Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 3/35

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 3/35 (NW ZK SED DDR 1954, H. 3/35); Justizorgane einen Weg zur Erreichung seines Zieles eröffnen und ihm ermöglichen, unsere ehrlich schaffenden LPG-Bauern in die Rolle von Angeklagten zu drängen. Mit Recht wurde scharf kritisiert, daß solche Genossen, die der Meinung sind, daß sie „Recht“ sprechen müssen, ohne dabei einen klaren Klassenstandpunkt zu beziehen, objektiv den Feinden unserer staatlichen Ordnung Vorschub leisten und unsere Arbeiter- und Bauernmacht schlecht vertreten. Der kritisierte Genosse mußte auf der Konferenz Stellung nehmen. Da er aber nicht zu einem klaren Klassenstandpunkt zurückfand und sein falsches Verhalten gewissermaßen als eine „korrekte“ Amtsführung zu recht-fertigen suchte, verwiesen ihn die Genossen Delegierten aus der Konferenz. Das war eine harte Erziehungsmaßnahme, aber sie wird diesem Genossen helfen, selbstkritisch seine Arbeit einzuschätzen und den Auftrag der Partei, der ihm mit der Übertragung seiner hohen Funktion gegeben wurde, in Zukunft ernster zu beachten. Die neue Kreisleitung bekam dann in der Entschließung den Auftrag, mit einer Gruppe von Genossen des Kreisparteiaktivs die Arbeit der Parteiorganisationen einiger Organe des Staatsapparates im Kreis zu untersuchen. Diese Auseinandersetzung war auch für die übrigen Genossen von erzieherischem Wert, weilsie zeigte, daß ein Genosse in jeder Angelegenheit einen klaren Klassenstandpunkt einnehmen muß, und daß die Partei von jedem Genossen eine parteimäßige Haltung zur Kritik und zu einem Fehler verlangt. Der Feind verfolgt auch die Taktik, sich an Gruppen rückständiger Arbeiter heranzumachen. Er versucht, sie zu korrumpieren, um sie für seine Interessen auszunutzen. Im Rechenschaftsbericht der Kreisleitung wurde zum Beispiel darauf hingewiesen, daß unter den etwa 4000 Landarbeitern im Kreise Oschatz rund 600 nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Aber gerade unter den Landarbeitern, die noch stark unter dem Einfluß der Großbauern stehen, zeigten sich feindliche Stimmungen. Diese traten nicht nur bei den Unorganisierten, sondern auch bei Mitgliedern der Gewerkschaft auf. Die Delegierten ließen den Sekretär der Gewerkschaft Land und Forst dazu Stellung nehmen. Sie diskutierten aber nicht über die ungenügende Arbeit der Parteiorganisationen in den Dörfern, die es noch nicht verstanden haben, eine Verbindung zu den Landarbeitern herzustellen und ihnen klarzumachen, daß sie ein Teil der Arbeiterklasse sind. Dadurch, daß die parteimäßige Kritik an den Mängeln in der Parteiarbeit noch nicht entschieden geübt wurde, halfen die Genossen Delegierten ihrer neugewählten Kreisleitung nicht genug, die Probleme richtig anzupacken. Eine Parteiorganisation, in der alles gut und schön ist, gibt es nicht. Parteiarbeit, die nicht noch verbessert werden kann, gibt es auch nicht. Ohne die Erfolge zu schmälern, sondern in dem Willen, neue Erfolge zu erringen, muß sich die Partei gerade mit den Mängeln in ihrer Arbeit beschäftigen. Ohne Kritik werden aber die Mängel nicht sichtbar, wirken weiter, dehnen sich aus und zerren uns zurück. Kritik deckt die Mängel auf, gibt damit die Möglichkeit, sie zu bekämpfen und weiter voranzukommen. Das ist die wichtigste Lehre aus der Delegiertenkonferenz in Oschatz. Georg Chwalczyk Auch in der Delegiertenkonferenz des Kreises Leipzig-Land fehlte die offene kritische Auseinandersetzung Im Verlaufe der Kreisdelegiertenkonferenz des Kreises Leipzig-Land ergriffen 45 Diskussionsredner das Wort. Die Genossen gaben einen tiefen Einblick in die Arbeit der Parteiorganisationen. Stolz berichtete der Genosse Puchalla, Schleifer im VEB Deutsche Kugellagerfabrik, vom Erfolg der Agitationsarbeit. Unter Beifall der Delegierten gab der Genossenschaftsbauer Genosse Stichler aus Zweenfurth eine Schilderung des Kampfes gegen die feindlichen Elemente im Dorf. Vom Kampf um die Festigung der Parteiorganisation berichtete der Genosse Gustav D a h 1 к e, Werkzeugschlosser im RAW Einheit. Aber es fehlte auf der Delegiertenkonferenz die kritische Auseinandersetzung über die Mängel in der Arbeit, es fehlte der Kampf um die Beseitigung dieser Mängel. Der Diskussionsbeitrag des Genossen Albert J entzsch von der FDJ-Kreisleitung hätte zum Beispiel eine kämpferische Diskussion der Delegiertenkonferenz über die Vernachlässigung der Jugendarbeit im Kreis auslösen müssen, zumal die Gründe dafür im Rechenschaftsbericht der Kreisleitung nicht so tiefgründig behandelt wurden, wie es Genosse Schirdewan auf der Konferenz mit den Kreissekretären in Berlin verlangt hat. Daß die Kritik und Selbstkritik das Entwicklungsgesetz unserer Partei ist, wurde von mehreren Diskussionsrednern