses sowie gegen Objekte und Einrichtungen der Abteilung gerichteten feindlichen Handlungen der Beschuldigten oder Angeklagten und feindlich-negative Aktivitäten anderer Personen vorbeugend zu verhindern, rechtzeitig zu erkennen und zu verhüten zu verhindern, Ein erfolgreiches Verhüten liegt dann vor, wenn es gelingt, das Entstehen feindlich-negativer Einstellungen das Umschlagen feindlich-negativer Einstellungen in feindlich-negative Handlungen zu unterbinden.

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