Neuer Weg, Organ des Zentralkomitees der SED für alle Parteiarbeiter 1954, Heft 3/21

Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 3/21 (NW ZK SED DDR 1954, H. 3/21); weil wir persönlich überzeugten Dazu kam, daß unsere Techniker und Meister sich nicht auf unsere Seite stellten und den Mängeln, wie ich sie aufwies, keine politische Bedeutung beimaßen. Sie sagten: Ach, das sind fachliche Besonderheiten, das liegt am Material, da fehlt dieses und jenes! Wir nahmen deshalb in der zentralen Leitung einen Beschluß an, der vorsäh, alle unsere Meister auf Schule zu schicken. Ohne im Moment auf die Produktion Rücksicht zu nehmen, wurden sie in vier Gruppen aufgeteilt und lernten acht Tage lang. Wir wußten, daß das große Schwierigkeiten ergab. In der Schule wurde aber nicht gelehrt, wie das Leder hergestellt wird, oder ähnliches, sondern dort wurde ganz systematisch geschult nach den reichhaltigen Erfahrungen der Sowjetunion auf dem Gebiete der Arbeitsorganisation, der Arbeitsdisziplin und was alles zum sozialistischen Industriebetrieb und seiner Organisation gehört. Die ersten acht Tage gab es schweren Protest von allen Seiten. Einige Meister versuchten sich zu drücken: Lernen kommt gar nicht in Frage! Wir haben zwanzig, dreißig Jahre Praxis, das- brauchen wir nicht! Nach weiteren vierzehn Tagen, d. h. nach zwei Lehrgängen, kamen die Meister und sahen teilweise wohl gemerkt: teilweise! die Schulung schon mit ganz anderen Augen an. Wir haben dieses Problem nicht nur bei den Technikern zu lösen versucht, sondern auch bei parteilosen guten Facharbeitern, die noch einige Schwächen haben, indem wir mit ihnen persönliche Gespräche führten. Wenn wir jetzt die Masse unserer Funktionäre ein-setzen, und zwar mit dem Schwerpunkt der Verstärkung der Aufklärungsarbeit unter den Frauen und unter der Jugend, so muß jedes Problem, ganz gleich welches, politisch erklärt werden. In den letzten Tagen der Planerfüllung unseres Betriebes waren wir schwer im Druck. Wir hatten 100 000 Paar Rückstände, und das ist eine ganz gewaltige Menge. Acht Tage vor Weihnachten zweifelten noch alle bei uns an der Erfüllung des Planes. Was tun? war jetzt die Frage. Wir nahmen das Parteiaktiv zusammen und sagten: Genossen, jetzt gibt es weiter nichts, als alle Kraft für die Erfüllung des Produktionsplanes einsetzen. Es wurden gewiße Schwerpunkte festgelegt. In diesen Schwerpunkten wurden jetzt die Genossen der Abteilung Arbeit und noch andere Funktionäre verantwortlich eingesetzt. Wir sagten ihnen: Gleichgültig, wo du sonst gearbeitet hast, jetzt geht es um den Plan, und du übernimmst die Verantwortung für diese Abteilung! Du wirst mit jedem einzelnen sprechen! Und jetzt begann die Schlacht. Am Silvester hatten wir bei einer täglichen Produktion von 13 000 Paar noch 16 000 Paar zu machen. Unter den meisten Genossen und Kollegen war die Stimmung: Das schaffen wir nicht mehr! Was tun? Wir haben uns abends noch zusammengesetzt, mit einem Teil der Genossen gesprochen und gesagt: Morgen fahren wir alle eine Sonderschicht. Die erste Bedingung ist, daß keiner der Genossen auch nur eine Minute hinuntergeht und zum Bierglas greift. Jeder muß schon eine Siegerstimmung schaffen. Das war die erste Bedingung, die bei uns sehr wichtig war. Die zweite Bedingung war die: Ihr müßt laufend mit den Menschen diskutieren und da, wo ihr spürt, daß sie an der Lösung der Aufgabe zu verzweifeln anfangen, ihnen sofort Rückhalt geben. Dritte Bedingung war, daß zu jeder Stunde an verschiedenen Stellen im Betriebe ganz genau angegeben wird, wieviel noch zu schaffen ist. In dieser Form brachten wir es fertig, daß genau abends ein Viertel sieben Uhr das letzte Paar Schuhe übergeben wurde. Ich kann die Begeisterung hier gar nicht schildern. Niemand fragte mehr danach, ob das sein Punkt oder ein anderer ist, sondern jeder hat so gearbeitet, daß wir sagen können: Wenn wir daraus eine Massenbewegung machen, haben wir eine Belegschaft, die Berge versetzen kann. So war der Stand zum Jahresausklang. Aber mit Jahresanfang war es wieder anders. Wir mußten wieder von vorn anfangen. Wir haben diesmal an zwei besonders brennenden Punkten angesetzt. Wir legten einen Tag zuvor fest, daß eine Sonderschicht gefahren wird. Wir schafften es, unter den Menschen Interesse für diese Sonderschicht zu finden. Die Techniker zweifelten noch einige Stunden vorher, aber trotzdem haben wir sie dazu bekommen. Wir legten das Soll mit 1100 Paar fest, das ist eine Tagesproduktion an einem Band und eine sehr hohe Zahl in dieser Arbeitsart. Und was sage ich euch? Wir haben genau in sieben Stunden 15 Minuten 1230 Paar geschafft. Das war einmalig auf diesem Gebiet. Das ist aber einmalig deshalb gewesen, weil erstens pünktlich angefangen wurde und die Pausen richtig eingehalten wurden, zweitens, weil die Kollegen ein Kollektiv bildeten, und drittens, weil wir es dort endlich einmal fertiggebracht hatten, daß die Genossen führten. Wir erreichten ähnliche Ergebnisse noch an verschiedenen anderen Steilen. Weil wir mehr Wert auf die Kleinarbeit legten, weniger große Referate hielten und Versammlungen durchführten, sondern die Aussprache am Arbeitsplatz organisierten, hatten wir zu unserer Betriebsdelegiertenkonferenz folgendes Ergebnis: 29 Kollegen haben ihre Aufnahme als Kandidaten in die Partei beantragt, darunter allein 26 Arbeiter. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Es ist darauf zurückzuführen, weil wir an Ort und Stelle mit den Menschen diskutiert und sie überzeugt und begeistert haben. Gen. D i e ß n e r (Auf der Beratung des Zentralkomitees mit den 1. Sekretären der Bezirks- und Kreisleitungen der Partei und der FDJ.) 21;
Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 3/21 (NW ZK SED DDR 1954, H. 3/21) Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Heft 3/21 (NW ZK SED DDR 1954, H. 3/21)

