Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 4/37

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 4/37 (NW ZK SED DDR 1954, H. 4/37); mus fließend über die Lippen kommen. Sie übersehen, daß in dem Kollektiv einer Leitung trotz abgegrenzter Verantwortungsbereiche mit unterschiedlichem Arbeitsinhalt ein komplexer Zusammenhang besteht, daß eine Entscheidung, die ein Gebiet direkt berührt, indirekt sich auch auf andere Gebiete auswirkt. Diese Leiter unterliegen der Versuchung und treffen eigenmächtig zwischen den Sitzungen des Leitungskollektivs wichtige und prinzipielle Entscheidungen. Das ist eine verhängnisvolle Schwäche, die dazu führt, daß die Arbeitsbesprechung zu einer formalen, inhaltslosen Farce wird und damit der Boden verdorrt, auf dem sich ein Kollektiv entwickeln sollte. Auch die Kritik wird dann im stillen Kämmerlein unter vier Augen abgemacht und verliert dadurch jeden erzieherischen Wert. Gewiß, die Versuchung, ist häufig stark, eine Aufgabe sofort zu lösen, besonders stark bei aktiven Menschen, die schnellen Fortschritt lieben. Dennoch sollte man sich bezähmen und sich immer daran erinnern, daß man ein Teil eines Kollektivs ist; auch dann, wenn man in diesem Kollektiv der erste ist. Es ist wichtig, daß das Kollektiv geschlossen marschiert. Es ist daher unerläßlich, daß alle Mitglieder des Kollektivs durch die Arbeitsbesprechung über alle Hauptfragen orientiert sind. Es gibt viele Institutionen, deren Wirkungsgrad deshalb erheblich eingeschränkt ist, weü die meisten ihrer Mitarbeiter in einer fachlichen Isolation leben. Sie wissen allenfalls in ihrem eigenen engen Arbeitsbereich Bescheid, aber sie kennen nicht mehr die Aufgaben benachbarter Abteilungen und erst recht nicht die Linie, nach der die Arbeit der Institution geleitet wird. Dieser Zustand ist die Folge mangelnder kollektiver Arbeit. Wenn der Sitzung des Kollektivs der Leitung Arbeitsbesprechungen der Abteilungen folgen, für deren Durchführung die Mitglieder der Leitung verantwortlich sind, und wenn die Grundlage dieser Besprechungen immer die Beschlüsse der Leitung sind, dann wird die Isolierung durchbrochen. Dann werden allseitig orientierte Mitarbeiter, denen nicht nur die Aufgabenstellung ihres eigenen Arbeitsplatzes bekannt ist, sondern die auch die Zusammenhänge und die Problematik der Aufgaben des gesamten Apparates kennen, zu einer allgemeinen Steigerung der Leistung beitragen. Die Arbeitsbesprechungen in den Abteilungen werden dann zu einem Instrument der Erziehung und Entwicklung neuer Kader. Die unmittelbaren Ergebnisse der Arbeitsbesprechung sind die angenommenen Beschlüsse. Keine Arbeitsbesprechung sollte beginnen, ohne eine Kontrolle über die Realisierung der in früheren Arbeitsbesprechungen angenommenen Beschlüsse. Die Durchführung der Arbeitsbesprechung muß so organisiert sein, daß nichts verlorengeht, daß kein Beschluß vergessen wird. Dadurch wird das Gefühl der Verantwortlichkeit für übernommene Aufgaben erheblich verstärkt. Die Arbeiterbewegung wuchs und erstarkte und wurde zu der die Geschichte der Gegenwart und Zukunft bestimmenden Kraft in ständiger kämpferischer Auseinandersetzung mit der reaktionären Ideologie ihrer Feinde und mit den Irrungen und falschen Auffassungen in ihren eigenen Reihen. Eine der schönsten Traditionen der Arbeiterbewegung in ihrem revolutionären Befreiungskampf ist das fortwährende, zähe Ringen des großen Kollektivs der Partei, das alle Organisationen ständig erfaßte, um die Reinheit und Klarheit der Auffassung über Weg und Ziel. Heute, wo die Arbeiterklasse die Verantwortung für die friedliche Zukunft der Nation in ihrer starken Hand hält, wird es ihr leichter fallen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, wenn die Partei, den Lehren und der vorgelebten Praxis ihrer Klassiker folgend, die Kraft des Kollektivs fördert und nutzt und immer weiterentwickelt durch die regelmäßige Besprechung der Arbeit. Hermann Grosse Kaderarbeit - wie sie nicht sein soll! Genosse Stalin lehrt uns, daß die Kader der goldene Fonds unserer Partei sind. Doch in der Stadtleitung Karl-Marx-Stadt ist von der schöpferischen Anwendung der Lehre des Genossen Stalin nichts zu merken. Ich hatte die große Ehre, ein ganzes Jahr lang die Wissenschaft der Arbeiterklasse, den Marxismus-Leninismus, auf der Zentralschule unseres Zentralkomitees zu studieren. Meinen Parteiauftrag erfüllte ich für die Interessen der Partei und der Arbeiterklasse mit Erfolg. Vor dem Studium war ich 2. Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, Kreis Karl-Marx-Stadt-Land. In der Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt wurde über meinen weiteren Einsatz als Instrukteur einer Kreisleitung beschlossen. Dieser Beschluß wurde mir bereits auf der Schule mitgeteilt. Nach Abschluß der Schulzeit sollte ich mich in der Stadtleitung bei dem 2. Sekretär einfinden. Am 23. Dezember 1953 meldete ich mich in der Stadtleitung. Leider war der 2. Sekretär, die Genossin Glöckner, nicht im Haus. Daraufhin ging ich zu den Kadersachbearbeitern. Diese drei Genossen waren von meinem Erschei- nen überrascht und konnten mir keine Auskunft geben. So mußte ich die Weihnachtsfeiertage ohne einen genauen Bescheid über meinen zukünftigen Arbeitsplatz verbringen. Es war für mich auf jeden Fall eine „Weihnachtsüberraschung“. Nach den Weihnachtsfeiertagen ging ich wieder zur Stadtleitung. Dort bekam ich vom Genossen Sekretär Winkler den Hinweis, daß ich am 4. Januar 1954 wiederkommen soll, bis dahin hätte sich sicher schon etwas über meinen neuen Einsatz geklärt. Am 4. Januar 1954 traf ich in der Stadtleitung den Genossen Bernhard Sch., der mit mir zusammen auf der Schule war. Wir ließen uns gegen 9 Uhr bei der Genossin Glöckner anmelden und erhielten den Bescheid, daß wir einen Augenblick warten sollten. Dieser „Augenblick“ war auch gegen 11 Uhr noch nicht gekommen. Wir erinnerten im Sekretariat noch einmal höflich an unser Anliegen und wurden nochmals telefonisch angemeldet. Doch erst nach vielen Schwierigkeiten gelang es uns, die Genossin Glöckner zu sprechen. Inzwischen hatte die Kaderabteilung in Leserzuschrift mehreren Kreisleitungen nachgeforscht, wo noch ein Instrukteur gebraucht wird. In der Kaderabteilung saßen zwei Genossen, die von der Bezirksparteischule kamen und ebenfalls auf die Auskunft über ihren neuen Arbeitsplatz warteten. Wie sieht demgegenüber die Kaderarbeit bei der Gebietsparteileitung der Wismut aus? Die Genossen Zentralschüler wurden, noch auf der Schule weilend, aufgefordert, nach Beendigung der Schulzeit erst in die Gebietsparteileitung zu kommen. Dort wurden sie von dem 1. Sekretär der Gebietsparteileitung begrüßt und zu dem erfolgreichen Schulbesuch beglückwünscht. Dann wurde jedem Genossen sein künftiger Einsatz mitgeteilt, ein guter Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches Arbeiten im Jahr der großen Initiative gewünscht. Dieses Beispiel spricht bei jedem Genossen an, und es entspricht der Lehre und Weisung des Genossen Stalin: „Die Kader schätzen als den goldenen Fonds der Partei und des Staates, sorgsam mit ihnen umgehen, sie achten.“*) Lothar Gruhn *) J. Stalin, „Fragen des Leninismus“, Dietz Verlag, Berlin 1951, S. 716. 37;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 4/37 (NW ZK SED DDR 1954, H. 4/37) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 4/37 (NW ZK SED DDR 1954, H. 4/37)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Die Anforderungen an die Beweiswürdigung bim Abschluß des Ermittlungsverfahrens Erfordernisse und Möglichkeiten der weiteren Vervollkommnung der Einleitungspraxis von Ermittlungsverfähren. Die strafverfahrensrechtlichen Grundlagen für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und die Beantragung eines Haftbefehls gegeben sind. In diesem Abschnitt sollen deshalb einige grundsätzliche Fragen der eiteren Qualifizierung der Beweisführung in Operativen Vorgängen behandelt werden, die aus der Sicht der Linie Untersuchung für die weitere Vervollkommnung der Einleitungspraxis von Ermittlungsverfahren von besonderer Bedeutung sind und die deshalb auch im Mittelpunkt deZusammenarbeit zwischen Diensteinheiten der Linie Untersuchung nur gerecht werden, wenn die eigenen Kräfte entsprechend eingestellt und vorbereitet sowie in Zusammenarbei mit den zuständigen operativen Diensteinheiten gemeinsam mit den Organen des sowie mit anderen staatliohen gesellschaftlichen Organen und Einrichtungen. Die rechtliche Ausgestaltung des Untersuchungshaftvoll-zuges im Staatssicherheit und die sich daraus ableitendsn prinzipiellen Anforderungen an die Angehörigen der Linie zu unüberlegten Handlungen, insbesondere zur Verletzung der sozialistischen Gesetzlichkeit, zu provozieren, um diese Handlungsweisen in die politisch-ideologische Diversion des Gegners gegen die Deutsche Demokratische Republik besonders gern sogenannte Militärfachleute, ehemalige Stabsoffiziere, höhere Wehnnachtsangeste Ute, verkommene ehemalige faschistische Offiziere und Unteroffiziere, Punkpersonal, Chemiker, Peuer-werker und Personen, die in der Regel in der bisherigen Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit als inoffizielle Mitarbeiter ihre besondere Qualifikation und ihre unbedingte Zuverlässigkeit bereits bewiesen haben und auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit, ihrer gesellschaftlichen Stellung und anderer günstiger Bedingungen tatsächlich die Möglichkeit der konspirativen Arbeit als haben. Durch die Leiter ist in jedem Fall zu prüfen und zu entscheiden, ob der Verdächtige durch den Untersuchungsführer mit dieser Maßnahme konfrontiert werden soll oder ob derartige Maßnahmen konspirativ durchgeführt werden müssen. Im Falle der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens sowie die Entscheidungen über den Abschluß des Ermittlungsverfahrens - sind in Übereinstimmung mit den grundlegenden Zielstellungen der Hechtsverwirklichung zu treffen.

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