ausgesprochen. Aber nur zwei Genossen wagten eine höfliche Kritik an der Arbeit der Kreisleitung. Daß die Kritik ein wichtiges Mittel ist, die Parteiarbeit voranzubringen, wurde von den anwesenden Delegierten nicht genügend erkannt. Der Delegierte Genosse Kurt Hempel, Vorsitzender der LPG Großlehna, hätte zum Beispiel die Frage stellen müssen: Warum hilft uns die Kreisleitung und die Polit-Abteilung der MTS nicht in unserem schweren Kampf gegen frechgewordene Großbauern und bei der Entfernung eines Provokateurs aus der Genossenschaft? Auch die Genossin Emma Hamann vom VEB Maschinen- und Apparatebau Schkeuditz hatte Grund zur scharfen Kritik an der Kreisleitung wegen der Unterschätzung der Arbeit mit den Frauenausschüssen. Widerspruchslos wurde von den Delegierten die in einigen Diskussionsbeiträgen vertretene Meinung hin- # genommen, daß der neue Kurs lediglich Lohnerhöhung, Preissenkung und Steuersenkung bedeute. Es trat kein Delegierter dagegen auf und bewies, daß der neue Kurs die Politik der Partei zur allseitigen Entfaltung der größten Masseninitiative im Kampf um die Herstellung eines einheitlichen demokratischen Deutschlands ist. Eine kämpferische Auseinandersetzung auf der Delegiertenkonferenz mit den Problemen der Parteiarbeit im Kreisgebiet und eine schöpferische Kritik an der Arbeit der Kreisleitung hätte der neugewählten Kreisleitung für die Erfüllung ihrer großen Aufgaben sicherlich sehr geholfen. Was auf dieser Konferenz versäumt wurde, muß jetzt mit Hilfe der neuen Kreisleitung in der künftigen Arbeit nachgeholt werden. Nur durch die offene Kritik werden Mißstände offen auf gedeckt und die Wege zu deren Beseitigung gefunden. Nur durch prinzipielle Auseinandersetzungen werden die Genossen zu Kämpfern erzogen, die sich mit keinen Mißständen abfinden, die niemals die Augen davor verschließen, sondern die sofort den Kampf dagegen aufnehmen. Hans Gerull 35;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 3/35 (NW ZK SED DDR 1954, H. 3/35) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 3/35 (NW ZK SED DDR 1954, H. 3/35)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Der Vollzug der Untersuchungshaft hat der Feststellung der objektiven Wahrheit im Strafverfahren zu dienen. Die Feststellung der Wahrheit ist ein grundlegendes Prinzip des sozialistischen Strafverfahrens, heißt es in der Richtlinie des Plenums des Obersten Gerichts vom zu Fragen der gerichtlichen Beweisaufnahme und Wahrheitsfindung im sozialistischen Strafprozeß - Anweisung des Generalstaatsanwaltes der wissenschaftliche Arbeiten - Autorenkollektiv - grundlegende Anforderungen und Wege zur Gewährleistung der Einheit von Parteilichkeit, Objektivität, Wissenschaftlichkeit und Gesetzlichkeit in der Untersuchungsarbeit Staatssicherheit im Ermittlungsverfahren Vertrauliche Verschlußsache . Die weitere Vervollkommnung der Vernehmungstaktik bei der Vernehmung von bei Transitmißbrauchshanclüngen auf frischer Tat festgenomraePör ßeschuldigter Potsdam, Juristisch Fachs lußa Vertrauliche Verschlußsache schule, Errtpgen und Schlußfolgerungen der Äf;Ssfeerlin, bei der ziel gerttchteten Rückführung von Bürgern der die Übersiedlung nach nichtsozialistischen Staaten und Westberlin zu erreichen, Vertrauliche Verschlußsache - Die aus den politisch-operativen Lagebedingungen und Aufgabenstellungen Staatssicherheit resultierendan höheren Anforderungen an die Durchsetzung des Unter-suchungshaf tvollzuges und deren Verwirklichung. In den Untersuchungshaftanstalten Staatssicherheit Autoren: Rataizick Heinz, Stein ,u. Conrad - Vertrauliche Verschlußsache Diplomarbeit. Die Aufgaben der Linie bei der Koordinierung der Transporte von. inhaftierten Personen ergeben; Aufgaben und Anforderungen an don Ausbau und die Spezifizierung der franspcrtfahrzeuge zur Gewährleistung einer hohen Sicherheit und Effektivität der Transporte; Die auf dem Parteitag der formulierten Aufgabenstellung für Staatssicherheit Überraschungen durch den Gegner auszusohließen und seine subversiven Angriffe gegen die verfassungsmäßigen Grundlagen der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung stellt sich aus jugendspezifischer Sicht ein weiteres Problem. Wiederholt wurde durch Staatssicherheit festgestellt, daß unter Ougendlichen gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung der oder gegen verbündete Staaten gerichtete Angriffe zu propagieren; dem demonstrativen Ablehnen von gesellschaftlichen Normen und Positionen sowie Maßnahmen des sozialistischen Staates und der Sicherheit der Rechte Verhafteter macht es sich erforderlich, eine für alle Diensteinheiten der Linie einheitlich geltende Effektenordnunq zu erlassen.

 Arthur Schmidt  Datenschutzerklärung  Impressum 
Diese Seite benutzt Cookies. Mehr Informationen zum Datenschutz
X