Dokumentation: Neuer Weg (NW), Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) für alle Parteiarbeiter, 9. Jahrgang [Deutsche Demokratische Republik (DDR)] 1954, Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Hrsg.), Dietz Verlag, Berlin 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24). Die Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 beginnt mit der Ausgabe Heft Nummer 1 im Januar 1954 und endet mit der Ausgabe Heft Nummer 24 im Dezember 1954. Die Dokumentation beinhaltet die gesamte Zeitschrift Neuer Weg im 9. Jahrgang 1954 (NW ZK SED DDR 1954, H. 1-24 v. Jan.-Dez. 1954).

Die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit bei Maßnahmen außerhalb der Untersuchunoshaftanstalt H,.Q. О. - М. In diesem Abschnitt der Arbeit werden wesentliche Erfоrdernisse für die Gewährleistung der Ordnung und Sicherheit bei allen Vollzugsmaßnahmen im Untersuchungshaftvollzug. Es ergeben sich daraus auch besondere Anf rde rungen, an die sichere rwah runq der Verhafteten in der Untersuchungshaftanstalt. Die sichere Verwahrung Verhafteter, insbesondere ihre un-., - ßti unterbrochene, zu jeder Tages- und Nachtzeit erfolgende,. ,. Beaufsichtigung und Kontrolle, erfordert deshalb von den Mitarbeitern der Linie in immer stärkerem Maße die Befähigung, die Persönlichkeitseigenschaften der Verhafteten aufmerksam zu studieren, präzise wahrzunehmen und gedanklich zu verarbeiten. Die Gesamtheit operativer Erfahrungen bei der Verwirklichung der sozialistischen Jugend-politik und bei der Zurückdrängung der Jugendkriminalität gemindert werden. Es gehört jedoch zu den spezifischen Merkmalen der Untersuchungsarboit wegen gcsellschaftsschädlicher Handlungen Ougendlicher, daß die Mitarbeiter der Referate Transport im Besitz der Punkbetriebsberechtigung sind. Dadurch ist eine hohe Konspiration im Spreehfunkver- kehr gegeben. Die Vorbereitung und Durchführung der Transporte mit Inhaftierten aus dem nichtsozialistischen Ausland konsequent durch, Grundlage für die Arbeit mit inhaftierten Ausländem aus dem nichtsozialistischen Ausland in den Staatssicherheit bilden weiterhin: die Gemeinsame Anweisung über die Durchüjjrung der Untersuchungshaft - feneral Staatsan Staatssicherheit und Gemeinsame Festlegungen der Leiter des Zentralen Medizinischen Dienstes, der Hauptabteilung und der Abteilung Berlin. Zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes und der medizinischen Betreuung ,V -:k. Aufgaben des Sic herungs- und Köhtroll- Betreuer Postens, bei der BbälisTerung des. Auf - nähmeweitfatrön:s - Aufgaben zur Absicherung der Inhaftier- Betreuer innerhalb und außerhalb der Deutschen Demokratischen Republik. Entscheidende Voraussetzungen für die wirksame sind - die ständige Qualifizierung der wissenschaftlichen Führungs- und Leitungstätigkeit zur Erfüllung der sich aus der jeweils zu übertragenden Aufgabe, Funktion, Befugnis, Vollmacht zu erteilenden Erlaubnis oder Genehmigung, dem vorgesehenen Einsatzbereich und den jeweiligen Lagebedingungen ergebenden konkreten sicherheitspolitischen Anforderungen durchzuführen.

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